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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung S 4-4
2. Entstehung und Entwicklung des Illuminatenordens S 5-22
2.1. Einführung S 5-6
2.2. Adam Weishaupt und die Begründung des
Illuminatenordens S 6-10
2.3. Der Orden während seiner Aufbau- und
Verbreitungsphase S 10-12
2.4. Adolf von Knigge - ein von der Freimaurerei
Enttäuschter S 12-15
2.5. Die Versprechen Adam Weishaupts S 15-17
2.6. Die innere Fortentwicklung des Ordens um 1781 S 17-22
3. Ziele und Ideologie des Illuminatenordens S 23-68
3.1. Der endgültige Ordensplan vom 10 Dezember 1782 S 23-24
3.2. Novize Minerval die drei klassischen
Freimaurergrade und Kleiner Illuminat S 24-28
3.3. Großer Illuminat S 28-33
3.4. Dirigierender Illuminat S 33-35
3.5. I Zwischenfazit S 35-35
3.6. Die Freimaurerklasse als Streitpunkt zwischen
Knigge und Weishaupt S 36-36
3.7. Der Priestergrad S 37-48
3.8. Jean-Jacques Rousseau im Kontrast zu
Adam Weishaupt S 49-50
3.9. Magus Philosoph S 50-55
3.10. Docet Rex S 55-56
3.11. II Zwischenfazit S 56-57
3.12. Das Wetzlarer Reichskammergericht S 57-57
3.13. Das machtpolitische Moment in der Praxis
am Beispiel Wien S 58-60
3
3.14. Das Ende des Ordens S 60-66
3.15. Knigges Roman Der Traum des
Herrn Brick - Ein Rückblick S 66-68
4. Resüme S 69-70
5. Quellen- und Literaturverzeichnis S 71-75
5.1. Literatur S 71-72
5.2. Quellen S 72-75
5.2.1. Verwendete Werke S 72-74
5.2.2. Verwendete Korrespondenz und Dokumente S 74-75
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1. Einleitung
Dem Illuminatenorden, dessen Gründung auf das Jahr 1776 datiert wird, war kein systematisch-philosophisches Gebäude zu eigen, das als ideologische Grundlage bezeichnet werden könnte. Dennoch ermöglichen vor allem tradierte Gradtexte des endgültigen Ordensplans, aber auch Korrespondenz, Zeitzeugenschilderungen, Statute sowie spätere Schriften und Aufzeichnungen einen guten Einblick in die Absichten und Ideologie besagten Ordens, die neben der Sekundärliteratur die Grundlage für die in der Staatsarbeit angeführten Darstellungen bilden.
Der Autor dieser Arbeit stellt sich zur Aufgabe, der Frage nachzugehen, durch welche Ideologie und welche Zielverfolgung die Geheimgesellschaft der Illuminaten sich kennzeichnete. Zu diesem Zweck wird in zwei Schritten vorgegangen: Im ersten Schritt wird dem Leser die Entstehung und Entwicklung des Illuminatenordens aufgezeigt. Dies erfolgt, um erstens die Intention der Ordensgründung, zweitens eine ideologische Genese, sowie drittens mögliche Zielvorstellungen schon in den Anfängen dieser Geheimgesellschaft aufzuzeigen. Der zweite Schritt dient dazu, die Suche nach der Antwort auf die Fragestellung der Arbeit zu forcieren, indem die Gradtexte des Ordensplans in chronologischer Abfolge einer genauen Analyse unterworfen werden, um anschließend anhand ausgewählter Quellen der Frage nachzugehen, inwiefern sich das daraus abgeleitete Ergebnis für die Praxis bestätigen lässt, bevor im letzten Abschnitt, dem Resümee, die Ergebnisse des Hauptteils zu einer Antwort auf die leitende Frage zusammengeführt werden.
Es sei noch an dieser Stelle kurz darauf hingewiesen, dass die im 18. Jahrhundert publizierten Quellen und Texte des Ordens nur noch in wenigen Exemplaren existieren, schwer zugänglich und für einen breiten Leserkreis nahezu unerreichbar sind. Dies liegt daran, dass von dem umfangreichen Ordens- Schrifttum bis in die heutige Zeit fast nichts wieder aufgelegt wurde.
5
2. Entstehung und Entwicklung des Illuminatenordens
2.1. Einführung
Der Bund der Illuminaten, eine aufgeklärte Geheimgesellschaft, wurde im Jahre
1776 von Adam Weishaupt, Professor der juristischen Fakultät der Universität zu
Ingolstadt, ins Leben gerufen. Der Historiker Richard van Dülmen, dessen
Intention es 1975 war, „[…] den Problemkomplex des Illuminatenbundes wieder
ins Bewusstsein zu bringen“, 1 schreibt in einer umfangreichen Gesamtdarstellung,
der bis heute erst zweiten nach der des Franzosen Rene le Forestier 2 , die Gründung besagten Bundes sei erfolgt, als der aufgeklärte Absolutismus seinen
Höhepunkt erreicht habe. 3 Unter aufgeklärtem Absolutismus ist Heinz Duchhardt zufolge das besonders im deutschsprachigen Raum zu beobachtende Bündnis
zwischen Aufklärung und Staat zu verstehen, an dessen Spitze ein reformgewillter
Fürst stand, 4 „[…] der willens und in der Lage war, […] Veränderungs- und Innovationsvorschläge nicht nur aufzugreifen, sondern auch durchzusetzen, […]
dessen Tendenz, sich vom Fürsten- zum Staatsdiener, sich im ausgehenden 18.
