Für Annette
Simon Apel, Diplomjurist, geb. am 15. Februar 1984 in Darmstadt; Abitur 2002 am Droste-Hülshoff-Gymnasium zu Meersburg; 2003 – 2008 Jura-Studium in Bayreuth; 2008/I 1. juristische Prüfung; 2004 – 2008 Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes. September 2008 als Doktorand Stipendiat des Graduiertenkollegs „Geistiges Eigentum und Gemeinfreiheit“ an der Universität Bayreuth.
Impressum
© 2008 Simon Apel
Herstellung und Verlag:
VORWORT
Die vorliegende Untersuchung stellt eine überarbeitete Fassung meiner sechswöchigen Studienabschlussarbeit im universitären Teil der ersten juristischen Prüfung dar, die ich im Wintersemester 2007/2008 an der UNIVERSITÄT BAYREUTH im Oberseminar des Schwerpunktbereiches 2 – Geistiges Eigentum und Wettbewerbsrecht – angefertigt habe und die mit 17,00 Punkten (sehr gut) bewertet wurde. Die vorgenommenen Änderungen beschränken sich im Wesentlichen auf die Beseitigung von Schreibfehlern und formalen Unkorrektheiten. Zudem wurde der Arbeit ein Untertitel gegeben, ein Abkürzungsverzeichnis erstellt und es wurden die Literaturnachweise auf Standardlehrbücher und Kommentare auf den Stand des Frühjahrs 2008 gebracht sowie einzelne Quellen ergänzt.
Zu danken habe ich meinen lieben Eltern ANGELA und MICHAEL APEL, die mich vor und während meines Studiums stets unterstützt haben. Für das Korrekturlesen des Manuskriptes schulde ich meiner Freundin ANNETTE SCHNEIDER großen Dank. Weiterhin danke ich der STUDIENSTIFTUNG DES DEUTSCHEN VOLKES für die finanzielle und ideelle Förderung während meiner Studienzeit sowie Herrn PD Dr. JOERG BRAMMSEN, Bayreuth, der mein Interesse für das wissenschaftliche Arbeiten im Rahmen eines Seminars zum Allgemeinen Teil des Strafrechtes erst geweckt hat * .
Salem/Bayreuth 2008 Simon Apel
* Aus diesem Seminar ging letztlich ein gemeinsamer Aufsatz hervor: Brammsen/Apel, Anstiftung oder Täterschaft? „Organisationsherrschaft“ im Wirtschaftsunternehmen, Zeitschrift für das juristische Studium (ZJS) 2008, S. 256 264.
VII
INHALT
Seite
Vorwort VII
Inhaltsübersicht IX
Gliederung XI
Abkürzungsverzeichnis XV
I Einleitung 1
II Der Begriff des Pseudonyms 3
III Verfassungsrechtliche Grundlagen 7
IV Der Schutz des Pseudonyms nach § 12 BGB 8
V Sonstige Schutznormen nach dem BGB 31
VI Der Schutz des Pseudonyms durch das Markenrecht 42
VII Der Schutz des Pseudonyms durch das Handelsrecht 58
VIII Der Schutz des Pseudonyms durch das Urheberrecht 60
Anspruchskonkurrenzen im geschäftlichen Verkehr IX 64
und das Erlöschen des rechtlichen Schutzes des
Pseudonyms
X Schlussbemerkung 67
Anhang I 70
Anhang II 71
Literaturverzeichnis 72
IX
GLIEDERUNG
Seite
I Einleitung 1
II Der Begriff des Pseudonyms 3
1. Bestimmung des Untersuchungsgegenstandes 3
a) Sprachlicher und juristischer Ausgangspunkt 3
b) Kritik 3
