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Examensarbeit, 2002, 117 Seiten
Autor: Mandy Zimmerling
Fach: Pädagogik - Heil- und Sonderpädagogik
Details
Tags: Verhaltensstörungen, Bewegung, Bewegungsstörungen, Bewegungsförderung, Wahrnehmung, Wahrnehmungsstörungen, Wahrnehmungsförderung, Psychomotorik, Prävention, Intervention, Arbeitsgemeinschaft, Sp
Jahr: 2002
Seiten: 117
Note: 1,0
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-18086-3
Dateigröße: 315 KB
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von Verhaltensstörungen
am Beispiel von Wahrnehmungs-
und Bewegungsförderung
im Fach
Verhaltensgestörtenpädagogik
an der Universität Leipzig
vorgelegt von: Mandy Zimmerling
Abgabetermin: 25. Januar 2002
Vorwort
[...]
Inhalt
1 Einleitung ... 5
2 Begriffsklärung und Definition von Verhaltensstörungen ... 7
3 Prävention und Intervention von Verhaltensstörungen ... 10
3.1 Grundlegende Aspekte der Prävention ... 10
3.2 Präventionsmaßnahmen in der Schule ... 12
3.3 Interventionsmaßnahmen ... 15
3.4 Pädagogisch-therapeutische Intervention bei Verhaltensstörungen ... 17
3.5 Pädagogische Verhaltensmodifikation ... 21
4 Wahrnehmungs- und Bewegungsförderung als Präventions- und Interventionsmaßnahme ... 23
4.1 Wahrnehmungsförderung ... 24
4.2 Spielen als pädagogisch-therapeutisches Verfahren ... 26
4.3 Entspannung und Meditation als pädagogisch-therapeutisches Verfahren ... 31
4.4 Pädagogische Mototherapie/Psychomotorik ... 33
4.4.1 Grundlagen und Begriffsklärung ... 33
4.4.2 Inhalt und Ziele der Psychomotorik ... 35
4.4.3 Rahmenbedingungen psychomotorischer Förderung ... 39
4.4.4 Die Gestaltung der Psychomotorik-Stunden ... 43
4.4.5 Einsatz psychomotorischer Förderung in der Schule ... 44
4.5 Intervention nach AYRES und AFFOLTER ... 46
4.6 Lernen durch Bewegung (nach FROSTIG) ... 48
5 Praktische Erfahrungen und Erkenntnisse zur Wahrnehmungs- und Bewegungsförderung am Beispiel der Arbeitsgemeinschaft "Sport und Spiele" ... 50
5.1 Ausgangssituation und Idee ... 51
5.2 Pädagogische Begründung ... 51
5.3 Rahmenbedingungen ... 52
5.4 Konzept und Zielsetzung der Arbeitsgemeinschaft ... 56
5.5 Umsetzung des Konzeptes ... 58
5.5.1 Vorbereitungsmaßnahmen ... 58
5.5.2 Grundgerüst ... 59
5.5.3 Gesamtaufbau ... 61
5.5.4 Regeln ... 64
5.5.5 Rituale ... 65
5.5.6 Die Teilnehmer ... 66
5.5.7 Themen ... 67
5.5.8 Vorstellung von zwei AG-Nachmittagen ... 68
5.6 Evaluation ... 71
5.6.1 Verlauf und verwendete Verfahren ... 71
5.6.2 Besonderheiten, Probleme und Grenzen ... 72
5.6.3 Analyse und Bewertung ... 74
5.7 Zielbetrachtung ... 86
5.8 Konsequenzen ... 87
6 Schlusswort ... 88
7 Literaturverzeichnis ... 91
8 Anhang ... 97
1 Einleitung
"Können Kinder denn in unserer Lebensumwelt sich nicht frei bewegen und entfalten? Haben denn nicht alle Kinder täglich die Möglichkeit, sich auf dem Spielplatz oder in der Schule mit anderen Kindern bei Spiel und Sport frei und kreativ zu bewegen?"
(EGGERT 1995, S. 11)
Kinder erkunden, erleben und begreifen ihre personelle und dingliche Umwelt in ihren Wahrnehmungs- und Bewegungsaktivitäten. Sie lernen Fähigkeiten anderer Kinder einzuschätzen, treffen Absprachen im Bewegungsspiel, begreifen Regeln, streiten miteinander, kooperieren und erwerben auf diese Weise soziale Kompetenzen. Bewegung und Sinneserfahrung sind Motor der kindlichen Persönlichkeitsentwicklung. Unter der auf Leistung und Konsum orientierten Gesellschaft aber leiden die spezifischen Entfaltungsmöglichkeiten der Kinder, die Umwelt wirkt durch Einengung der natürlichen Spielmöglichkeiten bewegungs- und wahrnehmungshemmend. Das Erleben von Zeit und Raum ist geprägt durch eine komplette Durchstrukturierung des Alltags ohne freie, selbstständige Bewegungsentfaltung. Immer mehr wird die greifbare natürliche Realität im Alltag durch eine imaginäre Welt der Medien und vor allem des Fernsehens ersetzt. Kinder, und vor allem in ihrer Entwicklung und ihrem Verhalten auffällige Kinder, brauchen nicht weniger sondern mehr Handlungsräume zur Kompensation von Problemen und einschränkenden Entwicklungsbedingungen.