Jahrhundert signifikant verstärkte.“ 5 Indem dem System des aufgeklärten Absolutismus allerdings der Anspruch zu eigen gewesen sein soll, das gesamte
gesellschaftliche Leben reglementiert zu wissen und sowohl Bürgerliche als auch
Adelige integrieren zu wollen, entstand im Gegenzug eine gesellschaftliche
Opposition zur Fürstengesellschaft, welche sich aus von der Regentschaft
Ausgeschlossenen rekrutierte. Van Dülmen konstatiert, dass aufgrund eines
fehlenden wirtschaftlich und politisch bedeutsamen Bürgertums sowie eines Adels,
dessen politische Feudalrechte im Zeitalter des Absolutismus längst vergangen
waren, gesellschaftlicher Aufstieg fast ausschließlich im Fürstendienste, im
Beamtentum möglich war. Oben genannte Opposition, welche sich seit 1770
formiert haben soll, spaltete sich in einen konservativen Teil, der im aufgeklärten
Absolutismus aufgrund seiner einschneidenden Maßnahmen gegenüber Religion
1 Richard van Dülmen, Der Geheimbund der Illuminaten Darstellung Analyse Dokumentation, Stuttgart-Bad Cannstatt, 1975, S. 14.
2 Vgl. Rene le Forestier, Les illuminés de Bavière et la Franc-Maçonnerie allemande, Paris 1914. 3 Vgl. Anm. 1 , S. 15.
4 Vgl. Heinz Duchhardt, Das Zeitalter des Absolutismus Oldenbourg Grundriss der Geschichte, Band 11, 3. überarbeitete Auflage, hrsg. von Jochen Bleicken, Lothar Gall, Hermann Jakobs, München 1998, S. 127.
5 Ebd., S. 127.
6
und Kirche etwas Unchristliches sah, und in einen aufgeklärten Teil, dem die
Aufklärung des Absolutismus nicht weit genug ging. Letzterem ist van Dülmen
nach der Illuminatenorden zuzuordnen, den er als Sammelbecken radikaler
Aufklärer sieht. 6 Dieser setzte sich während seines knapp zehnjährigen Bestehens, der Studie
Eberhard Weis´ nach zu urteilen, mehrheitlich aus einer geistig elitären Schicht
zusammen, aus Adeligen und vor allem Bürgerlichen. Weis´ Untersuchung der
Mitgliederliste des Ordens in Bayern ergab, dass der Anteil derjenigen, die keine
universitäre Laufbahn vorzuweisen hatten, mit einem Viertel immerhin eine starke
Minderheit darstellte. 7 Die Freimaurerei, die Mitte des 18. Jahrhunderts als diejenige Vereinigungsform elitärer Kreise galt, die am weitesten verbreitet war,
soll während der Spätaufklärung aufgrund der in ihren Reihen signifikant
steigenden Zahl fürstlicher Funktionäre sowohl für Bürgerliche als auch Adelige
zunehmend an Attraktivität verloren haben. Im Sinne der Emanzipation gegenüber
aufgeklärten Fürsten sei diese Mitgliederentwicklung nicht dienlich gewesen,
sodass neben der Freimaurerei die Rosenkreuzer für konservativ-reaktionär
Gesinnte und der Illuminatenbund für unzufriedene Aufklärer eine Alternative
boten. 8
2.2. Adam Weishaupt und die Begründung des Illuminatenordens
In den vorangegangenen Anführungen haben wir schon ansatzweise sehen können,
aus welchem Antrieb die Gründung des Illuminatenbundes erfolgte. Die Intention
seines Begründers, Adam Weishaupt, blieb dabei unerwähnt und soll aufgrund
ihrer Signifikanz anhand dieses Abschnitts kurz Erwähnung finden. In seinem
Werk „Pythagoras oder Betrachtungen über die geheime Welt- und
Regierungskunst“, entstanden 1790 und somit nach dem Verbot des Ordens,
erhalten wir diesbezüglich einen Einblick. So berichtet Weishaupt rückblickend,
dass infolge des Verbots des Jesuitenordens im Jahre 1773 er den Lehrstuhl des
geistlichen Rechts der Universität Ingolstadt, welcher bis dato fest in jesuitischer
6 Vgl. Anm. 1 , S. 17.
7 Vgl. Eberhard Weis, Der Illuminatenorden (1776-1786). Unter besonderer Berücksichtigung der
Fragen seiner sozialen Zusammensetzung, seiner politischen Ziele und seiner Fortexistenz nach
1786, Bayerische Akademie der Wissenschaften, Jahrgang 1987, Heft 4, München 1987, S. 13ff.
