Vorwort ii
Vorwort
Der Erfolg von Napster war der Grund warum ich mich mit dem Thema Peer-2-Peer Netzwerke begann auseinander zusetzen. Nach der Begeisterung die Napster ausgelöst hat, wünsche ich nun Napster Inc. viel Glück beim Aufbau eines funktionierenden Geschäftsmodells.
Inhaltsverzeichnis iii
Inhaltsverzeichnis
Vorwort ii
Inhaltsverzeichnis iii
Abbildungsverzeichnis vi
Abk ürzungsverzeichnis viii
1 Einleitung 10
1.1 Zielsetzung. 11
1.2 Vorgehensweise 11
2 Peer-2-Peer: Definition und Architekturen. 13
2.1 Beschreibung und Definition von Peer-2-Peer. 13
2.2 Grundlegende Peer-2-Peer Architekturen 17
2.2.1 Reines Peer-2-Peer 17
2.2.2 Koordiniertes Peer-2-Peer (“Hybrides Peer-2-Peer ) 27
2.2.3 Peer-2-Peer Outsourcing-Architektur. 31
2.3 Fokussierung von Peer-2-Peer Architekturen. 32
2.3.1 Fokus von Peer-2-Peer Architekturen: Modelle. 33
a) Atomistisches Modell 33
b) Nutzer - Zentriertes Modell 33
c) Daten - Zentriertes Modell 33
d) Integriertes Modell. 34
e) Verarbeitungszentriertes Modell 34
2.3.2 Dimensionen der Informationsverarbeitung. 35
2.3.3 Allokation der Informationsverarbeitung 36
2.4 Anforderungen an Peer-2-Peer Architekturen. 37
2.4.1 Platzierung 38
2.4.2 Sicherheit 38
2.4.3 Teilen und Tauschen 39
2.4.4 Überwachung. 40
2.4.5 Zugriff. 40
2.4.6 Kontrolle 40
Inhaltsverzeichnis iv
2.4.7 Spezialisierung. 41
2.4.8 Unterstützung und Verwaltung. 41
3 Leistungskonzepte mit Peer-2-Peer Technologie 42
3.1 Messaging und Chat. 43
3.2 Teilen und Tausch von Dateien („File-Sharing“) 43
3.3 Verteilte Suchmaschinen („Distributed Search Engines“) 45
3.4 Verteilte Distribution („Edge Services“, “Superdistribution ) 47
3.5 Kollaboration 48
3.6 Active Distributed Storage Sharing. 50
3.7 Distributed Computation 51
3.8 Intelligente Agenten („Agents“) 52
3.9 Web Services („The Writeable Web“) 53
4 Analyse der Business-Viabilität von Peer-2-Peer Technologien
und Erfolgsfaktoren. 55
4.1 Analyseschritte. 56
4.2 Peer-2-Peer Geschäftsmodelle: Vorteile 57
4.2.1 Ventures Unternehmen 57
4.2.2 Markt (Nutzer) 58
4.3 Peer-2-Peer Geschäftsmodelle: Nachteile 59
4.3.1 Ventures Unternehmen 59
4.3.2 Markt (Nutzer) 60
4.4 SWOT-Analyse: Peer-2-Peer Geschäftsmodelle. 61
4.5 Business-Viabilität von Peer-2-Peer Technologien. 61
4.6 Erfolgsfaktoren für Peer-2-Peer Geschäftsmodelle. 64
4.7 Bestimmungsfaktoren für weitere Entwicklung 67
5 Geschäftsmodelle mit Peer-2-Peer 68
5.1 File-Sharing/IM/Verteilte Distribution: Integration 69
5.2 Distributed Computation 70
6 Marktstrategien für Peer-2-Peer Geschäftsmodelle 71
6.1 Masse vs. Segmentierung. 72
6.1.1 Netzwerk für Alle 72
