Inhaltsverzeichnis II
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis II
Abbildungs- und Tabellenverzeichnis V
Abkürzungsverzeichnis VIII
Vorwort IX
1. Einleitung 1
1.1 Aufgabenstellung 1
1.2 Zielsetzung 2
1.3 Gang der Arbeit 3
2. Vorstellung der Untersuchungsobjekte (3 EFH) 5
2.1 Gebäude I 5
2.2 Gebäude II 5
2.3 Gebäude III 6
2.4 Allgemeines 6
3. Bauphysikalische Grundlagen zur Bewertung des 7
Energieverbrauchs der Untersuchungsobjekte (3 EFH) 7
3.1 Leistung, Verbrauch und Temperatur 7
3.2 Wärmeleitfähigkeit 7
3.3 Wärmedurchlasszahl, Wärmedurchlasswiderstand und
Wärmedurchlasskoeffizient 10
3.4 Wärmedurchgang, Wärmedurchgangswiderstand und
Wärmedurchgangskoeffizient 11
3.5 Wasserdampfdiffusionswiderstand 12
3.6 Bewertung 12
4. Vorgaben für die Untersuchungsobjekte (3 EFH) aus der 16
Energieeinsparverordnung 2007 (EnEV 2007 ) 16
4.1 Bauliche Anforderungen und Maßnahmen durch die EnEV 2007 an
Gebäude im Bestand in Hinblick auf die Gebäudehülle 17
4.1.1 Außenwände 19
4.1.2 Fenster, Fenstertüren und Dachflächenfenster 20
4.1.3 Außentüren 20
4.1.4 Decken, Dach und Dachschrägen 21
4.1.5 Wände / Decken gegen unbeheizte Räume u. Erdreich 22
4.1.6 Vorhangfassaden 23
5. Analyse der Gebäudehülle der Untersuchungsobjekte 25
(3 EFH) nach folgenden Bauteilgruppen 25
5.1 Außenwandkonstruktion mit U-Wert 26
Inhaltsverzeichnis III
5.1.1 Gebäude I 27
5.1.2 Gebäude II 30
5.1.3 Gebäude III 33
5.1.4 Zusammenfassung 35
5.2 Dach/Decken 36
5.2.1 Gebäude I 36
5.2.2 Gebäude II 37
5.2.3 Gebäude III 38
5.3 Fußboden 39
5.3.1 Gebäude I 39
5.3.2 Gebäude II 40
5.3.3 Gebäude III 41
5.4 Resümee 42
6. Mauerwerksaufbau und Dämmung der Außenwände der 43
Untersuchungsobjekte (3 EFH) 43
6.1 Kerndämmung und Umsetzung der Einschäumung der Außenwände
mit Aminoplastortschaum 44
6.1.1 Die Bestandsaufnahme der Außenwandkonstruktion 47
6.1.2 Die Anforderungen der Dämmstoffe 50
6.1.3 Der Dämmstoff „Aminoplastortschaum“ 52
6.1.4 Das Dämmungsverfahren 55
6.1.5 Vor- und Nachteile der Kerndämmung 57
6.2 Außen-Dämmung 58
6.2.1 Vor- und Nachteile der Außendämmung (WDVS) 61
6.3 Innendämmung 61
6.3.1 Vor- und Nachteile der Innendämmung 64
6.4 Fazit bezogen auf die Dämmungsarten 64
7. Vergleich der Energiebilanzen (Energieverbrauch) der nach 66
träglich wärmegedämmten Objekte mit Aminoplastortschaum 66
7.1 Vergleichskriterien 66
7.1 1 Veränderung des Heizverhalten 66
7.1.2 Veränderung der Bauteile und der Haustechnik 66
7.1.3 Veränderung der Nutzeranzahl 67
7.1.4 Klimafaktor (Witterungsbereinigung) 67
7.2 Energiebilanzen vor der Sanierungsmaßnahme 68
7.3 Energiebilanzen nach der Sanierungsmaßnahme 69
7.4 Vergleich anhand des Verbrauchs 72
Inhaltsverzeichnis IV
8. Wirtschaftlichkeitsbetrachtung der nachträglich kerngedämmten
Untersuchungsobjekte (3 EFH) mit Aminoplastortschaum 74
8.1 Verfahren zur Berechnung 75
8.2 Kosten-Nutzen Analyse 76
8.2.1 Investitionskosten 76
8.2.1.1 Gebäude I 77
8.2.1.2 Gebäude II 78
8.2.1.3 Gebäude III 79
8.2.2 Berechnung der monetären Energieersparnis 80
8.2.2.1 Preisentwicklung von Erdgas je Cent pro kWh 80
8.2.2.2 Einsparung Gebäude I 81
8.2.2.3 Einsparung Gebäude II 82
8.2.2.4 Einsparung Gebäude III 82
8.2.3 Durchführung der Kosten-Nutzen Analyse 83
8.2.3.1 Gebäude I 84
8.2.3.2 Gebäude II 85
8.2.3.3 Gebäude III 86
8.3 Äquivalentpreis der eingesparten Energie 87
8.3.1 Gebäude I 89
8.3.2 Gebäude II 90
8.3.3 Gebäude III 91
8.4 Amortisationsdauer 92
8.4.1 Gebäude I 94
8.4.2 Gebäude II 95
8.4.3 Gebäude III 96
8.5 Opportunitätskosten 97
8.5.1 Gebäude I 98
8.5.2 Gebäude II 99
8.5.3 Gebäude III 100
9. Fazit der Arbeit 101
Anlagenverzeichnis 103
Quellenverzeichnis 107
Abbildungs- und Tabellenverzeichnis V
Abbildungs- und Tabellenverzeichnis
Abb. 1 : Vorstellung Gebäude I 5
Abb. 2 : Vorstellung Gebäude II 5
Abb. 3 : Vorstellung Gebäude III 6
Abb. 4 : Wärmeleitwert von Baustoffen 8
Abb. 5 : Bemessungswerte der Wärmedurchlasswiderstände R von
Luftschichten 9
Abb. 6 : Bau und Wärmedämmstoffe im direkten Vergleich 10
Abb. 7 : Wärmedurchgang, Wärmedurchlass und Wärmeübergang 14
Abb. 8 : Höchstwerte der Wärmedurchgangskoeffizienten bei erstmaligem
Einbau, Ersatz und Erneuerung von Bauteilen 24
Abb. 9 : Energieersparnis bei der Dämmung der einzelnen Bauteile 25
Abb. 10 : Wandaufbau Gebäude I 27
Abb. 11 : Wärmedurchgangskoeffizienten-Berechnung vor Dämmung von
Gebäude I 28
Abb. 12 : Wärmedurchgangskoeffizienten-Berechnung nach Dämmung von
Gebäude I 29
