Fachgebiet: Arbeitsphysiologie, Arbeitsmedizin und
„ANALYSE VON ARBEITSUNFÄLLEN UNTER BERÜCKSICHTIGUNG
Da die vorliegende Arbeit mittels moderner Kommunikationstechnologie erstellt wurde (Microsoft Word 2000), findet die Neue Deutsche Rechtschreibung Verwendung.
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Inhaltsverzeichnis
0 Zusammenfassung 7
1 Einleitung 9
1.1 Gegenstand und Ziel der Arbeit 10
1.2 Grundlagen der Untersuchung 11
1.3 Datenschutzrechtliche Aspekte 11
2 Arbeitswissenschaftliche Grundlagen, Kurzdarstellung 12
2.1 Belastung und Beanspruchung 12
2.1.1 Definitionen 12
2.2 Belastungsgrößen und -faktoren 12
2.2.1 Psychische Belastung 13
2.3 Beanspruchung, Psychische Beanspruchung und Stressentstehung 13
2.3.1 Definitionen 13
2.3.2 Stressoren und ihre Mitwirkung bei Arbeitsunfällen 14
3 Der Erhebungsbogen 15
3.1 Übersicht 15
3.1.1 Allgemeiner Teil 15
3.1.2 Unfallanalyse 15
3.1.3 Die Beurteilung 15
3.2 Vorstellung des Erhebungsbogens 16
3.3 Bemerkungen zu den Fragestellungen des Interviewer-Leitfadens 19
3.3.1 Teil 1 Allgemeines 20
3.3.2 Teil 2 Unfallanalyse 20
3.3.3 Teil 3 Die Beurteilung 25
3.4 Größen des Erhebungsbogens zur quantitativen Auswertung 25
3.4.1 Definition der Kategorien der statistischen Bewertung 25
3.5 Definition der standardisierten Faktoren 27
3.5.1 Technische Ursachen 27
3.5.2 Störfall 28
3.5.3 Ungewohnte Arbeitssituation 29
3.5.4 Wissensmangel 30
3.5.5 Zeitdruck 31
3.5.6 Risiko eingegangen 31
3.5.7 Unaufmerksamkeit 32
3.5.8 Physische Belastung 32
4
3.5.9 Schlechte Stimmung 33
3.5.10 Stress 34
3.5.11 Fehlende Motivation 35
3.5.12 Fehlendes Sicherheitsbewusstsein 36
3.5.13 Alkohol 36
4 Aspekte im Verlauf der Untersuchung 38
4.1 Fragestellung bei der Patientenbefragung 38
4.2 Analyse 38
4.2.1 Voreingenommenheit 38
4.2.2 Fehlerhafte Selbsteinschätzung 39
4.2.3 Zeitfaktor zwischen Unfall und Befragung 39
4.2.4 Unfallfolgen 39
4.3 Die „Schuldfragen“ 40
5 Ergebnisse der Untersuchung 41
5.1 Definition Risikomaßzahl (RMZ) 42
5.2 Struktur der Befragtengruppe 43
5.2.1 Altersstruktur 43
5.2.2 Struktur der Tätigkeiten 44
5.2.3 Struktur der Betriebsgrößen 45
5.2.4 Struktur der Arbeitsgruppen 45
5.2.5 Unfallzeitpunkt 46
5.2.6 Arbeitserfahrung im Tätigkeitsbereich 47
5.2.7 Arbeitsausfall 48
5.3 Weitere interessante Relationen 48
5.3.1 Zusammenhang zwischen Tätigkeitsbereich und erlernter bzw. nicht erlernter Tätigkeit 48
5.4 Auswertung der standardisierten Faktoren 48
5.4.1 Kategoriale Darstellung der Befragungsergebnisse 48
5.4.2 Mittelwerte für Unfallursache-Kategorien für Frauen und Männer getrennt (RMZ
Bewertung) 49
5.5 Befragungsergebnisse hinsichtlich der standardisierten Faktoren im Zusammenhang mit den
persönlichen Lebensumständen 51
5.5.1 Technische Ursachen (RMZ 1,08) 52
5.5.2 Störfall (RMZ 0,18) 53
5.5.3 Ungewohnte Arbeitssituation (RMZ 0,26) 53
5.5.4 Wissensmangel (RMZ 0,16) 54
5.5.5 Zeitdruck (RMZ 0,67) 54
5.5.6 Risiko eingegangen (RMZ 0,85) 55
5.5.7 Unaufmerksamkeit (RMZ 1,39) 56
5
5.5.8 Physische Belastung (RMZ 0,55) 57