Inhaltsverzeichnis v
6.1.2 Netz für Segment(e) des Markts. 72
6.2 Universal vs. Fokussiert 72
6.2.1 Universalnetzwerk 73
6.2.2 Fokussiertes Netzwerk. 74
6.3 Kombination der Marktdimensionen 74
6.3.1 Strategien. 75
7 Erlösmodelle für Peer-2-Peer Geschäftsmodelle 77
7.1 Einordnung eines Erlösmodells 77
7.2 Erlösquellen. 78
7.3 Erlösquelle Transaktion. 79
7.3.1 Transaktionsgebühren („Micropayments“) 79
7.3.2 Subskriptionsgebühren (“Flat-Fee ) 81
7.4 Erlösquelle Werbung. 81
7.4.1 Bannerwerbung. 82
7.4.2 Sponsoring. 82
7.4.3 Kommissionen 82
7.5 Erlösquelle Information. 83
7.5.1 „Namespace“ 83
7.6 Kombination der Ansätze 83
8 Schlussfolgerungen für Geschäftsmodelle 85
8.1 Peer-2-Peer im Consumer-Bereich: File-Sharing/Instant
Messaging /Verteilte Distribution 85
8.1.1 Marktstrategie 85
8.1.2 Erlösmodell 85
8.2 Peer-2-Peer im Business-Bereich: Distributed Computation 86
8.2.1 Marktstrategie 86
8.2.2 Erlösmodell 86
Anhang A: Literaturverzeichnis I
Anhang B: Internetadressen VII
Anhang C: Erklärung X
Abbildungsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Vorgehensweise.
Abb. 2: Modell einer Client/Server Architektur.
Abb. 3: Modell einer reinen Peer-2-Peer Architektur.
Abb. 4: Netzwerk-Statistik.
Abb. 5: Teilauschnitt des Gnutella-Netzwerks 27/7/00.
Abb. 6: Gnutella-Client TOADNODE: Benutzeroberfläche.
Abb. 7: Beispiel einer Adressliste von Clip2.com.
Abb. 8: Modell einer koordinierten Peer-2-Peer Architektur.
Abb. 9: Status und Anzahl Server des Napster-Netzwerks.
Abb. 10: Napigator: Server-Management-Tool
Abb. 11: Beispiel eines Gnutella-Netzwerks mit „Reflectors“
Abb. 12: Einsparungs- und Leistungspotential.
Abb. 13: Outsourcing-Struktur.
Abb. 14: Allokation der Informationsverarbeitungsdimensionen
innerhalb der fünf Peer-2-Peer Modelle.
Abb. 15: Strukturierung der Leistungskonzepte.
Abb. 16: Peer-2-Peer Distributes Search Engine
Abb. 17: Superdistribution mit AllCast TM
Abb. 18: Austausch von CAD-Dokumenten mit Groove Networks
Applikation.
Abb. 19: Arbeitsoberfläche EngeniaUnity TM Client.
Abb. 20: Amaya-Browser
Abb. 21: Offene Fragen und Probleme von Peer-2-Peer Netzwerken.
Abb. 22: Modifizierte SWOT-Analyse.
Abb. 23: SWOT-Analyse: Peer-2-Peer Geschäftsmodelle..................61
Abbildungsverzeichnis
Abb. 24: Von den Charakteristiken zu den Erfolgsfaktoren.
Abb. 25: Bestimmungsfaktoren der Weiterentwicklung von Peer-2-Peer
Netzwerken.
Abb. 26: GeschäftsmodellFile-Sharing/IM/Verteilte Distribution.
Abb. 27: Geschäftsmodell Distributed Computation.
Abb. 28: Kombination der Marktdimensionen.
Abb. 29: Zweistufigkeit der Erlösentscheidung.
