Bei GRIN registrieren oder einloggen

Jetzt registrieren
Für neue Autoren: kostenlos, einfach und schnell
Dies wird Ihr Benutzername, bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse an

Passwort vergessen


Neues Passwort anfordern
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - Hausarbeit... close

Bitte warten

Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.

Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - Hausarbeiten - Seminararbeiten

Anderes, 2008, 39 Seiten
Autor: Mark Richter
Fach: Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren

Details

Kategorie: Anderes
Jahr: 2008
Seiten: 39
Sprache: Deutsch

Archivnummer: V112083
ISBN (E-Book): 978-3-640-10419-2

Dateigröße: 228 KB

Zusammenfassung / Abstract

Der Ratgeber ist insbesondere für Studierende gedacht und gibt wertvolle Hinweise rund um das Thema wissenschaftliche Texterstellung. Ziel des Ratgebers ist es, Studierende auf die Erstellung von Hausarbeiten, Seminararbeiten, Diplomarbeiten und andere akademische Arbeiten vorzubereiten.


Volltext (computergeneriert)

Dr. Mark Richter

Ratgeber zur Erstellung

wissenschaftlicher Arbeiten

Di plomarbeiten ­ Hausarbeiten ­ Seminararbeiten ...

Dr. Mark Richter

Bonn, Juni 2008


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 4

2. Phase vor der Erstellung der wissenschaftlichen Arbeit 6

2.1 Auswahl des Grobthemas 6

2.2 Suche geeigneter Literatur 10

2.3 Präzisierung des Themas 12

2.4 Auswahl und Anpassung des Textverarbeitungsprogramms 13

2.5 Erstellung einer ersten Gliederung 15

2.6 Ggf. Abstimmung der Gliederung mit Betreuer 17

2.7 Erarbeitung eines Zeitplans 17

3. Phase während der Erstellung der wissenschaftlichen Arbeit 20

3.1 Tipps zu inhaltlichen Aspekten 20

3.1.1 Thema als ständiger Leitgedanke 20

3.1.2 Zunehmende Präzisierung des Themas 21

3.1.3 Aufbau der Arbeit 21

3.1.4 Begründung der Vorgehensweise 23

3.1.5 Beispiele als Auflockerung 23

3.2 Tipps zu formalen Aspekten 24

3.2.1 Ausgewählte Tipps zu Word 24

3.2.2 Richtiges Zitieren 27

3.2.3 Wissenschaftliche Sprache 29

3.2.4 Schaubilder und Tabellen einfügen 30

3.2.5 Verzeichnisse richtig erstellen 31

3.3 Tipps zur Motivationssteigerung 33

3.3.1 Arbeitszeiten 33

3.3.2 Ablenkung 33

2


4. Phase nach der Erstellung der wissenschaftlichen Arbeit 35

4.1 Korrektur und Endformatierung des Textes 35

4.2 Vorbereitung auf mündliche Prüfung 36

4.3 Feiern gehen 37

5. Hinweise zu weiterführender Literatur und Online-Quellen zum

Thema wissenschaftliches Arbeiten 38

3


1. Einleitung

Insbesondere Studierende, die das erste Mal eine größere wissenschaftliche Arbeit schrei-

ben, sind oftmals sehr unsicher, wie sie dabei vorgehen sollen und was von ihnen erwartet

wird. Vor diesem Hintergrund soll der vorliegende Ratgeber einige hilfreiche Tipps geben,

um Unsicherheiten abzubauen und das Projekt Diplom-, Magister-, Seminar- oder Hausar-

beit zu erleichtern. Der Begriff ,,Projekt" wurde hier bewusst gewählt, um hiermit zu ver-

deutlichen, dass es sich bei der Erstellung von akademischen Arbeiten nicht um eine

komplexe Wissenschaft handelt, sondern um eine bewältigbare Projektaufgabe, die mit

etwas Methodenkompetenz ­ gepaart mit notwendigem Fachwissen ­ abgearbeitet werden

kann.

Natürlich kann es keinen allgemeingültigen Leitfaden geben, der sämtliche Aspekte und

Probleme des wissenschaftlichen Schreibens thematisiert. Hierzu sind schon die Anforde-

rungen zwischen den verschiedenen Wissenschaftsgebieten zu unterschiedlich. Darüber

hinaus hat jede Hochschule, jeder Lehrstuhl und jeder einzelne Betreuer seine eigenen

Richtlinien, die später ausschlaggebend für die Bewertung der Arbeit sein werden. Den-

noch gibt es eine Vielzahl von übergeordneten Problemstellungen und Herausforderungen,

die bei allen wissenschaftlichen Arbeiten relevant sind und die sehr wohl fächerübergrei-

fend thematisiert werden können. Dies fängt an beim generellen Vorgehen bei der Aus-

wahl eines Themas, über die Erarbeitung eines Zeitplans bis hin zur Endformatierung des

Textes.

Betrachtet man die Erstellung eines wissenschaftlichen Textes als Projekt, so lassen sich

drei idealtypische Phasen ableiten:

·

Die Phase vor der Erstellung der Arbeit:

In diese Phase fallen beispielsweise die

Auswahl des Grobthemas, die Suche nach geeigneter Literatur oder auch die Auf-

stellung eines Zeitplans bis hin zur Erarbeitung einer Gliederung. Obwohl diese

Phase zeitlich vor der eigentlichen Erstellung des Fachtextes liegt, kommt den da-

mit verbundenen Aufgaben eine große Bedeutung für das spätere Schreiben zu.

Konnte in dieser Phase keine brauchbare Literatur gefunden und/oder kein schlüs-

siges Inhaltsverzeichnis erarbeitet werden, so sind Probleme und Verzögerungen in

der eigentlichen Hauptschreibphase quasi vorprogrammiert.

4


·

Die Phase während der Erstellung der wissenschaftlichen Arbeit:

In dieser

Phase gilt es letztendlich, das zuvor erarbeitet Grobgerüst mit (sinnvollen) und gut

formulierten Inhalten zu füllen. Hierbei sind Aspekte wie eine im Ablauf der Ar-

beit zunehmende Präzisierung des Themas zu beachten oder die logische Begrün-

dung der Argumentation. Ebenfalls von zentraler Bedeutung ist die Verwendung

einer dem wissenschaftlichen Niveau angepassten Sprache. Zum Abschluss dieser

Phase sollte ein vorformatiertes Manuskript vorliegen.

·

Die Phase nach der Erstellung der wissenschaftlichen Arbeit:

Im

Rahmen der

,,Nacherstellungsphase" geht es zum einen darum, den Text in ein abgabefertiges

Endmanuskript zu transformieren. Zum anderen sind notwendige Nachberei-

tungsmaßnahmen durchzuführen (z.B. für eine mündliche Verteidigung der Ar-

beit). Gerade für den ersten Punkt ­ also die Endformatierung ­ sollte genügend

Zeit eingeplant werden: Nichts ist ärgerlicher als ein inhaltlich zwar gutes Ergeb-

nis abliefern zu können, wegen starker formaler Mängel jedoch erhebliche Noten-

abzüge hinnehmen zu müssen. Dies gilt umso mehr, als augenscheinliche formale

Mängel gleich einen schlechten ersten Eindruck hinterlassen.

Obgleich zwar in der Theorie eine idealtypische Unterteilung in diese drei Phasen möglich

ist, wird eine exakte Trennung in der Praxis kaum realisierbar sein. Beispielsweise ist die

Literatursuche i.d.R. nicht im Vorfeld der Erstellung komplett abzuschließen, da während

des Schreibens oftmals neue Aspekte auftauchen, die dann vertieft recherchiert werden

müssen. Auch die Gliederung aus der Vorerstellungsphase wird sich vielleicht während des

Schreibens als nicht ideal herausstellen und müsste dann ggf. noch angepasst werden. Da

die verschiedenen Aspekte jedoch schwerpunktmäßig zu jeweils einer der drei Phasen zu-

ordenbar sind, erleichtert diese Unterteilung eine stringente Abarbeitung des wissenschaft-

lichen Texterstellungsprozesses. Aus diesem Grund wird im Folgenden die Dreiteilung in

Vorerstellungsphase, Haupterstellungsphase und Nacherstellungsphase beibehalten und als

übergeordnete Gliederungsstruktur verwendet.

5


2.

Phase vor der Erstellung der wissenschaftlichen Arbeit

2.1

Auswahl des Grobthemas

Jede wissenschaftliche Arbeit beginnt mit der Themensuche. Aus Sicht eines Studierenden

muss es hierbei das Ziel sein, ein Thema zu finden, das gut bearbeitbar ist und zumindest

einen gewissen Neuheitsgrad aufweist. Darüber hinaus sollte das Thema auch zum For-

schungsgebiet des betreuenden Lehrstuhls passen, um eine Chance auf Annahme zu haben.

Häufig wird vom Lehrstuhl bereits das Thema bzw. eine Liste mit möglichen Themen vor-

gegeben. In diesem Fall vereinfacht sich die Themensuche erheblich ­ Sie müssen nur

noch entscheiden, welches der angebotenen Themen Sie bearbeiten möchten. Hier kann als

Entscheidungskriterium zum einen ­ wie bereits erwähnt ­ die Einfachheit der Bearbei-

tung des Themas herangezogen werden, zum anderen sollte natürlich auch das eigene

Interesse die Themenwahl beeinflussen. Ein Thema, mit dem Sie sich überhaupt nicht

,,anfreunden" können, steigert nicht unbedingt die Motivation.

Falls Sie nur ein grobes Themenfeld oder überhaupt keine konkreten Themenvorgaben für

ihre wissenschaftliche Arbeit vorgeschlagen bekommen, so helfen folgende Tipps dabei,

die Themensuche zu strukturieren und zu erleichtern:

·

Auswahl des Themenfeldes

: Falls Sie kein Themenfeld vorgegeben haben, so soll-

ten Sie auf der Homepage ihres Lehrstuhls prüfen, welche Themengebiete zu den

Forschungsschwerpunkten des Profs gehören bzw. über welche Themen bereits

publiziert wurde. Vielleicht haben Sie auch die eine oder andere Vorlesung be-

sucht, die möglich Anknüpfungspunkte für ein Themenfeld geben. Nach dieser ers-

ten Recherche sind die groben Themenfelder bereits implizit definiert.

·

Vom Themenfeld zum Grobthema

: Wenn Sie ein interessantes Themenfeld ge-

funden haben, gilt es mögliche Themenvorschläge zu generieren. Dieser Prozess ist

deutlich schwieriger, als die Auswahl des Themenfeldes. Folgende Ansatzpunkte

können hierbei behilflich sein:

6


o In vielen Forschungsarbeiten (wie z.B. Artikel in Fachzeitschriften oder

Dissertationen) gibt es den Punkt ,,offener Forschungsbedarf". Die dort ge-

nannten Aspekte könnten Anknüpfungspunkte für Ihr eigenes Thema sein.

o Im Internet gibt es eine Vielzahl sog. Diplomarbeitsbörsen (z.B.

www.diplom.de). Wenn Sie hier Stichworte zu einem Forschungsfeld ein-

geben, werden Sie eine Vielzahl von Arbeiten zu diesem Gebiet angezeigt

bekommen. Mit etwas Kreativität lässt sich aus bestehenden Themen ein ei-

genes Thema ableiten. Kombinieren Sie beispielsweise zwei vorhandene

Themenstellungen und schaffen aus dem Schnittpunkt ihr eigenes Thema.