Abb. 13 : Wandaufbau Gebäude II 30
Abb. 14 : Wärmedurchgangskoeffizienten-Berechnung vor Dämmung von
Gebäude II 31
Abb. 15 : Wärmedurchgangskoeffizienten-Berechnung nach Dämmung von
Gebäude II 32
Abb. 16 : Wandaufbau Gebäude III 33
Abb. 17 : Wärmedurchgangskoeffizienten-Berechnung vor Dämmung von
Gebäude III 34
Abb. 18 : Wärmedurchgangskoeffizienten-Berechnung nach Dämmung von
Gebäude III 35
Abb. 19 : Dach /Deckenaufbau Gebäude I 36
Abb. 20 : Dach /Deckenaufbau Gebäude II 37
Abb. 21 : Dach /Deckenaufbau Gebäude III 38
Abb. 22 : Fußbodenaufbau Gebäude I 39
Abb. 23 : Fußbodenaufbau Gebäude II 40
Abb. 24 : Fußbodenaufbau Gebäude III 41
Abb. 25 : Anteil der Außenwände an der Gebäudehülle 43
Abb. 26 : Mauerwerksaufbau (zweischalig) von Außenwänden mit
Luftschicht 45
Abb. 27 : Mauerwerksaufbau von Außenwänden, Kerndämmung mit UF
Ortschaum 46
Abb. 28 : Vertikalschnitt einer typischen zweischaligen Außenwand
Mauerwerkskonstruktion 47
Abb. 29 : Endoskopie eines zweischaligen Mauerwerks 48
Abb. 30 : Mögliche Luftschichtdicke bei zweischalligem Mauerwerksaufbau 49
Abb. 31 : Luftschicht zwischen Mauerwerksschalen 50
Abb. 32 : Inhalt eines Güteüberwachungssiegel als Muster 51
Abb. 33 : Erster Schritt, Bohrung 55
Abb. 34 : Zweiter Schritt, Einführung 56
Abbildungs- und Tabellenverzeichnis
Abb. 35 : Dritter Schritt, Bohrloch schließen
Abb. 36 : Vor- und Nachteile der Kerndämmung
Abb. 37 : Mauerwerksaufbau von Außenwänden, Außendämmung
Abb. 38 : Vor- und Nachteile der Außendämmung
Abb. 39 : Mauerwerksaufbau von Außenwänden, Innendämmung
Abb. 40 : Vor- und Nachteile der Innendämmung
Abb. 41 : Durchschnittsverbrauch (kWh) vor der Dämmung, Gebäude I
Abb. 42 : Durchschnittsverbrauch (kWh) vor der Dämmung, Gebäude II
Abb. 43 : Durchschnittsverbrauch (kWh) vor der Dämmung, Gebäude III
Abb. 44 : Voraussichtlicher Verbrauch (kWh Erdgas) nach der Dämmung,
Gebäude I
Abb. 45 : Voraussichtlicher Verbrauch (kWh Erdgas) nach der Dämmung,
Gebäude III
Abb. 46 : Heizenergieverbrauch der jeweiligen Monate
Abb. 47 : Voraussichtlicher Verbrauch (kWh) nach der Dämmung, Gebäude I
Abb. 48 : Verbrauch (kWh) nach der Dämmung, Gebäude II
Abb. 49 : Voraussichtl. Durchschnittsverbrauch (kWh) nach der Dämmung,
Gebäude III
Abb. 50 : Darstellung des Verbrauchs (kWh) vorher/nachher
Abb. 51 : Bereinigte Darstellung des Verbrauchs (kWh) vorher/nachher
Abb. 52 : Gesamtsumme Investitionskosten Gebäude I
Abb. 53 : Gesamtsumme Investitionskosten Gebäude II
Abb. 54 : Gesamtsumme Investitionskosten Gebäude III
Abb. 55 : Preisentwicklung je Cent pro kWh Erdgas der vergangenen Jahre
Abb. 56 : Voraussichtliche Preisentwicklung für Gas je Cent pro kWh
Abb. 57 : Einsparung in Gebäude I
Abb. 58 : Einsparung in Gebäude II
Abb. 59 : Einsparung in Gebäude III
Abb. 60 : Kosten-Nutzen Verlauf von Gebäude I
Abb. 61 : Erträge durch die Kerndämmung bei dem Gebäude I
Abb. 62 : Kosten-Nutzen Verlauf von Gebäude II
Abb. 63 : Erträge durch die Kerndämmung von Gebäude II
Abb. 64 : Kosten-Nutzen Verlauf von Gebäude III
Abb. 65 : Erträge durch die Kerndämmung von Gebäude III
Abb. 66 : Preis der eingesparten Kilowattstunde Energie von Gebäude I
Abb. 67 : Preis der eingesparten Kilowattstunde Energie von Gebäude II
Abb. 68 : Preis der eingesparten Kilowattstunde Energie von Gebäude III
Abb. 69 : Amortisation der Kerndämmungs-Maßnahme von Gebäude I
Abb. 70 : Graphische Darstellung der Amortisation von Gebäude I
Abb. 71 : Amortisation der Kerndämmungs-Maßnahme bei dem Gebäude II
Abb. 72 : Graphische Darstellung der Amortisation bei Gebäude II
Abb. 73 : Amortisation der Kerndämmungs-Maßnahme bei dem Gebäude III
Abb. 74 : Graphische Darstellung des Amortisation bei Gebäude III
Abb. 75 : Endkapital bei Festgeldanlage der Sanierungskosten bei dem
Gebäude I
Abb. 76 : Endkapital bei Festgeldanlage der Sanierungskosten bei dem
Gebäude II
Abbildungs- und Tabellenverzeichnis VII
Abb. 77 : Endkapital bei Festgeldanlage der Sanierungskosten bei dem
Gebäude III 100
Abkürzungsverzeichnis VIII
Abkürzungsverzeichnis
Abb. Abbildung Bsp. Beispiel bzw. beziehungsweise d. h. das heißt EFH Einfamilienhaus EnEV Energieeinsparverordnung evtl. eventuell ggf. gegebenenfalls i. d. R. in der Regel KS Kalksandstein kWh Kilowattstunde o. g. oben genannten p. a. Per annum sog. so genannte Tab. Tabelle u. a. unter anderem UF Urea-Formaldehyd usw. und so weiter Vgl. Vergleich z. B. zum Beispiel
Vorwort IX
Vorwort