Abb 30: Erlösquellen im Internet
Abkürzungsverzeichnis viii
Abkürzungsverzeichnis
Abb. Abbildung d.h. das heisst DNS Domain Name System Downstream Kanal für Download DSL Digital Subscriber Line; Breitbandzugang zum Internet Firewall Schutzmechanismen für (Firmen-)Netzwerke und PCs GPRS General Packet Radio Service GUID Global Unique Identifier; Zufallsschlüssel um eindeutig
HTTP HyperText Transfer Protocol ICQ Instant Messaging System („I seek you“) IP Internet Protocol IP-Adresse numerische Adresse im Internet (z.B. 62.2.77.58) ISP Internet Service Provider (z.B. Bluewin, T-Online) MP3 Mpeg 1 Layer 3; Komprimierungsstandard für Musik P2P Peer-2-Peer; “Gleichgestellter-zu-Gleichgestellter“ PDA Personal Digital Assistant (z.B. Palm Pilot) Peer Ein Device/Applikation welche gleichzeitig Kommunikation
Peer-2-Peer Jede Art von Verbindungen in welcher mehrere, autonome Devices/Applikationen als Gleichgestellte interagieren PING Ansprechen eines Servers/Hosts durch ein Datenpaket PONG Rückantwort auf PING
Abkürzungsverzeichnis ix resp. Respektiv Servent Kombination von Server und Client TCP Transfer Protocol TTL “time-to-live”; Anzahl der Hops (Weiterleitungen) eine
UMTS Universal Mobile Telecommunication System Upstream Kanal für Upload z.B. zum Beispiel
Einleitung 10
1 Einleitung
Nach all dem Hype um die Internet-Startups in den vergangenen Jahren scheint sich also ein neuer Trend herauszukristallisieren: Peer-2-Peer (P2P) Computing.
Der Medienrummel um Napster ist nicht zuletzt für diese Entwicklung ver-antwortlich. Zuerst war Napster ein kleines Software-Programm welches vom Internet heruntergeladen werden konnte und mit welchem eine kleine Gruppe von Internet-Usern (illegalerweise(?)) begann MP3s zu tauschen. Nachdem der Kreis von Nutzern aber explosionsartig wuchs und Napster von den Grossen Musiklabels verklagt wurde, wurde die Idee der Peer-2-Peer Architektur einer breiteren Masse (wieder) klar. Die renommierte Venture Capital Zeitschrift Red Herring erklärte vor kurzem Peer-2-Peer Computing als ihren Nr.1 Trend fürs 2001 1 . Im letzten Sommer wurde eine Arbeitsgruppe welche sich mit Peer-2-Peer Computing beschäftigt unter der Leitung von Intel und Hewlett-Packard ins Leben gerufen und erst Mitte Februar 2001 fand die erste Peer-2-Peer Konferenz in San Francisco statt 23 .
Die Entwicklung von Peer-2-Peer Lösungen über das Internet steht noch am Anfang. Die Idee beginnt aber schon jetzt in Technologieunternehmen und bei Venture Capitalists neue Hoffnung auf die nächste Börsenrallye zu bilden. Aufgrund des grossen Interesses versuchen nun viele Firmen auf diesen Zug aufzuspringen.
Art und Weise wie diese Unternehmen Peer-2-Peer Technologien nutzen wollen ist aber sehr unterschiedlich. Es besteht zudem im Markt Unklarheit wie ein Geschäftsmodell zur Nutzung dieser Technologie aufzubauen ist, ohne dass die positiven Effekte verloren gehen.
1 Red Herring Magazine; No. 86, December 4, 2000; San Francisco, CA; USA 2 Peer-2-Peer Workgroup, www.Peer-2-Peerwg.org
3 The O'Reilly P2P Conference, Feb. 14-16, 2001, San Francisco; www.openp2p.com
Einleitung 11
1.1 Zielsetzung
Zielsetzung dieser Diplomarbeit ist es, Peer-2-Peer Architekturen zu beschreiben und wichtige Faktoren beim Aufbau von Geschäftsmodellen mit Peer-2-Peer Architekturen zu entwickeln. Die Arbeit soll darüber hinaus eine Orientierungshilfe in neuen Markt für Peer-2-Peer Netzwerke sein. Dabei sollen vorhandene Modelle und deren Leistungskonzepte vorgestellt werden. Anschliessend sollen kritische Erfolgsfaktoren für Peer-2-Peer Netzwerke erfasst werden und es sollen verschiedene Strategien für den Markt für Peer-2-Peer Netzwerke ermittelt werden. Die Erläuterung verschiedener Erlösmodelle soll dann noch einmal die schwierige Gestaltung eines, auf Peer-2-Peer Architekturen basierendes, Geschäftsmodells verdeutlichen. Um die erarbeiteten Erlösmodelle und Marktstrategien anzuwenden wird zusätzlich auf zwei Geschäftsmodelle eingegangen. Diese sind „File-Sharing/IM/Distribution“ und „Distributed Computation“.
