Eine Chance zum Wohlfühlen
für den gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege
Horn, im April 2008
Zusammenfassung
„Eine Chance zum Wohlfühlen“ ist eine Fachbereichsarbeit zur Erlangung des Gesundheits- und Krankenpflegediploms. Diese Arbeit zeigt die grundlegenden Dinge einer guten und individuellen Pflege, die das Wohlbefinden im Krankenhaus fördert und soll eine Art Ratgeber für das diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonal sein. Es werden Möglichkeiten bzw. Konzepte wie Basale Stimulation und Kinästhetik beschrieben, mit deren Hilfe eine Patientin, ein Patient in ihren, seinen Defiziten so unterstützt werden kann, dass es sowohl für die Pflegeperson als auch für die/den zu Pflegenden möglichst angenehm ist. Außerdem werden die Grundlagen der Pflege wie Kommunikation und Berührung näher beschrieben und deren Wichtigkeit erklärt. Zu guter Letzt wird in der Arbeit noch aufgezeigt, was im Alltag einer Pflegeperson verändert werden kann, damit sie die Möglichkeit hat, sich mehr auf Wesentliches, also die Patientin, den Patienten zu konzentrieren und nicht auf unwesentliche Dinge, wie zum Beispiel das Fiebermessen.
Abstract
„One chance to feel good” is a research paper, which was written to get the sanitary- and nursing diploma. This paper shows some basic facts of a good and individual care, which promotes well being in the hospital and is a form of guidebook for registered nurses. Posibilities and concepts like stimulation of the body and kinesthesia, which are good to help patients with their deficits and make this more pleasant for the nurses and the patients are elaborated. Furthermore the basics of care such as communication and touch are described and the importance of them is also pointed out. At last the paper also shows, what nurses can change in their daily routine to concentrate on the significant things, the patient, and not on insig- nificant things like for example to take someones temperature.
Vorwort
In meiner Fachbereichsarbeit geht es um das Thema „Wohlfühlen im Krankenhaus“. Ich habe dieses Thema gewählt, weil sich mir zwei Fragen stellten. Die erste Frage ist, ob es überhaupt möglich ist, sich wohl zu fühlen, wenn man krank ist oder im Krankenhaus liegt. Ich denke, dass es, von Seiten der Pflege, eigentlich Ziel sein sollte, einer Person den Aufenthalt angenehm zu gestalten. In meiner Arbeit zeige ich einige einfache Wege, die das Wohlbefinden steigern können. Die zweite Frage die sich mir stellte, ist: „Ist wirklich keine Zeit zum Pflegen vorhanden?“ Sehr oft sagen Pflegepersonen, „Ich bin so im Stress“, „Ich habe so viel Arbeit und keine Zeit zu pflegen“. Vielleicht ist das aber oft nur eine Ausrede für schlechte Zeiteinteilung. Auch das möchte ich mit meiner Arbeit aufzeigen. Mitspielen könnten hier auch althergebrachte Pflegemaßnahmen, „Pflegerituale“, die sehr zeitaufwändig sind, Patientinnen und Patienten jedoch oft nur unnötig belasten und deren Notwendigkeit nicht nachgewiesen ist. Hiervon zähle ich in meiner Arbeit einige auf.
Danksagung
Dank sagen möchte ich meiner Betreuerin Frau Michaela Drautz. Sie stand für alle Fragen mit offenem Ohr zur Seite und informierte sich, wenn Sie eine Frage nicht beantworten konnte. Ich bin sehr froh, Sie als Fachbereichsbetreuerin gehabt zu haben.
Weiters möchte ich mich bei all jenen bedanken, die mich durch das Ausfüllen der Fragebögen unterstützt haben. Ohne sie wäre das Erstellen dieser Arbeit nicht möglich gewesen.
Ich glaube, das größte Geschenk, das ich von jemandem bekommen kann, ist, dass er mich sieht, mich versteht und mich berührt. Das größte Geschenk, das ich einem anderen Menschen machen kann, ist, ihn zu sehen, ihm zuzuhören, ihn zu verstehen und ihn zu berühren. Wenn das gelingt, habe ich das Gefühl, dass wir uns wirklich begegnet sind. (Satir 2001)
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG. 8
2 DEFINITION VON WOHLBEFINDEN. 9
3 DEFINITION VON WOHLBEFINDEN LT. FRAGEBOGENERHEBUNG. 10
4 WAS BENÖTIGT EINE PERSON, UM SICH WOHL ZU FÜHLEN? 11
4.1 WOHLFÜHLEN IM TÄGLICHEN LEBEN 11
4.2 WOHLFÜHLEN WÄHREND EINES KRANKENHAUSAUFENTHALTES 12
5 MAßNAHMEN, DIE DAS WOHLBEFINDEN IM KRANKENHAUS FÖRDERN. 13
5.1 INDIVIDUELLE PFLEGE. 13
5.2 BEZUGSPFLEGE (PRIMARY NURSING) 14
5.3 KOMMUNIKATION IN DER PFLEGE 15
5.4 BERÜHREN. 18
5.5 DAS KONZEPT DER BASALEN STIMULATION 20
5.6 DAS KONZEPT DER KINÄSTHETIK. 23
5.7 AROMATHERAPIE 26
6 ARBEITSABLAUF DER PFLEGEPERSON IN VIERUNDZWANZIG STUNDEN 28
7 TÄTIGKEITEN, DEREN WIRKUNGEN NICHT BEWIESEN SIND 31
7.1 DIE STUHLFRAGE 31
7.2 FIEBER MESSEN. 33
7.3 DAS BETTENMACHEN 34
7.4 DAS AUFWECKEN 34
7.5 MEDIKAMENTE 35
8 ERWARTUNGEN AN DIE PFLEGEPERSON 36
9 RESÜMEE 37
10 LITERATURVERZEICHNIS 39
1 Einleitung
„Wohlfühlen im Krankenhaus“ ist ein sehr wichtiges Thema. Da dies so ist, wäre zu vermuten, dass bereits etliche Studien hierzu verfasst worden sind. Jedoch stellte sich im Laufe der Literaturrecherche heraus, dass das nicht der Fall ist. Diese Arbeit soll einige Voraussetzungen, die notwendig sind, um sich wohl zu fühlen, klar legen und aufzeigen, dass Vieles oft nicht so ist, wie behauptet wird. Hierunter ist zu verstehen, dass Pflegepersonen oft meinen, gestresst zu sein und keine Zeit haben, Patientinnen und Patienten zu pflegen. Die Leitfragen, die dazu veranlassten, diese Arbeit zu verfassen, waren: Kann eine Pflegeperson dazu beitragen, dass sich die Patientinnen, die Patienten wohler fühlen im Krankenhaus?
