These Bei der Horazlektüre fiel mir dieses prosodische Problem auf:
Hor.carm. I 8,7 (2.Sapph.Str.) Temperet ora frenis
Hor.carm. I 34,9 (Alk.Str.) Quo bruta tellus et vaga flumina
Die Endsilben bei ora bzw. vaga müssen aus metrischen Zwängen als Kürze gemessen werden, obwohl das folgende Wort mit zwei Konsonanten anlautet, diese Silben also eigentlich "positionslang" sein müssten. Da Horaz besonders selbstkritisch war (1) , vermutete ich eine Konvention, vergleichbar der altbekannten Regel "Muta cum liquida", auch für die Konsonantenfolge "Spirans cum liquida" (fl/fr). Wie ich feststellen musste, schweigen die einschlägigen Metriken und Grammatiken dazu (2) ; lediglich KÜHNER/HOLZWEIßIG (3) erwähnt dieses prosodische Phänomen, handelt es aber eher beiläufig unter dem Stichwort "Muta cum liquida" ab. Das aber ist m.E. nicht möglich, da die Spirans "f" nicht als Muta gelten kann.
BOLDRINI legt die Einteilung der Phoneme durch DE SAUSSURE zugrunde, die die Okklu-
sive / Mutae als momentane Phoneme scharf von den Spiranten/Frikativen als kontinuierlichen Phonemen trennt (f, v, s, z) (4) . Ebenso verfährt RUBENBAUER/HOFMANN (5) . Um der Sache auf den Grund zu gehen und auszuschließen, dass es sich hier nur um eine mehr zufällige Randerscheinung handelt, habe ich zunächst die Epoden und Oden (incl. Carmen saeculare) des Horaz auf dieses Phänomen hin untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass in den 3739 Versen an 116 Stellen "Spirans cum liquida" vorkommt, also in 3,1% der Verse. Dabei sind die Stellen nicht berücksichtigt, wo das mit fl/fr anlautende Wort am Anfang des Verses steht; an keiner dieser Stellen kann ja Synaphie vorliegen. Die Verteilung der Quantitäten (K=Kürze, NL=Naturlänge+Diphthong, PL=Positionslänge) vor den mit fl/fr anlautenden Wörtern zeigt diese Tabelle (6) :
Es stehen also 38 Kürzen 75 Längen gegenüber, d.h. 32,8% K : 67,2% L. Daraus folgt m.E. zwingend, dass hier eine Regel vorliegt, die gewissermaßen eine Parallele darstellt zu der Konvention "Muta cum liquida".
Um den zeitlichen Rahmen (2.Jh.v.Chr.-4.Jh.n.Chr.) abzustecken, ferner verschiedene literarische Genera zu überprüfen, habe ich daraufhin folgende Autoren und Werke stichprobenartig verglichen:
Catull (c.1-60; 64; 69-116) - Vergil (Ecl.; Aen.IV) - Tibull (Buch I) - Ovid (Am.I) - Phaedrus (I-V)- Terenz (Andria) - Lukrez (Buch I) - Lukan (Buch VIII) – Prudenz (Hamartigenia; Peristephanon XII-XIV) - Horaz (Serm.I-II; epist.I-II; ars poet.).
In der tabellarischen Übersicht wird vermerkt, wie viel lange (NL+PL) oder kurze (K) Silben vor Spirans cum liquida erscheinen und in welchem prozentualen Verhältnis sie zueinander stehen. Ferner wird ggf. vermerkt, auf wie viel Prozent der untersuchten Verse sich die Belegstellen verteilen (7) . Die Annalen des Ennius mussten wegen ihrer trümmerhaften Überlieferung in dieser Statistik unberücksichtigt bleiben (vgl. Anhang V).