1.2 Vorgehensweise
Die Vorgehensweise dieser Arbeit gestaltet sich wie folgt (vgl. Abb. 1). Im ersten Teil sollen die Grundlagen zu Peer-2-Peer Architekturen erarbeitet werden. Dies soll durch Beschreibung der grundlegenden Architekturen, einem Vergleich der Ausrichtung dieser und welche Anforderungen sie erfüllen müssen, geschehen. Es folgt nachher ein Überblick über die Leistungskonzepte. Dieser Teil endet mit einer Analyse der Business-Viabilität von Peer-2-Peer Strukturen welche in der Definition von Erfolgsfaktoren mündet. Der zweite Teil befasst sich mit den möglichen Erlösmodellen und Marktstrategien eines Geschäftsmodells. Es werden verschiedene Marktstrategien gezeigt und anwendbare Erlösmodelle ausgeführt. Strategien und Modelle werden dann auf zwei konkrete Geschäftsmodelle angewen- det.
Peer-2-Peer: Definition und Architekturen 13
2 Peer-2-Peer: Definition und Architekturen
Um Erlösmodelle und Marktstrategien basierend auf einer P2P-Architektur aufzubauen oder zu verstehen bedarf es zuerst einer klaren Definition von P2P. Was sind P2P-Applikationen und welche sind es nicht? Welche enthalten Teile einer P2P-Architektur? Wie sieht eine P2P-Architektur aus und was für Konzepte bestehen sie zu nutzen?
2.1 Beschreibung und Definition von Peer-2-Peer
Nach dem Aufkommen des File-Sharing (Napster, Gnutella, etc.) und deren Verwandten Ansätze hat man nach einem Namen für diese Entwicklung gesucht. Als Lösung präsentierte sich der Begriff „Peer-2-Peer“. Doch im Sinne das Verständnis für diese neuen Ideen zu vereinfachen greift dieser Begriff zu kurz oder besser gesagt ist er zu einschränkend. Genau genommen bedeutet der Begriff nämlich, dass die “Peers” gleiche Fähigkeiten und gleiche Verantwortung haben und das zwischen ihnen symmetrische Kommunikation besteht 4 .
Im Zeitalter des Internets kann aber diese Definition nicht mehr aufrecht erhalten werden. Schon allein betreffend der Fähigkeiten ist es fast unmöglich, dass sich exakt identische „Peers“ treffen. Geschwiegen von den verschiedensten Konfigurationen von PCs und Servern, verbinden sich heute nebst den PCs Mobiltelefone, PDAs und andere smart Devices mit (High-End) Servern, PCs und untereinander. Heterogenität hat die Äquivalenz der früheren Peer-2-Peer Netzwerk-Architekturen ersetzt. Kommunikation in aktuellen Peer-2-Peer Netzwerken ist direkt („One-to-One“) und nimmt keine Rücksicht auf Fähigkeiten der Kommunikationspartner. Es geht also darum diese Veränderungen unter dem Begriff „Peer-2-Peer“ genauer zu erklären und zu verstehen. Es ist nicht einzig allein die Peer-2-Peer Architektur welche diese Veränderungen charakterisiert. Die grundlegende Veränderung bezieht sich vor allem auf die einzelnen Knoten (no-
4Präsentation “Peer-2-Peer Computing”; Bob Knighten, Intel Corp.; Intel Developer Forum; San
Jose, CA; USA; Aug. 2000
Peer-2-Peer: Definition und Architekturen 14
des, agents) in einer Peer-2-Peer Architektur bzw. -Netzwerk. Diese Knoten sind am Internet angeschlossene PCs, Servers oder andere Internetfähige Devices (z.B. PDA oder Mobiltelefon mit GPRS). Im traditionellen Umfeld einer Client/Server Architektur waren solche Knoten nur reine Clients, d.h. sie griffen nur auf Netzwerkressourcen zu (In-formationen, Dokumente, Applikationen, etc.) ohne dabei selbst eine Rolle im Netzwerk zu spi elen. Ein gutes Beispiel dafür wäre das Browsen auf dem Internet oder das Streamen eines Videos 5 . Zugriff auf ein Zentrales System ist der Hauptzweck eines Clients, d.h. der Austausch aller Informationen läuft über den Server (vgl. Abb. 2). Wichtig für solch einen Aufbau ist vor allem eine gute Vernetzung zu den Clients hin. Diese Asymmetrie ist z.B. bei verschiedenen Kabel- oder DSL-Angeboten verschiedener ISPs zu finden: Die Downstream-Geschwindigkeit ist oft um ein vielfaches höher als die Upstream-Geschwindigkeit.
