Inhaltsverzeichnis
VORWORT 5
1. Fragen über Fragen 8
Die Ausgangsfragen Was will ich Was kann ich Was erwarten Betriebe 9
Was leistet ein Berufswahltest 15
Welchen Beruf möchte ich erlernen und welche Betriebe oder Schulen
kommen dafür in Frage 17
Welcher Zeitplan ist für die Bewerbung zu beachten 23
Welche finanziellen Hilfen bestehen für Auszubildende 25
Welche Probleme können bei der Ausbildungsstellensuche auftreten 27
2. Bildungswege 30
Schulabschlüsse Wie man sie erreicht Wie man sie nachholt 31
Berufsvorbereitung 33
Betriebliche Ausbildung 35
Was ist ein anerkannter Ausbildungsberuf 35
Neue Ausbildungsberufe 36
Mit Abitur in die Lehre Entscheidungshilfen 39
Zusatzqualifikationen 40
Betriebliche oder schulische Ausbildung 41
Schulische Ausbildung 43
Öffentlicher Dienst 45
Beamtenlaufbahnen und Einstellungsvoraussetzungen 46
Besondere beamtenähnliche Ausbildungen 49
Sonderausbildungen 50
Ausbildung an Berufs- und Wirtschaftsakademien 50
Besondere Ausbildungen in Industrie Handel und Handwerk 51
Ausbildung für Jugendliche mit schlechten Startchancen 53
Weiterbildung 54
Überbrückungsmöglichkeiten 55
Au-Pair-Tätigkeit 56
Freiwillige Dienste 56
3. Der Berufswahlunterricht in der Schule 58
Berufswahltheorien 59
Die Betriebserkundung 62
Das Betriebspraktikum 64
Projektunterricht 69
4. Die Berufsberatung 72
Zusammenarbeit von Schule und Berufsberatung 73
Besuch im Berufsinformationszentrum (BIZ) 74
Beratungsgespräche 75
Vermittlung von Ausbildungsstellen Fördermaßnahmen für Auszubildende 76
Elternarbeit 77
5. Bewerbung um eine Ausbildungsstelle 79
Bewerbungsadressen Informationsquellen Planungszettel 80
Bewerbungsverfahren 83
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Bewerbungsunterlagen…………………………………………………………………………83 Bewerbungsschreiben……………………………………………………………………..84 Lebenslauf und Bewerbungsfoto………………………………………………………….89 Profil………………………………………………………………………………………93 Zeugnisse und weitere Unterlagen…………………………………………………………94 Online-Bewerbung………………………………………………………………………………95 Auswahltest……………………………………………………………………………………..97 Testvorbereitung…………………………………………………………………………..98 Testbearbeitung……………………………………………………………………………98 Besonderheit: Assessment-Center für Auszubildende………………………………….....99 Vorstellungsgespräch…………………………………………………………………………..100 Vorbereitung und Ablauf eines Vorstellungsgespräches………………………………….100
FAQ – Häufig gestellte Fragen……………………………………………………………101
Was Personalchefs erwarten……………………………………………………………….103 Absagen – warum und was tun?...................................................................................................104 Vertrag…………………………………………………………………………………………..105 Befragung von Abschlussklassen zu den Themen………………………………………………106 „Berufswahlentscheidung“ und „Bewerbung“ Theoretische Überlegungen……………………………………………………………..…106 Stichprobe, Methode und Fragestellungen…………………………………………………107 Der Fragebogen…………………………………………………………………………….107 Ergebnisse und Resümee…………………………………………………………………...109 Bewerbung in Europa……………………………………………………………………………111 Perspektiven in Europa……………………………………………………………………..111 Jobs und Praktika im Ausland…………………………………………………………..…112 Berufsausbildung im Ausland………………………………………………………………112
6. Der Berufsstart…………………………………………………………………………………..114
Was vor dem Start noch zu erledigen ist……………………………………………………..…115 Rechte und Pflichten während der Berufsausbildung …………………………………………..116 Probezeit…………………………………………………………………………………………117 Erfolgreich durch gutes Benehmen……………………………………………………………..118 Konflikte in der Ausbildung……………………………………………………………………..119 Ablauf, Prüfungen und Abschluss der Ausbildung…………………………………………..…122
7. Ausblick…………………………………………………………………………………………124
Zur Berufsbildungspolitik……………………………………………………………………….125 Kritische Betrachtung zum Thema Berufsorientierung…………………………………………127 Zukünftige Qualifikationsanforderungen………………………………………………………..128
LITERATUR………………………………………………………………………………………131
ANHANG…………………………………………………………………………………………..134 Wichtige Infoadressen für die Ausbildung……………………………………………………..….135 Links im Internet……………………………………………………………………………..……136 Berufswahltest für alle Schulabgänger…………………………………………………………….137 Auswertung des Berufswahltests…………………………………………………………………..143
STICHWORTVERZEICHNIS……………………………………………………………………..149
Autorenporträt…………………………………………..…………………………………………151
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VORWORT
Die Ausbildungsstellensituation hat sich gegenüber den Vorjahren deutlich verschlechtert. Das Gesamtangebot ging im Jahr 2002 um 7,6 Prozent zurück, die Gesamtnachfrage demgegenüber nur um 6,2 Prozent (vgl. Berufsbildungsbericht 2003).