Die Entscheidung, mich in der vorliegenden Diplomarbeit mit der Thematik der Analyse und Bewertung von Energiebilanzen im Einfamilienhausbereich aus-einander zu setzen, basiert im Wesentlichen auf drei Gründe, die im Folgenden erörtert werden:
Im Praxissemester hatte ich die Möglichkeit mich mit der nachträglichen Wärmedämmung von zweischaligem Mauerwerk durch Aminoplastortschaum im Einfamilienhausbereich auseinander zu setzen. Dort war ich an der nachträglichen Wärmedämmung von mehr als 20 Objekten beteiligt. Insofern begründet sich die Auswahl der Themenstellung in der theoretischen Erweiterung der bereits im Praxissemester erworbenen Erkenntnisse.
Folgerichtig geht es in der vorliegenden Arbeit um einen empirisch orientierten Hintergrund. Es ist im Zusammenhang mit der Wärmedämmmaßnahme primär, dass ein „wirtschaftliches Ergebnis“ der Objekte erzielt wird. Unter einem wirtschaftlichen Ergebnis versteht sich eine lohnende Energieersparnis, die sich aus den geringeren Geldausgaben des jeweiligen Eigentümers definiert. Daraus resultiert die ökonomische Perspektive der angesprochenen Sanierungsmaßnahme, die den ausschlaggebenden Grund zur theoretischen Auseinandersetzung mit der genannten Thematik darstellt.
Ein letzter zentraler Beweggrund, die genannte Thematik näher zu betrachten, ist der, dass ich im Anschluss des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen-Bauwirtschaft, den Ergänzungsstudiengang Facility-Management und Immobilienwirtschaft anstrebe, zu studieren. Immobilienwirtschaft und Facility Management sind integrative Disziplinen, die der Wertschöpfung im Bereich der Immobilien - von ihrer ersten Idee, über die Entwicklung, Erstellung, Nutzung und Betrieb - bis zu ihrer Umwidmung dienen. Daher tendiere ich zu einer Themenstellung aus der Bauwirtschaft, die sowohl die energiesparende Nutzung einer Immobilie als auch das energieeffiziente Bauwesen selbst berührt
1. Einleitung 1
Analyse und Bewertung von Energiebilanzen vorhandener,
nachträglich wärmegedämmter Bauobjekte
1. Einleitung
1.1 Aufgabenstellung
Mit dem Beginn der Ölkrise von 1973 kam erstmalig einer breiten Öffentlichkeit der Bundesrepublik Deutschland das Bewusstsein für die Notwendigkeit zur Energieeinsparung auf. Durch die daraufhin erfolgte Drosselung der Erdölproduktion kam es zu einer Preissteigerung pro Barrel (159 Liter) Öl von über 400%. Die direkte Reaktion in Deutschland, angesichts der Ölkrise, war, dass an vier Sonntagen im November/Dezember 1973 ein Fahrverbot verhängt und neue Geschwindigkeitsbegrenzungen eingeführt wurden. Schließlich war die Ölkrise ein entscheidender Faktor, dass Gesetz zur Einsparung von Energien in Gebäuden (Energieeinspargesetz) vom 22.7.1976 zu verabschieden. Im weiteren Verlauf der Jahre wurde dieses Gesetzt verändert und ergänzt. Demzufolge bildete dieses Gesetz die Grundlage für die Heizkostenverordnung vom 28.2.1981 und der Heizungsanlagenverordnung vom 20.1.1989. Ein weiterer Meilenstein war die Verordnung über einen energiesparenden Wärmeschutz bei Gebäuden (Wärmeschutzverordnung), welche am 16.8.1994 verabschiedet und am 1.1.1995 in Kraft trat. Erstmalig wurden in dieser Verordnung Anforderungen an die Dichtheit eines Gebäudes gestellt. 1
1 Vgl. Fischer/Hopfensperger/Pably/Schneiderhan, Energieausweis u. neue EnEV, 2007, S.12
1. Einleitung 2
Im Zuge der dynamischen rechtspolitischen Entwicklung wurde 1997 das sogenannte Kyoto-Protokoll verabschiedet. Die daraus resultierenden globalen Forderungen nach einer nachweisbaren Reduktion des CO2- Ausstoßes haben die Aufmerksamkeit auf die Notwendigkeit der Energieeinsparung in allen Bereichen gelenkt. Angesichts der Tatsache, dass etwa 41% des Primärenergieverbrauchs 2 in Gebäuden auftritt, wird die Bedeutung der Energieeffizienz 3 von Gebäuden offenkundig. 4
Aus dieser politischen Entwicklung, gekoppelt mit den Vorgaben, die es zu erfüllen gilt und im Zusammenhang mit den steigenden Energiekosten für die Verbraucher, ergibt sich insbesondere im Einfamilienhausbereich ein wachsendes Bedürfnis nach Energieeinsparungen. Dementsprechend ist es notwendig, nicht nur den Energieverbrauch einer Immobilie aufzuzeigen, sondern simultan die Entstehung dieses Verbrauchs zu analysieren. Mit einer Analyse in Form einer Energiebilanz lassen sich Sanierungsmöglichkeiten aufzeigen, um damit die Energie effizient zu nutzen, Kosten einzusparen und ein behagliches 5 Wohnklima zu schaffen.