Aus Sicht der P2P-Bewegung sind diese ursprünglich als reine Clients gesehene Knoten der Kern der veränderten Betrachtungsweise.
Client/Server Modelle berücksichtigen heute zu wenig dass sich Hauptteil der Ressourcen vom Zentrum zu den Clients verschiebt bzw. verschoben hat. Diese Clients vereinen nämlich gewisse interessante Eigenschaften.
5 Kapitel 1 in ” Peer-2-Peer: Harnessing the Power of Disruptive Technologies” (Beta-Version);
Andy Oram et al., Cambrigde, MA; USA; März 2001
Peer-2-Peer: Definition und Architekturen 15
Sie befinden sich alle am Rande des Netzwerks bzw. des Internets, d.h. sie sind letztes Element in der Kette der Vernetzung, sie sind vom DNS System ausgeschlossen da sie keinen fixen IP-Adressen haben und besitzen, vor allem auch durch neue, erschwinglichere Technologien (z.B. Pro-zessor, Harddisk, Breitband), gute (oft) brachliegende Ressourcen (Speicherplatz, Rechenpower, Bandbreite, Digitale Dokumente, Digitale Medien, Präsenz des Benutzer/Besitzer) 6 , 7 , 8 .
Peer-2-Peer Computing ist ein Konzept welche genau diese freien Ressourcen zu nutzen versucht. Um dies zu realisieren benötigt es speziell dafür ausgelegte Applikationen.
Solche Applikationen müssen dezentralisierte Ressourcen finden und verwalten können und in einem Umfeld unstabiler Verbindungen und wechselnder IP-Adressen zurechtfinden. Weiter müssen die Knoten ausserhalb des DNS-Systems operieren und sind teilweise oder total unabhängig von zentralen Servern/Hosts 9 .
Peer-2-Peer bezieht sich somit auf zwei Kern-Elemente 10 : 1. Variable Konnektivität und Temporäre Netzwerkadressen sind Standard
2. Bedeutende Unabhängigkeit der einzelnen Knoten von einem zentralen System
Welches sind nun Peer-2-Peer Applikationen?
Napster und ICQ sind gute Bespiele für Peer-2-Peer Applikationen. Beide lassen in ihrer Verwaltung das DNS-System ausser Acht, die Kontrolle der
6 Applied Meta Computing Peer-2-Peer Architecture Proposal, 2000
7 “Introducing Peer-2-Peer”; Endeavors Technology; Irvine, CA; USA; 2000 8 “Peer-2-Peer Architectures and the MagiTM Open-Source Infrastructure”; Endeavors Technology;
Irvine, CA; USA; Dez.2000
9 “What Is P2P… And What Isn’t?”; Clay Shirky; The O’Reilly Network, 24. Nov. 2000 10 Vorlesung „Ubiquitäres Computing“; Etzard Stolte; IKS Group/ ETH Zürich, 24. Jan. 2001
Peer-2-Peer: Definition und Architekturen 16
Verbindung liegt beim Knoten und die „Peers“ können autonom in bezug auf ihre Ressourcen handeln.