5.5.9 Schlechte Stimmung (RMZ 0,19) 58
5.5.10 Stress (RMZ 0,7) 59
5.5.11 Fehlende Motivation (RMZ 0,22) 60
5.5.12 Fehlendes Sicherheitsbewusstsein (RMZ 0,2) 60
5.5.13 Alkohol (RMZ 0,01) 61
5.6 Übersicht über die Befragungsergebnisse bezüglich der standardisierten Faktoren 61
5.6.1 Tabellenübersicht mit RMZ-Werten 61
Tabelle mit 5 / 30 Wertabstufungen 64
5 6 2
5.7 Zusammenfassung der Auswertung 66
5.7.1 Allgemeines 66
5.7.2 Weitere bemerkenswerte Relationen 67
6 Praktikabilität des Erhebungsbogens Kritik und Verbesserungsvorschläge 68
6.1 Teil 1: Allgemeines 68
6.2 Teil 2: Unfallanalyse 68
6.2.1 Unfallbeschreibung 68
6.2.2 Abgrenzung Stress Zeitdruck 69
6.3 Teil 3: Beurteilung 69
6.3.1 Kategoriezuordnung 69
6.3.2 Eingrenzung der Faktoren im Erhebungsbogen, 3. Teil 70
7 Anhang 73
7.1 Abkürzungsverzeichnis 73
7.2 Literaturverzeichnis 73
7.3 Begriffsbestimmungen (aus /1/) 74
7.4 Index wichtiger Begriffe 77
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0 Zusammenfassung
Die vorliegende Untersuchung zeigt in der Ursachenforschung von Arbeitsunfällen einige neue Richtungen auf. Während sie keinesfalls den Anspruch erhebt, in irgendeiner Weise repräsentativ zu sein, soll sie sich doch als Teil einer ganzen Untersuchungsreihe mit ihren teils erwarteten, teils aber auch überraschenden Ergebnissen als fundierte wissenschaftliche Arbeit etablieren. Die von C. Schönberger (/1/) geschaffene Voraussetzung für die Untersuchung psychosozialer und anderer Faktoren als Unfallursachefaktoren lieferte nicht nur ein Instrument zu einer fundierten wissenschaftlichen Befragung, sondern bot auch Anlass, die zu hinterfragenden Faktoren grundlegend zu definieren und die vorgegebene Beurteilungsmatrix in ein bewertbares System zu überführen, welches einen schnellen und übersichtlichen Vergleich der gewonnenen Daten einer weiteren Auswertung zugänglich macht.
Die meisten Unfälle, die Eingang in die Befragung fanden, passierten in „sonstigen Betrieben“, welche auch Dienstleistungsbetriebe aller Art einschlossen. Dies zeigt, dass im Gegensatz zur Industrie hier noch ein Bedarf an Sicherheitsoptimierung vorliegen könnte, während die Industrie und die althergebrachten Handwerksbetriebe ihre „Hausaufgaben“ weitgehend gemacht zu haben scheinen. Die am häufigsten genannten Faktoren waren „Unaufmerksamkeit“ und „Technische Ursachen“, gefolgt von dem bewusst „eingegangenen Risiko“. Interessanterweise spielen bei der Entstehung von Arbeitsunfällen vermutete Einflussfaktoren wie „Ungewohnte Arbeitssituation“, „Fehlende Motivation“, „Fehlendes
Sicherheitsbewusstsein“ nur untergeordnete Rollen. Die Tatsache, dass in der Befragung „Störfälle“ nur in vernachlässigbarer Größenordnung auftraten, ist wohl eher den hohen deutschen Sicherheitsstandards zuzuschreiben, während der Faktor „Alkohol“ als Unfallursache nicht erfragbar war. In diesem Punkt wird auch die zukünftige Sicherheitstechnik auf die Nachweisbarkeit durch andersartige Untersuchungen setzen müssen.