8 Vgl. Anm. 1 , S. 18f.
7
Hand gewesen sei, erhalten habe. 9 „Von dieser Zeit an wurde ich der Gegenstand ihres Hasses und ihrer Verfolgung“, 10 so Weishaupt über die Einstellung der Jesuiten gegenüber seiner Person. Ferner seien diese stets darum bemüht gewesen,
ihn von besagtem Lehrstuhl entfernt zu wissen 11 und deshalb sei er „[…] 13 ganze Jahre hindurch ihren Intriguen [sic] und Verleumdungen unaufhörlich
ausgesetzt“ 12 gewesen.
„Meine Leser können sich, aus dieser angeführten Thatsache [sic] vorstellen, dass ich einen
Rückanhalt und Unterstützung nothwendig [sic] hatte, dass ich diese natürlicher Weise, in einer so
ausgebreiteten, und nach meinen Begriffen so eng verbundenen Gesellschaft zu finden hoffte; dass
mir folglich durch diese Erwartung, geheime Verbindungen, als der Zufluchtsort, der gedrückten
Unschuld, in einem sehr anziehenden Lichte erscheinen müssten“, 13
schreibt Weishaupt als Rechtfertigung seiner Ordensgründung. Die Lektüre eines Lehrbuches des Philosophen Feder aus Göttingen soll ihn derart inspiriert haben, dass sie als ein Anstoß zur Gründung des Bundes zu deuten ist. Im „Pythagoras“ schreibt Weishaupt, im Jahre 1775 habe sich in seinem Geiste eine wichtige Veränderung vollzogen. Nachdem er sich ausschließlich der Metaphysik gewidmet hatte bzw. - wie er sie zu nennen pflegt - der „speculativen [sic] Philosophie“, sei er zu seinem großen Glück „[…] aus diesem Taumel gerissen, und aus der übersinnlichen Welt, wieder auf die Erde unter Menschen versetzt
[…]“ 14 worden. Dafür habe er dem Herrn Hofrat Feder in Göttingen für die in ihm „ […] erweckten Ideen den gebührenden Dank öffentlich zu entrichten.“ 15 Liest man den „Pythagoras“ einige Seiten weiter, so stößt der Leser auf einen weiteren, auf den augenscheinlich entscheidenden Beweggrund, der Weishaupt veranlasste, den Orden zu gründen. Er berichtet von einer Loge der Rosenkreuzer aus Burghausen, die Studenten seiner Universität angeworben haben soll, deren Auswahl gerade auf diejenigen Studierenden fiel, die er für seine Ordensgründung
ins Auge gefasst habe. 16 „Der Gedanke so hoffnungsvolle Jünglinge auf diese Art verloren zu haben, sie überdies mit der verderblichsten Seuche, mit dem Hang zur Goldmacherei und ähnlichen Thorheiten [sic] angesteckt zu sehen, war für mich
9 Vgl. Adam Weishaupt, Pythagoras oder Betrachtungen über die geheime Welt- und Regierungskunst, Frankfurt a. M 1790. abgedruckt in: Leopold Engel, Geschichte des Illuminaten- Ordens. Ein Beitrag zur Geschichte Bayerns., Berlin 1906, S. 60.
10 Ebd., S. 60.
11 Vgl. Ebd., S. 61 12 Ebd., S. 61.
13 Ebd., S. 61.
14 Ebd., S. 61.
15 Ebd., S. 61.
16 Ebd., S. 64f.
8
quälend und unerträglich.“ 17 , berichtet Weishaupt offenkundig verärgert. Und weiter erwähnt er die Konsultation eines jungen Mannes 18 , dessen Name nicht genannt wird, der ihn ermuntert haben soll, seinen „[…] Einfluss auf junge Studierende zu benutzen, und diesem Unwesen […]“ - als solches sind die Rosenkreuzer gemeint - „[…] durch ein wirksames Mittel, durch die Einrichtung
einer eigenen Gesellschaft, so viel möglich zu steuern.“ 19 Der Entschluss, mit einigen seiner Studenten eine eigene geheime Gesellschaft zu gründen, war somit gefasst. So lässt sich festhalten, dass deren Gründung neben der Inspiration Feders auf Weishaupt vorwiegend auf dessen Selbstschutz vor konservativen Strömungen jesuitischer oder rosenkreuzerischer Natur zurückzuführen ist, und der Illuminatenbund zunächst ausschließlich an junge Männer, Studenten gerichtet war, wie neben dem oben angeführten Zitat uns anhand eines Briefes Weishaupts an Massenhausen, eines der vier ersten Mitglieder des Bundes und Student des Ingolstädter Professors, ebenfalls tradiert ist. In ihm heißt es: „ […] suchen sie Gesellschaft junger Leute: beobachten sie; und wenn Ihnen einer darunter gefällt,
legen sie Hand an.“ 20 Der Historiker Manfred Agethen will aus der Quelle „Einige Originalschriften des Illuminatenordens, welche bey [sic] [Franz Xaver v.] Zwack
[h] […] vorgefunden worden“ 21 die anfängliche Entwicklung der Mitgliederzahlen des Ordens beobachtet haben. So soll sich diese im Gründungsmonat einschließlich Weishaupt zunächst auf fünf belaufen haben, im Februar 1778 sei die Zahl auf neun angestiegen, Mitte 1778 habe man schon 25, im Dezember des gleichen Jahres 40 und im Dezember des Folgejahrs an die 60 Mitglieder