Aufgrund des Bewerberüberhanges gewinnen eine qualifizierte Berufswahlvorbereitung und gezielte Bewerbungsstrategien für Abschlussschüler an Bedeutung.
Dieses Buch soll Hilfen für Klassenlehrer oder Fachlehrer – und auch für Eltern - von Abschlussklassen an allen Schularten zum Themenbereich Berufsorientierung anbieten. Insbesondere werden die Themen „Berufswahl“, „Bewerbungslehre“, „Bildungswege“ und „Vor- und Nachbereitung des Besuchs im Berufsinformationszentrum“ im Fach Arbeitslehre oder ähnlichen Fächern behandelt.
Für Abwechslung in der Darstellung sorgen zahlreiche Literaturtipps, Internetadressen, Übungen, Checklisten, Tabellen und Musterbriefe.
Kapitel 1 beschäftigt sich zunächst mit den wichtigsten Fragen zum Thema Berufsorientierung. Nach den Ausgangsfragen – Was will ich? Was kann ich? Was erwarten Betriebe? – wird die Aussagekraft von Berufswahltests besprochen. Es wird in die am häufigsten gewählten Ausbildungsberufe eingeführt und ein Zeitplan bzw. „Fahrplan“ für die Bewerbung aufgestellt. Zudem werden finanzielle Hilfen für Auszubildende und mögliche Probleme bei der Ausbildungsstellensuche betrachtet.
In Kapitel 2 stehen die Bildungswege im Vordergrund. Beginnend mit einer Übersicht zu den Schulabschlüssen werden grundsätzliche Informationen zu den Themen Berufsvorbereitung, Betriebliche Ausbildung, Schulische Ausbildung und öffentlicher Dienst geschildert. Es wird zudem auf Sonderausbildungen (z.B. an Berufsakademien), Weiterbildung und Überbrückungsmöglichkeiten (z.B. Freiwilliges Soziales Jahr) eingegangen.
Kapitel 3 stellt den Berufswahlunterricht der Schule in den Mittelpunkt. Betrachtet werden Berufswahltheorien, Betriebserkundungen, das Schülerbetriebspraktikum und verschiedene Varianten des Projektunterrichtes zur Berufswahl.
In Kapitel 4 wird die Berufsberatung der Agentur für Arbeit vorgestellt. Es werden die Vor- und Nachbereitung des Besuchs im Berufsinformationszentrum (BIZ) sowie Informationsangebote des
BIZ und Beratungsgespräche beschrieben. Auch wird die Vermittlung von Ausbildungsstellen durch
die Berufsberatung und die Förderungsmöglichkeiten von Auszubildenden besprochen.
Kapitel 5 behandelt die Bewerbung um eine Ausbildungsstelle. Neben den Quellen für Bewerbungsadressen werden die Bewerbungsunterlagen (auch das Thema Onlinebewerbung) und die Vorbereitung & Bearbeitung von Einstellungstests sowie das Wichtigste im Vorstellungsgespräch beschrieben. Eine Befragung von Abschlussklassenschülern von Haupt-, Real- und Wirtschaftsschulen zu den Themen „Berufswahlentscheidung“ und „Bewerbung“ runden das Kapitel ab. Zudem wird auf die Bewerbung in Europa eingegangen.
In Kapitel 6 geht es um den Berufsstart als Auszubildender. Bei Ausbildungsabbruch kann es zu einer beruflichen Neuorientierung und erneuter Ausbildungsstellensuche kommen – bedeutsam ist daher ein gelungener Berufsstart. Es werden vor allem Rechte und Pflichten während der Berufsausbildung, Probezeit, mögliche Konflikte (mit Beispielen aus dem Arbeitsrecht) und der Ablauf der Ausbildung betrachtet.
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Kapitel 7 konzentriert sich auf einen Ausblick zum Thema Berufsorientierung. Nach der Beschreibung von Programmen & Tendenzen der Berufsbildungspolitik erfolgt eine kritische Betrachtung von Berufswahl und Ausbildungsstellensuche. Zudem werden zukünftige Qualifikationsanforderungen im Rahmen der Früherkennung von Qualifikationsentwicklungen berücksichtigt.
Im Anhang des Buches finden Sie wichtige Adressen für die Berufsausbildung, Links im Internet und einen Berufswahltest mit Auswertung.