c) Gestaltung des Pseudonyms 4
d) Definition 5
2. Abgrenzung zu weiteren Begriffen 5
a) Funktionsbezogene Wahlnamen 5
b) Das Sammelpseudonym 6
c) Inkognito und Anonym 6
III Verfassungsrechtliche Grundlagen für den Schutz des 7
Pseudonyms
IV Der Schutz des Pseudonyms nach § 12 BGB 8
1. Erweiterte Anwendbarkeit des § 12 BGB 8
2. Schutzvoraussetzungen und Schutzumfang 9
a) Die Namensfunktionen als Ausgangspunkt für den Schutz 9
des Pseudonyms
aa) Identifikationsfunktion 10
bb) Familiale Zuordnungsfunktion 11
cc) Individuierungsfunktion 12
dd) Selbstdarstellung 12
b) Ergebnis 13
3. Annahme des Pseudonyms und Zeitpunkt der 13
Schutzentstehung
a) Annahme durch Gebrauch in der Öffentlichkeit 13
aa) Unbekanntheit des bürgerlichen Namens als 14
Voraussetzung
XI
bb) Stellungnahme 14
4. Die Tatbestände des § 12 BGB und das Pseudonym
5. Zusammenfassung 30
V. Sonstige Schutznormen nach dem BGB 31
1. § 812 BGB
2. § 823 BGB
XII
3. § 826 BGB 37
4. § 687 II BGB
5. § 1004 BGB
6. Postmortaler Schutz des Pseudonyms
7. Zusammenfassung 41
VI. Der Schutz des Pseudonyms durch das Markenrecht 42
1. Das Pseudonym als geschäftliche Bezeichnung nach § 5 42 MarkenG
a) Der Namensbegriff des § 5 II 1 MarkenG 43
b) Schutzentstehung aa) Unterscheidungskraft bb) Unternehmen cc) Weitere Anforderungen für den Schutz des Pseudonyms im Markenrecht? (1.) Originär kennzeichnungskräftige Pseudonyme (2.) Traditionelle Namen als Pseudonym
2. Ansprüche bei Verletzung der geschäftlichen Bezeichnung
a) Der Tatbestand des § 15 II MarkenG
b) Die Schutzschranke des § 23 Nr. 1 MarkenG aa) Geschütztes Pseudonym und bürgerlicher Name bb) Das Pseudonym als Name im Sinne von § 23 Nr. 1
(1.) Der Namensbegriff des § 23 Nr. 1 MarkenG (2.) Das Pseudonym als eigener Name cc) Nach § 23 Nr. 1 MarkenG freistellbare Handlungen
3. Rechtsfolgen
4. Zusammenfassung 56
VII. Der Schutz des Pseudonyms durch das Handelsrecht 58
1. Das Pseudonym als Firma 58
2. Der Schutz der Firma 59
XIII
VIII. Der Schutz des Pseudonyms durch das Urheberrecht 60
1. Das Pseudonym als Werk
2. Schutz nach § 13 UrhG
3. Zusammenfassung 63
IX. Anspruchskonkurrenzen im geschäftlichen Verkehr und 64
das Erlöschen des rechtlichen Schutzes des Pseudonyms
1. Anspruchskonkurrenzen 64
2. Das Erlöschen des rechtlichen Schutzes des Pseudonyms
X. Schlussbemerkung 67
XIV
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS
a.A. ………………... andere Ansicht
a.a.O. ……………… am angegeben Ort
a.E. ………………... am Ende
a.F. ………………… alte Fassung
ABGB ……………... Allgemeines Bürgerliches Gesetzbuch vom
1. Januar 1812, JGS Nr. 946/1811
(zuletzt geändert am 1. Januar 2007).
Abl-EG ……………. Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften
Abs. ……………….. Absatz
AK-BGB ………….. Alternativkommentar. Kommentar zum
Bürgerlichen Gesetzbuch (siehe Literaturverzeichnis)