Beispiel

: Wenn Sie bei einer Diplomarbeitsbörse zum Stichwort ,,Kunden-

bindung" eine Arbeit zur Thematik ,,Serviceinstrumente zur Steigerung der

Kundenbindung" und eine Arbeit zum Thema ,,Kundenbindung bei kleinen

Unternehmen" gefunden haben, so wäre ein neues mögliches Thema ,,Dis-

kussion von geeigneten Serviceinstrumenten zur Steigerung der Kundenbin-

dung in kleineren Unternehmen". Wenn Sie nun anstelle der Serviceinstru-

mente andere Aspekte betrachten ­ etwa die Preispolitik eines Unterneh-

mens, so haben Sie wieder ein neues potenzielles Thema (,,Diskussion von

geeigneten preispolitischen Maßnahmen in kleineren Unternehmen").

o Auch die Homepages von Lehrstühlen anderer Universitäten und Fachhoch-

schulen zu Ihrem Fachgebiet können Anregungen bei der Themensuche ge-

ben. Darüber hinaus lohnt es sich auch oftmals, die Hausarbeitsthemen,

Diplomarbeitsthemen usw. anzuschauen, die in der Vergangenheit am eige-

nen Lehrstuhl vergeben wurden ­ etwas abgewandelt und mit anderem Fo-

kus können daraus neue Themen entstehen. Gleichzeitig können Sie ab-

schätzen, wie ein Thema formuliert werden sollte, um eine Chance zur An-

nahme zu haben.

o Wenn Sie ein eher praxisorientiertes Thema suchen, so kann Ihnen die Seite

http://diplom.praktika.de von Nutzen sein. Ferner finden sich bei Jobbörsen

(z.B. www.monster.de) häufig ebenfalls Angebote für praxisorientierte Dip-

lomarbeitsthemen.

7


Generell ist es bei einer freien Themenwahl sinnvoll mehr als einen Themenvorschlag aus-

zuarbeiten. Zum einen signalisiert dies Ihrem Professor, dass Sie sich intensive Gedanken

bei der Themensuche gemacht haben. Zum anderen ist es nicht unwahrscheinlich, dass Sie

nach einigen Überlegungen und einer ersten ,,Phase der Euphorie" ein Thema wieder ver-

werfen, weil dieses schwierig zu bearbeiten ist.

Um mögliche Schwierigkeiten bei der Bearbeitung zu einem frühen Zeitpunkt zu identifi-

zieren, sollten Sie Ihr Grobthema nach folgenden Aspekten ,,abklopfen":

· Gibt es genügend Literatur zum Themenfeld?

o Um diese Frage beantworten zu können, hilft eine Schlagwortsuche in ei-

ner passenden Literaturdatenbank (z.B. Ebsco im Bereich Wirtschaftswis-

senschaften oder Medline im Bereich Medizin; siehe hierzu auch Punkt 2.2

des vorliegenden Ratgebers).

· Lässt sich eine Argumentationsbasis sinnvoll aufbauen?

o Wichtig ist hierbei insbesondere, dass die verschiedenen Aspekte, die in

der Arbeit behandelt werden sollen, zueinander passen und nicht losgelöst

nebeneinander stehen. Auch im letzten Kapitel muss noch deutlich werden,

in welchem Zusammenhang dieses mit allen vorhergehenden Kapiteln

steht. Beispielsweise ist es wenig sinnvoll, am Anfang der Arbeit Theorien

darzustellen, die für den weiteren Verlauf keinerlei Relevanz mehr aufwei-

sen.

· Fällt Ihnen problemlos eine erste Grobstrukturierung für die Themenbearbeitung

ein?

o Diese Frage knüpft eng an die vorhergehende Frage an: Wenn eine Argu-

mentationsbasis sinnvoll aufzubauen ist, so ist diese der Ansatzpunkt für

die Grobgliederung. Wenn Sie beispielsweise ,,Kundenrückgewinnung in

kleinen Unternehmen" als potenzielles Thema gewählt haben, so wäre eine

mögliche Argumentationsbasis: Kundenrückgewinnung ist erfolgsrelevant

für Unternehmen ­ kleine Unternehmen unterscheiden sich in einigen

Kernaspekten von Großunternehmen ­ dies bedingt, dass auch die Maß-

8


nahmen zur Kundenrückgewinnung bei kleinen Unternehmen anders aus-

sehen müssen als bei Großunternehmen. Eine erste Grobgliederung würde

somit wie folgt aussehen:

§ 1) Einleitung,

§ 2) Die Relevanz der Kundenrückgewinnung für den Unternehmens-

erfolg,

§ 3) (für die Kundenrückgewinnung relevante) Besonderheiten von

kleinen Unternehmen,

§ 4) Spezifische (auf den Besonderheiten aufbauende) Maßnahmen

der Kundenrückgewinnung für kleinere Unternehmen,

§ 5) Schlussfolgerung und Fazit.

· Könnten Sie in wenigen Sätzen sagen, was mögliche Ergebnisse Ihrer Arbeit sein

könnten?

o Nur wenn ­ natürlich nach einer gewissen Einarbeitungsphase ­ Aussagen

getroffen werden, was als mögliches Ergebnis herausgearbeitet werden

könnte, lässt sich ein Thema zielgerichtet bearbeiten.

Wenn Sie zu der Schlussfolgerung gekommen sind, dass Ihr Thema gut zu bearbeiten ist,

so sollten Sie sich noch die Frage stellen, ob dieses auch einen gewissen Innovationsgrad

aufweist. Themen, die bereits ,,übererforscht" sind, erschweren es, eine eigenständige wis-

senschaftliche Arbeit zu verfassen. Vielmehr ist das Risiko hoch, dass bei derartigen The-

men die komplette Arbeit aus ,,zitiertem Wissen von anderen Autoren" besteht und keiner-

lei eigene Überlegungen in den Text einfließen.

Kann letztendlich auch der Innovationsgrad bejaht werden, so gilt es geeignete Literatur

für das Thema zu suchen. Häufig ist es in dieser Phase bereits sinnvoll, beim betreuenden

Dozenten nachzufragen, ob das Thema/die Themen in die richtige Richtung gehen, um

unnötige Arbeit zu vermeiden und vielleicht bereits ersten inhaltlichen ,,Input" oder An-

merkungen zu erhalten, die das weitere Vorgehen beeinflussen.

9


2.2 Suche geeigneter Literatur

Wenn das Grobthema steht, ist es notwendig, weitere Literatur zu beschaffen, um eine

Themenpräzisierung vornehmen zu können und eine Gliederung auszuarbeiten ­ schließ-

lich müssen Sie sich ja nicht alles selbst ausdenken, sondern können auf bereits vorhande-

nes Wissen zurückgreifen. Bei der Beschaffung von Literatur ist es in vielen Fächern (z.B.

BWL) unvermeidlich, auch und insbesondere englischsprachige Quellen zu suchen. An

jeder Hochschule besteht die Möglichkeit, online auf eine Vielzahl von wichtigen Fach-

zeitschriften im Volltext zuzugreifen. Falls Ihnen die entsprechenden Literaturdatenbanken

Ihres Fachbereiches nicht bekannt sind, so scheuen Sie sich nicht, in der Universitäts- bzw.

FH-Bibliothek oder an Ihrem Lehrstuhl gezielt nachzufragen. Darüber hinaus können fol-

gende Datenbanken zur Suche nach Literatur genutzt werden:

·

Google Books

(http://books.google.de/): Der Vorteil von Google Books liegt darin,

dass auch der Inhalt von Büchern durchsucht werden kann. Gerade bei spezifischen

Suchbegriffen zu einem Themenaspekt liefert die Suche von Google Books oftmals

gute Ergebnisse.

·

Google Scholar

(http://scholar.google.de/): Hilfreich bei der Suche nach passenden

Fachartikeln.

·

Amazon:

Auch bei amazon kann man sich einen guten Überblick über neuere Bü-

cher zum Thema verschaffen. Tipp: Bei amazon werden gebrauchte Fachbücher

häufig zu einem günstigen Preis angeboten. Wer sich das Ausleihen und Verlän-

gern von wichtigen Fachbüchern bei der Uni-Bibliothek ersparen will, kann sich

einfach das Buch bei amazon kaufen und nach Abschluss der Arbeit wieder verkau-

fen.

·

Verzeichnis lieferbarer Bücher

(www.vlb.de): Hier sind alle in Deutschland lie-

ferbaren Bücher in einer Datenbank zusammen gefasst.

·

Karlsruher Virtueller Katalog

(http://www.ubka.uni-karlsruhe.de/kvk.html): Eine

Meta-Datenbank zum Nachweis von mehr als 500 Millionen Büchern und Zeit-

schriften in Bibliotheks- und Buchhandelskatalogen weltweit.

10


·

Interne Datenbanken der Hochschulbibliothek:

Natürlich sollten Sie auch ein-

mal einen Fuß in die Bibliothek Ihrer Uni bzw. FH setzen, um dort nach passenden

Büchern und Fachzeitschriften zu recherchieren.

Generell ist es sinnvoll, zunächst ca. 2-3 Artikel bzw. Beiträge in Fachbüchern zu lesen,

die sich mit Ihrem speziellen Kernthema befassen. Mit zunehmendem Präzisionsgrad der

Arbeit, sollten dann weitere Artikel hinzukommen. Vermeiden Sie es jedoch, bereits im

Vorfeld der eigentlichen Arbeitserstellung sämtliche Artikel zu recherchieren und zu lesen,

die auch nur im Entferntesten etwas mit Ihrem Thema zu tun haben, sonst verlieren Sie

zwangsläufig den Überblick. Falls Sie im Zuge Ihrer Literaturrecherchen jedoch quasi zu-

fällig auf Beiträge stoßen, die für die spätere Erstellungsphase von Interesse sein könnten,

so drucken Sie diese aus bzw. kopieren Sie diese und heften sie ab. Damit Sie die Artikel

später auch wieder finden ist es unerlässlich, eine Artikeldatenbank anzulegen. In diese

kommen die vollständigen (!) Quellenangaben (siehe hierzu auch Punkt 3.2 des vorliegen-

den Ratgebers) und einige Stichworte zum Artikel ­ falls Sie bereits eine Grobgliederung

haben, so können Sie zusätzlich das Kapitel eintragen, für das der Artikel nützlich sein

könnte.

Um am Ende ein ausgewogenes Literaturverzeichnis präsentieren zu können, ist es zu-

nächst notwendig, die verschiedenen relevanten Literaturarten zu kennen. Dies sind vor

allem Artikel aus Fachzeitschriften, Beiträge in Sammelwerken, Monographien (z.B. Stan-

dardlehrwerke oder Dissertationen) und sog. ,,graue Literatur" (z.B. Unterlagen von Fach-

tagungen oder Arbeitspapiere von Lehrstühlen). Bei praxisorientierten Arbeiten können

darüber hinaus noch Artikel aus Tages- (z.B. Handelsblatt) und Wochenzeitschriften (z.B.