Das folgende Schaubild zeigt im Überblick den Aufbau dieses Buches:
Allgemeines zur Berufsorientierung
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Den Rahmen für die Betrachtung bildet das Thema Berufsorientierung. Es umfasst alle Aktivitäten, die dazu beitragen, die Entscheidungsfähigkeit der Jugendlichen bei der Gestaltung ihrer Arbeits- und Berufsbiographie zu verbessern. Zunächst werden die wichtigsten Fragen zur Berufswahl beantwortet und es wird das Grundwissen zur Berufswahl – die verschiedenen Bildungswege – dargestellt. Der Berufswahlunterricht als Aufgabe der Schule stellt dann u.a. wichtige Institutionen wie die Berufsberatung bzw. das Berufsinformationszentrum (BIZ) vor. Der nächste Schritt besteht in der Bewerbung um eine Ausbildungsstelle und dem folgenden Berufsstart - mit dem Ziel, eine erfolgreiche Ausbildung zu absolvieren.
Ich möchte mich noch ganz herzlich bei allen Schulen und Abschlussklassenschülern, die an meiner Befragung zum Thema „Berufswahlentscheidung“ und „Bewerbung“ teilgenommen haben, bedanken.
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1. Fragen über Fragen
Das Thema Berufsorientierung ist als eine Bildungsaufgabe eng an die Persönlichkeitsentwicklung der Jugendlichen gebunden. Sie suchen Antwort auf die Frage, welchen Beruf sie ergreifen und welchen weiteren Bildungsweg sie einschlagen sollen.
Bei diesem Suchprozess werden zentrale Fragen nach der Zukunft von Erwerbsarbeit und Beruf berührt, mit denen sich nicht zuletzt Leitbilder und Lebenspläne der Jugendlichen verbinden. Der Arbeitsmarkt ist durch zunehmende Verlagerung von Erwerbstätigkeiten vom industriellen Produktions- in den Dienstleistungsbereich gekennzeichnet. Dabei entstehen in steigendem Maße Erwerbsformen wie Teilzeitarbeit, Werkvertrags- und Leiharbeit bis hin zur Selbstständigkeit, die im bestehenden System der sozialen Sicherheit nicht abgedeckt sind. Gleichzeitig ist der Arbeitsmarkt auf Grund der modernen Kommunikations- und Transportsysteme von einem hohen internationalen Wettbewerbsdruck und damit einhergehend starken Flexibilisierungstendenzen und erhöhten Leistungsanforderungen geprägt.
Die Ansprüche der Jugendlichen treffen somit auf gravierende Veränderungen des Arbeitsmarktes und des Beschäftigungssystems. Zunächst sollen die Ausgangsfragen zur Berufswahl der Jugendlichen behandelt werden.
Die Ausgangsfragen – Was will ich? Was kann ich? Was erwarten
Betriebe?
Von allen Seiten erhalten Schüler Tipps und Ratschläge. Eltern, Verwandte und Bekannte erzählen von ihren Berufen und Freunde erzählen, was sie für Berufsvorstellungen haben. Es gilt für die Schüler nun herauszufinden, in welchen Berufen sie sich wohl fühlen könnten.
Die Ausgangsfrage „Was will ich?“ zielt vor allem auf die eigenen Interessen und die eigene Lebensplanung und lässt sich folgendermaßen untergliedern:
● Welche Interessen habe ich?
● Was würde mir Spaß machen?
● Wo und wie möchte ich arbeiten?
● Worauf kommt es mit beruflich und persönlich im Leben an?
In den nachfolgenden Übungen 1 sollen Schüler Vorlieben aber auch Abneigungen zum Ausdruck bringen können. Sie können in Einzelarbeit oder in Partnerarbeit durchgeführt werden. Die Schüler sollen erfahren, dass in ihrer Welt Interessen eine wichtige Rolle spielen und dass Interessenkonflikte immer wieder durch Entscheidungen gelöst werden müssen.
Arbeitshinweis: Tragen Sie in die linke Spalte ein, was oder wen Sie ganz besonders mögen und in die rechte Spalte was oder wen Sie gar nicht mögen! Überlegen Sie sich jedes mal eine Begründung.
1 Vgl. Bundesagentur für Arbeit: Mach’s richtig. Medienkombination für Beruf, Berufswahlvorbereitung und Bewerbung. Weinheim, 2003.
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Eine Übung 2 zur Lebensplanung macht bewusst, was den Schülern an einem Beruf wichtig ist und welche Ängste bei der Berufswahl bestehen. Je genauer ein Schüler weiß, was er will bzw. nicht will, desto größer wird die Zufriedenheit in seinem späteren Beruf sein.
Arbeitshinweis: Kreuzen Sie die drei wichtigsten Gesichtspunkte an, auf die es Ihnen beruflich und persönlich im Leben ankommt.