Der Anteil der Verse mit Spirans cum liquida ist bei Vergil etwas höher als bei Lukrez, Prudenz und Lukan, deutlich höher im Epyllion Catulls (c.64), niedriger dagegen in Fabel, Satire, Brief sowie Catulls nugae und im Elegischen Distichon (Prudenz Perist. fällt aus dem Rahmen). Insgesamt liegt der Anteil durchschnittlich bei 5%. Mag auch die Häufigkeit von Spirans cum liquida gegenüber der von Muta cum liquida deutlich geringer sein (in Ovid am.I 1-5 beispielsweise 6 Stellen gegenüber 66 Stellen, also 2,94% : 33,82% der 204 Verse) (8) , so
muss man doch m.E. die Ausführungen, die BOLDRINI zum Thema Muta cum liquida macht (9) , mutatis mutandis auch für Spirans cum liquida gelten lassen: "Die Dichter... (nützten)... eine Möglichkeit verschiedener Arten von Aussprache: Muta cum liquida konnte als einheitliche explosive Gruppe ausgesprochen werden (also sa-crum mit offener erster Silbe, die als kurz gehört wurde, da sie kurzen Vokal enthält) oder als zwei getrennte Phoneme, der erste als Implosivlaut der vorangehenden Silbe, der zweite als Explosivlaut der folgenden Silbe (also sac-rum, die erste Silbe geschlossen und folglich lang...). Kurz: Ein Wort wie metrum kann in Silben aufgeteilt werden als me-trum oder als met-rum." Für "Spirans cum liquida" erscheint diese Regel wie in einem Brennspiegel Anfangs- und Endpunkt einer sechshundertjährigen Tradition bündelnd in:
a) Ennius 173 (S.31 Vahlen) Quod per amoenam urbem leni fluit agmine flumen
b) Prudenz Hamart.252 Suppeditant, ut bella fremant, ut fluxa voluptas Diese ist offenbar auch nicht abhängig von irgendeinem literarischen Genus; ich fand dieselbe Wortfolge sowohl im Sprechvers (Senar) wie in der Lyrik (2.Sapphische Strophe): Phaedrus III 6,7 Et ora frenis continet spumantibus
Horaz c.I 8,7 Temperet ora frenis
Die prosodischen Regeln des Lateinischen müssten also, wenn man redlicherweise die Spirans "f" nicht stillschweigend unter die Mutae einreiht, wie folgt, ergänzt bzw. verbessert werden:
In der lateinischen Dichtung herrschte vom 2.Jh.v.Chr. bis zum 6.Jh.n.Chr. die Konvention, offene Silben vor Spirans ( f ) cum liquida ( l, r) am Wortanfang bzw. an einer Kompositionsfuge den Bedürfnissen des Metrums als schwer (lang ) oder leicht (kurz) anzupassen.
Anmerkungen:
(1) Vgl. etwa Hor.a.p.263-269 (2) a. Mutatas dicere formas: Ovid-Projekt Berlin/Potsdam (2004): Prosodie und Metrik des klassischen Latein: Regeln und Quellen S.15 ff b. BOLDRINI zitiert S.97 und 142 mit Quantitätszeichen Catull-Verse, die kurze offene Silben vor Spirans cum liquida belegen, erwähnt aber dieses Phänomen überhaupt nicht, während er Muta cum liquida ausführlich behandelt (S.47 f)
c. DREXLER (1967) und CRUSIUS (4 1959) erwähnen das Problem ebenso wenig wie die Grammatik von RUBENBAUER/HOFMANN (1977, 10..Aufl.) oder die Art. zur Prosodie und Metrik im Lexikon der Alten Welt (1994) d. Fehlanzeige auch bei LEONHARDT (1989) e. http://de.wikipedia.org/wiki/Lateinische_Metrik (3) a.a.O. S.227 ff (4) a.a.O.S.10 f (5) a.a.O.S.8 (6) Ausdruck aller Belegstellen auf der Website Anhang I (7) Nachweis aller Belegstellen auf der Website Anhang II ; Wortliste mit Frequenzangabe Anhang III (8) Belegstellen auf der Website Anhang IV (9) a.a.O.S.15 (10) La structure de la syllabe latine." Touratier, Christian (ed.), Essais de phonologie latine. Actes de l'atelier d'Aix-en-Provence 12-13 avril 2002 (avec le soutiens financier du CNRS). Aix-en-Provence: Publications de l'Universite de Provence (Langues et langage, 11); 157-206.
(11) "Latin syllable structure In typological perspective." Calboli, Gualtiero (ed.), Latina lingua! Proceedings of the Twelfth International Colloquium on Latin Linguistics (Bologna 9-14 June 2003). 2 vols. Roma: Herder (Papers on Grammar, 9); 1: 127-147.