Auffälliges Verhalten provoziert zum Nachdenken über Ursachen und Bedingungen seiner Entstehung, vor allem aber über Möglichkeiten, dieses zu vermeiden bzw. Handlungsalternativen anzubieten. Im ersten Teil der vorliegenden Arbeit werden, ausgehend von der Definition von Verhaltensstörungen, Möglichkeiten der Prävention und Intervention von Verhaltensstörungen aufgezeigt. Im Hinblick auf das Thema der Arbeit und auf den praktisch-empirischen Teil wird dabei im besonderen Maße auf die Möglichkeiten Wert gelegt, die sich auf Wahrnehmungs- und Bewegungsförderung beziehen und die für das Konzept zur Umsetzung in die Praxis relevant sind.
Kindheit hat sich verändert und Schule muss sich auf diese Veränderungen einstellen, sich den veränderten Bedingungen stellen und im Rahmen der sich bietenden Möglichkeiten einen positiven Beitrag zur Erziehung leisten. Ausgehend von einem ganzheitlichen Menschenbild soll mit der vorliegenden Arbeit eine Möglichkeit aufgezeigt werden, den veränderten Bedingungen der Umwelt von Kindern gerecht zu werden, Störungen im Verhalten zu verhindern bzw. zu kompensieren. Wahrnehmungs- und Bewegungsförderung als dynamischer Prozess fördert das Kind in seiner Ganzheit, ist Prävention von Fehlentwicklungen und kann durch den Einsatz vielfältiger Methoden, Elementen und Themen zu einer Stabilisierung der Gesamtpersönlichkeit des Kindes beitragen, das Vertrauen in eigene Fähigkeiten besitzt und sich mit der Umwelt auseinandersetzen kann.
Überlegungen, die Wahrnehmungs- und Bewegungsförderung als eine Präventionsmöglichkeit von Verhaltensstörungen legitimieren, gehen von verschiedenen Ansätzen aus. Diese werden im Kapitel 4 näher erläutert und beschrieben. Besondere Bedeutung kommt hier dem Ansatz der Psychomotorik zu, da dieser m.E. am besten die Förderung von Bewegung und von Wahrnehmung verknüpft und gut in die Praxis umsetzbar ist. Aufbauend auf die theoretischen Grundlagen verschiedener Ansätze folgt im Kapitel 5 der Versuch, Wahrnehmungs- und Bewegungsförderung am Beispiel einer von mir geleiteten Arbeitsgemeinschaft aufzuzeigen und als Präventionsmaßnahme von Verhaltensstörungen auszuweisen. Dieses Kapitel umfasst die Erfahrungen der praktischen Erprobung von Wahrnehmungs- und Bewegungsförderung von der Konzepterstellung bis zur Evaluation.
Ausschlaggebend für die Wahl des Themas waren zum einen die Erfahrungen, die ich im Laufe der letzten beiden Schuljahre im Rahmen der Leitung einer Arbeitsgemeinschaft machen konnte und die ich in der vorliegenden Arbeit versucht habe, einzubringen. Zum anderen habe ich mich im Vorfeld im Rahmen von Seminaren und einer Weiterbildungsveranstaltung mit dem Thema befasst und Interesse daran gefunden, mich näher damit zu beschäftigen und in der Praxis zu erproben. Ziel der Arbeit ist es, ein möglichst breites Spektrum an Möglichkeiten darzustellen, Wahrnehmungs- und Bewegungsförderung in der Pädagogik für Verhaltensgestörte anzuwenden und an einem konkreten Beispiel näher darzulegen sowie die im praktischen Teil aufgeworfene Frage "Kann Wahrnehmungs- und Bewegungsförderung im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft zur Prävention von Verhaltensstörungen beitragen?" hinreichend zu beantworten.
Wenn es um allgemeine Formulierungen bezüglich Personen geht, werden aus Gründen der Lesbarkeit und des Aufwandes stets die maskulinen Bezeichnungen verwendet, gemeint sind aber immer auch die femininen Bezeichnungen.
2 Begriffsklärung und Definition von Verhaltensstörungen
Verhaltenstörung ist ein Begriff, der sehr vielschichtig ist und unterschiedlich interpretiert wird. Was der eine als eine Verhaltenstörung ansieht, ist für den anderen noch keine Störung im Verhalten.
[...]
Kommentare
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