Spiegel) herangezogen werden. Webseiten, wie etwa Wikipedia, sollten in wissenschaftli-

chen Arbeiten nicht als Quellen zitiert werden. Online-Quellen sind nur dann zulässig,

wenn die Herausgeber der entsprechenden Homepage einen offiziellen Charakter haben

(z.B. Forschungsinstitution, statistisches Bundesamt usw.). Dennoch kann es nicht scha-

den, auch auf Wikipedia Stichworte zum eigenen Themengebiet einzugeben: Oftmals wird

dort in knappen Worten eine brauchbare Zusammenfassung von wichtigen Themengebie-

ten bzw. Teilaspekten davon geliefert, die für den Einstieg in ein Thema durchaus brauch-

bar sind. Nur eben zitierfähig ist diese Quelle nicht, da bei Wikipedia jeder sein Wissen

11


(oder auch nur Halbwissen) einbringen kann und sich letztendlich jeder so eine passende

Quellenlage schaffen könnte.

Von den genannten Quellenarten sollten in einer wissenschaftlichen Arbeit Beiträge aus

Fachzeitschriften und Monographien den Schwerpunkt bilden. Bei den Monographien die-

nen Lehrbücher eher zur Untermauerung der grundlegenden Kapitel, wohingegen Fachbü-

cher, Dissertationen oder Habilitationsschriften für spezifischere Aspekte von Relevanz

sind.

Zumeist ist es einfacher, am Anfang der Literaturrecherche sehr aktuelle Fachbücher und

Artikel zu suchen. Die dort angegebenen (älteren) Quellen können dann einen Hinweis für

die weitere Recherche geben. Wird ein Artikel oder ein Buch in nahezu allen Quellen zi-

tiert, die Sie gelesen haben, so ist dies ein eindeutiges Indiz dafür, dass es sich hierbei um

ein grundlegendes Werk handelt, dass sie auf alle Fälle beschaffen sollten. Die anfängliche

Fokussierung der Suche auf aktuelle Beiträge hat weiterhin den Vorteil, dass die Kernge-

danken der zitierten (älteren) Artikel in den neueren Ausarbeitungen i.d.R. bereits zusam-

menfassend dargestellt sind.

Die Literaturrecherche ist zwar zum Einstieg in das Thema besonders wichtig, dennoch ist

sie über den gesamten Prozess der Texterstellung begleitend durchzuführen. Selbst nach

dem eigentlichen Erstellungsprozess kann es sinnvoll sein, die Arbeit um zusätzliche Lite-

raturangaben zu ergänzen, wenn die Quellenlage noch zu dürftig ist.

2.3 Präzisierung des Themas

Die Grundlage, um aus einem Grobthema ein präzises Arbeitsthema entwickeln zu können,

haben Sie mit der Literaturrecherche und der damit verbundenen Themeneinarbeitung ge-

legt. Nun gilt es ­ falls nicht bereits geschehen ­ zu überlegen, wo genau Sie ihren inhaltli-

chen Schwerpunkt setzen wollen. Die Vorgehensweise, um vom Grobthema zum präzisen

Arbeitsthema zu kommen ist zum Großteil analog zur Vorgehensweise, um vom Themen-

feld zum Grobthema zu gelangen (siehe Gliederungspunkt 2.2). Darüber hinaus ist es bei

der Themenpräzisierung zusätzlich relevant, ,,dem Kinde einen Namen zu geben".

12


Aus dem Titel der Arbeit sollte der Schwerpunkt des Themas deutlich werden. Im Gegen-

satz zu Lehrbüchern steht bei Diplomarbeiten, Hausarbeiten, Magisterarbeiten usw. ein

spezifischer Aspekt im Vordergrund und nicht ein komplettes Themenfeld. Beispielsweise

könnte ein Titel eines Lehrbuchs ,,Dienstleistungsmarketing" heißen, eine Diplomarbeit zu

dem Themenfeld Dienstleistungsmarketing wird sich jedoch nur einem ausgewählten As-

pekt des Dienstleistungsmarketing widmen (z.B. Controlling im Dienstleistungsmarke-

ting); eine Hausarbeit wird sich mit einem noch enger gefasstem Aspekt befassen (z.B. ein

bestimmtes Controllinginstrument im Dienstleistungsmarketing).

Wenn der Obertitel der Arbeit festgelegt ist, so bietet es sich oftmals an, zusätzlich einen

Untertitel zu definieren. So könnte etwa der Titel aus dem Beispiel (Controlling im Dienst-

leistungsmarketing) durch den Untertitel ,,Eine Analyse am Beispiel des Dienstleisters

XY" weiter präzisiert werden.

In jedem Fall sollten Sie die Themenpräzisierung in enger Abstimmung mit Ihrem Lehr-

stuhl vornehmen. Hierbei sollten Sie immer begründen können, warum Sie ein bestimmtes

Thema gerne in die eine oder andere Richtung präzisieren möchten (z.B. weil es ein aktuel-

les Thema in der Praxis ist, das theoretisch nur unzureichend erforscht ist).

2.4 Auswahl und Anpassung des Textverarbeitungsprogramms

Neben inhaltlichen Aspekten bei der Texterstellung, sind auch die technischen Vorausset-

zungen zu schaffen, um eine optisch ansprechende Arbeit erstellen zu können. Hierzu ist es

zunächst notwendig, ein geeignetes Textverarbeitungsprogramm auszuwählen. Obgleich es

eine Vielzahl möglicher Alternativen gibt, sollte man sich hier auf jeden Fall an die Stan-

dardprogramme halten. Nur so kann sichergestellt werden, dass der erstellte Text z.B. auch

problemlos von Freunden gelesen werden kann oder der Betreuer der Arbeit bereits im

Vorfeld einen ersten Blick auf das Textdokument werfen kann. Da das Microsoft-Produkt

MS-Office (bzw. das darin enthaltene MS-Word) am weitesten verbreitet ist, soll dies im

Folgenden als Standardtextverarbeitungsprogramm betrachtet werden.1

1 Wer aus finanziellen oder sonstigen Gründen den Kauf von MS-Word nicht in Erwägung zieht, findet in

dem Produkt OpenOffice.org eine mögliche Alternative, die auch weitestgehend kompatibel zu MS-Word-

Dokumenten ist.

13


Falls Sie sich entschieden haben, Ihre Arbeit mit MS-Word zu schreiben, so ist es sinnvoll,

zunächst einige Anpassungen vorzunehmen, um optimal mit der Texterstellung beginnen

zu können. Hierbei sind insbesondere die folgenden Aspekte relevant (die Erläuterungen in

eckigen Klammern beziehen sich auf die aktuelle Word-Version 2007):

·

Anpassen der Seitenränder

: Damit Sie während des Erstellungsprozesses Ihrer

Arbeit einen Überblick haben, wie umfangreich Ihr Manuskript bereits ist, emp-

fiehlt es sich, die Seitenränder möglichst frühzeitig auf die vorgegebenen Maße

einzustellen. [Seitenlayout ­ Seitenränder ­ Benutzerdefinierte Seitenränder].

Wenn hierzu Seitens Ihres Lehrstuhls keine Vorgaben existieren, kann folgende

Standardeinstellung übernommen werden: Seitenrand oben, unten und links 2,5 cm;

rechts 3,5 cm.2 Der Seitenrand rechts ist der Korrekturrand für die Betreuer der Ar-

beit und sollte daher immer etwas größer gewählt werden als die anderen Seiten-

ränder. Ist auf Ihrem Bildschirm die Anpassung nicht zu erkennen, so fahren Sie

mit dem Mauszeiger in Richtung des oberen Randes der Textseite, bis ein schwar-

zer Doppelpfeil erscheint. Ein Doppelklick darauf passt das Layout an die Druck-

ansicht an.

·

Anpassen des Zeilenabstandes:

Aus dem gleichen Grund wie bei den Seitenrän-

dern, ist es auch beim Zeilenabstand wichtig, rechtzeitig die vorgegebenen Maße zu

übernehmen. Der übliche Zeilenabstand beträgt bei wissenschaftlichen Arbeiten 1,5

Zeilen. Zwar kann man den Zeilenabstand pro Absatz per Hand ändern [Seiten-

layout ­ Absatz ­ Zeilenabstand], jedoch ist es am einfachsten, bereits von Anfang

an mit Formatvorlagen zu arbeiten.

·

Erstellen von Formatvorlagen:

In Word sind bereits eine Vielzahl von Standard-

formatvorlagen integriert. Diese entsprechen jedoch nur selten den Vorgaben bei

wissenschaftlichen Arbeiten. Daher ist es notwendig, die vorhandenen Formatvor-

lagen zu ändern und ­ falls erforderlich ­ zu ergänzen. Zunächst ist die Formatvor-

lage ,,Standard" (für den ,,normalen" Text) anzupassen [Start ­ Formatvorlagen ­

Standard ­ rechter Mausklick ­ Ändern ­ Format]. Hierbei können Sie sämtliche

Vorgaben (z.B. bestimmte Schriftart, Zeilenabstand usw.) Ihres Lehrstuhls in die

2 Bei Gutachten im juristischen Bereich wird der rechte Seitenrand i.d.R. auf 7 cm festgelegt.

14


Formatvorlage übernehmen. Neben der Formatvorlage Standard sollten Sie jeweils

eine Formatvorlage für die verschiedenen Überschriften (z.B. Hauptüberschrift,

Überschrift 2. Ordnung usw.) definieren. Darüber hinaus bietet Word 2007 die

Möglichkeit, häufig verwendete Zitierformate (z.B. APA, Chicago) als Vorgabe zu

definieren [Verweise ­ Formatvorlage]. Weitere Formatvorlagen können auch noch

zu einem späteren Zeitpunkt erstellt werden.

·

Ändern von Autokorrektureinstellungen

: Viele, die mit Word arbeiten, ärgern

sich über die Eigenständigkeit des Programms ­ Nummerierungen werden automa-

tisch geändert, Groß- und Kleinschreibung korrigiert usw. Wenn Sie dies verhin-

dern wollen, so müssen Sie die Auto-Korrektur-Optionen ändern [Schaltfläche

Microsoft (=runder Ball oben links) ­ Word Optionen (kleine Schaltfläche rechts

unter den verwendeten Dokumenten) ­ Dokumentprüfung ­ AutoKorrektur-

Optionen ­ AutoFormat]. Darüber hinaus können Sie bei den Word-Optionen eine

Vielzahl weiterer Anpassungen vornehmen, die die Arbeit mit diesem Programm

erleichtern.

Nachdem Sie das Textverarbeitungsprogramm nach Ihren Wünschen optimiert haben, wird

es Zeit, sich dem Inhalt der Arbeit zu widmen. Der erste Schritt besteht hierbei in der Ers-

tellung einer Grobgliederung.