Erklärungsversuch Nach BOLDRINI ist die unterschiedliche Silbentrennung bei "Muta cum liquida" dem La-
teinischen seit den frühesten Anfängen geläufig, scheint aber bestimmten Sprachbereichen
(etwa dem religiösen) vorbehalten gewesen zu sein (1) . Bei Plautus, der ja den sermo cotidianus nachahmt, ist diese Konvention wenigstens nicht nachweisbar. Muta cum liquida
als Kennzeichen "hohen" Stils erscheint erst im lateinischen Hexameter des Ennius, offenbar
in Nachahmung des homerischen Hexameters.
Dass auch "Spirans cum liquida" der "hohen" Stilebene zuzurechnen ist, belegt Horaz (serm. I
4,39-62). Er legt dar, was den wirklich begnadeten Poeten, der sich über die Alltagssprache
erhebt, vom bloßen Dichterling unterscheidet, und zitiert dazu einen Hexameter aus den
Annalen des Ennius (vgl. 266 f S.47 Vahlen):
... postquam Discordia taetra
Belli ferratos postis portasque refregit.
Dieser endet zweifelsfrei mit einer kurzen offenen Silbe vor Spirans cum liquida (2) . Im Gegensatz dazu spielt bei Terenz diese ambivalente Silbentrennung offenbar noch keine
Rolle (3) : Der einzige Beleg für Kürze vor fl/fr in der Andria (934:ille frater) ist umstritten. Ob diese prosodische Konvention allerdings auch aus dem Griechischen abgeleitet ist, wage ich
nicht zu beurteilen. Ich habe dazu untersucht die Theogonie von Hesiod. In den 1022 Versen
erscheint an 55 Stellen die Lautfolge / (also in 5,4% der Verse), jedoch ist an 48 Stellen die vorausgehende Silbe positions- oder naturlang, also völlig unauffällig. Die verbleibenden
sieben Hexameter (Vers 195, 822, 962, 975, 989, 1005, 1014) enden alle mit Nominativ,
Genetiv oder Akkusativ von . Dass diese Kürze ungewöhnlich zu sein scheint,
unterstreicht das Wörterbuch von BENSELER (4) , der hier die Quantitätszeichen angibt. Gegen
das griechische Vorbild für "Spirans cum liquida" spricht auch, dass anfangs als Aspirata
gesprochen und prosodisch wie eine Muta behandelt worden sei (5) . Erst in der Kaiserzeit habe
sich die Aussprache des zum f entwickelt und gelte ab etwa 500 n.Chr. für die
insgesamt (6) . Gegen diese communis opinio möchte ich folgende Überlegungen zur Diskussion stellen:
1. "In prähistorischer Zeit wurden die stimmhaften aspirierten Verschlusslaute im
Lateinischen und in den italischen Dialekten stimmlos und gingen dann zu stimmlosen
Spiranten über (...): bh > f (PALMER)" (7) .
Als um 700 v.Chr. Spartaner die Kolonie Tarent gründeten, stieß der dorische Dialekt
auf das in der Magna Graecia von den Einheimischen gesprochene Messapische und
Oskisch-Umbrische (8) . So könnte sich in dem jahrhundertelangen Austausch die
Aussprache des zur Spirans gewandelt haben (9) , so dass Ennius, der bekanntlich aus
Rudiae nahe Tarent stammte und des Oskisch-Umbrischen noch mächtig war (10) , seine griechischen Vorlagen bezüglich der Aspiratae nicht "korrekt" gelesen haben könnte. So
könnte sich für den lateinischen Hexameter die Regel Spirans cum liquida entwickelt
haben.
2. Catulls witziges Gedicht 84 zeigt, dass im 1.Jh.v.Chr. die Aspiration Mode wurde, was
auch zu Übertreibungen führte (11) . - Vorstellbar wäre, dass die literarisch gebildete Elite sich um historisch korrekte Aussprache griechischer Wörter bemühte:
Horaz.c.I 15,33 ff (2.Askl.Str.): Iracunda diem proferet Ilio
Dann würde = ch und = ph wie aspirierter Guttural bzw. Labial gesprochen; das enklitische -que vor Phrygum () muss in jedem Fall kurz sein, ob ph nun als Aspirata oder Spirans gesprochen wurde.