2 Vgl. Perspektive Plus. Ein Projekt der ver.di Jugend
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Für den Erfolg im Beruf ist es wichtig, dass die Schüler ihre Fähigkeiten und Kenntnisse nutzen und die Anforderungen des Berufes und des Ausbildungsbetriebes erfüllen können. Die Ausgangsfrage „Was kann ich?“ bezieht sich vor allem auf ein Stärken/Schwächen Profil und untergliedert sich folgendermaßen:
● Wo liegen meine Stärken und Schwächen
(was liegt mir und was kann ich gut oder weniger gut)?
● Welche Anforderungen stellt der gewünschte Beruf (welche Fähigkeiten und Kenntnisse sind wichtig, aber auch welche Schulleistungen werden erwartet und welcher Schulabschluss vorausgesetzt)?
In der folgenden Übung 3 soll den Schülern Gelegenheit gegeben werden, berufliche Fähigkeiten zu systematisieren und ihre eigenen Stärken und Schwächen hierzu zu notieren.
Arbeitshinweise: Tragen Sie in der linken Spalte die Fähigkeiten (aus der Liste weiter unten) ein, die zu den jeweiligen Bereichen gehören. Überlegen Sie anschließend möglichst für jede Fähigkeit einen Eintrag in den Spalten Stärken oder Schwächen. Begründen Sie Ihre Einträge mit Beispielen.
Liste der Fähigkeiten: Logisches Denken, körperliche Leistungsfähigkeit, Ideenreichtum, rechnerisches Denken, Teamfähigkeit, gesundheitliche Leistungsfähigkeit, Kontaktfähigkeit,
3 vgl. Bundesagentur für Arbeit: Mach’s richtig. Medienkombination zu Beruf, Berufswahlvorbereitung und Bewerbung. Weinheim, 2003.
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räumliches Vorstellungsvermögen, Hand- und Fingergeschick, Sprachbeherrschung, Gewissenhaftigkeit.
Nach Auffassung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände 4 muss die Berufsorientierung in den Schulen gestärkt werden. Die Unternehmen beklagen seit Jahren mit zunehmender Dringlichkeit die mangelnde Ausbildungsreife vieler Schulabgänger und gravierende Lücken in den Grundfertigkeiten Lesen, Rechnen und Schreiben, aber auch bei den sozialen Kompetenzen. Naturwissenschaftliches und wirtschaftliches Verständnis ist zudem oft schwach ausgeprägt.
Die niedersächsischen Industrie- und Handelskammern haben die Anforderungen der durch sie repräsentierten Unternehmen an die Schulabsolventen in der folgenden Übersicht 5 zusammengefasst.
Die Homepage der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände.
5 Aus: Homberg, J. O.: Rund um den Ausbildungsplatz. Würzburg, 2003. S. 33 ff.
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Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB) in Berlin untersuchte 4.000 Stellenanzeigen mit dem
Ergebnis: In 72 Prozent wurde besonderer Wert auf soziale Kompetenzen gelegt.
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Folgende Beispiele 6 charakterisieren sozial kompetentes Verhalten:
• Nein-Sagen
• Schwächen eingestehen
• Auf Kontaktangebote reagieren
• Gespräche beginnen
• Gespräche aufrechterhalten
• Gespräche beenden
• Gefühle offen zeigen.
Es werden - neben steigenden Anforderungen an fachliche Kompetenzen in vielen Berufsfelder - zusätzliche Fähigkeiten, vor allem in Bezug auf soziale und kommunikative Kompetenzen, von den bildungspolitischen Akteuren gefordert. Als Konsequenz behält der Beruf zwar eine Leitfunktion für den Übergang von der Schule in das Wirtschaftsleben, er beginnt aber zunehmend in die Zielformel „Berufliche Handlungsfähigkeit“ und hierzu gehörender Einzelkompetenzen wie Fach-, Sozial-, Methoden und Selbstkompetenz überzugehen.
Was leistet ein Berufswahltest?
Der Anteil der Jugendlichen, der nicht weiß, welchen Beruf er ergreifen soll, wächst. 7 Ein Berufswahltest kann eine Möglichkeit zur beruflichen Entscheidungsfindung darstellen. Als generelle theoretische Grundlage für solche computergestützten Verfahren zur beruflichen Entscheidungsfindung werden präskriptive rationale Entscheidungstheorien angesehen. Als Merkmale zur Beschreibung von Personen werden Fähigkeiten/Fertigkeiten, Persönlichkeitsmerkmale im weiteren Sinne sowie berufswahlrelevante Präferenzattribute unterschieden.
Eine Analyse der Interessen und Neigungen der Jugendlichen gilt als Voraussetzung für die Wahl des richtigen Berufes oder der passenden Ausbildung.