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Das noch immer starke Auftreten technischer Ursachen kann nicht zu dem Schluss führen, dass primär die Technik im Vordergrund des Zusammenspiels aller Ursachen liegt. Vielmehr zeigen die weiteren Ergebnisse dieser Arbeit, dass in der Untersuchung psychosozialer Einflussfaktoren verstärkt auf das Vorhandensein menschlicher Fehlhandlungen eingegangen werden muss. Dies schüfe die Konformität mit der Aussage von C. Schönberger und der allgemeinen sicherheitstechnischen Literatur, wonach bei allen Arbeitsunfällen letztlich menschliche Fehlhandlungen die wahre Ursache sind, deren Einfluss auf verschiedenen Ebenen der grundsätzlichen menschlichen Verantwortung für eine Handlung zu suchen sind. In der vorliegenden Untersuchung wurde die Frage nach dieser Verantwortung der einzelnen Handlung bzw. Fehlhandlung nicht gestellt. Dieses hätte den Rahmen dieser Studienarbeit gesprengt. Jedoch könnte genau dieser Aspekt die Grundlage für weitere Untersuchungen in dieser Richtung bilden.
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1 Einleitung
Die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle ist seit Jahren rückläufig. Die Gründe hierfür sind u.a. (/1/) in der Industrie die zunehmende Technisierung, die den Menschen durch überwiegende Überwachungstätigkeiten von der Gefährdung fernhält, des weiteren aber auch ein erhöhtes Sicherheitsbewusstsein in Betrieben. Weiterhin wird durch Maßnahmen des Arbeitsschutzes die Schnittstelle Mensch-Arbeit für Gefährdungen undurchlässiger. Auch Qualitätsmanagementsysteme im Vorfeld sicherheitsrelevanter Ereignisse tragen zu einer wesentlichen Senkung von Unfallzahlen bei.
Mit sinkender Relevanz technischer Ursachen gewinnt der Einfluss des psychosozialen Umfeldes am Arbeitsplatz auf den Menschen eine immer größere Bedeutung. Fragestellungen haben sich in den letzten Jahren dahingehend verändert, dass sie nun nicht mehr ausschließlich das technische Umfeld als solches beleuchten, sondern den psychosozialen Hintergrund des einzelnen Vorfalls intensiver hinterfragen. Die menschlichen Fehlhandlungen mit all ihren Ursachen treten immer stärker hervor. Diese Einflussfaktoren, welche viel umfangreicher sind als vergleichbare Fragestellungen zu technischen Ursachen mit messbaren physikalischen Größen, machen eine Analyse äußerst diffizil. Dies wurde schon im Vorfeld der Erstellung dieser Arbeit deutlich und bestätigte sich im weiteren Verlauf.
Als allgemeines Ziel ist die Ursachenerforschung bei Arbeitsunfällen ein probates Mittel, um zukünftig Unfällen entgegen wirken zu können. Die Untersuchung des psychosozialen Umfeldes eines Arbeitsunfalls ist ein aufgrund seiner Komplexität und seiner erst in jüngerer Zeit entstandenen größeren Bedeutung ein weitgehend unbekanntes Feld in der Ursachenforschung. Doch da die menschliche Fehlhandlung immer mehr in den Vordergrund tritt, ist genau hier die Ursachenforschung zum Schwerpunkt geworden. Die Ursachen menschlicher Fehlhandlungen sind zumeist vor dem psychosozialen Hintergrund zu sehen (/1/). Deshalb konzentriert sich die vorliegende Arbeit im Rahmen einer Forschungsreihe an der Bergischen Universität – Gesamthochschule Wuppertal auf dieses Themengebiet.