2.5 Erstellung einer ersten Gliederung

Bevor Sie mit der Erstellung des Textes beginnen, ist es unbedingt erforderlich, eine Glie-

derung zu erarbeiten. Diese dient nicht nur der formalen Strukturierung Ihres Textes, son-

dern vor allem auch der inhaltlichen Strukturierung Ihrer Gedanken ­ ohne eine gut durch-

dachte und sinnvoll aufgebaute Gliederung können Sie nicht mit der eigentlichen Erstel-

lung des Haupttextes beginnen. Daher ist die Gliederungserstellung ein zentraler Baustein

im Rahmen der wissenschaftlichen Texterstellung. Wenn die Gliederung Schwachstellen

aufweist, wird auch Ihre spätere Arbeit nicht ideal werden. Im Folgenden werden die wich-

tigsten Punkte aufgezeigt, die dabei behilflich sind, eine gute Gliederung zu erarbeiten:

·

Gliederung als roter Faden:

Die Gliederung hat die Vorgehensweise zur Beant-

wortung der Forschungsfrage logisch wiederzugeben. Der Leser der Arbeit muss

15


bei jedem Punkt erkennen können, warum dieser in der Arbeit diskutiert wurde. Es

sollen keine einzelnen Aspekte für sich stehen, sondern die Kontinuität des Gedan-

kengangs muss als Gesamtheit nachvollziehbar sein. Beispielsweise ist es wenig

sinnvoll, im Rahmen der einleitenden Kapitel Aspekte aufzugreifen, die für die

weitere Themenbearbeitung keinerlei Relevanz haben. Dies unterscheidet eine wis-

senschaftliche Arbeit von einem Lehrbuch.

·

Zunehmender Spezifizierungsgrad:

Zu Beginn einer Arbeit wird das Thema ein-

geordnet und grundlegende Begriffe definiert. Die darauf aufbauenden Kapitel lei-

ten Schritt für Schritt zur Kernaussage der Arbeit hin. Der Spezifizierungsgrad der

Arbeit nimmt somit zu und alle Kapitel bauen aufeinander auf.

·

Logischer Aufbau der Gliederung:

Innerhalb des Gliederungssystems müssen in-

haltlich gleichwertige Hauptpunkte auch die gleiche Gliederungsebene aufweisen.

Überschriften eines Hauptpunktes müssen die für alle subsumierten Unterpunkte

gemeinsame Problemstellung deutlich machen.

·

Vollständigkeit der Gliederung:

Natürlich kann eine Arbeit von beispielsweise 60

Seiten nicht sämtliche mit einem Thema in Zusammenhang stehende Aspekte ab-

decken. Vielmehr muss es darum gehen, die Vollständigkeit in Bezug auf die Be-

antwortung der Forschungsfrage zu gewährleisten.

·

Optimaler Grad an Detailliertheit:

Zunächst gilt als Grundregel, dass jeder Glie-

derungspunkt mindestens ½ Seite umfassen sollte. Allerdings sollten Gliederungs-

punkte mit lediglich ½ Seite Umfang die Ausnahme darstellen. Bei einer 15-

seitigen Hausarbeit genügen 3-4 Obergliederungspunkte und eine geringe Gliede-

rungstiefe. Arbeiten mit einem Umfang von 60 Seiten haben idealerweise 4-6

Obergliederungspunkte und eine Gliederungstiefe bis in die 3. (z.B. 3.3.2) oder 4.

(3.3.2.1) Ebene. Dabei sollte die tiefste Gliederungsebene lediglich bei den Haupt-

kapiteln erreicht werden ­ der Grundlagenteil bedarf keiner derart detaillierten Un-

tergliederung. Ein weiter untergliederter Punkt muss immer mindestens zwei Un-

terpunkte enthalten (d.h., wenn es z.B. den Punkt 3.3.1 gibt, muss es auch den

Punkt 3.3.2 und ggf. weitere Gliederungspunkte geben).

16


Tipp:

Bevor Sie Ihre eigene Gliederung erstellen, schauen Sie sich einfach mal ,,ty-

pisch" Gliederungen aus Ihrem Fachbereich und zu ähnlichen Themen an. Allerdings

sollten Sie die Struktur und die Inhalte Ihrer Forschungsfrage anpassen und keinesfalls

bestehende Gliederungen ohne nachzudenken übernehmen ­ spätestens beim Schreiben

der Arbeit werden Sie sonst feststellen, dass die bestehende Gliederung nicht zielorien-

tiert bei Ihrer Forschungsfrage ist.

2.6

Ggf. Abstimmung der Gliederung mit Betreuer

Falls Ihr Lehrstuhl Ihnen das Angebot macht, die Gliederung gemeinsam abzustimmen, so

sollten Sie dieses in jedem Falle nutzen. Erfahrene Betreuer werden schnell eventuelle

Schwachpunkte in Ihrer Gliederung erkennen und Ihnen nützliche Hinweise zur Optimie-

rung der Gliederung geben. Darüber hinaus signalisieren Sie mit der Gliederungsabstim-

mung, dass Sie sich bereits intensiv mit dem Thema auseinander gesetzt haben.

Im Idealfall sollten Sie Ihrem Betreuer vor dem eigentlichen Termin der Gliederungsab-

stimmung eine Datei mit Ihrem Gliederungsvorschlag zusenden. Dies hat den Vorteil, dass

der Betreuer sich intensiv mit Ihrem Gliederungsvorschlag vertraut machen kann und nicht

erst beim Abstimmungstermin ad hoc mögliche Verbesserungsvorschläge entwickeln

muss.

Als Vorbereitung auf die Gliederungsabstimmung ist es ratsam, zu den einzelnen Gliede-

rungspunkten bereits einige Stichworte zu schreiben, um deutlich zu machen, welche

Themen unter dem entsprechenden Gliederungspunkt diskutiert werden sollen. Ferner

können Sie bereits ungefähre Seitenzahlen pro Gliederungspunkt bzw. Obergliederungs-

punkt festlegen. Hierbei sollte der größte Seitenumfang für die Hauptkapitel eingeplant

werden. Es ist wenig sinnvoll, die theoretischen Grundlagen intensiv darzustellen und für

die Hauptkapitel dann zu wenig Platz zu haben.

2.7 Erarbeitung eines Zeitplans

Ein Zeitplan ist ein wichtiges Instrument, um den Fortschritt bei der Arbeit (vor allem ge-

genüber sich selbst) zu dokumentieren und zeitliche Engpässe vermeiden zu können. Im

17


Prinzip sollte ein Zeitplan so früh wie möglich aufgestellt werden, spätestens jedoch, wenn

die Arbeit angemeldet ist und die Zeit zu ,,ticken" beginnt. Folgende Phasen sollten in ei-

nen Zeitplan aufgenommen werden (vorausgesetzt, das Thema steht schon):

1. Literaturrecherche und -auswertung

2. Erstellung der ersten Grobgliederung

3. Abstimmung des Gliederungsentwurfes

4. Verfeinerung der Gliederung

5. Schreibphase (inkl. Tage zur Ergänzung der Literaturrecherche)

6. Zeitpuffer

7. Phase des Korrekturlesens

8. Endformatierung/Binden

9. Zeitpuffer

10. Abgabetermin

Bei einer 20-seitigen Hausarbeit, die in 5 Wochen fertig gestellt werden muss, könnte un-

gefähr folgender, in Abb. 1 dargestellter, Zeitplan aufgestellt werden.

Aufgabe

Datum/Zeitrahmen

Erledigt?

Literaturrecherche und Auswertung

(4 Tage)

Erstellung der ersten Grobgliederung

(1 Tag)

Abstimmung des Gliederungsent-

Fixes Datum

wurfes

Verfeinerung der Gliederung

(1 Tag)

Schreibphase (inkl. Tage zur Ergän-

(14 Tage) ­ i.d.R. sind ungefähr 2 Seiten

zung der Literaturrecherche)

Text pro Tag gut machbar.

Zeitpuffer

(2 Tage)

Phase des Korrekturlesens

(2 Tage)

Endformatierung

(2 Tage)

Zeitpuffer

(2 Tage)

Abgabetermin

Fixes Datum

Abb. 1: Exemplarischer Zeitplan

Damit Sie einen ständigen Überblick haben, wie Sie in Ihrem Zeitplan liegen, sollten Sie in

einem Kalender die jeweiligen Tagesaufgaben eintragen und am Abend als erledigt ab-

18


streichen. In der Schreibphase empfiehlt es sich, die Zielseitenzahl für jeden Tag festzule-

gen. Realistisch sind 2 Seiten pro Tag, wobei die Seitenzahl im Kalender fortlaufend ein-

zutragen ist, um immer einen aktuellen Ist-Soll-Abgleich vornehmen zu können.

Montag, 05.05.2008: zu erreichende Seite: 34 (Kapitel 3.2.3) - tatsächlich: 34

Dienstag, 06.05.2008: zu erreichende Seite: 36 (Kapitel 3.2.3) - tatsächlich: 36

Mittwoch, 07.05.2008: Literaturrecherche

Donnerstag, 08.05.2008: zu erreichende Seite: 38 (Kapitel 3.2.4) - tatsächlich: 37

Freitag, 09.05.2008: zu erreichende Seite: 40 (Kapitel 3.2.4) - tatsächlich 40

Die Einhaltung des Zeitplans sollten Sie jeden Abend überprüfen. Falls Sie größere Ab-

weichungen feststellen, so gilt es entsprechend, den Zeitplan zu aktualisieren. Aber beden-

ken Sie dabei, der Abgabetermin für Ihre Arbeit ist fix ­ Anpassungen können nur so aus-

sehen, dass z.B. anstelle eines arbeitsfreien Sonntags ein zusätzlicher Arbeitstag eingelegt

wird oder Sie an den verbleibenden Tagen mehr arbeiten müssen, als ursprünglich ange-

dacht. Es lohnt sich also, wenn Sie sich an Ihren Zeitplan halten.

19


3. Phase während der Erstellung der wissenschaftlichen Arbeit

Wenn die Gliederung steht, geht es an das ,,Auffüllen" der Gliederungspunkte mit Text.

Damit der dabei produzierte Text auch qualitativ ansprechend wird, gilt es einige Punkte

hinsichtlich inhaltlicher, formaler und nicht zuletzt auch motivationsbezogener Aspekte zu

beachten, die im Folgenden näher beleuchtet werden.

3.1

Tipps zu inhaltlichen Aspekten

Der Inhalt ist zwar nicht das einzige, aber zweifelsohne das relevanteste Bewertungskrite-

rium für die Beurteilung der wissenschaftlichen Arbeit. Wenn Sie hierbei einige grundle-

gende Dinge beachten, können Sie sicherstellen, dass Sie nicht am Inhalt bzw. Thema vor-

bei schreiben.

3.1.1 Thema als ständiger Leitgedanke

Ein erster Grundsatz beim Verfasser einer wissenschaftlichen Arbeit besteht darin, dass das

Thema als ständiger Leitgedanke während des Schreibens immer präsent sein sollte. Hin-

terfragen Sie bei jedem Abschnitt, den Sie erstellen, was bringt dieser vor dem Hintergrund

der eigenen Thematik. Wenn Sie hierauf keine Antwort finden, können und sollten Sie den

Abschnitt weglassen.

Exkurse sind in wissenschaftlichen Arbeiten nicht notwendig, da Sie vom eigentlichen

Thema wegführen. Vielmehr muss ein Leser, auch wenn er nur einige Ausschnitte Ihrer

Arbeit liest, genau einschätzen können, was Ihr Thema ist. Häufig wird der Fehler ge-

macht, dass in Grundlagenkapiteln keinerlei Bezug zum eigenen Thema hergestellt wird.