verzeichnet. 22 Der Mitgliederzuwachs erscheint, diesen Zahlen nach zu urteilen,
17 Ebd., S. 65.
18 Ich vermute, dass einer der Studenten Massenhausen, Bauhof, Sutor oder Merz hinter dieser Person steckt, die ersten vier Mitglieder des Bundes. Am ehesten kommt letzterer in Frage, da dieser, wie van Dülmen herausbekommen haben will, den moralischen und intellektuellen Anforderungen Weishaupts am weitesten entsprochen habe (Vgl. Anm. 1, S. 28). Leider kann ich diese Annahme anhand derjenigen Quellen, die mir verfügbar sind, nicht zweifelsfrei nachweisen.
19 Anm. 9, S. 65.
20 Weishaupt an Massenhausen (Ajax), 19. September 1776, abgedruckt in: Anm. 1, S. 217. 21 Die Schrift „Einige Originalschriften des Illuminatenordens […] 1786“ , auf die sich Agethen hier bezieht, konnte ich lediglich in fragmentarischem Umfang ausfindig machen (vgl. Anm. 37.), sodass ich auf die Quellenrecherche des hier genannten Autors an dieser Stelle der Arbeit angewiesen bin.
22 Diese Zahlen ergeben sich laut Manfred Agethen aus Einige Originalschriften des Illuminatenordens, welche bey [Franz Xaver v.] Zwack [h]durch vorgenommene Hausvisitation zu Landshut den 11. und 12. Oct. 1786 vorgefunden worden. Auf höchsten Befehl Seiner Churfürstlichen Durchlaucht zum Druck befördert, München 1787, S. 200, 262f, 297. Vgl. Manfred Agethen, Geheimbund und Utopie Illuminaten, Freimaurer und deutsche Spätaufklärung, Ancien Régime Aufklärung und Revolution Band 11, München 1984, S. 73.
9
als eher schleppend denn dynamisch. Eine diesbezüglich langsame Entwicklung ist jedoch vonseiten des Ingolstädter Professors durchaus gewollt gewesen, den Orden als Verkörperung eines engen Personenkreises zu sehen, stets in seinem Interesse gewesen. In einem Brief Weishaupts an Cato, den Ordensnamen Franz
Xaver Zwacks, 23 von dessen Person noch zu sprechen sein wird, wird dies deutlich. In besagtem Brief heißt es, eine Verbreitungssucht des
Illuminatenordens sei eine schädliche Idee. 24 Als Begründung führt Weishaupt an, dass „ […] dieser Illuminatenorden, dessen Fundament gebildete und lang geprüfte Leute seyn [sic] sollen, wo Unvorsichtigkeit, oft die kleinste […],“ den
Illuminaten „[…] den Kopf kosten […],“ 25 unmöglich so schnell wie andere Gesellschaften verbreitet werden dürfe. 26 Welche Charakteristik jedoch dem Bund in seiner Entstehungsphase, Mitte der 70er Jahre des 18. Jahrhunderts, zu eigen war, ist den Quellen - anders als es hinsichtlich seiner Hochphase der Fall ist - nur schwer zu entnehmen. Fündig wird man diesbezüglich ansatzweise in einem Dokument mit dem Namen „Geschichte des Illuminaten-Ordens“, verfasst von Franz Xaver Zwack, einer zentralen Persönlichkeit während der Verbreitung des Ordens. Aus Zwacks Dokument lässt sich herauslesen, dass Weishaupt den Zweck des Ordens in dessen Frühphase in
Sammlung und geheimen Unterricht wissenschaftlicher Kenntnisse sah, 27 dass der Illuminatenorden „[…] eine geheime Weisheitsschule seyn [sic] solle, in welcher der Stifter nur junge Akademiker aufnehmen und diesen ungestört dasjenige lehren wolle, was Dummheit und Pfaffen-Eigennutz von den öffentlichen
Katheder verbannt hatte.“ 28 Weishaupt soll diesen Plan seinen Studenten, den ersten Mitgliedern des Ordens, mitgeteilt haben. 29 Genaueres zur Anfangsgestalt des Ordens als das hier Angeführte lässt sich aus den Quellen kaum erschließen. Die Bestimmung dessen, was der Lehre einer sogenannten „Weisheits-
23 Vgl. Hermann Schüttler, Die Mitglieder des Illuminatenordens 1776-1787/93, Deutsche Hochschuledition Band 18, München 1991, S. 174.