Aus der im Vorfeld aufgezeigten u. a. politischen Entwicklung ergibt sich die Zielsetzung der vorliegenden Arbeit. Denn in Zukunft wird das Thema „Energieeinsparung“ zunehmend an Bedeutung gewinnen, da sich ein stetig steigender Energiepreis abzeichnet.
1.2 Zielsetzung
Angesichts der Bedeutung des Themas „Energieeffiziente Gebäude“, dass durch die Vorgaben der Energieeinsparverordnung 2007 wie beispielsweise die Einführung der Energieausweise für Bestandsgebäude untermauert wird, ist in den letzten Jahren ein enormer Markt bezüglich der nachträglichen Wärmedämmung von Bestandsgebäude entstanden. Begriffe wie Wärmedämmver-
2 AlsPrimärenergie bezeichnet man in der Energiewirtschaft die Energie, die mit den natürlich vorkommenden Energieformen oder Energiequellen zur Verfügung steht, wie etwa als Rohöl, Gas oder Wind (Vgl. Königstein, Ratgeber für energieeffiziente Gebäude, 2007, S. 92).
3 Aus dem Lateinischen kommend (efficere = bewirken). „Energieeffiziente Gebäude sind Gebäude, die zur Erfüllung ihrer Nutzenbedingungen einen möglichst geringen Energiebedarf aufweisen“ (Hirschberg, Energieeffiziente Gebäude, 2008, S. 12).
4 Vgl. Hirschberg, Energieeffiziente Gebäude, 2008, S.11
5 Im Volksmund versteht man unter Behaglichkeit gemütliche und angenehme Atmosphäre, häusliche Annehmlichkeit. Diese lässt sich in baulicher Hinsicht nur dann erzielen, wenn die Außenbauteile in jeder Beziehung optimalen Forderungen entsprechen (vgl. Heck, Energie- kosten senken, 2007, S.13).
1. Einleitung 3
bundsysteme oder Kerndämmung haben sich zunehmend in das Bewusstsein der Bevölkerung eingefügt. Das zeigt sich u. a. daran, dass mittlerweile eine Vielzahl an Unternehmen diese Arten der Dämmungsmaßnahmen anbieten. Allerdings beschränken sich zahlreiche Unternehmen auf die Kerndämmung mit dem sog. UF-Ortschaum, der auch als Dämmstoff unter Aminoplastortschaum bekannt ist. Angesichts der in der Unternehmenspraxis häufig angewandten Sanierungsmaßnahme gilt es, diesen Dämmstoff in Verbindung mit der Dämmmaßnahme genauer zu betrachten.
In den Werbeunterlagen dieser Unternehmen wird eine Energieeinsparung von bis zu 30% postuliert. Daraus lässt sich die primäre Zielsetzung der vorliegenden Arbeit ableiten, die sich auf die Verdeutlichung der tatsächlich eingesparten Energie durch die nachträgliche Wärmedämmung mit Aminoplastortschaum bezieht.
Es wird daher mit der vorliegenden Arbeit anhand des Gasverbrauchs von drei Untersuchungsobjekten, die nachträglich mit Aminoplastortschaum gedämmt wurden, eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung angeführt. Allerdings ist die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung nicht als Maßstab für jedes Gebäude anzusehen, da Gebäude immer individuellen Faktoren wie Konstruktion, Nutzung, Nutzeranzahl, usw. ausgesetzt sind. Zudem ist die Betrachtung auf eine gewisse Dauer beschränkt und unterliegt verschiedenen Einflussgrößen wie z. B. dem Klima. Eine Energieeinsparung kann sich daher erst zu einem späteren Zeitpunkt bemerkbar machen. Demzufolge kann diese Ausarbeitung nicht als Richtwert für die Nutzer dieser Dämmungsmethode sondern nur als Anhaltspunkt dienen.