Stattdessen werden beispielsweise seitenweise Theorien aus Lehrbüchern übernommen,

ohne dass klar wird, welchen Beitrag diese für das gewählte Thema liefern. Wenn Sie eine

Theorie erläutern, so müssen Sie immer auch darstellen, warum diese für Ihre Arbeit wich-

tig ist ­ welche Erkenntnisse Sie daraus ziehen. Der Bezug zur Arbeit kann hierbei durch-

aus auch durch einen direkten Hinweis hergestellt werden (,,vor dem Hintergrund der Fra-

gestellung der vorliegenden Arbeit lässt sich aus der dargelegten Theorie schlussfolgern,

dass...").

20


3.1.2 Zunehmende Präzisierung des Themas

Der Aufbau einer guten wissenschaftlichen Arbeit lässt sich mit dem Bild eines Trichters

verdeutlichen. Zu Beginn wird die Fragestellung der Arbeit erläutert, das Thema eingeord-

net und zentrale Definitionen vorgenommen. Der Trichter ist zu diesem Zeitpunkt noch

recht breit. Es werden wichtige Grundlagen geschaffen, um darauf aufbauend die Thematik

erörtern zu können. Wie jedoch bereits im vorhergehenden Abschnitt verdeutlicht wurde,

muss auch bereits in den Grundlagenkapiteln das Thema als ständiger Leitgedanke präsent

sein. Mit zunehmendem Fortschritt der Arbeit wird dann die Thematik immer enger gefasst

­ die konkrete Fragestellung der Arbeit wird präzise beantwortet; die Öffnung des Trich-

ters verengt sich.

Entsprechend ist es beispielsweise wenig sinnvoll, erst im Hauptkapitel Definitionen von

wichtigen Begriffen vorzunehmen, da sich ­ im obigen Bilde gesprochen ­ der Trichter

sonst wieder erweitern würde. Die Darstellung der Grundlagen muss mit dem Grundlagen-

kapitel abgeschlossen sein.

3.1.3 Aufbau der Arbeit

Erste Hinweise, wie eine wissenschaftliche Arbeit grundsätzlich aufgebaut werden sollte,

wurden bereits im Gliederungspunkt 2.5 (Erstellung einer ersten Gliederung) gegeben. Im

Folgenden soll diese Thematik vertieft werden.

Grob vereinfacht besteht eine wissenschaftliche Arbeit aus den vier Teilen ,,Einleitung",

,,Grundlagen", ,,Hauptteil" und ,,Schlussteil". Dabei dient der Grundlagenteil der Hinfüh-

rung zum Thema. Im Hauptteil werden bestehende, für die eigene Thematik zentrale, wis-

senschaftliche Ergebnisse verdichtet dargestellt und kritisch erläutert sowie ggf. eigene

empirische Forschungsergebnisse präsentiert. Im Schlussteil wird ein Fazit gezogen und

Hinweise für weitern Forschungsbedarf gegeben.

Die

Einleitung einer wissenschaftlichen Arbeit

sollte zum einen die Relevanz des The-

mas verdeutlichen sowie die eigentliche wissenschaftliche Problemstellung beinhalten;

zum anderen empfiehlt es sich, den Gang der Untersuchung (quasi eine Vorschau: ,,was

wird den Leser der Arbeit erwarten?") im Rahmen der Einleitung aufzuzeigen. Um die

(wissenschaftliche) Relevanz des gewählten Themas herauszustellen, können oftmals Sta-

21


tistiken hilfreich sein oder Verweise auf andere Forschungsarbeiten, die ebenfalls auf die

Bedeutung der Thematik aufmerksam machen. Darüber hinaus lassen sich z.B. bei be-

triebswirtschaftlichen oder medizinischen Arbeiten i.d.R. auch praxisbezogene Gründe für

die Bedeutung des Themas finden. Eine wissenschaftliche Problemstellung kann durchaus

als Frage formuliert werden, die die zugrunde liegende Problematik präzise zum Ausdruck

bringt ­ wobei bei umfangreicheren Arbeiten zumeist mehrere Forschungsfragen formu-

liert werden. Die Darstellung des Gangs der Untersuchung folgt der Gliederung, d.h., es

wird kurz aufgezeigt, welche Aspekte in den einzelnen Gliederungspunkten diskutiert wer-

den. Insgesamt sollte die Einleitung bei einer 60-seitigen Arbeit ca. 2-4 Seiten einnehmen.

Im

Grundlagenteil

werden ausschließlich die für die Arbeit wichtigen theoretischen

Grundlagen (z.B. Theorien) erörtert sowie notwendige Definitionen vorgenommen. Hier-

bei ist immer darauf zu achten, dass wirklich auch nur die für die eigene Arbeit wichtigen

Grundlagen aufgezeigt werden und keine zu allgemeine Darstellungsweise gewählt wird.

Definitionen sind nur dann notwendig, wenn sie nicht ohnehin als allgemein (d.h. von Ver-

tretern des Fachbereichs) bekannt vorausgesetzt werden können (z.B. wäre es in einer Ar-

beit für den Fachbereich Controlling unnötig, den Controllingbegriff in allen Einzelheiten

zu definieren) und die Definition für den weiteren Verlauf der Arbeit relevant ist. Wenig

sinnvoll ist es, eine Vielzahl von konkurrierenden oder inhaltlich identischen Definitionen

zu einem Begriff aufzuzeigen, ohne diese zu kommentieren und sich letztendlich für eine

der Definitionen zu entscheiden. Hier gilt der Grundsatz: Es gibt i.d.R. keine richtigen oder

falschen Definitionen, sondern nur für die eigene Arbeit zweckmäßige bzw. unzweckmä-

ßige Definitionen. Bei einer 60-seitigen Arbeit sollte der Grundlagenteil nicht mehr als ca.

10 Seiten umfassen.

Der

Hauptteil

ist das Herzstück der wissenschaftlichen Arbeit. Hier erbringt der Autor den

Nachweis, dass er in der Lage ist, eine Forschungsfrage fachlich adäquat anzugehen und

systematisch zu beantworten. Hier gilt es z.B. Thesen aufzustellen und zu bele-

gen/verwerfen; Zwischenergebnisse zu präsentieren, Lösungsvorschläge zu entwickeln

usw. Als Kriterien für die inhaltliche Bewertung fließen Aspekte ein, wie die Richtigkeit

der getroffenen Aussagen, die Nachvollziehbarkeit der Argumente, die logische Wider-

spruchsfreiheit und die Adäquanz der angewendeten wissenschaftlichen Methoden. Der

Hauptteil ist im Vergleich zu den anderen Teilen der wissenschaftlichen Arbeit am tiefsten

untergliedert, wobei inhaltlich ausschließlich das thematisiert wird, was zur Beantwortung

22


der wissenschaftlichen Fragestellung unmittelbar relevant ist. Bei einer 60-seitigen Arbeit

umfasst der Hauptteil idealtypisch ca. 40-45 Seiten.

Im

Schlussteil

werden die Kernargumente der Arbeit zusammengefasst und ein Fazit ge-

zogen. Ferner können ­ zumindest bei umfangreicheren Arbeiten ­ Aussagen zu weiterem

Forschungsbedarf getroffen werden.

3.1.4 Begründung der Vorgehensweise

Ein häufig anzutreffender Schwachpunkt bei wissenschaftlichen Arbeiten ist die mangel-

hafte Begründung der eigenen Vorgehensweise. Der Leser sollte nachvollziehen können,

warum der Autor bestimmte Argumente aufgreift und vertieft oder bestimmte wissen-

schaftliche Methoden verwendet. Hinsichtlich der Methoden ist es zumeist auch sinnvoll,

mögliche Alternativen aufzuzeigen, um darauf aufbauend die Vorteile der eigenen Vorge-

hensweise zu begründen und gleichzeitig mögliche Einschränkungen zu diskutieren. Am

Beispiel einer quantitativen, empirischen Arbeit wäre es demnach sinnvoll, die Vor- und

Nachteile einer (bestimmten) quantitativen Vorgehensweise zur Beantwortung der For-

schungsfrage aufzuzeigen und diese den Vor- und Nachteilen einer qualitativen Vorge-

hensweise bzw. anderen quantitativen Methoden gegenüberzustellen. Es gilt in diesem Fall

also die Frage zu klären: Lässt sich vor dem Hintergrund der eigenen Thematik eine nach-

vollziehbare Begründung für die Durchführung einer quantitativen Studie finden (z.B. bis-

her kaum quantitative Studien verfügbar, bessere Vergleichbarkeit quantitativer Studien)?

Auch wenn in der Arbeit beispielsweise Theorien erklärt werden, ist darauf zu achten, dass

begründet wird, warum die jeweiligen Theorien erläutert werden. Es ist wenig zielführend,

eine Vielzahl von unterschiedlichsten Theorien darzustellen, ohne den Bezug zum Thema

herzustellen.

3.1.5 Beispiele als Auflockerung

In Abhängigkeit des Fachbereich kann es sinnvoll sein, die Arbeit durch Beispiele etwas

aufzulockern. Dies trägt dazu bei, dass der Leser die Argumente besser nachvollziehen

kann und die praktische Relevanz der Arbeit deutlich wird. Im betriebswirtschaftlichen

Bereich bieten sich hier Beispiele aus der Unternehmenspraxis an. Allerdings sollte man es

23


mit Beispielen auch nicht übertreiben ­ eine Arbeit, die zu 2/3 aus Praxisbeispielen be-

steht, entspricht nicht mehr dem Anspruch an einen wissenschaftlichen Text.

Um deutlich zu kennzeichnen, dass es sich um ein Beispiel handelt, können die Praxisbei-

spiele vom eigentlichen Text getrennt und umrahmt werden, wie im Folgenden exempla-

risch dargestellt:

Beispiel:

Text, Text, Text

Text, Text, Text

Text, Text, Text

Oftmals ist es auch sinnvoll, ein durchgehendes Beispiel für eine wissenschaftliche Arbeit

heranzuziehen. Dabei kann das Beispiel entweder real sein oder fiktiver Natur. Bei fiktiven

Beispielen ist jedoch darauf zu achten, dass diese realitätsnah dargestellt werden.

3.2

Tipps zu formalen Aspekten

Obgleich der Inhalt einer wissenschaftlichen Arbeit das Hauptbeurteilungskriterium dar-

stellt, sollten formale Aspekte nicht aus den Augen verloren werden. Zumal eine Arbeit

mit vielen formalen Schwächen bereits beim ersten ,,Überfliegen" einen negativen Ein-

druck hinterlässt, der auch durch inhaltlich gute Leistungen nur schwer wieder ins Positive

gedreht werden kann.

3.2.1 Ausgewählte Tipps zu Word

Zweifelsohne ist es nicht möglich, sämtliche für eine wissenschaftliche Arbeit nützlichen

Tipps zu Word aufzuzeigen. Daher wird im Folgenden eine Auswahl an Tipps gegeben,

die besonders nützlich sind (für Word 2007):

·

Einfügen von Seitenzahlen

: Das generelle Einfügen der Seitenzahlen wird wie

folgt vorgenommen: Doppelklick in die Fuß- oder Kopfzeile ­ Einfügen ­ Seiten-

zahl ­ Seitenzahlen. Die so eingefügten Seitenzahlen können dann markiert und mit

24


[Einfügen ­ Seitenzahl ­ Seitenzahlen formatieren] entsprechend den formalen

Vorgaben formatiert werden.