Einen Interessentest bietet die Medienkombination „Mach’s richtig“ der Bundesagentur für Arbeit auf CD-ROM oder im Internet an. Unter www.machs-richtig.de klicken Sie auf „Meine Interessen“. Die Jugendlichen verschaffen sich hierbei Klarheit über ihr individuelles Interessenprofil. Schritt für Schritt und zielgerichtet wird eine Liste mit passenden Berufen angezeigt, die als Grundlage für weitergehende Berufswahlüberlegungen, für die Suche nach Informationen über Berufe sowie als Basis für das Gespräch mit der Berufsberatung dient. Auch kann nach alternativen Berufen gesucht werden, die möglichst viele der eigenen beruflichen Interessen berücksichtigen.
Zudem besteht die Möglichkeit, einen kostenlosen intensiven Berufswahltest bei der Berufsberatung am Computer vorzunehmen (Zeitdauer etwa drei Stunden). Er besteht aus einem Berufsfragebogen und einem Test der Fähigkeiten und wird vom Psychologischen Dienst in der Agentur für Arbeit
6 Aus: Dassler, S.: Sozialkompetenz-Training in der betrieblichen Ausbildung. Marburg, 1996. 7 Vgl. Schmid, R./Barmettler, C.: Wegweiser zur Berufswahl. Bielefeld, 2001.
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durchgeführt. Teilnehmen kann jeder, der die Hauptschule, die Realschule, die Klassen 7 bis 10 einer Gesamtschule oder eine vergleichbare Schule besucht. Er sollte keine Beeinträchtigungen oder Behinderungen haben (falls doch, hat die Agentur für Arbeit passendere Testangebote) und die deutsche Sprache sicher beherrschen.
Im Internet existieren eine Reihe von Online-Berufswahltests, die in der folgenden Übersicht zusammengefasst sind:
Im Anhang dieses Buches finden Sie noch einen Berufswahltest für alle Schulabgänger mit 150 Fragen und einer Auswertung in Form der Zuordnung eines Berufsfeldes.
Welche Möglichkeiten und Grenzen besitzt nun ein Berufswahltest? Es wird die Möglichkeit aufgezeigt, ein Berufsfeld aufgrund der Interessen bzw. eine Liste in Frage kommender Berufe zu bestimmen. Eine bereits getroffene Berufswahlentscheidung kann überprüft werden und es können zum Wunschberuf Alternativberufe gefunden werden.
Eine Grenze stellt die theoretische Analyse anhand von Interessen und Einstellungen ohne praktische Einblicke in die einzelnen Berufe dar. Ein Berufswahltest ist nur eine Entscheidungshilfe – neben Betriebserkundungen, Schülerbetriebspraktika, Beratungsgesprächen bei der Berufsberatung, dem Berufswahlunterricht in der Schule sowie praktischen Erfahrungsberichten von Personen, die in dem gewünschten Beruf tätig sind. Allen Verfahren zur beruflichen Entscheidungsfindung mangelt es vor allem an einer hinreichenden Überprüfung der Gültigkeit bezüglich der abgegebenen Empfehlungen zur weiteren beruflichen Laufbahn.
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Welchen Beruf möchte ich erlernen und welche Betriebe oder Schulen
kommen dafür in Frage?
Derzeit existieren in Deutschland rund 30.000 Berufsbezeichnungen und über 350 Ausbildungsberufe. Eng mit der Frage nach dem passenden Beruf ist die Betrachtung des Systems der Berufsausbildung verbunden. Das deutsche System der Berufsausbildung hat sich bewährt. Es gibt jungen Menschen für den Start ins Berufsleben alle nötigen Qualifikationen. Um den Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt gerecht zu werden, sind Reformen jedoch nötig.
Die Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt, in der demografischen Entwicklung und bei den Qualifikationswegen machen eine Anpassung des Berufsbildungsrechts notwendig. Für schulische Berufsbildungsgänge soll der Zugang zu einer Kammerprüfung erleichtert werden. Somit erhalten sie die Chance, sich zu einem höherwertigen Schulabschluss zu entwickeln. Zudem soll die Kooperation von Betrieben und Berufsschulen gestärkt werden. Ausbildungsabschnitte, die im Ausland verbracht werden, gelten zukünftig direkt als Teil der Ausbildung und eine Modernisierung des Prüfungswesens und eine Verschlankung der Gremienstruktur soll in Angriff genommen werden.
Der Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) – zuständig für Forschung und Entwicklungsarbeiten auf dem Gebiet der beruflichen Aus- und Weiterbildung - hält eine umfassende und systematische Vorbereitung auf die Berufswahl für dringlich, damit Übergänge in die Ausbildung möglichst friktionsfrei verlaufen und sich Ausbildungsabbrüche und Fehlqualifikationen minimieren lassen. Trotz aller Bemühungen und stetigen Verbesserungen bestehen bei vielen jungen Menschen diffuse oder falsche Vorstellungen darüber, was sie in der Ausbildung und im gewählten Beruf erwartet.