Ein schlagender Beweis, dass schon im 1.Jh.n.Chr. wie f ausgesprochen wurde, sind
3.
folgende Stellen aus dem Neuen Testament:
... (Mt 27,26 // Mc 15,15)
Vgl. Vulg.: ... Jesum autem flagellatum tradidit eis ut crucifigeretur Et cum fecisset quasi flagellum de funiculis, omnes ejicit de templo. Hier werden Fachbegriffe aus dem römischen Strafrecht (12) als lateinische Lehnwörter (13) ins Griechische übernommen, die die Aussprache des als Spirans belegen: < flagellare
4. Es könnte also einiges dafür sprechen, dass die Konvention betreffs des lat. fl/fr aus dem Griechischen abgeleitet ist wie die Regel für Muta cum liquida. Der Befund bei Hesiod allerdings macht skeptisch. Da ich weder Gräzist noch Linguist bin, erhoffe ich mir durch diese Veröffentlichung meiner Untersuchung neue Erkenntnisse durch Diskussionsbeiträge von Experten (14.) Vielleicht muss man sich aber auch damit begnügen, das Vorhandensein der Regel "Spirans cum liquida" nachzuweisen, ohne über den "Erfinder" und die Verbreitung zu einer allgemein akzeptierten Konvention eine Aussage machen zu können - wie übrigens auch für die Regel "Muta cum liquida".
Anmerkungen:
(1) a.a.O.S.5 (2) Nachweis aller Belegstellen aus Ennius (rec.VAHLEN) auf der Website Anhang V (3) Vgl. oben die Tabelle auf S.2 - Terenz, Andria 934 schwankt die hs. Überlieferung zwischen ille u.illic
(4) BENSELER, GUSTAV EDUARD: Griechisch-Deutsches Schulwörterbuch. Teubner: Leipzig 1882 (7.Aufl.), S.124
(5) Mutatas...(s.o.These, Anm.2), S.13 (6) Lexikon der Alten Welt Bd. I Sp.1166, 1168 f (7) PALMER, LEONARD R.: Die lateinische Sprache. Buske: Hamburg 2000 (2.Aufl.), S.252
(8) Lexikon der Alten Welt Bd.II Sp.1563; Bd.I Sp.1167 f (Karte) (9) Vgl.oben Anm.14 - Vgl. auch BENSELER a.a.O.S.877 = Fregellae (10) Metzler Lexikon antiker Autoren (ed .OLIVER SCHÜTZE). Metzler: Stuttgart/Weimar 1997, S.229
(11) Vgl. das Zitat aus Publius Nigidius Figulus (ca.98 - 45 v.Chr.) bei Gellius NA XIII 6: Rusticus fit sermo, si adspires perperam.
(12) BLINZLER, JOSEF: Der Prozess Jesu. Verlag Friedrich Pustet. Regensburg 1969 (4.Aufl.), S.321 ff
(13) BAUER, WALTER: Wörterbuch zum Neuen Testament. Töpelmann: Berlin 1958 (5.Aufl.), Sp.1711; 1704
(14)
Herr Prof.Dr. L EHMANN war so freundlich, mir das Manuskript seines im Druck befindlichen Aufsatzes“ On complex syllable onsets in Latin“zur Verfügung zu stellen. Darin zitiert er Donats Einteilung der lateinischen Buchstaben und Silben, die ganz eindeutig das Vorhandensein der von mir auf Grund der zahlreichen Belege postulierten „Regel“ „Spirans cum Liquida“nachweist.
Belege Anhang I: Belege Horaz Epoden und Oden Anhang II: Belegstellen Catull, Vergil, Tibull, etc. Anhang III: Zusammenstellung aller in den Texten vorkommenden Wörter mit Anlaut fl/fr Anhang IV: Zur Häufigkeit von Muta cum liquida Anhang V: Belege Ennius
Anhang I
Horaz: Carmina I und Carmen saeculare
Anlaut fl
I 16,3 Pones iambis, sive flamma Alkäische Str.
I 24,9 f Nulli flebilior quam tibi, Vergili
Tu frustra pius heu non ita creditum
I 25,13 Cum tibi flagrans amor et libido
I 26,7 Gaudes apricos necte flores Alkäische Str.
(cf. Vers 11: Hunc Lesbio sacrare plectro)
I 27,20 Digne puer meliore flamma Alkäische Str.