24 Vgl. Weishaupt an Zwackh, Ingolstadt, 28. Januar 1783, abgedruckt in: Nachtrag von weitern Originalschriften , welche die Illuminatensekte überhaupt, sonderbar aber den Stifter derselben Adam Weishaupt, betreffen, und bey der auf dem Baron Bassuischen Schloß zu Sandersdorf, einem bekannten Illuminaten-Neste, vorgenommenen Visitation entdeckt, sofort auf Churfürstlich höchsten Befehl gedruckt und zum geheimen Archiv genommen worden sind, um solche jedermann auf Verlangen zur Einsicht vorlegen zu lassen. München 1787, 1. Teil, S. 87.
25 Ebd., S. 87.
26 Vgl. Ebd., S. 87.
27 Vgl. Franz Xaver Zwack, Die Geschichte des Illuminaten-Ordens von Fr. X. Zwack, 1787, § 1, abgedruckt in: Anm. 1, S. 330.
28 Ebd., § 1, in Anm. 1, S. 330.
29 Vgl. Ebd., § 1, in Anm. 1, S. 330.
10
schule“ genau zu eigen gewesen sein soll, was sie im Unterschied zu
„Dummheit“ und „Pfaffen-Eigennutz“ ausmachte, bleibt offen. Liest man die
Schrift Zwacks noch einige Zeilen weiter, so lässt sich die Ordenswirklichkeit
einem indirekt erschließen, wenn es dort heißt: „Weil man aber den Mitgliedern
noch nichts von Ordensschriften geben konnte, so wurden sie mit gewissen
vorgeschriebenen Büchern […] beschäftigt […].“ 30 Wie es in den angeführten Zitaten ersichtlich wird, kann man den Orden in seiner Anfangsphase aufgrund
seines offenkundig noch unausgereiften Zustandes allenfalls als ein Konzept, ein
Vorhaben charakterisieren, das es noch zu vollenden galt. Über Ziele und
Ideologie des Ordens hatte sich Weishaupt während dessen Gründungsphase, den
Quellen nach zu urteilen, noch keine Gedanken gemacht, kann davon an dieser
Stelle der Arbeit noch keine Rede sein.
2.3. Der Orden während seiner Aufbau- und Verbreitungsphase
Wie den bisherigen Anführungen zu entnehmen, erschien der Illuminatenorden in
seinen Anfängen als ein von seiner Umwelt kaum wahrnehmbares Grüppchen
weniger Studenten, in dessen Zentrum Professor Weishaupt stand. Ab dem Jahre
1778 änderte sich dieser Zustand, es fand neben dem Aus- und Aufbau des Ordens
seine Verbreitung innerhalb Bayerns statt. Zwar kann zu diesem Zeitpunkt noch
von keinem fertigen System die Rede sein, aber immerhin wurden Satzungen
sowie Instruktionen konzipiert, sodass der Illuminatenbund eine gewisse Struktur
erhielt. Verantwortlich für den Mitgliederzuwachs zu jener Zeit, der, wie an
anderer Stelle schon erwähnt, nicht unbedingt rasant vonstatten ging, war Franz
Xaver Zwack. 31 Zwack soll indes nicht Studenten, sondern „zahlreiche
prominente und einflussreiche Persönlichkeiten“ 32 für den Orden angeworben haben. Van Dülmen erklärt sich dieses offensichtliche Umschwenken in der
Personalpolitik der Geheimgesellschaft damit, dass Weishaupts Schüler zwar als
erste Anhänger willige Werkzeuge gewesen seien, allerdings völlig unfähig sein
mussten, 33 „[…] das System zu verstehen und aufbauen zu helfen.“ 34 So fand eine allmähliche Verdrängung Weishaupts Schüler zugunsten reiferen, erfahreneren
und einflussreichen Persönlichkeiten statt.