Alt. ………………… Alternative
Art. ………………... Artikel
Begr. ………………. Begründer
BGB ……………….. Bürgerliches Gesetzbuch, in der Fassung der
Bekanntmachung vom 2. Januar 2002, BGBl. I S. 42,
ber. S. 2909 und BGBl. I 2003, S. 738
(zuletzt geändert am 23. November 2007, BGBl. I
S. 2631).
BGBl. I ……………. Bundesgesetzblatt, Teil I
BGH ………………. Bundesgerichtshof
BGHZ ……………... Entscheidungen des Bundesgerichtshofes in Zivilsachen
BPatGE …………… Entscheidungen des Bundespatentgerichts
BR …………………. Medicus, Bürgerliches Recht (siehe Literaturverzeichnis)
BT-Drucks. ……….. Bundestagsdrucksache
XV
BVerfGE ………….. Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichtes bzw. ……………….. beziehungsweise CR ………………… Computer und Recht (Zeitschrift) Dreier-GG ………… Dreier, Grundgesetz. Kommentar (siehe Literaturverzeichnis) DuD ……………….. Datenschutz und Datensicherheit (Zeitschrift) ebend. ……………... ebendort EuGH ……………... Gerichtshof der europäischen Gemeinschaften EWiR ……………... Entscheidungen zum Wirtschaftsrecht (Zeitschrift) f. …………………… folgende FamRZ ……………. Zeitschrift für das gesamte Familienrecht ff. ………………….. fortfolgende Fn. ………………… Fußnote FPR ……………….. Familie Partnerschaft Recht (Zeitschrift) FS …………………. Festschrift GG ………………… Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland vom 23. Mai 1949, BGBl. S. 1
GroßK-UWG ……... Großkommentar der Praxis zum UWG (siehe Literaturverzeichnis) GRUR …………….. Gewerblicher Rechtsschutz und Urheberrecht (Zeitschrift) GRUR Int. ………... Gewerblicher Rechtsschutz und Urheberrecht Internationaler Teil (Zeitschrift) GRUR-RR ………... Gewerblicher Rechtsschutz und Urheberrecht. Rechtsprechungsreport (Zeitschrift) HeidK-MarkenR …. Heidelberger Kommentar zum Markenrecht (siehe Literaturverzeichnis)
XVI
HeidK-UrhR ……… Heidelberger Kommentar zum Urheberrecht (siehe Literaturverzeichnis) HGB ………………. Handelsgesetzbuch, vom 10. Mai 1897, RGBl. S. 219 (zuletzt geändert am 16. Juli 2007, BGBl. I S. 1330). Hk-BGB …………... Nomos-Kommentar zum BGB (siehe Literaturverzeichnis) HKK-BGB ………... Rückert u.a., Historisch-kritischer Kommentar zum BGB (siehe Literaturverzeichnis) Hrsg. ………………. Herausgeber/-in i.E. ………………… im Ergebnis i.S.d. ………………. im Sinne des ITRB ……………… Der IT-Rechtsberater (Zeitschrift) JGS ………………... Justizgesetzsammlung Österreichs JR …………………. Juristische Rundschau (Zeitschrift) Jura ……………….. Juristische Ausbildung (Zeitschrift) jurisPK-BGB ……... Juris Praxiskommentar BGB (siehe Literaturverzeichnis) JuS ………………… Juristische Schulung (Zeitschrift) K&R ………………. Kommunikation und Recht (Zeitschrift) Lackner/Kühl …...... Kühl, Strafgesetzbuch. Kommentar (siehe Literaturverzeichnis) LG ………………… Landgericht LMK ………………. Kommentierte BGH-Rechtsprechung. Lindenmaier-Möhring (Zeitschrift) m.w.N. …………….. mit weiteren Nachweisen MarkenG …………. Gesetz zum Schutz von Marken und sonstigen Kennzeichen (Markengesetz) vom 25. Oktober 1994,
XVII
BGBl. I S. 3082, ber. 1995 I S. 156
(zuletzt geändert am 17. Dezember 2006, BGBl. I S. 3171).
MarkenR …………. Markenrecht (Zeitschrift) MMR ……………… Multimedia und Recht (Zeitschrift) Möhring/Niolini ...... Nicolini u.a., Urheberrechtsgesetz. Kommentar (siehe Literaturverzeichnis) MünchKomm-BGB Münchener Kommentar zum Bürgerlichen Gesetzbuch (siehe Literaturverzeichnis) MünchKomm-HGB Münchener Kommentar zum Handelsgesetzbuch (siehe Literaturverzeichnis) NJW ………………. Neue Juristische Wochenschrift (Zeitschrift) Nr. ………………… Nummer OLG ………………. Oberlandesgericht OWiG ……………... Gesetz über Ordnungswidrigkeiten in der Fassung der Bekanntmachung vom 19. Februar 1987, BGBl. I S. 602
(zuletzt geändert am 7. August 2007, BGBl. I S. 1786).
PartGG
…………… Gesetz über Partnergesellschaften Angehöriger freier Berufe (Partnerschaftsgesellschaftsgesetz),
PaßG ……………… Paßgesetz vom 19. April 1986 (BGBl. I S. 537), zuletzt geändert durch Artikel 11 des Gesetzes vom
PersG ……………... Gesetz über Personalausweise in der Fassung der Bekanntmachung vom 21. April 1986 (BGBl. I S. 548),
XVIII
20. Juli 2007 (BGBl. I S. 1566).
PWW ……………… Prütting u.a., BGB Kommentar (siehe Literaturverzeichnis) RGBl. ……………... Reichsgesetzblatt RGRK …………….. Großkommentare der Praxis. Reichsgerichtsräte-Kommentar zum BGB (siehe
Literaturverzeichnis)
Rn.