I 34,9 Quo bruta tellus et vaga flumina Alkäische Str.
Anlaut fr
I 1,25 Detestata; manet sub Iove frigido 1. Asklepiad. Str.
I 1,29 Me doctarum hederae praemia frontium
I 8,7 Temperet ora frenis
I 15,34 Matronisque Phrygum classis Achillei
I 18,12 Invitum quatiam nec variis obsita frondibus
I 33,5 Insignem tenui fronte Lycorida
I 33,15 Libertina fretis acrior Hadriae
I 35,6 Concitet imperiumque frangat
C S 24 Nocte frequentis
Addenda Buch I
1,15 Luctantem Icariis fluctibus Africum 1. Asklepiad.Str.
2,13 Vidimus flavom Tiberim retortis 3,2 Sic fratres Helenae, lucida sidera 3,10 Circa pectus erat, qui fragilem truci 3,16 Maior, tollere seu ponere volt freta 3,28 Ignem fraude mala gentibus intulit 4,10 Aut flore, terrae quem ferunt solutae 3. Archilochische Str.
5,4 Cui flavam religas comam 5,6 Mutatosque deos flebit et aspera 5,9 Qui nunc te fruitur credulus aurea 7,7 Undique decerptam fronti praeponere
8,7 Temperet ora frenis? 2. Sapphische Str.
8,8 Cur timet flavum Tiberim tangere? Cur olivum 9,4 Flumina constiterint acuto? Alkäische Str.
9,5 Dissolve frigus ligna super foco 12,10 Fluminum lapsus celeresque ventos
12.29 Defluit saxis agitatus umor
14,5 Et malus celeri saucius Africo 3. Asklepiadeische Str.
15,1 Pastor cum traheret per freta navibus
15,34 Matronisque Phrygum classis Achillei
16,3 Pones iambis , sive flamma
18,12 Invitum quatiam nec variis obsita
frondibus
20,6 Fluminis ripae simul et iocosa
21,5 Vos laetam fluviis et nemorum coma
21,12 Fraternaque umerum lyra
23,10 Gaetulusve leo frangere persequor
24,11 Tu frustra pius heu non ita creditum
25,9 Flebis in solo levis angiportu
27,11 Frater Megyllae, quo beatus
28,26 Fluctibus Hesperiis. Venusinae 1.Archilochische Str.
28,28 Unde potest , tibi defluat aequo
28,31 Postmodo te natis fraudem committere?
Fors et
31,17 Frui paratis et valido mihi Alkäische Str.
34,1 Parcus deorum cultor et infrequens
35,34 Fratrumque . Quid nos dura refugimus Alkäische Str.
Addendum Carmen saeculare
CS 29 Fertilis frugum pecorisque tellus 1.Sapphische Str.
Horaz: Carmina II
Anlaut fl
1,33 Quae gurges aut quae flumina lugubris Alkäische Str.
3,18 Villaque flavos quam Tiberis lavit
4,14 Phyllidis flavae decorent parentes
5,6 Campos iuvencae, nunc fluviis gravem
9,9 Tu semper urges flebilibus modis Alkäische Str.
9,17 Flevere semper. Desine mollium
9,21 Medumque flumen gentibus additum
11,9 Non semper idem floribus est honor Alkäische Str.
12,25 Cum flagrantia detorquet ad oscula
14,17 Visendus ater flumine languido
19,17 Tu flectis amnis, tu mare barbarum Alkäische Str.
Anlaut fr
2,6 Notus in fratres animi paterni 1. Sapphische Str.
7,7 Fregi coronatus nitentis Alkäische Str.
7,11 Cum fracta virtus et minaces
7,16 Unda fretis tulit aestuosis
13,6 Fregisse cervicem et penetralia Alkäische Str.
14,13-15 Frustra cruento Marte carebimus Alkäische Str.
Fractique rauci fluctibus Hadriae
Frustra per autumnos nocentem
19,20 Bistonidum sine fraude crinis Alkäische Str.
Addenda Buch II
1,26 Afris inulta cesserat inpotens Alkäische Str.