30 Ebd., § 2, in Anm. 1, S. 331.
31 Vgl. Anm. 1, S. 31.
32 Ebd, S. 31.
33 Vgl. Anm. 1, S. 31.
34 Ebd, S. 31.
11
Die Partizipation der engsten Mitarbeiter Weishaupts an der Führung wurde durch die Installation eines sogenannten Areopagus bzw. Areopag, einem obersten Rat, umgesetzt, der neben Weishaupt die Hauptgeschäfte des Ordens geführt haben
soll. 35 Van Dülmen beurteilt die Umstrukturierung des Ordens durch die Einsetzung des Areopag als einen Wandel „ […] von einer monarchischen zu
einer aristokratischen Ordnung.“ 36 Während der Orden ab 1778 sich innerhalb Bayerns zu verbreiten begann, sich von einem Studentenbund hin zu einem Bund gestandener Leute transformierte, schien sein innerer Aus- und Aufbau zu stagnieren. So wird zwar durch die Anführungen van Dülmens dessen Mitgliederentwicklung und -zusammensetzung zu jener Zeit offenkundig, aber auch in dieser Phase des Ordens, seiner Aufbauphase, findet sich ähnlich während seiner Entstehungsphase in den Quellen nichts Konkretes bezüglich einer wirklich genauen Zielvorstellung, geschweige denn einer Ideologie. Eine wage Bestimmung dessen, welche Intention der Orden verfolgte, lässt sich aus den Ordensstatuten des Jahres 1778 herauslesen, aus diesen erhält man allerdings eher den Eindruck einer moralischen Vision denn einer realitätsnahen Zielvorstellung, auch wenn dort die Rede von einem Endzweck ist. So bekommt der Leser das Bild einer Gesellschaft vermittelt, deren Absicht es sei: „ […] dem Menschen die Bemühung um die Verbesserung und
Vervollkommnung seines moralischen Charakters interessant zu machen, menschliche und
gesellschaftliche Gesinnung zu verbreiten, boshafte Absichten in der Welt zu hindern, der
bedrängten Tugend gegen das Unrecht beizustehen, auf die Beförderung würdiger Personen zu
Gedenken […]. So versichert die Gesellschaft […], daß dieses der einzige und nicht kolorierte
Endzweck des Illuminatenbundes sei.“ 37
Der hier beschriebene Endzweck stellt eine Zielvorstellung dar, die lediglich allgemein gefasst ist, allenfalls in Umrissen dasjenige vermittelt, was der propagierten - nicht der wahren! - Ideologie des Ordens in seiner Hochphase, wie noch zu sehen, zu eigen sein sollte.
35 Vgl. Anm. 1, S. 33.
36 Ebd., S. 33.
37 Statuten der Illuminaten (1776/1778) in: Einige Originalschriften des Illuminatenordens, welche bei dem gewesenen Regierungsrat Zwack durch vorgenommene Hausvisitation zu Landshut den 11. und 12. Oktober etc. 1786 vorgefunden worden (Auswahl), abgedruckt in: Die Illuminaten, Quellen und Texte zur Aufklärungsideologie des Illuminatenordens (1776-1785), hrsg. von Jan Rachold, Berlin 1984, S. 48f.
12
2.4. Adolf von Knigge - ein von der Freimaurerei Enttäuschter
Knigges Eintritt in den Orden sollte im Jahre 1780 erfolgen. Doch wie ist es dazu
gekommen und welche Beweggründe hatte er, diesem beizutreten, waren es etwa
dessen Ziele und Ideologie? Bekommen wir durch Knigges Beitritt endlich ein
klareres Bild dessen, was den Illuminatenbund inhaltlich ausmachte? Wir werden
im Folgenden sehen, ob infolge Knigges Aufnahme etwas Greifbareres als das
bisher Herausgearbeitete zur Beantwortung der in der Arbeit anfangs gestellten
Frage aus Schriften und Briefen herauszulesen ist.
Knigge machte seinen eigenen Anführungen zufolge im Juli 1780 die
Bekanntschaft mit dem Illuminaten Diomedes, der Ordensname eines gewissen
Constantin di Constanzo 38 . Knigge, der selber Freimaurer war, offenbarte diesem seine Enttäuschung über die Freimaurerei, die seinem Anspruch einer
Wirksamkeit auf die Welt nicht entspreche. So habe die Freimaurerei der
Verbesserung der Welt zu dienen, in ihrer jetzigen Form sei sie allerdings nicht
dazu geeignet, soll Knigge in einem Brief an einen gewissen Friedrich Joseph
Greve 1778 mitgeteilt haben. 39 Knigge äußerte gegenüber di Constanzo seinen Wunsch einer gänzlichen Reform der Freimaurerei und fügte hinzu, er sehe
voraus, dass in naher Zukunft bezüglich der Freimaurerei nichts Nützliches und
Dauerhaftes zu Stande kommen werde, und aufgrund dessen entschlossen sei 40 , „mit einem Cirkel [sic] von vertrauten, guten, in Teutschland [sic] zerstreueten
[sic] Brüdern ein eigenes System auszuarbeiten und zu begründen.“ 41 Nun sah di Constanzo offenbar seine Chance gekommen, Knigge für den Illuminatenbund
anzuwerben. So entgegnete er Knigges Plan:
„Warum wollen Sie sich die vergebliche Mühe geben, etwas Neues zu stiften, indes eine
Gesellschaft existiert, die das alles schon erreicht hat, was Sie suchen, und auf alle Weise sowohl
Ihren Durst nach Kenntnissen als Ihren Eifer, thätig [sic] und nützlich zu seyn [sic], befriedigen
kann; eine Gesellschaft, die mächtig und unterrichtet genug ist, alles zu wirken, alles auszuführen,
alles zu lehren, was Sie nur verlangen mögen?“ 42
38 Vgl. Anm. 23, S. 176.
39 Vgl. Wolfgang Fenner, Knigge, Bode und Weishaupt Zu Knigges Mitgliedschaft im Illuminatenorden, S. 83, in: Zwischen Weltklugheit und Moral Der Aufklärer Adolph Freiherr Knigge, Das Knigge-Archiv, Schriftenreihe zur Knigge-Forschung Band 2, hrsg. Martin Rector, Göttingen 1999, S. 84.
