Mein Dank gilt all jenen Personen, die der Meinung sind, dass ich ein geeigneter Kandidat für dieses Studium bin, und mir somit die Ausbildung zu meinem Traumberuf ermöglichen!
Einen großen Dank an meine Eltern,
ohne deren Unterstützung das Studium erst gar nicht möglich wäre!
Danke an meine KollegInnen und Freunde,
die mich in sehr fordernden Phasen motivieren!
Vielen Dank an Herrn Hannes Aftenberger
für die Betreuung bei dieser Arbeit!
Zusammenfassung
Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob durch Botulinumtoxin Typ A Injektionen Auswirkungen auf das Gangtraining bei Kindern mit zerebralparesebedingten spastischen Fußdeformitäten zu erwarten sind. Sie basiert auf dem fiktiven Patientenbeispiel eines siebenjährigen Kindes mit der Diagnose ‚Infatile Zerebralparese‘ und dadurch bedingter spastischer Spitzfußstellung beider Beine. Botulinumtoxin Typ A ist das Toxin eines Bakteriums, welches nach Injektion in den Muskel die Acetylcholinfreisetzung und somit eine Erregungsübertragung hemmt. Diese Methode wird daher auch zur Senkung der Spastizität, welche ein Leitsymptom der infantilen Zerebralparese darstellt, angewandt. Durch zerebralparesebedingte Muskeldysbalancen können auch verschiedene Fußdeformitäten entstehen, welche das Kind wesentlich in seiner Gangaktivität einschränken.
Die Arbeit behandelt Studien, in welchen die Wirkungsweise von Botulinumtoxin Typ A Injektionen in den Musculus gastrocnemius bei spastischem Spitzfuß untersucht wurde. Hierbei zeigen sich Verbesserungen auf struktureller Ebene. Auf Funktionsebene erkennt man kaum signifikante Unterschiede im Vergleich zu der Placebogruppe.
Der / die PhysiotherapeutIn nimmt in dem Prozess der Botulinumtoxintherapie einen wichtigen Platz in der interdisziplinären Zusammenarbeit ein. Dieses Aufgabengebiet reicht von der Unterstützung bei der Patientenauswahl bis zur anschließenden Physiotherapie nach der Injektion. Diese physiotherapeutische Behandlung beginnt mit der Unterstützung des Kindes bei der Anpassung an die geänderte muskuläre Situation. Der Zeitraum, in dem Botulinumtoxin Typ A seine größte Wirkung zeigt, soll für Dehnung der spastischen Muskulatur und Kräftigung der antagonistischen Muskulatur verwendet werden. Die zukünftige Therapie zielt auf ein funktionelles, spielerisches, dynamisches und aktives Training ab. Weiters zeigt eine Einzelfallstudie, dass dynamische Therapie möglicherweise eine Alternative zur
Botulinumtoxinbehandlung darstellen kann.
(ca. 244 Wörter)
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 1
Fiktives Patientenbeispiel 1
1. Botulinumtoxin 2
1.2 Allgemeine Wirkungsweise von Botulinumtoxin Typ A 2
1.2.1 Wirkungsweise auf verschiedenen Ebenen 2
1.3 Anwendungsgebiete 3
2. Zerebralparesebedingte, spastische Fußdeformitäten 4
2.1 Zerebralparese 4
2.2 Spastizität 4
2.2.1 Spastische Tetraplegie, Diplegie und Hemiplegie 5
2.3 Fußdeformitäten 5
2.3.1 Allgemein 5
2.3.2 Der Spitzfuß (Pes equinus) 5
2.3.3 Der Plattfuß (Pes planovalgus) 6
2.3.4 Der Klumpfuß (Pes equinovarus) 6
3. Die Ganganalyse vor und nach Botulinumtoxininjektion 6
4. Der / die PhysiotherapeutIn in der Botulinumtoxintherapie 7
4.1 Faktoren des Gangtrainings 8
5. Dynamische Therapie als Alternative zu Botulinumtoxin 8
6. Diskussion 9
Literaturverzeichnis 13
Anhang 15
Anhang A: Patientenbeschreibung 15
Anhang B: Begriffe des Gangzyklus 17
Eidesstattliche Erklärung 18
Abkürzungsverzeichnis
BTX Botulinumtoxin BTX/A Botulinumtoxin Typ A CP Cerebral Palsy (Zerebralparese) GMFM Gross Motor Function Measurement M. Musculus (Muskel) n Anzahl der ProbandInnen in einer Gruppe QEK Quantitative Electromyographic Kinesiology SMS Spasticity Measure System
Einleitung
Botulinumtoxin Typ A wird nun schon seit über zwanzig Jahren in der Behandlung von Spastizität eingesetzt. Auch an der Kinderchirurgie in Graz werden im Durchschnitt drei junge PatientInnen pro Woche mit dieser Methode behandelt. Die Idee für das Thema dieser Arbeit entstand im Rahmen eines Praktikums im Bereich Neurologie bzw. Neuropädiatrie. Die Mutter eines Kindes mit infantiler Zerebralparese mit spastischem Spitzfuß fragte meinen praktikumsbetreuenden Physiotherapeuten, ob eine erneute Injektion mit Botox ® gegen die Fußdeformität sinnvoll sei. Zu diesem Zeitpunkt verband ich diesen Handelsnamen hauptsächlich mit seiner Anwendung in der ästhetischen Medizin. Mein Interesse bezogen auf diese spastizitätsenkende Intervention wurde somit geweckt und ich traf die Entscheidung, mich im Rahmen der ersten Bakkalaureatsarbeit mit dieser Thematik auseinanderzusetzen.
Diese Arbeit gibt allgemeine Informationen über Botulinumtoxin, erklärt verschiedene Begriffe der Diagnose ‚Infantile Zerebralparese‘ und erläutert die häufigsten spastischen Fußdeformitäten. Weiters wird die Anwendung dieser Substanz im Hinblick auf die strukturelle und funktionelle Wirkung kritisch hinterfragt. Ein weiterer Punkt beschäftigt sich mit der Frage, welche Rolle der / die PhysiotherapeutIn in diesem Prozess einnimmt, welche Auswirkungen auf das Gangtraining zu erwarten sind und ob es physiotherapeutische Alternativen zu der Behandlung mit Botulinumtoxin gibt.
Fiktives Patientenbeispiel
Bei Sebastian S., sieben Jahre alt, wurde eine spastische Diplegie diagnostiziert. Die obere Extremität ist uneingeschränkt einsetzbar. Auf Strukturebene findet man beim passiven Durchbewegen des oberen Sprunggelenks eine Spastizität der Plantarflexoren. Auf Funktionsebene zeigt sich durch die spastizitätbedingte eingeschränkte Dorsalextension eine Spitzfußstellung auf beiden Seiten. Das Gehen ist auf ebenen Flächen grundsätzlich alleine möglich, jedoch kann Sebastian die Ferse nicht flach auf den Boden aufsetzen. Durch die verkleinerte Unterstützungsfläche neigt das Kind dazu, bei unebener Bodenbeschaffenheit das Gleichgewicht zu verlieren und zu stürzen. Sebastian wirkt von seiner Kognition uneingeschränkt aufnahmefähig. In seiner Partizipation ist er eingeschränkt, da er bei schnellen Spielen (Abfangen, Ballspiele verschiedener Art, etc.) nicht teilnehmen kann.
1
Arbeit zitieren:
Günter Bauernhofer, 2009, Auswirkung von Botulinumtoxin Typ A Injektionen auf das Gangtraining bei zerebralparesebedingten spastischen Fußdeformitäten, München, GRIN Verlag GmbH
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