1,33 Qui gurges aut quae flumina lugubris
3,13 Flores amoenae ferre iube rosae
5,16 Fronte petet Lalage maritum
6,11 Flumen et regnata petam Laconi
17,25 Tardavit alas, cum populus frequens
18,13 Largiora flagito
Horaz: Carmina III
Anlaut fl
7,25 Quamvis non alius flectere equum sciens
9,21 Si flava excutitur Chloe
13,2 Dulci digne mero non sine floribus
13,9 Te flagrantis atrox hora Caniculae
15,15 Nec flos purpureus rosae
19,20 Cessant flamina tibiae
26,11 Regina sublimi flagello
27,29 Nuper in pratis studiosa florum et
27,42 Somnium ducit? Meliusne fluctus
27,44 Carpere flores
29,3 Cum flore, Maecenas, rosarum et Alkäische Str.
29,33 Conponere aequus cetera fluminis
Anlaut fr
7,6 Post insana Caprae sidera frigidas 3. Asklepiad. Str
7,21 Frustra: nam scopulis surdior Icari
13,4 Cui frons turgida cornibus
13,6 Frustra, nam gelidos inficiet tibi
13,10 Nescit tangere, tu frigus amabile
18,14 Spargit agrestis tibi silva frondes 1. Sapphische Str.
19,8 Paelignis caream frigoribus taces
23,16 Rore deos fragilique myrto
24,13 Fruges et Cererem ferunt
25,16 Proceras manibus vertere fraxinos
27,23 Aequoris nigri fremitum et trementis
27,27 Beluis pontum mediasque fraudem
27,47 Frangere enitar modo multum amati
29,16 Sollicitam explicuere frontem Alkäische Str.
Addenda Buch III
1,34 Iactis in altum molibus: huc frequens Alkäische Str.
1,41 Quodsi dolentem nec Phrygius lapis
2,28 Sit trabibus fragilemque mecum
3,7 Si fractus inlabatur orbis
3,24 Cum populo et duce fraudulento
3,28 Hectoreis opibus refringit
3,47 Secernit Europen ab Afro
4,12 Fronde nova puerum palumbes Alkäische Str.
4,22 Tollor Sabinos , seu mihi frigidum
4,51 Fratresque tendentes opaco
5,26 Miles redibit. Flagitio additis Alkäische Str.
6,20 In patriam populumque fluxit
7,6 Post insana Caprae sidera frigidas
7,21 Frustra: nam scopulis surdior Icari
7,25 Quamvis non alias flectere equum sciens
8,2 Quid velint flores et acerra turis 1.Sapphische Str.
9,19 Si flava excutitur Chloe?
12,16 Latitantem fruticeto excipere aprum
19,19 Cessant flamina tibiae?
23,4 Fruge Lares avidaque porca
24,29 Refrenare licentiam
27,55 Defluat praedae , speciosa quaero
29,16 Sollicitam explicuere frontem Alkäische Str.
Horaz: Carmina IV
Anlaut fl
1,6 Circa lustra decem flectere mollibus 4. Asklepiad. Str.
1,32 Nec vincire novis tempora floribus
2,16 Flamma Chimaerae
2,21 Flebili sponsae iuvenemve raptum
2,57 Fronte curvatos imitatus ignis
4,4 Iuppiter in Ganymede flavo Alkäische Str.
4,43 Ceu flamma per taedas vel Eurus
5,10 Flatu Carpathiis trans maris aequora 2. Asklepiad. Str.
6,19 Ureret flammis etiam latentem
6,21 Ni tuis flexus Venerisque gratae
7,4 Flumina praetereunt
8,25 Ereptum Stygiis fluctibus Aeacem
9,50 Peiusque leto flagitium timet
10,4 Nunc et qui color est puniceae flore prior rosae 5. Asklepiad. Str.
11,11 Sordidum flammae trepidant rotantes
12,5 Nidum ponit Ityn flebiliter gemens
15,24 Non Tanain prope flumen orti Alkäische Str.
Anlaut fr
4,58 Nigrae feraci frondis in Algido Alkäische Str.
7,9 Frigora mitescunt Zephyris, ver proterit aestas 2.Archil. Str.
7,11 Pomifer autumnus fruges effuderit et mox
9,37 Vindex avarae fraudis et abstinens Alkäische Str.
14,23 Vexare turmas et frementem
15,5 Fruges et agris rettulit uberes Alkäische Str.
Addenda Buch IV
2,36 Fronde Sygambros 1. Sapphische Str.
11,19 Luce Maecenas meus adfluentis 1. Sapphische Str.