Es gibt aber noch zwei weitere Elemente zur Definition von Peer-2-Peer Architekturen. Das erste Element ist unter dem Namen N etzwerkeffekt bekannt und das zweite widerspiegelt die Tatsache das in Peer-2-Peer Netzwerken es zu einer Separierung von Authoring und Publishing 11 kommt.
Der Netzwerkeffekt tritt in allen Arten von Netzwerken auf (z.B. Mobiltelefonnetz). Er besagt dass zusätzliche Möglichkeiten (z.B. Ressourcen, Fähigkeiten) durch das hinzukommen neuer Netzteilnehmer im System allen Beteiligten des Netzwerks zugute kommen. Wie der Wert eines Netzwerks zunimmt wurde, zwar unterschiedlich, durch Sarnoff, Metcalfe und Reed beschrieben 12 . Für die Beschreibung eines Peer-2-Peer Netzwerks ist also die Anzahl der beteiligten Knoten oder „Peers“ ein wichtiger Punkt. Eine hohe Anzahl von Knoten erleichtern bzw. beschleunigen das Finden, die Distribution und die Nutzung von Ressourcen (Speicherplatz, Rechenleistung, Digitaler Content, etc.) und steigert somit den Wert des Netzwerks. Ein weiteres Merkmal heutiger Peer-2-Peer Strukturen ist die Möglichkeit der Separierung von Authoring und Publishing. Diese Tatsache ist, wie der Fall Napster zeigt, höchst problematisch. Obwohl durch die Kommerzialisierung Internet die Selbstpublikation stark verbreitet hat, verbringen die meisten User heute bedeutend mehr Zeit Informationen zu verarbeiten (Downloaden) als selbst zu publizieren. Wie schon oben erwähnt, ist diese Asymmetrie z.B. in den Angeboten der ISPs widerspiegelt. Napster, Gnutella und dergleichen ermöglichen aber ein neues Gleichgewicht zwischen „jeder publiziert“ und „jeder konsumiert“. Heute ist es möglich Daten und Inhalte zu publizieren welche man selbst nicht verfasst hat. Dass dies zu Problemen mit Urheberrechten führt illustriert der Fall Napster sehr gut. Aber selbst nachdem so ein System wie Napster irgendwann die Legalität
11 Verfassen und Publizieren
12 David P. Reed, “Reed's Law: That Sneaky Exponential-Beyond Metcalfe's Law to the Power of
Community Building”, Context Magazine, Frühjahr 1999.
Peer-2-Peer: Definition und Architekturen 17
erreicht wird dieses Merkmal weiterhin kennzeichnend für die P2P-Bewegung sein (Gnutella, Freenet, etc.) 13 . Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Peer-2-Peer eine Klasse von Applikationen ist welche das Ziel haben freie Ressourcen am Rande des Internets oder eines bestimmten Netzwerks besser zu nutzen. Um dies erfolgreich zu tun, müssen Sie sich in einem heterogenen und dynamischen Umfeld von (völlig) autonomen Netzwerkknoten zurechtfinden, gleichzeitig versuchen so wenig wie möglich zu standardisieren um die Vorteile der Vernetzung optimal zu nutzen und dabei die Problematik der Legalität nicht zu übergehen.
2.2 Grundlegende Peer-2-Peer Architekturen
Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Formen von Peer-2-Peer Architekturen. Die Erste ist die reine Form eines Peer-2-Peer Netzwerks, die Zwe ite eine Peer-2-Peer Architektur welche durch Elemente einer Client/Server Architektur erweitert wurde. Von dieser zweiten Form gibt es zudem noch eine Variante in welcher den Akzent mehr auf Ressourcen-Nutzung als der Vernetzung zwischen den einzelnen „Peers“ legt.
