1
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
1. Zur Thematik
3
1.1 Forschungsstand 3
1.2 Methodik 4
1.3 Gliederung 5
II. Bestimmungselemente und Definitionsgrundlagen
1. Einführung in den Themenbereich „Simpsons“
6
1.1 Daten, Fakten und Hintergründe 7
1.2 Story und Charaktere 9
1.3 Vorstellung der Familie 10
1.4 Die Stadt Springfield 13
2. Umweltethische Grundlagen
14
2.1 Darstellung eines gesellschaftlichen Problemfeldes 14
2.2 Ökologie und Umweltschutz in der modernen Gesellschaft 15
2.3 Nachhaltigkeit - ein umweltethischer Leitbegriff 17
2.4 Zwischenfazit 19
III. Thesen und Kontexte
1. „Die Simpsons“ als ?
20
1.1 Zeichentrick mit normativem Anspruch 20
1.2 Themenschwerpunkt: Gesellschaftliche Herausforderungen 22
1.3 Entwicklungslinien 23
2
2. Darstellung am Beispiel . . . . 24
3. Im Zerrspiegel medialer Wirklichkeit . . 29
IV. Schluss
1. Fazit . . . . . . . 32
Zum Thema 3
I. Einleitung
Treten einander nicht näher bekannte Menschen in engeren Kontakt, so sind sie stets bestrebt, Anknüpfungspunkte im jeweiligen Persönlichkeitsfeld des Gegenübers zu finden. Dies geschieht häufig in einem Abgleich der persönlichen Vorlieben und Interessen, wozu heutzutage insbesondere mediale Präferenzen zählen: Fernsehserien sind so ein beliebtes Thema - auffällig ist bei den heute unter 35-Jährigen dabei ein gemeinsamer Nenner, welcher Viele von den Kindertagen ins Erwachsenendasein begleitete: Die Familie Simpson.
1. Zur Thematik
Diese Arbeit will einen wissenschaftlichen Umgang mit der Fernsehserie „Die Simpsons“ weiter entwickeln, es handelt sich hierbei um kein populärwissenschaftliches Projekt, sondern um die Analyse eines weitreichenden Medienphänomens in seinem unbestreitbaren Einfluss auf die Denkweise von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, direkt oder indirekt durch zahlreiche konzeptionelle Ableger zur allabendlichen Hauptsendezeit. 1 Gleichermaßen unbestreitbar ist die Aktualität umweltethischer Fragestellungen innerhalb der modernen Gesellschaft - die naheliegende Verknüpfung dieser Themengebiete bereitet die Grundlagen jener Fragestellungen, auf welche dieser Text eine Antwort sucht: Welche Rolle spielen die Simpsons und das durch sie getragene ökologische Ethos in der Beteiligung der Serie an der gesellschaftlichen Moraldiskussion?
1.1 Forschungsstand
Als interessant und zugleich herausfordernd stellt sich indes die Zahl der bislang in diesem Bereich erfolgten Veröffentlichungen dar: Mit den folgenden umweltethischen Betrachtungen zu den Simpsons lässt sich tatsächlich „wissenschaftliches Neuland“ betreten. Es existieren einige wenige Werke, welche sich in wissenschaftlicher Weise mit den Simpsons befassen,
1 Vgl. Turner, Chris: Planet Simpson. How a cartoon masterpiece documented an era and defined a generation, 1. Auflage, London: Ebury Press, 2005, 51-55.
Zum Thema 4
hauptsächlich handelt es sich hierbei um nicht selbstständige Veröffentlichungen in Form von Aufsatzsammlungen, welche auch nur zu Teilen bereits in deutscher Sprache veröffentlicht wurden. Herauszuheben sind hierbei das von Michael Gruteser, Thomas Klein und Andreas Rauscher herausgegebene „Subversion zu Prime-Time. Die Simpsons und die Mythen der Gesellschaft“ 2 , sowie das von Chris Turner verfasste „Planet Simpson. How a cartoon masterpiece documented an era and defined a generation“ 3 ; beide Werke fanden, neben einer Reihe anderer literarischer Grundlagen, in die vorliegende Arbeit Eingang.
1.2 Methodik
Durch die Analyse ausgewählter Episoden 4 der mittlerweile zwanzig Staffeln umfassenden Trickfilmserie soll grundlegend die wissenschaftliche Erarbeitung der Darstellung von und des Umgangs mit umweltethischen Problemstellungen in der Fernsehserie „Die Simpsons“ erfolgen. Darüber hinaus soll das Potenzial der Sendung, diese inhaltliche Thematik zu vermitteln, betrachtet werden - der hierbei angesetzte Maßstab orientiert sich allerdings nach Zielsetzung des Textes nicht an pädagogischen Grundsätzen, sondern eröffnet die Fragestellung in der Meta-Ebene hinsichtlich eines moralischen Begriffes, des Ethos der Serie und der somit als Voraussetzung zur Teilnahme am erwähnten gesellschaftlichen Diskurs zu erbringenden Fähigkeit. Bedeutend hierbei ist der Blickwinkel der Analyse
2 Gruteser, Michael; Klein, Thomas und Rauscher, Andreas (Hrsg.): Subversion zur Prime-Time. Die Simpsons und die Mythen der Gesellschaft, 2. erweiterte und ergänzte Auflage, Rieden: Schüren Verlag, 2002.