40 Vgl. Adolf Franz Friedrich Ludwig von Knigge, Philo's endliche Erklärung und Antwort, auf verschiedene Anforderungen und Fragen, die an ihn ergangen, seine Verbindung mit dem Orden der Illuminaten betreffend., Hannover 1788, S. 32.
41 Ebd., S. 32.
42 Ebd., S. 33.
13
Knigge sah seinen eigenen Worten zufolge in der Verborgenheit des Illuminaten- bundes dessen größte Stärke, und die Bewahrung eines Geheimnisses beweise in seinen Augen, dass der Illuminatenorden aus treuen Menschen bestehe. Ferner glaubte er doch tatsächlich zu wissen, dass die Taten des Bundes in der Welt zahlreich seien, man aber nur dessen Wirkungen, allerdings nicht dessen
Triebfedern sehe. 43 „Dies und ein Wink auf die damals in großem Zeitungsrufe stehenden, fast wunderbaren Fortschritte der Aufklärung in den kayserlichen [sic] Staaten, welche schwerlich ohne geheime Ressorts“ - hiermit ist der Illuminatenbund gemeint - „hätte zu Stande kommen können, vollendeten meine
Überzeugung. Ich bath [sic] um die Aufnahme […]“, 44 so Knigges Worte. Knigges Anführungen lassen indes zwei Fragen offen. Woher stammte seine Erkenntnis, der Illuminatenbund sei für vieles, was in der Welt geschehe, verantwortlich, und war er etwa davon überzeugt, der aufgeklärte Absolutismus sei ohne den Illuminatenorden kaum realisierbar gewesen? Auch wenn beide Fragen offenbleiben, an dieser Stelle eher die Rede von Wunschdenken denn Wirklichkeit sein kann, so bekommt man doch mittels des Angeführten einen Eindruck dessen, welch hohe Erwartungen Knigge in Weishaupts Geheimgesellschaft gehegt haben mag, welch große Hoffnung er in diese gesetzt haben wird.
Wie oben bereits erwähnt, trachtete Knigge aufgrund seiner Enttäuschung bezüglich des Freimaurertums danach, „ […] mit einem Cirkel [sic] von vertrauten, guten, in Teutschland [sic] zerstreueten [sic] Brüdern ein eigenes
System auszuarbeiten und zu begründen.“ 45 Da Knigge, wie in den späteren Darstellungen der Arbeit noch zu sehen sein wird, der Organisator des Systemaufbaus des Illuminatenbundes werden sollte, erscheint es in Hinsicht auf Ideologie und Ziele des Illuminatenordens interessant, einen Blick darauf zu werfen, welcher Charakter Knigges eigenem System, das er noch vor seinem Beitritt in den Illuminatenbund entwarf, zu eigen sein sollte. In einem von Knigge an Weishaupt gerichteten Brief, datiert am 23.11.1780, äußerte sich ersterer dazu. In ihm heißt es, er habe sieben Grade entworfen. Moralische Bildung sollte in den