1.3 Gang der Arbeit
Im zweiten Kapitel erfolgt zunächst eine kurze Vorstellung der vorhandenen drei Bauobjekte, auf die sich diese Ausarbeitung stützt. Zum besseren Verständnis der vorliegenden Arbeit sind zunächst im dritten Kapitel die bauphysikalischen Grundlagen, die für die Bewertung des Energieverbrauchs von entscheidender Bedeutung sind, näher zu betrachten. Im Bereich des Energieverbrauchs sowie bei Sanierungsmaßnahmen enthält die Energieeinsparverordnung 2007 bestimmte Vorgaben, die es einzuhalten gilt. Die Richtlinien, die u. a. für verschiedene nachträglich durchgeführte Sanierungsmaßnahmen von Gebäudehüllen gelten, werden im vierten Kapitel beschrieben.
1. Einleitung 4
Nachdem das zweite Kapitel eine kurze Vorstellung der Gebäude zeigt, werden die Gebäude im fünften Kapitel genauer analysiert. Es werden die einzelnen Konstruktionsdetails der Gebäudehülle aufgezeigt, da die Konstruktion eines Gebäudes ein wesentlicher Einflussfaktor im Sinne des Energieverbrauches darstellt. Generell besteht die Gebäudehülle aus den Bauteilen Außenwand, Fenster, Dach und Decken.
Das sechste Kapitel beinhaltet verschiedene energieeffiziente Sanierungsmaßnahmen, wobei dezidiert auf die Kerndämmung mit dem Dämmstoff Ami-noplastortschaum als Dämmungsmaßnahme von Außenwänden eingegangen wird. Dieses Kapitel enthält zudem eine Vorstellung von anderen gängigen Dämmungsmaßnahmen der Außenwand als Teil der Gebäudehülle mit dem entsprechenden Mauerwerksaufbau. Abschließend werden die einzelnen möglichen Dämmungsarten miteinander verglichen, um jeweils ihrer Anwendung und deren Vor- und Nachteile zu verdeutlichen.
Im siebten Kapitel beginnt die wissenschaftliche Ausarbeitung als solche. Es werden die Energiebilanzen der vorhandenen Gebäude erstellt und analysiert. Dieses Kapitel legt den Grundstein für die wirtschaftliche Betrachtung des achten Kapitels. Bereits aus dem siebten Kapitel lässt sich in Affinität zum achten Kapitel eine Stoßrichtung ableiten, die im Kontext der Ergebnisse der Wirtschaftlichkeit relevant sind.
Im achten Kapitel erfolgt unter der Berücksichtigung von vorhandenen, errechneten Ergebnissen die wirtschaftliche Analyse der im Vorfeld prozentual be- stimmten eingesparten Energie.
2. Vorstellung der Untersuchungsobjekte (3 EFH) 5
2. Vorstellung der Untersuchungsobjekte (3 EFH)
2.1 Gebäude I
Abb. 1: Vorstellung Gebäude I
Quelle: Eigene Darstellung
2.2 Gebäude II
Abb. 2: Vorstellung Gebäude II
Quelle: Eigene Darstellung
2. Vorstellung der Untersuchungsobjekte (3 EFH) 6
2.3 Gebäude III
Abb. 3: Vorstellung Gebäude III
Quelle: Eigene Darstellung
2.4 Allgemeines
Aus den vorangegangenen Abbildungen werden die Gemeinsamkeiten der Gebäude deutlich. Zum einen Verfügen alle Gebäude über eine Gaszentralheizung und zum anderen sind die Fenster bei allen Gebäuden Thermopenfenster, zweifach verglast.
Festzustellen ist, dass die Bauobjekte (Gebäude I und Gebäude III) jeweils in den 50er Jahren erbaut sind. Das Gebäude II dagegen ist in den 90er Jahren erbaut worden. Aufgrund der verschiedenen Baujahre der Untersuchungsobjekte zeigen sich dementsprechend im Bereich der Gebäudehülle Abweichungen.
Die Unterschiede der Gebäudehüllen durch die unterschiedlichen Baujahre der Gebäude zeigt das fünfte Kapitel auf.
3. Bauphysikalische Grundlagen zur Bewertung des Energieverbrauchs der (3 EFH) 7
3. Bauphysikalische Grundlagen zur Bewertung des
Energieverbrauchs der Untersuchungsobjekte (3
EFH)
Zum besseren Verständnis der Ausarbeitung werden im Kontext der Themenstellung zunächst die Wesentlichen bauphysikalischen Grundlagen aufgezeigt. Die folgenden Begrifflichkeiten bilden zentrale Aspekte zur Bewertung des Energieverbrauchs, die im weiteren Verlauf der Themenbearbeitung unter speziellen Gesichtspunkten erneut aufgegriffen und thematisiert werden.
3.1 Leistung, Verbrauch und Temperatur
Die Leistung gibt an, welche Energiemenge augenblicklich benötigt wird. Das Maß der Leistung ist die Einheit Watt [W] oder Kilowatt [kW]. Der Verbrauch dagegen gibt an, wie lange Leistung bezogen worden ist. Das Maß des Verbrauchs ist die Einheit Wattsekunde [Ws].
Temperaturen werden in den Einheiten Grad Celsius [°C] oder in Kelvin [K] gemessen. In der Physik werden die Temperaturen in Grad Celsius [°C], die Temperaturdifferenzen aber in Kelvin [K] angegeben. Beispielsweise wird die Lufttemperatur im Raum mit +20°C und die Lufttemperatur außen mit -10°C angegeben, während die Temperaturdifferenz zwischen innen und außen 30 K beträgt. 6
3.2 Wärmeleitfähigkeit
Die Wärmeleitfähigkeit [λ = W/(m·K)] ist eine Stoffgröße, die beschreibt, wie viel Energie durch ein Material hindurchgeht. Sie gibt an, welche Wärmemenge (Ws) in einer Sekunde durch 1m 2 einer 1m dicken Schicht eines Stoffes bei einem Temperaturunterschied von 1 K an den beiden Enden (dadurch entsteht der Wärmestrom) durchströmt. Die Einheit des Wärmestroms ist Joule pro Se-kunde bzw. Watt [1 J/s = 1 W]. Somit ergibt sich die Einheit der Wärmeleitfähigkeit zu J/(sm·K), beziehungsweise üblicherweise zu W/(m·K) und wird mit dem griechischen Buchstaben λ, für Klein Lambda, bezeichnet.