3 Turner, Chris: Planet Simpson. How a cartoon masterpiece documented an era and defined a generation, 1. Auflage, London: Ebury Press, 2005.
4 Episode 3, Staffel 1: „Homer´s Odyssey (Der Versager)“, 1990; Episode 4, Staffel 2: „Two cars in every garage and three eyes on every fish (Frische Fische mit drei Augen)”, 1990; Episode 2, Staffel 3: „Mr. Lisa goes to Washington (Einmal Washington und zurück)”, 1991; Episode 23, Staffel 6: „The Springfield Connection (Die Springfield Connection)”, 1995; Episode 25, Staffel 6: „Who shot Mr. Burns - Part I (Wer erschoss Mr. Burns - Teil I)”, 1995; Episode 1, Staffel 7: „Who shot Mr. Burns - Part II (Wer erschoss Mr. Burns - Teil II)”, 1995; Episode 16, Staffel 7: „Lisa the Iconoclast (Das geheime Bekenntnis)“, 1996; Episode 25, Staffel 7: „22 short films about Springfield (22 Kurzfilme über Springfield)“, 1996; Episode 22, Staffel 8: „The old man and Lisa (Der alte Mann und Lisa)“, 1997; Episode22, Staffel 9: „Trash of the titans (Die sich im Dreck wälzen)“, 1998; Episode 12, Staffel 10: „Sunday cruddy sunday (Nur für Spieler und Prominente)“, 1999; Episode 14, Staffel 10: “Im with cupid (Apu und Amor)”, 1999;Episode 4, Staffel 12: „Lisa the tree-hugger (Lisa als Baumliebhaberin)“, 2000; Episode 16, Staffel 14: „Scuse my while miss the sky (Nacht über Springfield)”, 2003; Episode 11, Staffel 16: „On a clear day I can´t see my sister (Die böse Hexe des Westens)”, 2005; Episode 10, Staffel 18: „The wife aquatic (Der perfekte Sturm)“, 2007.
Zum Thema 5
unter Darstellung der umweltethischen Grundlagen, explizit dem Motiv der Nachhaltigkeit. Die Brisanz der ökologischen Problemstellungen im Allgemeinen gebietet, dabei einen kritischen Blick auf die normierende Effektivität und die Möglichkeiten dieses medialen Engagements zu werfen - dies gilt den Hintergründen der vorangestellten Inhalte, soll also Motivation und Weise der Umsetzung hinterfragen. Antworten hierauf zu finden stellt somit die zweite wesentliche Leistung dieser Arbeit dar, wobei Darstellung als auch Analyse dem Dreiklang Ansprechen-Beurteilen-Folgern entsprechen.
1.3 Gliederung
Die Gliederung der vorliegenden Arbeit folgt anschließend an diese Einleitung drei wesentlichen Kapiteln, wobei zunächst im Teil Bestimmungselemente und Definitionsgrundlagen die unterschiedlichen Themenbereiche erschlossen werden, das hier angewandte Konzept sieht dabei eine vernetzende Herangehensweise vor, durch welche ein umfassendes Bild des jeweils behandelten Unterthemas und der darin enthaltenen Problemstellung in Bezug auf die Gesamtthematik gezeichnet werden soll. Darauf aufbauend gilt es, im folgenden Kapitel diese Themenfelder auf analytischer Ebene zu verknüpfen und damit einhergehende eigene Thesen zu begründen, konzeptionell soll an dieser Stelle insbesondere mittels konkreter Beispiele aus der Fernsehserie gearbeitet werden (siehe oben).
Der Abschluss dieser Arbeit erfolgt in einem zweifach aufgegliederten Fazit, welches nicht allein auf die Kernthematik des Textes zurückblickt, sondern darüber hinaus die Erfahrungen aus der Auseinandersetzung mit der Fernsehserie „Die Simpsons“ als Gegenstand wissenschaftlichen Arbeitens aufgreift.
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5 Homer Simpson gegenüber seiner Frau Marge in Episode 2, Staffel 3: „Mr. Lisa goes to Washington (Einmal Washington und zurück)” - Beispiel kritischer, postmoderner Selbstreflexion durch das Medium Fernsehserie.
Einführung in den Themenbereich „Simpsons“ 6
II. Bestimmungselemente und Definitionsgrundlagen
Trickfilmserien wie „Die Simpsons“ sind kein „alltäglicher“ Gegenstand wissenschaftlicher Arbeit, sobald das Feld der Pädagogik verlassen wird. Es kann grundsätzlich kein fundiertes Vorwissen hierzu vorausgesetzt werden - umso wichtiger ist daher die folgende Einführung. Sie stellt zum Einen die Serie als Analyseobjekt ausführlich vor, wodurch die Nachvollziehbarkeit der Auswahl dieser sicherlich nochmals verdeutlicht werden wird, zum Anderen benennt sie die umweltethischen Grundlagen, welche den Maßstab der weiteren thematischen Auseinandersetzung, insbesondere als Kriterium der Darstellung am Beispiel, bilden.
