StudienseminarfürdasLehramtfürdiePrimarstufe
Düsseldorf
InwiefernistdieSchulinterneLehrerfortbildung(SCHILF)
imFachSportgeeignet,
fachfremdeKollegenimRahmendesSchwerpunktes
,,BewegenanGerätenTurnen"
fachkompetentzumachen?
SchriftlicheHausarbeit
imRahmender2.Staatsprüfung
fürdasLehramtfürdiePrimarstufe
ImFachSport
Düsseldorf,Mai2009
Abbildungsverzeichnis__________________________________________________________
Inhaltsverzeichnis
Einleitung ... 1
Situationsanalyse und Handlungsbedarf an der GGS ... 5
1.1.
Ausgangssituation an der GGS. ... 5
1.2.
Handlungsbedarf ... 5
1.3.
Zielformulierung ... 6
Theoretischer Hintergrund und Begriffsklärung... 7
1.4.
Allgemeine Überlegungen zur SCHILF... 7
1.5.
Verschiedene Methoden zur SCHILF ... 8
1.6.
Möglichkeiten und Chancen einer SCHILF... 10
1.7.
Der Begriff ,,Fachkompetenz" ... 10
1.8.
Wesentliche Elemente des Inhaltsbereiches 5 ,,Bewegen ... 11
an Geräten Turnen" ... 11
Konzeption und Verlauf der SCHILF ... 12
1.9.
Gestaltung der schulinternen Lehrerfortbildung ... 12
1.9.1.
Organisatorische Rahmenbedingungen ... 12
1.9.2.
Inhaltliches und methodisches Vorgehen ... 13
Durchführung der SCHILF ... 22
1.10.
Einleitung ... 22
1.11.
Hauptteil ... 23
1.12.
Schlussteil... 28
Evaluation der SCHILF... 29
Resümee und Ausblick... 33
Literaturverzeichnis... 35
Anhang ... 36
Abbildungsverzeichnis__________________________________________________________
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Organisatorische Rahmenbedingungen ...12
Abbildung 2: Wahl von Inhalten und Methoden ...14
Abbildung 3: Hallenrundgang mit den Teilnehmerinnen ...23
Abbildung 4: Teilnehmerinnen beim Aufbau des Recks ...24
Abbildung 5: Präsentation einer Gerätekombination...27
Einleitung
1
Einleitung
,,Schulsport: mangelhaft
Bis zu 80 Prozent der Sportstunden in den Grundschulen werden von Lehrern ohne entsprechende
Qualifikation gegeben, heißt es im Deutschen Kinder- und Jugendsportbund."
1
Auf diesen Artikel stieß ich im Herbst letzten Jahres beim Lesen der Rheinischen Post. Der
Artikel weckte meine Neugier. Ich entnahm dem Text, dass die Bewegungsförderung der
Kinder auf niedrigem Niveau stagniert. Lehrer ohne entsprechende Ausbildung im Fach
Sport agierten in großen Hallen oftmals gehemmt, sie trauten sich auch nicht, neue
Übungen auszuprobieren und böten deshalb nur ein Schmalspurprogramm.
2
Zudem mahnten die Autoren der Studie mehr Bewegungsmöglichkeiten in der
Grundschule an und forderten deshalb mehr Fortbildungsmöglichkeiten für Lehrer ohne
entsprechende Bewegungsausbildung.
Vergleiche ich den beschriebenen Zustand des Sportunterrichtes im oben erwähnten
Artikel mit der konkreten Situation an der GGS, so sind viele Parallelen zu erkennen.
Zwar zeichnet sich unser Kollegium durch ein hohes Engagement aus, doch scheuen sich
viele meiner fachfremd unterrichtenden Kolleginnen nicht selten den Geräteraum zu
benutzen und lassen stattdessen die Kinder immer wieder die gleichen Lauf- und
Fangspiele spielen. Bei dieser Art von Sportunterricht bleibt man als fachfremder Kollege
auf der sicheren Seite, da man Risiken vermeidet und sich zeitintensive Auf- und Abbauten
ersparen kann. Außerdem machen Kolleginnen in der Regel die Erfahrung, dass die Kinder
die angebotenen Spielformen freudig annehmen und sich am Ende der Stunde durchaus
positiv äußern. ,,[...] hat Spass gemacht!"
3
Die bei den Kolleginnen zurecht vorhandenen Bedenken, den Kompetenzerwartungen der
Lehrpläne nicht zu genügen, führen wegen solcher Schülerreaktionen nur selten zu
Verhaltensänderungen bezüglich ihres eigenen Sportunterrichts. Hinzu kommt die
verständliche Befürchtung, dass bei anderen Unterrichtsinhalten vermehrt
Sicherheitsaspekte Beachtung finden müssen. Die häufig fehlende gerätekundliche
Sachkompetenz und die vielfältigen erforderlichen Kenntnisse von Hilfestellungen lassen
die Kolleginnen häufig vor Unterrichtsalternativen im Sport zurückschrecken.