Oftmals ist es notwendig, sowohl arabische (im Text) als auch römische Ziffern

(für die Verzeichnisse) innerhalb eines Dokumentes zu verwenden. Dies lässt sich

realisieren, indem mit Abschnittsumbrüchen gearbeitet wird. Soll beispielsweise

nach den Verzeichnissen der Text mit arabischen Seitenzahlen begonnen werden,

so wäre es notwendig, zunächst nach den Verzeichnissen einen Abschnittswechsel

einzufügen [Seitenlayout ­ Umbrüche ­ nächste Seite] und danach die Seitenzahlen

im neuen Abschnitt zu formatieren [Einfügen ­ Seitenzahlen ­ Seitenzahlen forma-

tieren ­ Seitennummerierung beginnen bei (i.d.R. 1) ­ Zahlenformat].

Erste Seite anders: Da auf dem Titelblatt der Arbeit zumeist keine Angabe der Sei-

tenzahl gewünscht wird, kann dort die Nummerierung abgestellt werden [Doppel-

klick auf Fuß- bzw. Kopfzeile ­ erste Seite anders: anklicken].

·

Arbeiten mit Formatvorlagen

: Damit Word automatische Gliederungen und Ver-

zeichnisse erstellen kann, ist das Arbeiten mit Formatvorlage erforderlich [Vgl. Ab-

schnitt 2.4]. Jede Überschrift (und jede Abbildung) muss der entsprechenden For-

matvorlage (z.B. Überschrift 1 für Überschrift erster Ordnung (also z.B. 1), Über-

schrift 2 für Überschrift zweiter Ordnung (also z.B. 1.1) usw.) zugewiesen werden.

·

Suchen nach überflüssigen Leerzeichen

: Doppelte Leerzeichen zwischen Worten

sehen unschön aus und sollten daher gezielt eliminiert werden. Dies geht wie folgt:

Start ­ Suchen ­ zwei Leerzeichen eintippen (2 x Spacetaste drücken) und nun nach

doppelten Leerzeichen suchen, um diese dann zu eliminieren.

·

Hin-

und Herspringen in umfangreichen Worddokumenten

: Mit

Shift/Umschalten (Taste mit Pfeil nach oben) & F5 kann zwischen den letzten 3

Cursorpositionen gewechselt werden.

·

Wechseln zwischen sämtlichen offenen Programmen

: Oftmals sind mehrere

Programme geöffnet, die abwechselnd benutzt werden müssen (z.B. Word und Sta-

25


tistikprogramm). Hier erleichtert die Tastenkombination Alt & Tab (Taste mit

Doppelpfeil) ein Wechsel zwischen den Programmen.

·

Regelmäßiges Speichern der Arbeit

: Es gibt nichts Ärgerlicheres, als ein Word-

Dokument, das sich nicht mehr öffnen lässt oder ein Programmabsturz, der zum

Verlust von Teilen der Arbeit führt. Leider kommt dies bei häufig geöffneten Do-

kumenten immer wieder vor (vor allem bei älteren Word-Versionen). Daher ist es

sinnvoll, die Arbeit regelmäßig zu speichern und täglich eine Sicherung auf einem

externen Datenträger anzulegen.

·

Arbeiten mit Tabulatoren

: Wenn Text bündig untereinander angeordnet werden

muss (z.B. bei Adressen) oder ein Einzug generiert werden soll, so ist der Einsatz

von Tabulatoren sinnvoll. Manuell lässt sich dies wie folgt umsetzen: Ansicht ­ Li-

neal (anklicken) ­ Klick auf das Lineal, um ein Tabstopp zu erzeugen. Mit einem

Doppelklick auf den Tabstopp kann dieser formatiert werden (z.B. rechts- oder

linksbündiger Tabstopp).

·

Alphabetisches Sortieren des Literaturverzeichnisses

: Auch dies muss nicht per

Hand erledigt werden ­ vielmehr lässt sich das Literaturverzeichnis wie folgt auto-

matisch sortieren: Literaturverzeichnis markieren ­ Start ­ Sortieren (Feld mit den

Buchstaben A und rotem Z).

·

Bedingte Trennung am Satzende

: Da die automatische Silbentrennung teilweise

falsche oder unschöne Trennungen vornimmt, ist es teilweise erforderlich, manuell

eine Silbentrennung vorzunehmen. Dies sollte immer als bedingte Trennung erfol-

gen, da die Trennung so nur erfolgt, wenn diese am Satzende steht. Ist die Tren-

nung ­ wegen nachträglichem Texteinschub ­ in der Mitte des Textes, so wird das

Trennzeichen nicht ausgedruckt. Die bedingte Trennung lässt sich mit der Tasten-

kombination Shift und - (Minuszeichen) vornehmen. Sichtbar wird eine so vorge-

nommen Trennung wie folgt: Start ­ Alle anzeigen (Schaltfläche, die wir ein q aus-

sieht).

26


3.2.2 Richtiges Zitieren

Zunächst ist zwischen direkten und indirekten Zitaten zu unterscheiden. Direkte Zitate sind

wortwörtliche Übernahmen aus anderen (wissenschaftlichen) Texten. Diese sind durch

Anführungszeichen zu kennzeichnen. In den Fußnoten sind der Verfasser des Zitats (ohne

vgl.), das Erscheinungsdatum sowie die genaue Seitenzahl anzuführen. Bei Gemein-

schaftspublikationen von mehr als einem Verfasser werden bis 3 Autoren sämtliche Auto-

ren genannt und durch Schrägstriche getrennt (also z.B. Müller/Meier/Schmidt 2003, S.

15). Bei mehr als drei Autoren wird nur der erste genannt und mit ,,et al." darauf hingewie-

sen, dass mindestens 4 Autoren am Werk waren (z.B. Schmidt et al. 2006, S. 12, wenn die

Arbeit von Schmidt und mindestens 3 Mitautoren stammt).

Beispiel für ein direktes Zitat:

,,Wenn man den Begriff des kapazitätsbasierten Yield-Managements weiter fasst, müssen

neben der kundenseitigen Wirkung der simultanen Bepreisung und Kontingentierung auch

die entsprechenden Effekte der Überbuchung beschränkter Leistungserstellungskapazitäten

berücksichtigt werden."3

Bei direkten Zitaten darf der Wortlaut nicht ohne Kennzeichnung verändert werden, son-

dern muss 1:1 übernommen werden. Dies bedeutet z.B. auch, dass die etwaige alte

Rechtschreibung eines zitierten Textes beibehalten wird. Allerdings ist es möglich, das

Zitat zu kürzen. In diesem Fall muss eine eckige Klammer benutzt werden, um zu verdeut-

lichen, dass es sich um ein verkürztes Zitat handelt.

Beispiel für ein gekürztes direktes Zitat:

,,Wenn man den Begriff des kapazitätsbasierten Yield-Managements weiter fasst, müssen

neben der kundenseitigen Wirkung [...] auch die entsprechenden Effekte der Überbuchung

beschränkter Leistungserstellungskapazitäten berücksichtigt werden."4

Ferner ist es möglich, für die Verständlichkeit notwendige Änderungen vorzunehmen und

diese durch eckige Klammern als Anmerkungen des Autors zu kennzeichnen. Am obigen

Beispiel könnte dies wie folgt aussehen:

3 Lindenmeier (2005), S. 2. [Quelle: Lindenmeier, J. (2005): Yield-Management und Kundenzufriedenheit.

Konzeptionelle Aspekte und empirische Analyse am Beispiel von Fluggesellschaften, Wiesbaden]

4 Lindenmeier (2005), S. 2.

27


Beispiel für ein direktes Zitat mit Anmerkung/Ergänzungen:

,,Wenn man den [einschlägigen] Begriff des kapazitätsbasierten Yield-Managements wei-

ter fasst, müssen neben der kundenseitigen Wirkung [...] auch die entsprechenden Effekte

der Überbuchung beschränkter Leistungserstellungskapazitäten berücksichtigt werden."5

Generell sollten direkte Zitate in einer wissenschaftlichen Arbeit die absolute Ausnahme

darstellen. Sie können beispielsweise bei Definitionen sinnvoll sein oder bei Sätzen, die

durch Umformulierung an Aussagekraft verlieren würden. I.d.R. sind bei einer 60-seitigen

Arbeit ungefähr 5 direkte Zitate akzeptabel. Diese sollten jedoch kaum länger als 3-4 Zei-

len sein. Deutlich wichtiger sind indirekte Zitate bzw. Paraphrasen.

Bei indirekten Zitaten wird in den Fußnoten der Zusatz ,,Vgl." eingefügt. Eine direkte Sei-

tenangabe ist immer dann notwendig, wenn sich das Zitat auf eine bestimmte Seite bzw.

mehrere aufeinander folgende Seiten bezieht. Letzteres wird in der Fußnote durch den Zu-

satz ,,f." (folgende) bzw. ,,ff." (fortfolgende) gekennzeichnet ­ also z.B. S. 507f. (für Seite

507/508) bzw. S. 507ff. (für Seite 507/508/509/...).

Beispiel für ein indirektes Zitat:

Der Begriff des kapazitätsbasierten Yield-Managements kann in einer erweiterten Be-

griffsauffassung neben der kundenseitigen Wirkung auch Effekte der Überbuchung be-

schränkter Leistungserstellungskapazitäten umfassen.6

Zitate stützen die Argumentation des Verfassers der Arbeit, indem sie zeigen, dass es sich

bei der vertretenen Argumentation nicht um eine Einzelmeinung handelt, sondern andere

Wissenschaftler zu ähnlichen Erkenntnissen kommen. Darüber hinaus geben die Quellen-

angaben dem Leser Informationen, welche Wissenschaftler sich vertieft mit den entspre-

chenden Inhalten auseinander setzen. Vor diesem Hintergrund kann es bei inhaltlich wich-

tigen Aspekten der Arbeit sinnvoll sein, mehrere Quellen in den Fußnoten anzugeben.

Hierbei sollten primär die Quellen angeführt werden, die als ,,Standard-Quellen" für den

jeweiligen Aspekt gelten. Die verschiedenen Quellen werden in den Fußnoten nach Er-

5 Lindenmeier (2005), S. 2.

6 Vgl. Lindenmeier (2005), S. 2.

28


scheinungsdatum geordnet, wobei die älteste Quelle zuerst genannt wird (also z.B. vgl.

Josef 1987, S. 12ff.; Balduc 1993, S. 10 sowie Schmidt 2008, S. 271f.).

Hat ein Autor in einem Jahr mehrere Beiträge verfasst, die Sie zitieren möchten, so wird

dem Jahr ein Buchstabe angehängt, damit die Zitate den Quellen eindeutig zugeordnet

werden können (also z.B. Homburg 2001a, S. 12; Homburg 2001b). Das gleiche gilt natür-

lich auch, wenn Autoren mit identischem Nachnamen und gleichem Erscheinungsjahr zi-

tiert werden.