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1.1 GEGENSTAND UND ZIEL DER ARBEIT
In dieser Arbeit sollten neben den in gängigen Erfassungsbögen berücksichtigten Ursachen für Arbeitsunfälle insbesondere die psychosozialen Größen untersucht werden, die möglicherweise zur Entstehung von Arbeitsunfällen beitragen. Die untersuchten Größen sind: Technische Ursachen - Störfälle - UngewohnteArbeitssituation - Wissensmangel - Zeitdruck - Risikoeingegangen - Unaufmerksamkeit - PhysischeBelastung - SchlechteStimmung - Stress - FehlendeMotivation - FehlendesSicherheitsbewusstsein - Alkohol. - Sieumfassen die Gründe, die zur Entstehung eines Arbeitsunfalls beitragen können, in einer faktorisierten, bewertbaren Form.
Ziel dieser Arbeit war einerseits eine unter definierten Voraussetzungen gewonnene Übersicht über die Einflussnahme psychosozialer Faktoren bei Arbeitsunfällen; andererseits sollen die gewonnenen Daten auch eine Analyse darüber erlauben, inwiefern die Erhebung der fraglichen Daten überhaupt möglich ist. Damit ermöglicht meine Arbeit auch die Einsicht in die Praktikabilität dieses Erhebungsinstrumentes. Dazu war es zusätzlich notwendig, eine Bewertungsmatrix zu schaffen, die eine direkte Vergleichbarkeit der einzelnen Daten auch über die Eintragungen einer Nominalskala hinaus ermöglichten.
Eine weiterführende Analyse bezüglich zu treffender Präventionsmaßnahmen wird durch diese Arbeit nicht abgehandelt. Eine kurze Diskussion der Ergebnisse und ein
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Hinweis auf geeignete Präventivmaßnahmen soll als Anknüpfmöglichkeit für weitere Untersuchungen verstanden werden.
1.2 GRUNDLAGEN DER UNTERSUCHUNG
Für die Erhebung der notwendigen Daten mittels einer Befragung wurde ein neues Erfassungsinstrument eingesetzt. Es handelt sich dabei um den in 3.1 vorgestellten Fragebogen, der als Leitfaden zur Patientenbefragung dient. Dieser Fragebogen wurde an der Universität Wuppertal entwickelt. (/1/) In der vorliegenden Arbeit sind 100 Personen befragt worden, die einen Arbeitsunfall erlitten haben. Darunter befinden sich etwa 50 Patienten eines Ostbrandenburger Klinikums, die sich infolge dessen in stationärer bzw. ambulanter Behandlung in diesem Klinikum befanden. Des weiteren wurden aus ausgewählten Handwerks- und Industriebetrieben und aus weiteren Krankenhäusern Personen zu kürzlich erlittenen Arbeitsunfällen befragt.
Bevorzugt sind Personen befragt worden, deren Arbeitsunfall erst kurze Zeit zurückliegt.
Das Mittel der Befragung anhand eines standardisierten Interview-Leitfadens ist gängiges Forschungsinstrument in der Wissenschaft. Hierbei werden anhand der Fragen Daten gesammelt, die sich nicht nur quantitativ auswerten lassen, sondern auch für eine umfassende qualitative Analyse zur Verfügung stehen.
1.3 DATENSCHUTZRECHTLICHE ASPEKTE
Die Befragung wurde unter Wahrung datenschutzrechtlicher Aspekte anonym durchgeführt. In der Befragung wurde besonders auf die Anonymisierung der Daten hingewiesen. Zum Einen besteht die gesetzliche Verpflichtung zur Einhaltung des Datenschutzgesetzes, zum Anderen lassen sich aus der Beantwortung der Fragen wesentlich originärere Informationen gewinnen, wenn dem Befragten die Anonymitätswahrung seiner Aussagen deutlich gemacht worden ist.