1
Rheinische Post, Sportteil, Mittwoch 12. November 2008
2
vgl. ebd.
3
Häufige Äußerungen der Kinder.
Einleitung
2
Ich bemerkte in meinen Sportstunden, dass ein sinnvoller, selbst sparsamer Einsatz von
Geräten sich besonders motivierend auf die Kinder auswirkte. Teilweise reichte es schon
aus, wenn kleine Kästen oder umgedrehte Bänke während des freien Spiels am Anfang der
Stunde in der Sporthalle standen. Ich sah, dass die Kinder, statt einfach nur zu laufen, auf,
über und von den Kästen sprangen oder über die Bänke liefen. Dies zeigt, dass schon
kleine sicherheitstechnisch unbedenkliche Veränderungen sich sehr positiv auf die
Schülerinnen und Schüler auswirken können.
Auf der Basis dieser Beobachtungen beschäftigte ich mich intensiver mit der Thematik und
so entstand der Gedanke, eine Schulinterne Lehrerfortbildung (SCHILF) im Inhaltsbereich
5 ,,Bewegen an Geräten Turnen" zu planen und zu entwickeln, da in diesem
Inhaltsbereich die meisten Großgeräte wie Reck, großer Kasten, Barren usw. verwendet
werden. Meine Überlegungen gingen in die Richtung, den fachfremden Kolleginnen
4
Praxisbeispiele zu Geräten und Gerätekombinationen aufzuzeigen sowie die entsprechende
Sicherheitsförderung anzubieten.
Im Folgenden werde ich zur besseren Übersicht die Vorgehensweise der vorliegenden
Arbeit schildern sowie die in der Planung, Durchführung und Evaluation meines
pädagogischen Konzepts der schulinternen Lehrerfortbildung erfüllten Lehrerfunktionen
benennen und kurz erläutern.
2
.
Kapitel: Situationsanalyse und Handlungsbedarf an der GGS
Im zweiten Kapitel erfolgt zunächst eine auf die Qualität des Sportunterrichtes gerichtete
Situationsanalyse der GGS, in der innerschulische Bedingungen sowie eine Umfrage im
Kollegium bezüglich des Themas dargestellt werden. Entsprechend der Ergebnisse lässt
sich der Handlungsbedarf ableiten sowie Ziele für die schulinterne Lehrerfortbildung
formulieren.
3. Kapitel: Allgemeine Überlegungen zur schulinternen Lehrerfortbildung
Im dritten Kapitel beschäftige ich mich mit den verschiedenen Methoden der SCHILF und
zeige auf, welche Möglichkeiten und Chancen eine SCHILF in Sport bietet.
Anknüpfend daran erläutere ich wesentliche Elemente des Inhaltsbereichs 5 ,,Bewegen an
4
Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird bei der Bezeichnung der Personen auf die Nennung beider
Geschlechter verzichtet und sowohl im theoretischen Teil als auch im praktischen Teil aufgrund der
entsprechend personellen Besetzung die weibliche Form verwendet.
Einleitung
3
Geräten Turnen" des Lehrplans Sport 2008 und begründe meine Wahl, die Kolleginnen
in diesem Inhaltsbereich fortzubilden.
4. Kapitel: Konzeption und Verlauf der schulinternen Lehrerfortbildung
In Kapitel 4 folgen die Konzeption und der Verlauf der SCHILF. Es werden die zu
berücksichtigenden organisatorischen Rahmenbedingungen genannt und daraufhin
detailliert das für die Konzeption notwendige inhaltliche und methodische Vorgehen
erläutert. Als Grundlage dazu dienen allgemeine Überlegungen, aus denen eine
Detailplanung der Konferenz resultiert.
5. Kapitel: Durchführung der SCHILF
Es folgt eine ausführliche Dokumentation der Durchführung der Fortbildung, in der die
zuvor genannten Ziele auf ihren Erfolg hin überprüft werden.
6. Kapitel: Evaluation der SCHILF
In diesem Kapitel erfolgt die Evaluation der Fortbildung, wobei an dieser Stelle nur auf die
Reflexion der Konferenz selbst eingegangen werden kann; ihre nachhaltige Wirkung bzgl.
einer Neugestaltung des Unterrichts ist aus zeitlichen Gründen nicht zu überprüfen und
bleibt abzuwarten.
7. Kapitel: Resümee und Ausblick
Das letzte Kapitel beschäftigt sich mit einem Resümee und einem Ausblick auf die
Weiterarbeit.