6 Vgl. Königstein, Ratgeber energiesparendes Bauen, 2007, S. 14
3. Bauphysikalische Grundlagen zur Bewertung des Energieverbrauchs der (3 EFH) 8
Je weniger Wärme durch ein Stoff strömt, je schlechter also die Wärmeleitfähigkeit, desto kleiner ist die Zahl. Fachleute bezeichnen den Wert heute mit „Bemessungswert“ der Wärmeleitfähigkeit. Dieser Wert ist für die Berechnung des Wärmedurchgangskoeffizienten einzusetzen. 7 Es gilt zu erwähnen, dass Luft ein schlechter Wärmeleiter ist. Daraus ergibt sich, dass das λ auch von der Rohdichte 8 abhängt. Je leichter ein Stoff, desto mehr Luft ist eingeschlossen und umso kleiner wird λ, was bei Dämmstoffen der Fall ist. Die Wärmeleitfähigkeit hingegen erhöht sich mit zunehmendem Feuchtigkeitsgehalt, weil Wasser Wärme gut leitet. Es gilt also, dass, je kleiner oder niedriger λ ist, desto besser oder höher ist die Dämmwirkung, umso besser ist der Wärmeschutz. 9
Quelle: Eigene Darstellung
Aus der Abbildung vier wird deutlich, dass die Wärmeleitfähigkeit von Ami-noplastortschaum der Marke im direkten Vergleich
zu Luft größer ist. Allerdings ist der Wärmeleitfähigkeit der Luft von 0,02454 W/(m·K) unter bestimmten Bedingungen errechnet worden, die in einer zweischalgien Mauerwerkskonstruktion nicht zutreffen. Daher ist dieser Wärmeleitwert der Luft nicht als Vergleichsgröße anzusetzen. Dementsprechend liefert die Folgende Abbildung fünf den Lösungsansatz, um die Wärmeleitfähigkeit der Luft in einer zweischaligen Mauerwerkskonstruktion zu bestimmen:
7 Siehe dazu Abschnitt 3.4, Wärmedurchgang, Wärmedurchgangswiderstand und Wärmedurchgangskoeffizient, S. 11
8 Gemessen in ρ [kg/m 3 ], je weniger Luft eingeschlossen ist, desto höher ist die Rohdichte, umso höher ist die Wärmeleitfähigkeit λ und damit verbunden eine schlechtere Wärmedämmung (vgl. Königstein, Ratgeber energiesparendes Bauen, 2007, S. 19).
9 Vgl. Königstein, Ratgeber energiesparendes Bauen, 2007, S. 15
10 Vgl. Stöcker, Taschenbuch der Physik, 1998, S. 724
11 Der Rechenwert für beträgt 0,04 W(/m·K), der Laborwert
beträgt 0,033 W/(m·K) (siehe auch dazu Anlage 1, Technisches Datenblatt, S. 102).
3. Bauphysikalische Grundlagen zur Bewertung des Energieverbrauchs der (3 EFH) 9
Abb. 5: Bemessungswerte der Wärmedurchlasswiderstände R von Luftschichten 1) nach DIN 4108 Teil 4
Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Schneider, Bautabellen für Ingenieure, 1998, S. 10.26
Die Formel für den Wärmedurchlasswiderstand R lautet:
Demnach kann durch Umstellung der Formel für den Wärmedurchlasswider-stand die Wärmeleitfähigkeit der Luft [λ = W/(m·K)] in einem zweischaligem Mauerwerk bestimmt werden.
Aus den oben zu ersehenden Berechnungen wird deutlich, dass die Wärmeleitfähigkeit von Aminoplastortschaum im direkten Vergleich zur Luft in der Mauerwerkskonstruktion fast zehnmal geringer ist. Die logische Konsequenz ist daher, die vorhandene Luftschicht von zweischaligem Mauerwerk mit dem Dämmstoff Aminoplastortschaum zu füllen, um einen besseren Wärmeschutz zu erzielen.
3. Bauphysikalische Grundlagen zur Bewertung des Energieverbrauchs der (3 EFH) 10
Aus der folgende Abbildung wird ersichtlich, dass für den gleichen Wärmeschutz [hier U-Wert von 0,25 W/(m 2 ·K)] je nach Stoff und λ die Dicke (in Meter) sehr unterschiedlich ausfällt.
Abb. 6: Bau und Wärmedämmstoffe im direkten Vergleich
Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Königstein, Ratgeber energiesparendes Bauen, 2007, S. 15
3.3 Wärmedurchlasszahl, Wärmedurchlasswiderstand und
Wärmedurchlasskoeffizient
Die Wärmedurchlasszahl [Ʌ in W/(m 2 ·K)] ist der Wärmestrom W, der in einer Stunde durch eine 1 m 2 große Wandfläche, bestehend aus einer oder mehrerer Schichten unterschiedlicher Baustoffe, fließt, wenn das Temperaturgefälle in Richtung Wärmestrom 1K beträgt. Die Wärmedurchlasszahl ergibt sich durch die Wärmeleitfähigkeit, dividiert durch die Dicke der betreffenden Schicht in Meter. Die Summe aller Einzelwerte ergibt die Wärmedurchlasszahl [Ʌ = λ 1 /S 1 +λ 2 /S 2 +….λ n /S n ].