Vor der konkreten Betrachtung der Berufsfelder für Ausbildungsberufe sollen noch einige Trend am Stellenmarkt aufgezeigt werden. In der Fachzeitschrift „Trends im Stellenmarkt“ 8 der DEKRA- Akademie, die Ende 2003 zum vorerst letzten Mal erschien, wurden Stellenangebote und Trends analysiert. Demnach sind vor allem die Logistik- und Verkehrsberufe, das Baugewerbe und die IT- Berufe weiterhin gefragt. Bürokaufleute und Pflegepersonal konnten nicht weiter zulegen, ebenso wenig die Finanzberater.
Im folgenden finden Sie eine Übersicht der Berufsfelder für Ausbildungsberufe mit jeweils einigen Berufsbeispielen:
8 Vgl. Fachzeitschrift „Trends im Stellenmarkt“ 4/2003. S. 10 ff.
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Nachfolgend werden die zehn am häufigsten gewählten Ausbildungsberufe 9 im Jahr 2001 von Hauptschul- und Realschulabgängern sowie Abiturienten dargestellt, um eine Orientierung zu geben, welche Ausbildungsberufe „in“ sind. Von den Auszubildenden mit neu abgeschlossenem Ausbildungsvertrag haben etwa ein Drittel einen Hauptschulabschluss, mehr als ein Drittel einen Realschulabschluss und etwa 15 Prozent eine Studienberechtigung.
9 vgl. Bundesministerium für Bildung und Forschung: Berufsbildungsbericht 2003. S. 80 ff.
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Nach einer Bestimmung des passenden Berufsfeldes – und zuvor einem Interessen- bzw. Berufswahltest – steht die Information über Einzelberufe im Vordergrund.
Das kostenlos in den Berufsinformationszentren zu beziehende Taschenbuch „Beruf aktuell“ gibt einen Überblick über alle anerkannten Ausbildungsberufe, d.h. duale Ausbildungsgänge in Betrieben und Verwaltungen, geregelt durch das Berufsbildungsgesetz sowie über Erstausbildungsberufe an beruflichen Schulen, die nach Landes- oder Bundesrecht geregelt sind, aber auch in Ausnahmefällen über Berufe von bundesweitem Interesse mit einer geregelten Ausbildung.
Im Internet unter www.arbeitsagentur.de können Sie sich in der Datenbank „Berufenet“ ebenfalls
über Einzelberufe kundig machen. Es werden Berufe von A-Z beschrieben – von Ausbildungsinhalt über Eignung, Verdienst- und Beschäftigungsmöglichkeiten bis zu Perspektiven und Zugangsvoraussetzungen. Zudem werden komplette Berufsbereiche wie IT-Berufe, Metall-Berufe, Berufe im Umweltschutz, Berufe rund ums Fliegen usw. aufgezeigt.
Jetzt stellt sich die Frage, welche konkreten Betriebe oder Schulen für die gewünschte Ausbildung in Frage kommen. Man sollte zunächst prüfen, ob in der Region und zu dem gewünschten Termin Ausbildungsplätze angeboten werden.
Zu beachten ist, dass sich die Einstellungswünsche und Bedingungen der Betriebe häufig von Jahr zu Jahr ändern. Zudem entschließen sich die Ausbildungsbetriebe zu sehr unterschiedlichen Zeiten für ein Ausbildungsangebot. Schulen haben häufig feste Bewerbungstermine, die von Schule zu Schule unterschiedlich sein können.
Informationen über betriebliche Ausbildungsstellen auch in Ihrer Region finden Sie im Internet unter www.arbeitsagentur.de in der Datenbank „ASIS“ (Ausbildungsstellen-Informations-System). Für schulische Ausbildungsstellen bietet die Datenbank „KURS“ auf derselben Internetadresse einen Überblick zu Bildungseinrichtungen, Lerninhalten, Abschlüssen und Terminen. Es sind u.a. Berufsfachschulen und freie Anbieter des Bildungsmarktes vertreten.
Im folgenden soll eine Übung für Schüler zur Suche nach einem Ausbildungsplatz mir ASIS oder
KURS vorgestellt werden:
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In der folgenden Übung 10 für Schüler werden die Grundinformationen zum Wunschberuf geordnet und ein Überblick über wichtige Aspekte des Berufes erstellt. Es wird ein persönliches Berufsbild zusammengefasst, das der Schüler später als Grundlage für die Vorbereitung zum Vorstellungsgespräch verwenden kann.
Ein Projekt der ver.di Jugend
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Welcher Zeitplan ist für die Bewerbung zu beachten?