Innerhalb der Auseinandersetzung mit der hier vorliegenden Thematik, d.h. mit der
Vorbereitung, Durchführung und Evaluation der schulinternen Lehrerfortbildung, finden
folgende Lehrerfunktionen Berücksichtigung:
Unterrichten
Durch die Analyse der Evaluationsbögen ermittle ich die Lernvoraussetzungen der
Teilnehmerinnen, strukturiere und rhythmisiere daraufhin die Konferenz. Während der
Fortbildung benutze ich zielorientierte und zurückhaltende Gesprächsführung, verteile
klare Aufgaben und Arbeitsaufträge und schaffe eine angenehme Lernatmosphäre.
Einleitung
4
Organisieren und Verwalten
Ich organisiere die schulinterne Lehrerfortbildung, führe sie pädagogisch verantwortlich
durch und bereite sie nach. Dabei sind vielerlei organisatorische Aspekte im Voraus zu
beachten, so z.B. Absprachen mit der Schulleitung und dem Kollegium, die frühzeitige
Erstellung von Erhebungen zum Kenntnisstand bzgl. des Themas sowie das fristgerechte
Versenden von Einladungen. Auch die Gestaltung der Konferenz selbst (Bereitstellung von
Materialien, Wahl der Methodik und der Medien etc.) ist ausführlich und mit fundiertem
Hintergrundwissen zu planen und zu organisieren.
Evaluieren, Innovieren, Kooperieren
Berufliche, insbesondere fachdidaktische Kompetenzen, werden im Rahmen der
schulinternen Fortbildung durch die Vermittlung entsprechender Inhalte weiterentwickelt.
Im Verlauf der Konferenz wird miteinander und voneinander gelernt.
Beraten
Ich berate meine Kolleginnen in der Rolle des Moderators während der Konferenz und
erschließe mit ihnen zusammen die Arbeitsaufträge. Zudem gebe ich Hilfen für die
zukünftige Umsetzung des Gelernten im Unterricht.
SituationsanalyseundHandlungsbedarfanderGGS
5
Situationsanalyse und Handlungsbedarf an der GGS
1.1. Ausgangssituation an der GGS
Zurzeit unterrichten 20 Kolleginnen, bestehend aus Lehrerinnen, Sonderpädagoginnen und
Referendarinnen, an der GGS. Wie den Fragebögen zu entnehmen ist, besteht das
Kollegium recht ausgewogen sowohl aus jungen als auch aus älteren Kolleginnen, während
Kolleginnen mittleren Alters (zwischen 35 und 50) eine Minderheit darstellen. Die
Klassenlehrerinnen führen in den meisten Klassen eigenverantwortlich den
Sportunterricht
5
durch. Außer meine Mentorin sind alle Kolleginnen fachfremd, da keine
von ihnen Sport als Ausbildungsfach gehabt hat.
Die Turnhalle der GGS zeichnet sich durch eine große Gerätevielfalt aus. Die Geräte sind
alle neuwertig, werden aber von den Kolleginnen so gut wie nie genutzt. Die Kinder im
Einzugsgebiet der Schule leiden häufig unter Bewegungsmangel, da die Eltern ihnen keine
Bewegungsherausforderungen bieten. Diese Aufgabe wird der Lehrerschaft zuteil, die
meist unzureichend umgesetzt wird.
1.2. Handlungsbedarf
Vor der Durchführung der SCHILF habe ich den Kolleginnen einen Fragebogen ausgeteilt,
der mir helfen sollte, einen Überblick über Kenntnisstand, Schwierigkeiten und Fragen zu
dem Inhaltsbereich 5 zu erhalten.
So ergaben sich laut Evaluationsbogen
6
drei Schwerpunkte im Inhaltsbereich 5 des
Lehrplans, die von den Kolleginnen in der SCHILF gewünscht wurden: 68% der
Lehrkräfte sehen den größte Handlungsbedarf laut Auswertung der Fragebögen im
Schwerpunkt: ,,Elementare turnspezifische Bewegungsformen erlernen, üben und
anwenden
". ,,Gerätekombinationen herstellen, bewältigen und variieren" wird von 55%
der Kolleginnen gewünscht. Der dritte Schwerpunkt ,,Körperspannung und Kraft in ihrer
Bedeutung für das Gelingen turnerischer Anforderungen erleben und aufbauen
" wurde mit
50% fast genauso häufig von den Kolleginnen
gewünscht.
Zu der Frage: ,,Was erhoffen Sie sich zum Thema Geräteeinsatz im Sportunterricht"?
5
In zwei 1. Klassen und einer 3. Klasse übernehme ich den Sportunterricht in Kooperation mit meiner
Ausbildungslehrerin.
6
Der Fragebogen besteht aus sechs Fragen. Zunächst geht es darum, den gewünschten Schwerpunkt im
Inhaltsbereich 5 einzugrenzen. Es schließen Fragen an, um konkret die Wünsche bezüglich Inhalt und
Methoden zu äußern.
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