3. Bauphysikalische Grundlagen zur Bewertung des Energieverbrauchs der (3 EFH) 11
Der Kehrwert der Wärmedurchlasszahl Ʌ, für Groß Lambda, ergibt den Wider-stand R einer Schicht gegen das Durchströmen von Wärme. Bei mehrschichtigen Bauteilen ist für jede Schicht nach diesem Rechenverfahren der Einzelwert festzustellen. Die Summe aller Einzelwerte ergibt dann den Wärmedurchlass-widerstand beziehungsweise Wärmedämmwert für das gesamte Bauteil [R = 1/Ʌ = S 1 /λ 1 + S 2 /λ 2 +…S n /λ n = (m 2 ·K)/W]. Je größer 1/Ʌ, desto besser die Wärmedämmung 12 .
Der Wärmedurchlasskoeffizient gibt an, welche Wärmemenge (Ws) im Behar-rungszustand (bei Dauerbeheizung) in einer Sekunde (1s) durch 1m 2 eines Bauteils mit einer Schichtdicke (s in Meter) durchgelassen wird, wenn die Temperaturdifferenz beider Bauteiloberflächen 1 Kelvin (1K=1°C) beträgt. Der Kehrwert des Wärmedurchlasswiderstandes ist der Wärmedurchlasskoeffizienten [Ʌ/1 = λ 1 /S 1 + λ 2 /S 2 +…λ n /S n = W(m 2 ·K)].
3.4 Wärmedurchgang, Wärmedurchgangswiderstand und
Wärmedurchgangskoeffizient
Als Wärmedurchgang wird eine Energieübertragung bezeichnet, die entsteht, wenn Flüssigkeiten oder Gase mit unterschiedlicher Temperatur durch eine feste Wand voneinander getrennt sind. Der Wärmedurchgang im Gebäudebereich findet beispielsweise durch die Außenwand oder das Fenster vom warmen oder beheizten Innenraum zur kalten Außenluft statt. 13 Energie fließt immer von der höheren zur niedrigeren Temperaturseite und niemals Kälte zur warmen Seite. 14
Der Wärmedurchgangswiderstand [R T = 1/ U] eines Bauteils (ein- oder mehrschichtig) zuzüglich der Wärmeübergangswiderstände 1/α i und 1/α a ergibt den Wärmedurchgangswiderstand [1/U= 1/α i + 1/Ʌ+1/α a = (m 2 ·K)/W]. Je größer 1/U desto besser die Wärmedämmung.
Der Wärmedurchgangskoeffizient, im Folgenden auch U-Wert genannt, dient als Messgröße des Wärmedurchgangs durch jedes Bauteil. Als U-Wert wird der Wärmestrom W bezeichnet, der durch eine Bauteilfläche von 1m 2 in einer Stun-
12 Wärmedämmungbezeichnet den Widerstand eines Bauteils gegen den Wärmedurchgang durch Wämeleitung bei einer Temperaturdifferenz innen/außen. (vgl.Riedel/Oberhaus/ Frössel/Haegele, Wärmedämmverbundsysteme, 2007, S. 38).
13 Vgl. Königstein, Ratgeber energiesparendes Bauen, 2007, S. 14-16
14 Königstein, Ratgeber energiesparendes Bauen, 2007, S. 16
3. Bauphysikalische Grundlagen zur Bewertung des Energieverbrauchs der (3 EFH) 12
de hindurchgeht, wenn der Temperaturunterschied, der das Bauteil auf beiden Seiten umgebenen Luft, 1 K beträgt. Der Wärmedurchgangskoeffizient ist der Kehrwert des Wärmedurchgangswiderstandes (U-Wert = 1/[(1/α i )+ (1/Ʌ)+(1/α a )] = W/(m 2 ·K)). Es gilt, je kleiner der U-Wert, desto besser die Wärmedämmung. 15
Der Wärmdurchgangskoeffizient lässt sich berechnen, indem man die Wärmeleitfähigkeit eines Baustoffes durch seine Dicke in [m] dividiert und anschließend den Kehrwert des Ergebnisses bildet. 16
3.5 Wasserdampfdiffusionswiderstand
Der Wasserdampfdiffusionswiderstand ist der Widerstand, welcher ein Bauteil in Abhängigkeit vom Material und seiner Schichtdicke dem Wasserdampftrans-port entgegensetzt. Dieser Widerstand wird durch die Zahl µ (sprich: mü) gekennzeichnet. Der Wasserdampfdiffusionswiderstand gibt an, wie dicht ein Material für Dampf ist und bezieht sich auf den Widerstand von Luft. Je größer die Zahl µ ist, desto dichter ist ein Material. Beispielsweise hat Holz ein µ von 40, ist also 40mal so dicht wie Luft. 17 Der Aminoplastortschaum der Marke Dämmschaum AT hat ein µ-Wert von 2,4. 18 Im Bereich der Dämmstoffe ist ein hoher µ-Wert nicht von Vorteil, da damit ein schlechter Wasserdampftransport ver-bunden wird. Gerade bei Dämmstoffen ist es wichtig, Wasserdampft nach außen zu transportieren, damit Schimmelbildung vermieden wird. 19
3.6 Bewertung
Verstärkte Bemühungen beim Wärmeschutz von Gebäuden im Bereich der Energieeinsparung und beim Klimaschutz führten in den letzten Jahrzehnten zu einer stärkeren Einbeziehung bauphysikalischer Überlegungen in die Gebäudeplanung. Heute sind bauphysikalische Kenntnisse bei Entwurf, Planung, praktischer Ausführung und Nutzung von Bauwerken unerlässlich. Denn für die Sicherung der Funktionen und den Erhalt eines Gebäudes muss das Raumklima behaglich und auf seine Nutzer abgestimmt sein, Feuchtschäden vermieden und das Außenklima berücksichtigt werden. Notwendig ist auch der intelligente
15 Vgl. Heck, Energiekosten senken, 2007, S. 17
16 Vgl. Königstein, Ratgeber energiesparendes Bauen, 2007, S. 16
17 Vgl. Königstein, Ratgeber energiesparendes Bauen, 2007, S. 18
18 Siehe dazu Anlage 1, Technisches Datenblatt, S. 102
19 Vgl. Königstien, Ratgeber energiesparendes Bauen, 2007, S. 60-61
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Einsatz bauphysikalischer, baustofflicher, baukonstruktiver, anlagentechnischer und gestalterischer Mittel.