2.2.1 Reines Peer-2-Peer
Das bekannteste Beispiel für ein reines Peer-2-Peer Netzwerk via Internet ist Gnutella (ausgesprochen „Newtella“). Gnutella wurde ursprünglich von Nullsoft, einer Tochtergesellschaft von AOL, programmiert. Das Programm war, entgegen der viel verbreiteten Meinung, nicht Open-Source und das Kommunikationsprotokoll wurde nicht veröffentlicht. Das Programm wurde „reverse engineered“, d.h. Entwickler bauten nachträglich ein Protokoll auf welches die Eigenschaften von Gnutella erfasste. Gnutella ist ein Protokoll, nicht eine Software, welche festlegt wie Gnutella-Applikationen miteinander über das Internet via HTTP kommunizieren.
13 Kapitel 1 in ” Peer-2-Peer: Harnessing the Power of Disruptive Technologies” (Beta-Version);
Andy Oram et al., Cambrigde, MA; USA; März 2001
Peer-2-Peer: Definition und Architekturen 18
Das Protokoll wurde öffentlich zugänglich gemacht und es gibt heute über 30 verschiedene Clients (z.B. Bearshare, Limewire, Toadnode). Teilweise sind diese Clients selbst Open-Source-Projekte. Gnutella ist somit das erste grosse Peer-2-Peer Netzwerk nach den Anfängen des Internet selbst (Arpanet). Neben Gnutella gibt es noch das Freenet Projekt 14 und andere welche ähnliche Zi ele verfolgen aber noch nicht sehr weit entwickelt sind. Die folgende Erklärung ist daher an Gnutella angelehnt. In einem reinen Peer-2-Peer Netzwerk gibt es keine zentrale Stelle und keiner der Netzteilnehmer ist besser, ausser vielleicht in bezug auf seine Ressourcen, gestellt. Jeder Knoten verwaltet sich selbst und alle Knoten zusammengefasst bilden dass Netzwerk und dessen Administration. Jeder Knoten ist Server und Client zugleich („Servent“) (vgl. Abb. 3) 15 .
Ein Servent solch eines Peer-2-Peer Netzwerks loggt sich in das Netz folgendermassen ein. Er (vgl. Abb. 3: „A“) verbindet sich zu anderen Netzwerk-Computern (durch senden eines PING-Packets an „B“, „C“, „D“) und kommuniziert ihnen dass er auf dem Netz ist (active). Die anderen Hosts kommunizieren dem Knoten mit welchen anderen Servents („user“) sie verbunden sind und übermitteln gleichzeitig diesen den aktiven Status des
14 The Freenet Project; freenet.sourceforge.net
15 “Gnutella and the Transient Web”; K. Truelove; The O’Reilly Network; 22. März 2001
Peer-2-Peer: Definition und Architekturen 19
neuteilnehmenden Nutzers. Es wird also immer eine Antwort zurückgesendet und eine Nachricht we itergesendet. Dieser Prozess geht bei den anderen Servents („user“) so weiter, so dass sich in kürzester Zeit Tausende von Hosts miteinander verbinden können 16 . Es scheint nun dass die Reichweite solch eines Netzwerks unendlich sein kann. Wie viele Schichten eine Mitteilung erreichen kann wird aber durch die sogenannte „time-to-live“ (TTL) begrenzt. Sobald di eser TTL-Wert zu gross wird, erwidern die angepingten Hosts die Mitteilung nicht mehr. Somit gibt es für jeden Servent eine „natürliche“ Barriere für den Zugriff auf das Peer-2-Peer Netzwerk. Dies ist äusserst sinnvoll, da so die Effizienz des Netzwerks sichergestellt wird und nur Verbindungen zustande kommen welche gewisse Bandbreiten ermöglichen und damit Down- oder Uploads einfacher durchgeführt werden können. Obwohl diese Beschränkung vorhanden ist kann die Ausdehnung des Netzwerks auf welches ein einzelner zugreifen kann enorm gross sein. Die folgenden Abbildungen d emonstrieren dies (vgl. Abb. 4 und 5).
16 The Gnutella Protocol Specification v0.4; Clip2 Distributed Search Services; www.clip2.com
Arbeit zitieren:
Philipp Graf, 2001, Geschäftsmodelle mit Peer-2-Peer Architektur, München, GRIN Verlag GmbH
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Einbetten
DOI
Politik - Politische Systeme - Allgemeines und Vergleiche
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