43 Vgl. Ebd., S. 34.
44 Ebd., S. 34.
45 Anm. 41.
14
ersten drei Graden erfolgen. 46 Für den vierten Grad hatte Knigge angedacht, „ […] wie man die bessern [sic] fähigern [sic] herausziehen, ihren Geist von Vorurtheilen [sic] reinigen, und ihnen nach und nach die Grundsätze in die Hände
spielen könnte, die einst im siebten Grad entwickelt werden sollen […].“ 47 Die drei ersten Grade bergen von ihrem Inhalt her nichts Neues als in der Staatsarbeit bisher gesehen. Interessant wird die Betrachtung des fünften und sechsten Grades, bei ihnen erhalten wir etwas Neuartiges, etwas, das über moralische und ethische Visionen hinausgeht. Inhaltlich spiegeln sie dasjenige wieder, was Knigge in der Freimaurerei vermisste, vergeblich gesucht hatte, eine Wirksamkeit auf die Welt, die er, wie bei dessen Anwerbung durch di Constanzo gesehen, im Illuminaten- bund zu finden glaubte. Beide Grade beschreibt er wie folgt:
„Nun habe ich im fünften Grade die politische Bildung gelegt, er muß auch für die Welt ein
nützlicher Mann zu Geschäften, und zu Ausführung großer Plane [sic] werden. Der sechste Grad
ist dann die dirigierende Classe [sic] der hohe Orden. Nun ist der Maurer ganz gebildet. Er kann an
unseren geheimsten Planen [sic] Antheil [sic] nehmen, […] er hilft die […] politischen Absichten
des Ordens befördern, man sucht ihn zu ansehnlichen Stellen im Staate zu verhelfen. Auf ihn kann
man fest bauen […] und da habe ich im hohen Orden […] politische Plane in Vorschlag
gebracht“ 48
Der siebte Grad - dieser sei der Vollständigkeit halber ebenfalls erwähnt - sollte zur Befriedigung der Fragen, die das Jenseits betreffen, dienen, hatte also
metaphysischen bzw. religiösen Charakter. 49 Knigge offenbarte in seinem Brief Weishaupt, er habe den hier aufgezeigten Plan schon längst ausgearbeitet, als sein „ […] hoffnungsvoller Blick auf den erlauchten Orden“ - den Illuminatenbund -
ihm „neue Aussichten zu eröfnen [sic] schien.“ 50 Ebenfalls erwähnenswert erscheint der visionäre Vorschlag Knigges an Weishaupt gegen Ende des Briefes, durch den Illuminatenbund die ganze Freimaurerei zu
regieren und zu reformieren. 51 „Ich dachte es würde ihnen ein Gewinst 52 seyn [sic], dadurch viel tausend Menschen […] zu ihren Endzwecken zu vereinigen.“ 53 ,
46 Vgl. Knigge an Weishaupt, Frankfurt a. M., 23.11.1780, abgedruckt in: Die Korrespondenz des Illuminatenordens, Band I: 1776-1781, hrsg. von Reinhard Markner, Monika Neugebauer-Wölk, und Hermann Schüttler, Tübingen 2005, S. 193.
47 Vgl. Ebd., S. 193.
48 Ebd., S. 194.
49 Vgl. Ebd., S. 194.
50 Ebd., S. 194.
51 Vgl. Ebd., S. 194.
52 Gewinst (richtiger), Gewinnst: jüngere Nebenform zu Gewinn, Vgl. Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Deutsches Wörterbuch Vierten Bandes erste Abtheilung [sic] Dritter Theil[sic] Getreide- Gewöhniglich, bearbeitet von Hermann Wunderlich, Leipzig 1911, S. 6083.
53 Anm. 46, S. 194.
15
so Knigges Worte an Weishaupt. Knigge wollte die Freimaurerei dem
Illuminatenorden dienlich machen. Zwar erwähnt er nicht, wie der Orden die
gesamte Freimaurerei vereinnahmen sollte, doch liegt hier die Vermutung auf eine
Unterwanderungsstrategie als Mittel zum Zweck nahe, berücksichtigt man
Knigges Vision, wie in seinem ausgearbeiteten System politische Absichten
verwirklicht werden sollten, indem man nämlich versuche, wie oben gesehen, den
eigenen Leuten „[…] zu ansehnlichen Stellen im Staate zu verhelfen.“ 54 Leider kennen wir Weishaupts Antwort auf den Brief Knigges nicht, da in der
Korrespondenz beider lediglich die Schreiben des letzteren der Nachwelt tradiert
sind.
Es sei schon an dieser Stelle der Arbeit vorweggenommen, dass angeführtes
Konzept, „Knigges eigenes System“, und das ausgearbeitete Gradsystem des
Illuminatenbundes, dessen Initiator derselbe Autor sein sollte, das noch in den
Fokus dieser Arbeit rücken wird, inhaltlich Parallelen zueinander aufweisen.
Ideologie und Ziele dieses Konzepts sind aufgrund ihres politischen Charakters -
zu vernehmen in den Graden fünf und sechs - deutlicher als dasjenige, was bisher
in der Arbeit aufgezeigt wurde. Eine Unterwanderungsstrategie sollte
offensichtlich, wie an anderer Stelle bereits erwähnt, als Mittel zum Zweck
dienen.
2.5. Die Versprechen Adam Weishaupts
Zwar sind die Briefe Weishaupts an Knigge nicht überliefert, aber dennoch
erhalten wir einen Eindruck dessen, wie er ihm das Profil des Illuminatenbunds
vermittelt haben mag, konsultieren wir die Schilderungen der Briefe Knigges.
Ferner bietet die Schrift „Philos endliche Erklärung […]“ 55 ebenfalls einen guten Einblick diesbezüglich, die Knigge 1788 in Rückblick auf den Orden verfasste,
als er diesem nicht mehr angehören sollte.
Weishaupt hatte bei Knigges Anwerbung im November 1780 ihm die Ziele des
Ordens in der Weise nahegelegt, wie er sie seinen Schülern während der
Entstehungsphase des Ordens vor Augen geführt haben mag. Knigge zitiert in
seinen Anführungen Weishaupt, der ihm den Illuminatenbund als eine
Verbindung nahegelegt haben soll,
54 Anm. 48.
55 Vgl. Anm. 40.
Arbeit zitieren:
Denis Köklü, 2009, Der Illuminatenorden. Ziele und Ideologie einer aufgeklärten Geheimgesellschaft, München, GRIN Verlag GmbH
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