Ist im Krankenhausalltag genügend Zeit vorhanden, um der Patientin, dem Patienten etwas Gutes zu tun?
Diese Leitfragen wurden mittels Fragebogen, auf dem elf Fragen angeführt waren, erhoben. Hierzu wurden dreißig Personen in drei Altersgruppen befragt. Die Altersgruppen teilten sich in 15-30jährige, 31-60jährige und Personen ab 61 Jahren, wobei von allen Altersgruppen jeweils zehn Personen befragt wurden. Der Anteil von weiblichen und männlichen Personen war gleich groß. Der zweite Teil der Arbeit, in dem es um Pflegepersonen und deren Tagesablauf geht, wurde teilweise mittels einer Beobachtungsstudie auf einer bettenführenden Station erhoben. Ergänzend wurde mit Literatur gearbeitet.
Ziel dieser Fachbereichsarbeit ist es, aufzuzeigen, was eine Pflegeperson tun kann, um einer Patientin, einem Patienten den Aufenthalt im Krankenhaus so zu gestalten, dass sie/er sich wohl fühlt. Zusätzlich soll diese Arbeit zeigen, dass Pflegepersonen oft unnötige Arbeiten, deren positive Wirkungen nicht bewiesen sind, verrichten, sich dadurch selbst in Stress bringen und das Wohlbefinden der Patientinnen und Patienten dadurch einschränken.
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2 Definition von Wohlbefinden
Um Wohlbefinden definieren zu können, ist es wichtig zu wissen, dass es sich aus physischem Wohlbefinden (positive körperliche Empfindungen, z.B. Vitalität), psychischem Wohlbefinden (positive Gefühle, Stimmungen und Beschwerdefreiheit, z.B. Freude) und sozialem Wohlbefinden (positive subjektive Einschätzung der sozialen Kontakte, soziale Unterstützung) zusammensetzt. Das heißt also, grundsätzlich gehört dazu, dass sich ein Mensch gesund, fit, geliebt, ausgeglichen und kompetent fühlt. Ein entscheidender Faktor ist, dass Beziehungen zu anderen Menschen vorhanden sind, denn ohne Kommunikationspartnerinnen, Kommunikationspartner oder Bezugspersonen bzw. soziales Umfeld, kann sich ein Mensch nicht wohl fühlen. Wohlbefinden kann nicht nur definiert werden als Ausbleiben von Krankheiten und Gebrechen. Sicher wirken sich Krankheiten und Gebrechen darauf aus, jedoch wenn dies die Definition wäre, würde dies heißen, dass ein älterer Mensch, auf Grund von Alterserscheinungen, kein Wohlbefinden mehr empfinden könnte, was erwiesenermaßen nicht zutrifft. Durch das Gehirn, welches dafür zuständig ist, das eigene Wohlbefinden zu messen und wahrzunehmen, ist es auch möglich zu erkennen, ob eine andere Person ebenfalls Wohlbefinden signalisiert. Körperhaltung, Mimik, Gestik und Bewegung sind ablesbare Merkmale des Wohlbefindens. Weiters ist es von äußeren Einflussfaktoren abhängig, wie z.B. Temperatur, Licht und Geräuschen sowie von inneren Faktoren wie z.B. Ernährungs- und Flüssigkeitshaushalt, Antrieb und Psyche. Auch Freiheit ist ein sehr wichtiger Punkt für das Wohlbefinden. Ein Mensch, der mehr Freiräume hat, wird zufriedener sein, als ein Mensch, dem alles vorgegeben wird. Schließlich kann Wohlbefinden in zwei Typen unterteilt werden: Einerseits das so genannte „Aktuelle Wohlbefinden“, das das momentane Erleben einer Person, z.B. angenehme, positive Gefühle, beschreibt. Andererseits das „Habituelle Wohlbefinden“, welches das für eine Person typisches Wohlbefinden ausdrückt. (vgl. o.V., Gesund und Vital 2007, o.S.; o.V., Gesundheitsjahr 2006, o.S.; o.V., Newzz 2007, o.S.) Da die Begriffsdefinition „Wohlbefinden“ nun allgemein geklärt ist, beschäftigt sich der nächste Punkt damit, wie die Befragten des Fragebogens „Wohlbefinden“ definieren.
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Arbeit zitieren:
Nicole Loidolt, 2008, Eine Chance zum Wohlfühlen - Ist es möglich, sich im Krankenhaus wohl zu fühlen?, München, GRIN Verlag GmbH
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