Neben der Angabe der Quellen in den Fußnoten ist es ebenfalls möglich, diese im laufen-

den Text unterzubringen (wie am Ende des letzten Abschnitts). Ob die Quellenangaben in

den Fußnoten oder direkt im Text (sog. Harvard-Zitierweise) angeführt werden, ist eher

eine ,,Geschmacksfrage". Hier sollten Sie bei Ihrem Lehrstuhl nachfragen, welche Variante

bevorzugt wird.

3.2.3 Wissenschaftliche Sprache

Eine wissenschaftliche Arbeit unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von sonstigen Tex-

ten. Im Folgenden sind kurz die wichtigsten Differenzierungsmerkmale und Charakteristi-

ka aufgezeigt:

·

Neutralität der Darstellung

: Wissenschaftliche Texte sind keine subjektiv gefärb-

ten Erlebnisberichte. Entsprechend sollte zum einen die Ich-Form vermieden wer-

den; zum anderen haben emotionale Ausdrücke oder Einschätzungen, die nicht

durch konkrete Überlegungen, Literaturquellen oder Theorien gestützt werden kön-

nen, nichts in einer wissenschaftlichen Arbeit verloren.

·

Vermeidung von häufigen umgangssprachlichen Formulierungen

: Zwar kann

es durchaus sinnvoll sein, die eine oder andere umgangssprachliche Formulierung

zu verwenden, wenn diese den Kern des Problems besser trifft als eine alternative

Formulierung ­ diese muss jedoch durch Anführungszeichen gekennzeichnet wer-

den. Allerdings sollte die Anzahl an umgangssprachlichen Formulierungen sehr ge-

ring ausfallen.

29


·

Präzise aber nicht unnötig kompliziert

: Einen wissenschaftlichen Text mit

Fremdworten und Schachtelsätzen zu überhäufen macht diesen sicherlich nicht bes-

ser. Vielmehr sollte die Arbeit so formuliert sein, dass auch beim ersten Lesen de-

ren Inhalt klar wird.

·

Aktiv statt passiv

: Eine ständige Verwendung von Passiv-Formulierungen ist

sprachlich unschön und sollte daher vermieden werden.

·

Zusammenhang zwischen Abschnitten:

Damit die Arbeit nicht ,,abgehackt"

wirkt, sollten die einzelnen Gedankengänge durch Bezugsworte miteinander in

Verbindung gebracht werden (z.B. Daraus folgt, vor diesem Hintergrund, deshalb,

hieraus lässt sich schlussfolgern ...).

·

Vermeidung der Substantivierungen (wie diese):

Wenn es möglich ist, sollten

lieber aussagekräftige Verben verwendet werden anstelle der Substantivierung.

·

Nutzen von Thesaurus:

Um etwas Abwechslung in die Sprache zu bringen, sollten

Sie die Thesaurus-Funktion von Word nutzen (Shift & F7), um sich alternative

Worte mit ähnlicher Bedeutung anzeigen zu lassen (dies gilt natürlich nicht für

Fachbegriffe ­ hier muss für dasselbe immer derselbe Begriff verwendet werden).

·

Einheitliche Zeitform

: Versuchen Sie, die Arbeit einheitlich in Präsens zu erstel-

len (teilweise lässt sich das Wechseln in die Vergangenheit ­ etwa bei Beispielen ­

kaum vermeiden).

·

Kein Ausrufezeichen:

Mit ganz wenigen Ausnahmen ist es in einer wissenschaft-

lichen Arbeit weder erforderlich noch sinnvoll, Ausrufezeichen zu verwenden.

3.2.4 Schaubilder und Tabellen einfügen

Schaubilder und Tabellen können dabei behilflich sein, dem Leser komplexe Inhalte in

übersichtlicher Form darzubieten. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen die Schaubilder

30


bzw. Tabellen so gestaltet werden, dass sie auch ohne größere Erklärung sofort verständ-

lich sind. Wenn Sie sich hier unsicher sind, ob Ihre Abbildungen diesem Kriterium ent-

sprechen, fragen Sie einfach bei Kommilitonen bzw. Bekannten nach, ob diese ­ ohne in-

tensives Nachdenken ­ die Schaubilder/Tabellen interpretieren können.

Tabellen und Schaubilder sind fortlaufend zu nummerieren und mit Abbildungsunterschrift

zu versehen. Damit der Leser den Zusammenhang zwischen Text und Schaubild eindeutig

erkennt, sollte der Text immer einen Verweis auf das Schaubild enthalten sein. Wählen Sie

einen einheitlichen Grauton (z.B. Schattierung 25 %) für alle Tabellenköpfe und Formen in

Schaubildern ­ die Benutzung von Farben ist nur im Ausnahmefall sinnvoll.

Schaubilder lassen sich sehr einfach und optisch ansprechend mit Powerpoint erstellen. Die

Darstellungsart sollte generell eher nüchtern wirken ­ ein ,,verspieltes" Tabellen- oder

Schaubilddesign ist bei einer wissenschaftlichen Arbeit unangemessen. Sämtliche Schau-

bilder sind individuell zu erstellen ­ eingescannte Bilder sind nur dann zulässig, wenn die-

se zwingend erforderlich sind (z.B. bei einem Bildervergleich oder bei Fotobeispielen).

Da gedruckte Schaubilder oder Tabellen oftmals anders aussehen als auf dem Bildschirm,

sollten die Abbildungen immer probeweise gedruckt werden. Hierbei ist auch darauf zu

achten, ob die Schrift groß genug ist, um problemlos lesbar zu sein (i.d.R. sollte in Abbil-

dungen eine Schriftgröße von unter 8pt vermieden werden (Tipp: Bei Word ist es auch

möglich manuell ungerade Werte als Schriftgrad einzugeben, wie z.B. 8,5pt).

Schaubilder oder Tabellen gehören nur im absoluten Ausnahmefall in den sog. Anhang.

Nämlich dann, wenn diese sehr groß oder weiterführender Natur sind. Typische Beispiel

für Abbildungen im Anhang sind Fragebögen, Datentabellen, (weiterführende) statistische

Kennzahlen, Auswertungsschemata, Gesetzestexte.

3.2.5 Verzeichnisse richtig erstellen

Eine wissenschaftliche Arbeit beinhaltet in jedem Fall ein Inhaltsverzeichnis sowie ein

Literaturverzeichnis. Darüber hinaus wird zumeist noch ein Abbildungsverzeichnis und ein

Abkürzungsverzeichnis angelegt und ­ im Ausnahmefall ­ ein sog. Anhang mit Anhangs-

verzeichnis.

31


Das Inhaltsverzeichnis sollte ­ wie bereits weiter oben geschrieben ­ mit der automati-

schen Funktion von Word erstellt werden. Dies hat zweierlei Vorteile: Zum einen werden

die Kapitel automatisch zu den jeweiligen Seitenzahlen zugeordnet. Auch wenn nachträg-

lich Veränderungen vorgenommen werden hilft ein Klick mit der Maustaste auf die Glie-

derung, um aktuelle Seitenzahlen und Kapitelüberschriften zu erhalten (diese Aktualisie-

rung sollte entsprechend ganz zum Ende durchgeführt werden, um ein aktuelles Inhaltsver-

zeichnis sicher zu stellen). Zum anderen ist so eine einheitliche Gestaltung der Gliederung

und Überschriften quasi automatisch vorgegeben.

Damit Word ein automatisches Inhaltsverzeichnis erstellen kann, müssen sämtliche Kapi-

telüberschriften der passenden Formatvorlage zugewiesen sein (also Überschrift 1 für die

Hauptkapitel, Überschrift 2 für die Kapitel 2. Ordnung (z.B. 2.1), Überschrift 3 für die Ka-

pitel 3. Ordnung (z.B. 2.1.1) usw.). Anschließend genügt ein Klick auf Verweise ­ Inhalts-

verzeichnis einfügen. Beim Abbildungsverzeichnis ist entsprechend analog vorzugehen.

Zuletzt noch zum Abkürzungsverzeichnis: Ein Abkürzungsverzeichnis ist dann erforder-

lich, wenn in der Arbeit Abkürzungen verwendet werden, die nicht im Duden stehen, wo-

bei generell nur Abkürzungen genutzt werden sollten, die im jeweiligen Fachbereich üblich

sind.

Beispiel: Im Bereich Marketing wäre die häufig anzutreffende Abkürzung CRM für Cus-

tomer Relationship Management eine Abkürzung, die im Abkürzungsverzeichnis eine Be-

rechtigung hätte. Demgegenüber wäre es beispielsweise weniger sinnvoll, das Wort ,,Kun-

denorientierung" durch KO abzukürzen, da dies keine fachübliche Abkürzung darstellt und

somit die Lesefreundlichkeit des Textes reduzieren würde.

Abkürzungen, die in der deutschen Schriftsprache Standard sind, wie ,,z.B.", ,,bzw.",

,,sog." usw. müssen nicht in das Abkürzungsverzeichnis aufgenommen werden. Hieraus

lässt sich auch schlussfolgern, dass ein Abkürzungsverzeichnis bei vielen Arbeiten gar

nicht erforderlich ist.

32


3.3

Tipps zur Motivationssteigerung

3.3.1 Arbeitszeiten

Die Erstellung einer wissenschaftlichen Arbeit ist ein Projekt, das vergleichbar mit wis-

sensintensiven beruflichen Tätigkeiten ist. Während im beruflichen Bereich die Rahmenar-

beitszeiten i.d.R. selbstverständlich geregelt sind (wenn auch zunehmend flexibler), arbei-

ten viele Studierende an ihren wissenschaftlichen Texten ohne vorhergehende Arbeitszeit-

planung. Dies führt häufig dazu, dass die aus Effizienzgründen optimale Arbeitszeit deut-

lich überschritten wird, keine Erholungspausen eingelegt werden, ,,Nachtschichten" erfor-

derlich sind usw. Um dies zu vermeiden, sollte rechtzeitig eine persönliche Arbeitszeitre-

gelung gefunden werden, die einer effizienten Texterstellung zuträglich ist. Eine sinnvolle

Arbeitsplanung könnte wie folgt aussehen:

· 8:00 ­ 10:00 Uhr: erste Arbeitseinheit

· 10:00 ­ 10:30 Uhr: Pause

· 10:30 ­ 12:30 Uhr: zweite Arbeitseinheit

· 12:30 ­ 14:00 Uhr: Mittagspause

· 14:00 ­ 16:00 Uhr: dritte Arbeitseinheit

· 16:00 ­ 16:30 Uhr: Pause

· 16:30 ­ 18:30 Uhr: vierte Arbeitseinheit

· ab 18:30: Feierabend

Sicherlich wird sich ein derartiger Arbeitsplan nicht immer auf die Minute genau einhalten

lassen, dennoch kann er als Rahmenbedingung hilfreich sein, um strukturiert zu arbeiten.

Vermeiden Sie Nachtschichten ­ Viele sind zwar der Meinung, nachts besser arbeiten zu

können. Dies ist jedoch in den allermeisten Fällen ein Irrglaube oder eine Vermeidungs-

strategie. Übermüdet und ohne Tageslicht lassen sich deutlich schwerer klare Gedanken

fassen.