Horaz: Epoden
Anlaut fl
2,51 Si quos Eois intonata fluctibus Jamb.Trim.
4,11 Sectus flagellis hic triumviralibus
5,24 Flammis aduri Colchicis
6,16 Inultus ut flebor puer?
7,19 Ut immerentis fluxit in terram Remi
9,35 Vel quod fluentem nauseam coerceat
10,4 Auster memento fluctibus
13,14 Findunt Scamandri flumina lubricus et
Simois
14,11 Qui persaepe cava testudine flevit amorem
15,12 Nam si quid in Flacco viri est Jamb.Dim.
15,20 Tibique Pactolus fluat
16,44 Et inputata floret usque vinea Jamb.Trim.
17,33 Virens in Aetna flamma: tu donec cinis Jamb.Trim.
Anlaut fr
3,2 Senile guttur fregerit Jamb.Dim.
7,18 Scelusque fraternae necis
8,4 Frontem senectus exaret
9,7 Ut nuper actus cum freto Neptunius Jamb.Trim
9,17 At huc frementis verterunt bis mille equos
10,6 Fractosque remos differat Jamb.Dim.
10,8 Frangit trementis ilices
13,5 Et decet, obducta solvatur fronte senectus Hexameter
13,13 Te manet Assaraci tellus, quam frigida parvi
17,43 Fraterque magni Castoris victi prece Jamb.Trim.
17,72 Frustraque vincla gutturi nectes tuo
Anhang II
Im Folgenden werden die Verse nicht mehr wörtlich zitiert, sondern lediglich die Belegstellen
angegeben.
Zeichenerklärung:
A: das mit fl/fr anlautende Wort steht am Versanfang. Es wird in der Statistik nicht
berücksichtigt, da an keiner der hier vorliegenden Belegstellen Synaphie vorliegt.
N: die Silbe vor der mit fl/fr anlautenden Silbe endet offen mit langem Vokal (Naturlänge)
bzw. geschlossen mit Diphthong.
Catull:
1. Polymetra c. 1 - 60
Länge vor dem mit fl/fr anlautenden Wort:
12,7 (A) 17,14
28,5 (N) 34,20
55,9 55,19 (A)
Kürze vor dem mit fl/fr anlautenden Wort:
17,14 55,9
2. Distichen c. 69 - 116
Länge vor dem mit fl/fr anlautenden Wort:
77,1 (N) 78,1 84,11 90,6 99,5 199,2.4 (A) 1
101,2.6.10 110,7 (A) 100,3.7
Kürze vor dem mit fl/fr anlautenden Wort:
101,9 (2x)
3. Epyllion (408 Verse) c. 64 (Hexameter)
Länge vor dem mit fl/fr anlautenden Wort:
3 9 41 62 63 67 68
89 91
115 (N) 131 (A)
269 271 (N)
341 (A) 354 (N)
Kürze vor dem mit fl/fr anlautenden Wort:
14 32 37 52 92 109 242
330 399
Vergil:
Bucolica (10 Eklogen)
Länge vor dem mit fl/fr anlautenden Wort:
1,51 1,52 1,56 1,60 1,78 (A) 1,80 (A) 2,8
2,22 2,48
3,92 3,93 (A) 3,96 (N) 3,99
5,21 5,25 (A) 5,25
5,85 6,22
7,56 7,64 (A) 7,66
Arbeit zitieren:
Joachim Richter-Reichhelm, 2010, Spirans cum liquida, München, GRIN Verlag GmbH
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Einbetten
DOI
Zweite Moderne oder Postmoderne?
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Joachim Richter-Reichhelm gefällt Spirans cum liquida
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Joachim Richter-Reichhelm
In tausenden Versen lateinischer Dichtung findet sich die prosodische Spezialität,dass die Silbe vor anlautendem /fr/ bzw. /fl/schwer oder leicht sein kann, also nicht unbedingt "positionslang" ist (seit Ennius bis mindestens Boethius).Prof Chr. Lehmann (Uni Erfurt) hat inzwischen diese Regel durch Aelius Donatus bestätigt gefunden und wieder ins Bewußtsein der Fachwelt gerufen.Verf.erwägt, ob Ennius Urheber dieser Regel sein könnte.
am Saturday, May 15, 2010-