Mithilfe der Bauphysik lassen sich nachhaltige Gebäude entwickeln, die eine hohe thermische Behaglichkeit und einen niedrigen Energiebedarf aufweisen, sowie die bei Bedarf zugeführte Restenergiemenge effizient nutzen. Neben der Vermeidung jeglicher Kondensations- und Schimmelpilzprobleme verfügen sie außerdem über eine gute Versorgung mit Tageslicht und eine gute Raumakustik. Die dazu notwendigen Baustoffe und Konstruktionen werden in der Bauphysik besonders bezüglich der Durchlässigkeit von Wärme (Wärmeleitung, Wärmestrahlung, Wärmedämmung, Wärmeschutz), Feuchtigkeit (Wasserdampfgehalt, Feuchttransport, Kondensation von Wasser, Schimmelbildung in Wohnungen), Akustik und Luft untersucht.
Der wesentliche Grund, dass die zu untersuchenden Objekte dieser Ausarbeitung nachträglich gedämmt wurden, ist eine Wärmeschutzverbesserung, die eine Energieeinsparung zum Ziel hat.
Im Wesentlichen wird der Wärmeschutz eines Gebäudes oder Gebäudeteils von den Faktoren:
• Größe der wärmeübertragenden Außenflächen
• Wärmedurchgangswiderstand und Wärmeleitfähigkeit der Außenbauteile
• Größe der Fenster und Glasflächen
• Anordnung der einzelnen Schichten der Außenbauteile bei mehrschichtigem Aufbau
• Orientierung der einzelnen Außenbauteile, insbesondere der Fenster mit Berücksichtigung von Sonnenschutzmaßnahmen (solare Wärmegewinne)
• Luftdurchlässigkeit von Bauteilen
• Lüftung
beeinflusst. 20
20 Vgl. Lotz/Hammacher, Schimmelschäden vermeiden, 2004, S. 9
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Abb. 7: Wärmedurchgang, Wärmedurchlass und Wärmeübergang
Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Lübbe, Prüfungsfragen und Antworten zur Bauphysik, 1997, S.19.
Je größer der Wärmedurchlasswiderstand 1/Ʌ, desto höher die Energieeinsparung. D. h. also, je kleiner der Wärmedurchlasskoeffizient, desto höher ist die Energieeinsparung. Der Wärmedurchlasskoeffizient ist theoretisch der Wärmeleitwert bei 1 Meter Schichtdicke. Der Wärmedurchlasskoeffizient ist gleich der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert), wenn die Wärmeübergangskoeffizienten vernachlässigt werden. Die Wärmeübergangskoeffizienten sind zusätzliche Faktoren, die Energie einsparen. Bei Vernachlässigung der Wärmeübergangskoeffizienten zur U-Wert-Berechnung liegt man mit dem errechneten U-Wert deshalb immer auf der sicheren Seite.
Der gängigste Begriff in der energieeffizienten Gebäudeplanung ist der U-Wert. Dieser Wert wird meistens von den Herstellern vorgegeben und muss also nicht mehr bestimmt werden. Falls der Wärmedurchgangskoeffizient für ein Bauteil nicht definiert ist, bedient man sich der anderen Größen wie beispielsweise den Wärmeleitwert, um diesen U-Wert zu bestimmen.
Der U-Wert verschiedener Bauteilschichten kann bekanntermaßen gleich sein. Somit greifen die Bezugsgrößen wie beispielsweise die Wärmeleitfähigkeit oder der Wärmedurchlass, um ein Bauteil zu bewerten.
3. Bauphysikalische Grundlagen zur Bewertung des Energieverbrauchs der (3 EFH) 15
Der Wärmedurchgangskoeffizient berücksichtigt die verschiedenen Bauteilschichten einer Konstruktion mit einem rechnerischen Gesamtwert. Der Wärmleitwert hingegen berücksichtigt immer nur eine und zwar die zu untersuchende Bauteilschicht.
Die eingangs bauphysikalisch genannten Grundlagen werden u. a. angewendet, um die einzelnen Schichten eines Mauerwerksaufbaus, hinsichtlich des Energieverbrauchs (U-Wert) zu analysieren und zu bewerten.
Im anstehenden Kapitel werden die Vorgaben der Energieeinsparverordnung 2007 der bauphysikalischen Grundlagen verdeutlicht, die es einzuhalten gilt. Damit die Gebäude im Bestand ein gewisses Niveau aufweisen wie beispielsweise Neubau-Niveau, gilt es, bestimmte Vorgaben der Energieeinsparverord- nung 2007 bei Sanierungsmaßnahmen zu erfüllen.
Arbeit zitieren:
Christian Meyer, 2009, Analyse und Bewertung von Energiebilanzen vorhandener, nachträglich wärmegedämmter Bauobjekte im Einfamilienhausbereich, München, GRIN Verlag GmbH
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