3.3.2 Ablenkung

Um die Motivation bei längerfristigen Arbeiten dauerhaft aufrecht erhalten zu können,

müssen Sie auch ,,einmal abschalten." Gönnen Sie sich freie Wochenenden und versuchen

Sie etwas zu unternehmen, bei dem Sie nicht ständig an Ihre Arbeit denken. Sehr hilfreich

33


sind hier zum Beispiel sportliche Aktivitäten (z.B. jeden Abend nach der Arbeit joggen

gehen) oder auch mal nach ,,Feierabend" mit Freunden ein Bierchen trinken zu gehen.

Wenn Sie die Möglichkeit haben, eine räumliche Trennung zwischen Arbeitszimmer und

sonstigem Wohnbereich zu schaffen, sollten Sie diese nutzen. So können Sie dann in den

Pausen und nach Feierabend aus Ihrem ,,Büro" gehen und kommen weniger in Versu-

chung, Arbeits- und Freizeit zu vermischen. Wenn eine räumliche Trennung nicht möglich

ist, helfen oft bestimmte Rituale (z.B. Laptop in den Ruhephasen zuklappen oder Musik

anstellen), um Arbeits- und Ruhephasen auch innerlich deutlich voneinander abzugrenzen.

Gerade nach einem anstrengenden Tag kann es auch erholsam und ablenkend sein, einfach

den Fernseher einzuschalten und die Füße hochzulegen. Wenn Sie Ihr geplantes Arbeits-

pensum geschafft haben, haben Sie es sich schließlich verdient, ihre Ruhephasen zu genie-

ßen.

34


4.

Phase nach der Erstellung der wissenschaftlichen Arbeit

4.1 Korrektur und Endformatierung des Textes

Die zeitliche Dauer der Korrektur und Endformatierung hängt davon ab, wie sauber Sie

während der Phase der Texterstellung gearbeitet haben. Besonders zeitintensiv wird es

beispielsweise dann, wenn Sie verwendete Literaturquellen nicht gleich während des

Schreibprozesses in das Literaturverzeichnis eingefügt haben. Davon unabhängig sollten

im Rahmen der Korrektur und Endformatierung folgende Aspekte berücksichtigt werden:

·

Korrekturlesen auf Inhalt und Rechtschreibung

: In einem ersten Schritt sollte

die Arbeit nochmals komplett Korrektur gelesen werden. Im Idealfall lässt man die

Arbeit zusätzlich von einem Bekannten auf Rechtschreib- und mögliche Inhaltsfeh-

ler lesen (bei längeren Arbeiten ist es hier sinnvoll, wenn der externe Korrektor be-

reits während des Schreibprozesses die jeweils fertig gestellten Kapitel zum Lesen

bekommt, um rechtzeitig Schwächen zu entdecken).

·

Überprüfung der Quellenangaben:

Sämtliche im Text angegebenen Literatur-

quellen müssen auch im Literaturverzeichnis auftauchen. Um zu überprüfen, ob

dies der Fall ist, empfiehlt es sich, das Literaturverzeichnis auszudrucken und die

im Text enthaltenen Quellen dort abzuhaken. Fehlen Quellen, so müssen mit Hilfe

von Literaturdatenbanken und Internet die fehlenden Quellen ergänzt werden.

·

Suchen überflüssiger Leerzeichen

: Mögliche doppelte Leerzeichen zwischen

Worten sollten eliminiert werden. [Start ­ Suchen ­ zwei Leerzeichen eintippen (2

x Spacetaste drücken) und nun nach doppelten Leerzeichen suchen, um diese dann

zu löschen].

·

Abgleich Ihrer Arbeit mit den Anforderungen Seitens des Lehrstuhls

: Bevor

Sie eine prüfungsrelevante Arbeit abgeben, sollten Sie immer nochmals checken,

ob sämtliche von Ihrem Lehrstuhl vorgegebenen Kriterien zur Erstellung einer wis-

senschaftlichen Arbeit erfüllt wurden (z.B. Schriftart, Seitenränder, Umfang, inhalt-

liche Vorgaben...).

35


·

Optimierung der Textgestaltung

: Oftmals entstehen durch das Einfügen von

Graphiken oder Tabellen halbleere Seiten. Da dies nicht schön aussieht, müssen Sie

hier gegensteuern, in dem Sie entweder die Graphik nach dem beschreibenden Text

einfügen, die Graphik verkleinern bzw. vergrößern, zusätzliche Textabsätze bilden,

noch einige (sinnvolle) Worte hinzufügen oder die Absatzformatierung leicht ver-

ändern. Die Optimierung der Textgestaltung muss sukzessive von Seite eins bis zur

letzten Seite durchgeführt werden, da eine Optimierung zumeist Auswirkungen auf

die nachfolgenden Seiten hat.

Generell ist bei der Textgestaltung zu berücksichtigen, dass Hauptkapitel i.d.R. auf

einer neuen Seite beginnen (in diesem Fall ist es auch akzeptabel, wenn vor dem

neuen Hauptkapitel ein größerer Freiraum entsteht). Ferner sollte der letzte/erste

Abschnitt einer Seite immer aus mindestens 2 Zeilen bestehen.

4.2 Vorbereitung auf mündliche Prüfung

Wenn Sie keine mündliche Prüfung zu Ihrer Arbeit absolvieren müssen, können Sie gleich

zu Abschnitt 4.3 (Feiern gehen) übergehen ­ aber vergessen Sie nicht, die Arbeit fristge-

recht abzugeben. Sollten Sie jedoch Ihre Arbeit mündlich verteidigen müssen, so gilt es,

sich auf diese Prüfung adäquat vorzubereiten.

Bedenken Sie hierbei, Sie haben sich intensiv mehrere Wochen oder gar Monate mit Ihrem

Thema beschäftigt ­ Sie sind also Experte auf Ihrem Gebiet und müssen von daher die

Prüfung aus fachlichen Gründen nicht fürchten. Dennoch gibt es einige bewährte Prüfungs-

tipps, die sicherlich nicht schaden können:

· Überlegen Sie sich, wie Sie die Ergebnisse Ihrer Arbeit als 5-10 minütiges Kurzre-

ferat zusammenfassen können. Sie sollten also die folgende Frage beantworten

können: ,,Was sind die Thesen/Ergebnisse Ihrer Arbeit?"

· Sind Sie in der Lage, mögliche praktische Beispiele aufzuzeigen und können Sie

die theoretischen Konzepte aufzeigen, die Ihrer Arbeit zugrunde liegen?

36


· Darüber hinaus sollten Sie auch möglichen Kritikpunkte Ihrer Arbeit begegnen

können: Überlegen Sie sich, was an Ihrer Arbeit kritisiert werden könnte und wie

Sie dieser Kritik begegnen könnten. Jede Arbeit hat irgendwelche Schwachstellen

­ aber i.d.R. findet sich eine Begründung, warum Sie dennoch die Vorgehensweise

gewählt haben (z.B. weil alternative Vorgehensweisen aus bestimmten Gründen

nicht möglich waren oder ebenfalls kritikwürdig sind).

· Stehen Sie zu Ihren Argumenten aber versuchen Sie nicht rechthaberisch zu wir-

ken. Wenn Ihr Prüfer Verbesserungsvorschläge aufzeigt oder begründete Kritik

anbringt, sollten Sie diese aufgreifen und Ihn in seiner Argumentation unterstüt-

zen.

· Wenn Sie eine empirische Arbeit verfasst haben, sollten Sie auch in der Lage sein,

die Vorgehensweise zu erklären und zu begründen: Warum haben Sie ein be-

stimmtes Verfahren gewählt? Gibt es Alternativen?

· Kleiden Sie sich dem Anlass entsprechend: Eine Diplomverteidigung ist ein wich-

tige Prüfung ­ Sie sollten dies auch durch die Wahl der Kleidung unterstreichen:

Kurze Hosen und Sandalen wären wohl eher unangebracht. Orientieren Sie sich

am Dresscode eines Bewerbungsgesprächs, dann können Sie nicht falsch liegen.

4.3

Feiern gehen

Wenn Sie Ihre Arbeit abgegeben haben und ggf. auch die mündliche Prüfung erfolgreich

absolviert haben, ist es Zeit zum Feiern. Nun, dieser Abschnitt muss zweifelsohne nicht

weiter vertieft werden, da die meisten Studierenden durchaus wissen, wie man richtig

feiert.

Viel Erfolg bei Ihrer Arbeit und viel Spaß bei der Feier hinterher!

37


5.

Hinweise zu weiterführender Literatur und Online-

Quellen zum Thema wissenschaftliches Arbeiten

Fachliteratur zum Thema:

·

Brauner, D.J./Vollmer, H.J. (2008): Erfolgreiches wissenschaftliches Arbeiten. Se-

minararbeit - Bachelor-/Masterarbeit - Diplomarbeit - Doktorarbeit, München.

·

Disterer, G. (2007): Studienarbeiten schreiben, Berlin u.a.

·

Eco, U. (2007): Wie man eine wissenschaftliche Abschlussarbeit schreibt. Doktor-,

Diplom- und Magisterarbeit in den Geistes- und Sozialwissenschaften, Stuttgart.

·

Esselborn-Krumbiegel, H. (2008): Von der Idee zum Text. Eine Anleitung zum wis-

senschaftlichen Schreiben, 2. Aufl., Stuttgart.

·

Franck, N./Stary, J. (2007): Die Technik wissenschaftlichen Arbeitens. Eine prakti-

sche Anleitung, München.

·

Möllers, Th. (2008): Juristische Arbeitstechnik und wissenschaftliches Arbeiten,

München.

·

Rogers, S.M. (2006): Mastering Scientific and Medical Writing, New York u.a.

·

Rößl, D. (2006): Die Diplomarbeit in der Betriebswirtschaftslehre. Ein Leitfaden,

Wien.

·

Theisen, M.R. (2006): Wissenschaftliches Arbeiten. Technik, Methodik, Form, Mün-

chen (

Standardwerk zum wissenschaftlichen Arbeiten

).

·

Weiß, Ch. (2004): Via medici. Promotion, Stuttgart.

Internetquellen:

·

Aktuelle Literaturhinweise zum wissenschaftlichen Schreiben:

http://www.doktor-richter.de/literatur.html

·

Umfangreicher Leitfaden zur Erstellung von Diplomarbeiten: http://www.wiwi-

treff.de/home/index.php?mainkatid=2&ukatid=112&sid=112&limit=

·

Tipps der TU Darmstadt zum Verfassen einer Diplomarbeit:

http://www.tk.informatik.tu-darmstadt.de/index.php?id=tipps

·

Anregungen zum Verfassen der Diplomarbeit von der FH Flensburg:

http://

www2.wi.fh-flensburg.de/wi/riggert/veranstaltungen/

Diplomarbeit

sleitfaden.doc

·

Diplomarbeit mit LaTex erstellen: http://drzoom.ch/project/dml/

38



Kommentare

Bisher keine Kommentare

Kommentar hinzufügen

Andere Nutzer haben sich auch für folgende Titel interessiert:


Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:

http://www.diplomarbeiten24.de/e-book/112083/ratgeber-zur-erstellung-wissenschaftlicher-arbeiten-diplomarbeiten-hausarbeiten
please wait Bitte warten