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2 Arbeitswissenschaftliche Grundlagen, Kurzdarstellung
Die folgenden arbeitswissenschaftlichen Grundlagen sind als Kurzzusammenfassung dargestellt und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Der Leser sei auf die im Text indizierte weiterführende Literatur verwiesen.
2.1 BELASTUNG UND BEANSPRUCHUNG
2.1.1 DEFINITIONEN
Bei der Belastung unterscheiden viele Autoren (z.B. Hammer) zwischen der physischen und der psychischen Belastung und ebenso zwischen physischer und psychischer Beanspruchung. Nach Hammer (/4/) ist die physische (synonym: körperliche oder energetische Belastung) bzw. psychische Belastung die Gesamtheit der erfassbaren Einflüsse, die von außen auf den Menschen zukommen und auf ihn physisch bzw. psychisch einwirken (/4/, S. 55). Mit dem unten aufgeführten Modell aus der Mechanik verdeutlicht Schmidtke(/2/) den Belastungs-Beanspruchungs-Begriff.
Abbildung 1: Belastungs- und Beanspruchungsmodell von Schmittke
2.2 BELASTUNGSGRÖßEN UND -FAKTOREN
Schmidtke (/2/) unterscheidet weiterhin zwischen Belastungsgrößen und Belastungsfaktoren. Belastungsgrößen sind alle Einwirkungen, die mittels naturwissenschaftlich-technischer Methoden einer quantitativen Analyse zugänglich
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gemacht werden können, d.h. messbar sind. Belastungsgrößen können z.B. die Staub-oder Lärmbelastung am Arbeitsplatz sein.
Belastungsfaktoren hingegen sind im naturwissenschaftlich-technischen Sinn nicht messbare und damit nicht streng quantifizierbare Größen, wie sie unter anderem aus der sozialen Arbeitsumwelt resultieren können. Hier finden sich unter anderem das Arbeitsklima im Betrieb und im Team, das Verhältnis in den Hierarchiezweigen sowie außerhalb des Arbeitsplatzes einwirkende und während der Arbeitszeit nachwirkende Faktoren. Belastungsgrößen und Belastungsfaktoren führen zu einer Belastung , deren Höhe im Wesentlichen von den Belastungsgrößen, den Belastungsfaktoren und der Belastungsdauer abhängt (/2/).
In dieser Arbeit wird des Öfteren von Faktoren gesprochen. Für den Fall, dass nicht ausdrücklich auf die Definition in diesem Kapitel 2.2 hingewiesen wird, handelt es sich dabei um die standardisierten Faktoren aus dem Erhebungsbogen. Siehe hierzu Punkt 3.3.3 bzw. 3.5ff.
2.2.1 PSYCHISCHE BELASTUNG
Zur Einschätzung der psychischen Belastung am Arbeitsplatz im Zusammenhang mit der Entstehung von Arbeitsunfällen stellt der Bundesverband der Unfallkassen in einer von ihm herausgegebenen Schrift (/7/) fest: „Psychische Belastungen durch die Arbeit... werden oft als Tabu-Thema behandelt. Andererseits ist nicht zu übersehen, dass Arbeitsunfälle, Erkrankungen ... oder Störungen im betrieblichen Ablauf vielfach auf psychische Fehlbeanspruchung durch z.B. Stress, Monotonie oder auf Arbeitsunzufriedenheit zurückzuführen sind.“
2.3 BEANSPRUCHUNG, PSYCHISCHE BEANSPRUCHUNG UND
STRESSENTSTEHUNG
2.3.1 DEFINITIONEN
Psychische Beanspruchung ist die individuelle Auswirkung der psychischen Belastung im Menschen in Abhängigkeit von seinen individuellen Voraussetzungen und seinem
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Zustand, einschließlich seines individuellen Stils zur Bewältigung der Beanspruchung.(/1/).