………………… Randnummer
Rs.
…………………. Rechtssache
S.
…………………... Satz; Seite(n)
s.o.
…………………. siehe oben
SR II
……………….
Medicus,
Schuldrecht II (siehe Literaturverzeichnis)
StAZ
………………. Das Standesamt (Zeitschrift)
StGB
………………. Strafgesetzbuch, in der Fassung der Bekanntmachung vom 13. November 1998, BGBl. I S. 3322
SZ …………………. Süddeutsche Zeitung u. …………………... und UFITA …………….. Archiv für Urheber- Film- Funk- und Theaterrecht (Zeitschrift) UrhG ……………… Gesetz über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (Urheberrechtsgesetz),
XIX
Urt. ………………... Urteil UWG ……………… Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, vom 3. Juli 2004, BGBl. I S. 1414
v. …………………... vom
Var. ……………….. Variante VersR ……………... Versicherungsrecht (Zeitschrift) vgl. ………………… vergleiche WRP ………………. Wettbewerb in Recht und Praxis (Zeitschrift) ZUM ………………. Zeitschrift für Urheber- und Medienrecht
XX
I. EINLEITUNG
„Der Name ist Schall und Rauch“ – so heißt es nach GOETHE 1 im Volksmund
und gelegentlich auch in der Rechtswissenschaft 2 . Träfe diese Aussage zu,
wäre die vorliegende Untersuchung obsolet. Jedoch ruft die Führung und
Verwendung von Namen vielfältige rechtliche Probleme hervor. Dies gilt
auch für Pseudonyme, die, soviel sei wenig überraschend vorangestellt, zu
den Namen gehören.
Pseudonyme haben in der Gesellschaft eine lange Tradition, insbesondere in der Kunst 3 . Hier wurden und werden sie verwendet, um dem
Künstler unabhängig von seinem bürgerlichen Namen ein Engagement in
seinem Tätigkeitsfeld zu ermöglichen. Die Gründe für die Verwendung eines Pseudonyms sind vielfältig 4 . Das Pseudonym wird vom Träger häufig wie ein
bürgerlicher Name gebraucht. Es kann zu einem beträchtlichen sowohl ideellen als auch wirtschaftlichen Wert für den Träger werden 5 . In jüngerer
Zeit hat zudem die Alltagsverwendung von Pseudonymen durch das Internet zugenommen 6 , wo sie von Privatpersonen genutzt werden 7 .
Hierdurch stellt sich die Frage nach der rechtlichen Behandlung und
1 Eigentlich „ […] Gefühl ist alles; Name ist Schall und Rauch, […]“, Faust I, Vers 3456 f.
2 Vgl. den Titel der Glosse von Schwab, FamRZ 1992, 1015 ff. 3 Fezer, § 15 Rn. 26 (zu § 12 BGB) nennt die Wahl eines Pseudonyms durch den Künstler eine „alte und verbreitete Sitte“; Staudinger/Habermann, § 12 Rn. 28 spricht von einer „mehrhundertjährigen Übung“.
4 Vgl. MünchKomm-BGB/Bayreuther, § 12 Rn. 24; Staudinger/Habermann, § 12 Rn. 28.
5 Man denke nur an Popmusiker wie „Madonna“ oder Profisportler wie „Pelé“. 6 Vgl. Heyers, S. 74; Koos, GRUR 2004, 808 sieht den Namen durch das Internet pauschal in eine über seine klassischen Funktionen hinausgehende Rolle gerückt. 7 Dies gilt auch für andere Internetplattformen, vgl. nur Heyers, JR 2006, 94, Anmerkung vor Fn. 1 und die Hinweise bei Hoeren, EWiR 2003, 1225 (1226). Kritisch zur zunehmenden Verwendung von Pseudonymen für die ungehemmte Verbreitung von Aussagen und Informationen im Internet Schloemann, in: SZ v. 26./27. April 2008.
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Simon Apel, 2007, Der Schutz des Pseudonyms, München, GRIN Verlag GmbH
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