1. Einführung in den Themenbereich „Simpsons“
Das nicht geringe Maß an medialer und gesellschaftspolitischer Vorbildung in Bezug auf die (US-amerikanische) Gesellschaft, welches benötigt wird, um den Humor und Geist der Serie zu erschließen, zeigt, dass diese sicherlich nicht auf die alleinige Zielgruppe von Kindern und Jugendlichen ausgelegt wurde, wenngleich diese die Sendung aufgrund ihrer situationskomischen Momente im selben Maße genießen. So vermag die jüngeren Zuschauer das außer Gefecht Setzen eines Schurken durch einen minderjährigen Helden zu amüsieren, wo hingegen der ältere Cineast in dieser Szene aus der 25. Episode der 7. Staffel „22 short films about Springsfield (22 Kurzfilme über Springfield)“ eine Anlehnung an Quentin Tarantino´s „Pulp Fiction“ erkennt. 6 Diese besondere Melange aus in Unterhaltung versteckter Gesellschaftskritik und noch aufzuzeigenden ethischen Normansprüchen, macht die Simpsons zu einem interessanten Analysegegenstand.
Das Verständnis der Fernsehserie „Die Simpsons“ ist im Wesentlichen abhängig von den Kenntnissen der Inhalte und voran erwähnten Hintergründen. Diese gilt es nun in nachvollziehbarer Weise zu präsentieren und vermitteln, nach einem
6 Vgl. Gruteser, Michael; Klein, Thomas und Rauscher, Andreas (Hrsg.): Die gelben Seiten von Springfield: Eine Einführung, in: Gruteser, Michael; Klein, Thomas und Rauscher, Andreas: Subversion zur Prime-Time. Die Simpsons und die Mythen der Gesellschaft, 2. erweiterte und ergänzte Auflage, Rieden: Schüren Verlag, 2002, 15/16.
Einführung in den Themenbereich „Simpsons“ 7
allgemeinen Einstieg erfolgt dazu der Blick in die Familie und deren Heimatgemeinde.
1.1 Daten, Fakten und Hintergründe
Die Ursprünge der heutigen Sendung, mittlerweile in „daily-rotation“, also täglich auf dem Privatsender Pro 7 übertragen, liegen in einer Reihe kurzer Einspieler vor den Werbepausen, sogenannten „bumpers“ oder auch „shorts“, für eine amerikanische Spätabendsendung namens „The Tracey Ullman Show“, beginnend mit dem April des Jahres 1987. Aufgrund der wachsenden Beliebtheit der Geschichten und Charaktere wurde 2 Jahre später mit der Produktion der eigenständigen Serie begonnen. 7 Die maßgebliche Persönlichkeit hinter den Simpsons ist deren Erfinder Matt Groening - bereits bevor er durch den Erfolg der Serie zu herausragender Bekanntheit gelangte, hatte er sich mit seiner Arbeit durch die Comic-Serie „Life in hell“ einen Namen gemacht. Schon in dieser hatte er seine gesellschaftskritischen Ansichten, insbesondere seine politische Ablehnung der Republikanischen Partei, zum Ausdruck gebracht, noch heute wird die Reihe weltweit in über 250 Zeitungen abgedruckt. 8 Als Produzent steht hinter den Simpsons die Gracie Films Gesellschaft - am Ende der Episoden ist jeweils das Produktionslogo, unterlegt mit einer charakteristischen Klaviermelodie, zu sehen - im Auftrag der bekannten Twentieth Century Fox Film Corporation, welche seit dem Jahr 1985 Tochtergesellschaft von Rupert Murdochs News Corporation ist. Ein Umstand, der angesichts der medialen Allmacht des australischen
Nachrichtenunternehmers und Milliardärs Murdoch natürlich ebenso wie die Zugehörigkeit zur konservativen Sendeanstalt selbst in der Fernsehserie thematisiert wird - geradezu wortwörtlich geschieht dies in der 12. Episode der 10. Staffel „Sunday cruddy sunday (Nur für Spieler und Prominente)“. Hier tritt dieser mit einer persönlich durch ihn synchronisierten Sprechrolle auf - Zitat: „I´m Rupert Murdoch, the billionaire tyrant!“.
7 Vgl. Turner, Chris: Planet Simpson. How a cartoon masterpiece documented an era and defined a generation, 1. Auflage, London: Ebury Press, 2005, 17-20.
8 Vgl. Czogalla, Michael: Behind the Laughter. „Die Simpsons” im Kontext der amerikanischen Populärkultur, 1. Auflage, Marburg: Tectum Verlag, 2004, 41.
Arbeit zitieren:
Stefan Haas, 2009, "... and three eyes on every fish" - Zum Umweltethos der Trickfilmserie "Die Simpsons", München, GRIN Verlag GmbH
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