Für die Berufswahlvorbereitung und für Bewerbungen ist ein bestimmter Zeitplan einzuhalten. Das richtige „Timing“ ist für die erfolgreiche Suche nach einer Ausbildungstelle von Bedeutung. Zu Beginn der vorletzten Jahrgangsstufe sollten Informationsquellen zur Berufswahl erschlossen werden und spätestens gegen Ende der vorletzten Jahrgangsstufe sollten Bewerbungen um eine Ausbildungsstelle in Betrieben und im öffentlichen Dienst verschickt werden.
Vorletzte Jahrgangsstufe
AB AUGUST/SEPTEMBER:
● Informationsquellen erschließen
Es stellt sich die Frage, welche Informationseinrichtungen (z.B. Berufsinformationszentrum) gibt es und welche Printmedien werden angeboten. Welche Berufswahlinformationen findet man im Internet (z.B. www.machs-richtig.de oder www.arbeitsagentur.de) und welche Ansprechpartner (z.B. Berufsberater, Lehrer, Eltern, Bekannte usw) gibt es?
● Überblick über Wege und Alternativen gewinnen
Dazu ist es wichtig, die Voraussetzungen für die gewünschte Ausbildung herauszufinden (Schulabschluss, Mindestalter) und sich Alternativen zu überlegen.
● Berufswahltests absolvieren
Man kann nach derartigen Tests im Internet recherchieren, sich schriftliche Testunterlagen rechtzeitig bestellen oder einen kostenlosen Berufswahltest beim Psychologischen Dienst der Agentur für Arbeit durchführen lassen.
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● Informationsmaterialien sammeln „Blätter zur Berufskunde“ sollten bestellt werden und man sollte regelmäßig „Was werden“ , „Mach’s richtig“ oder „abi-Berufswahlmagazin“ lesen. Zudem kann man Berichte in Zeitungen und Zeitschriften über den Wunschberuf sammeln und auswerten.
● Ordner zum Thema Berufswahl anlegen
Dieser eignet sich für einen Überblick über wichtige Adressen und Anschriften, für eine Sammlung von Kopien von Zeugnissen, Praktikumsbescheinigungen und Arbeitszeugnissen und für das Zusammenstellen von Unterlagen zu Versicherungen, Finanzamt usw.
● Berufsinformationszentrum aufsuchen
Ein Besuch im BIZ lohnt immer, um berufskundliche Fragen zu klären und ggf. Alternativen zu erkunden.
● Betriebspraktika vereinbaren
Berufe aus der engeren Wahl können im Praktikum kennengelernt werden. Es können Verbindungen zu Betrieben geknüpft und Bewerbungsmöglichkeiten für eine Ausbildung erfragt werden.
● Gespräche mit Eltern, Freunden, Berufsberatern, Lehrern usw. Diese Gespräche können dazu dienen, die vorhandenen Kenntnisse über den Wunschberuf abzurunden, neue Anregungen zu erhalten und andere Meinungen und Einschätzungen wahrzunehmen.
● Erste Anfragen/Bewerbungen um Ausbildungen an Berufsfachschulen Geklärt werden sollte, welche Bewerbungsverfahren durchgeführt werden, ob es Wartelisten gibt und bis wann man sich bewerben muss.
AB MÄRZ BIS JUNI/JULI:
● Beginn der Bewerbungen um Ausbildungsstellen in Betrieben und im öffentlichen Dienst Man sollte mit der Zusammenstellung der Bewerbungsunterlagen beginnen, sich bei der Agentur für Arbeit als Bewerber melden und Bewerbungsfristen einhalten.
Letzte Jahrgangsstufe
AB AUGUST/SEPTEMBER:
● Bewerbung um nützliche oder ggf. notwendige Praktika
Es stellt sich die Frage, welche Betriebe nehmen Praktikanten, kann der Betrieb die gewünschten/geforderten Inhalte anbieten und ist eine schriftliche Bewerbung erforderlich.
● Auswahlverfahren für betriebliche Ausbildungen und Beamtenlaufbahnen Empfehlenswert ist die rechtzeitige Teilnahme an Test- und Bewerbungstrainings. Daraufhin kann eine Teilnahme an schriftlichen Auswahltests stattfinden.
● Vorbereitung von Überbrückungsmöglichkeiten
Dazu zählen die Bewerbungen um ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) oder Au-Pair und für Jobs und Praktika im Ausland. Zudem sollte mit dem Kreiswehrersatzamt wegen dem Wehr- /Zivildienst Kontakt aufgenommen werden.
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FEBRUAR:
● Anmeldeschluss für viele Ausbildungen an Berufsfachschulen Häufig ist Ende Februar als Anmeldeschluss festgelegt. Zu klären ist auch die Finanzierung von Kosten (Schulgeld).