Stressoren sind hypothetische Faktoren, die mit erhöhter Wahrscheinlichkeit zu Stress bzw. Stressempfinden führen. Stressoren sind also Belastungsgrößen bzw. -faktoren, die insbesondere vor dem individuellen psychischem Hintergrund zu psychischer Beanspruchung führen.
Stress ist ein in der Sprache nicht eindeutig definierter Begriff. Er wird unterschiedlich und oft nicht eindeutig verwendet und ist deshalb vom allgemeinen Beanspruchungsbegriff schwierig abgrenzbar. (/1/) Zur Präzisierung des Stressbegriffes gilt vor allem für den Rahmen der vorliegenden Untersuchung folgende Definition:
Stress ist ein vom Individuum intensiv empfundener Spannungszustand, der aus der Befürchtung entsteht, dass eine stark aversive, subjektiv zeitlich nahe (oder bereits eingetretene) und subjektiv lang andauernde Situation eintritt, die sehr wahrscheinlich nicht vollständig kontrollierbar ist, deren Vermeidung aber subjektiv wichtig erscheint. (/1/)
Ulich (/5/) macht die Entstehung von Stress entscheidend davon abhängig, ob eine Person tatsächlich oder vermeintlich in der Lage ist, einen potentiellen Stressor zu bewältigen. Er nennt als Beispiel Zeitdruck oder Unberechenbarkeit eines Vorgesetzten (/5/, S. 430).
2.3.2 STRESSOREN UND IHRE MITWIRKUNG BEI ARBEITSUNFÄLLEN
Im Rahmen dieser Untersuchung werden unter Anderem Stressoren mit ihren stressauslösenden Eigenschaften im Hinblick auf ihre Einflussnahme bei der Entstehung von Arbeitsunfällen untersucht. Die mutmaßlichen Stressoren sind die im Folgenden als „standardisierte Unfallfaktoren“ bzw. „standardisierte Faktoren“ bezeichneten Größen.
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3 Der Erhebungsbogen
Grundlage für diese Arbeit ist der von Schönberger (/1/) entwickelte Erhebungsbogen, der im Folgenden vorgestellt wird.
3.1 ÜBERSICHT
Der Erhebungsbogen geht auf einzelne Aspekte, die zu einem Arbeitsunfall führen können, ein. Er gliedert sich in drei elementare Teile:
3.1.1 ALLGEMEINER TEIL
Hier werden Eckdaten zur Person des Arbeitnehmers erfragt. Angaben zu Geschlecht, Alter, Berufserfahrung und die Größe des Betriebes bzw. der Arbeitsgruppe lassen ein erstes Bild der betroffenen Person und seiner Arbeitsumgebung deutlich werden.
3.1.2 UNFALLANALYSE
Die in dem Bogen gestellten Fragen werden im Normalfall von der Fachkraft für Arbeitssicherheit direkt an die jeweiligen Betroffenen gestellt. Der Betroffene soll den Unfallhergang beschreiben. Alsdann wird er mit gezielter Fragestellung weg von technischen Ursachen, die vorneweg erfragt werden, hingelenkt zu den vermuteten psychosozialen Einflüssen, die an der Entstehung des Arbeitsunfalls mitgewirkt haben könnten. Über die Fragen zu technischen Ursachen kommt der Erhebungsbogen in seinem didaktischen Aufbau über vorhandenes Wissen, persönliche
Risikoeinschätzung, die Hinterfragung von Stressoren zu Fragen der Motivation und des eigenen Erlebens seines Unfalles.
3.1.3 DIE BEURTEILUNG
Dieser Teil des Fragebogens wird dem Probanden nicht zugänglich gemacht, sondern wird vom Fragesteller nach Abschluss der Befragung ausgefüllt. Er enthält die Fragestellungen in Tabellenform mit der Möglichkeit einer anschließenden quantitativen Auswertung. Die zu erfassenden psychosozialen Größen sind in Punkt
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Christoph Schröer, 2001, Analyse von Arbeitsunfällen unter Berücksichtigung psychosozialer Faktoren mittels eines neuen Erhebungsinstrumentes, München, GRIN Verlag GmbH
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