ENDE JUNI/ANFANG JULI:
● Letzter Schultag und Abschlusszeugnisausgabe
Zeugnisse sollten für weitere Bewerbungszwecke kopiert und ggf. von der Schule beglaubigt werden. In der Agentur für Arbeit sollte man sich ausbildungs- oder Arbeit suchend melden, wenn zwischen letzten Schultag und Ausbildungsbeginn keine beitragspflichtige Beschäftigung ausgeübt wird.
1. AUGUST/1. SEPTEMBER/1. OKTOBER:
● Ausbildungsbeginn bei Betrieben/Berufsfachschulen/Behörden Man sollte sich über Rechte und Pflichten im Ausbildungsverhältnis informieren und Fragen zum Kranken- und Versicherungsschutz klären. Liegt der Ausbildungsvertrag noch nicht vor, sollte dieser verlangt und geprüft werden.
Welche finanziellen Hilfen gibt es für Auszubildende?
Vor einer Betrachtung der finanziellen Hilfen soll ein Überblick über die Ausbildungsvergütungen 11 in 20 ausgewählten Berufen im Jahr 2002 gegeben werden, um das zukünftige Einkommen besser einschätzen zu können.
11 Vgl. Homberg, J. O.: Rund um den Ausbildungsplatz. Würzburg, 2003. S. 126
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Eine Berufsausbildung ist für Auszubildende mit Kosten verbunden. Das fängt bei Bewerbungsschreiben mit dem Porto an und auch professionell angefertigte Bewerbungsfotos sind nicht gerade billig. In der Ausbildung können weitere finanzielle Belastungen durch die Beschaffung von Arbeitskleidung und Unterrichtsmaterialien, Fahrtkosten oder die Unterhaltung einer eigenen Wohnung entstehen.
Wer für eine betriebliche Ausbildung von zu Hause wegziehen muss oder die Ausbildung an einer Schule machen will, sollte sich rechtzeitig über die anfallenden Kosten und die Finanzierung im Klaren sein. Um Jugendliche für die Dauer ihrer Ausbildung abzusichern und ihnen die Nutzung aller Bildungswege zu ermöglichen, gibt es in Deutschland ein umfassendes System der finanziellen Förderung:
a) Finanzielle Hilfen zur Aufnahme einer betrieblichen Ausbildung
b) Für eine betriebliche Ausbildung
c) Für eine schulische Ausbildung.
Ausführliche Informationen zu der finanziellen Förderung durch die Agentur für Arbeit findet man im „lis“ (Leistungs-Informations-Service).
a) Finanzielle Hilfen zur Aufnahme einer betrieblichen Ausbildung
Berufsanwärter/innen, die bei der Agentur für Arbeit für eine betriebliche Ausbildungsstelle gemeldet sind, können unter bestimmten Voraussetzungen folgende Leistungen erhalten:
● Bewerbungskosten
● Reisekosten ● Übergangsbeihilfe ● Arbeitskleidung und Arbeitsgerät (Ausrüstungsbeihilfe) ● Umzugskostenbeihilfe ● Mobilitätshilfen.
Diese Leistungen müssen im Einzelfall beantragt und bewilligt werden. Anträge kann man bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit stellen.
b) Für eine betriebliche Ausbildung
Um eine betriebliche oder außerbetriebliche Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf zu ermöglichen, zahlt die Agentur für Arbeit unter bestimmten Voraussetzungen Berufsausbildungsbeihilfe (BAB).
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Wer bekommt BAB? Auszubildende erhalten BAB, wenn sie während der Ausbildung nicht bei den Eltern wohnen können, weil der Ausbildungsbetrieb vom Elternhaus zu weit entfernt ist. Sind Auszubildende über 18 Jahre oder verheiratet (oder waren verheiratet) oder haben mindestens ein Kind können sie auch BAB erhalten, wenn sie in erreichbarer Nähe des Elternhauses leben.
Wie lange zahlt die Agentur für Arbeit BAB? Die Zahlung erfolgt für die Dauer der Ausbildung. Der Antrag muss rechtzeitig, am besten vor Beginn der Ausbildung, bei der Berufsberatung eingehen.
Wofür kann BAB nicht gewährt werden? Beispielsweise ist eine schulische Ausbildung (z.B. Erzieher/in, Physiotherapeut/in) ausgeschlossen und weitere Ausbildungen nach einer erfolgreich abgeschlossenen beruflichen Erstausbildung gleich welcher Art.
c) Für eine schulische Ausbildung
Für den Besuch einer weiterführenden Schule (z.B. einer Fachoberschule) oder für eine schulische Berufsausbildung (z.B. Ausbildung zum/zur Physiotherapeut/in) können Beihilfen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) gewährt werden.
Wie viel BAföG bekommt man? Auf diese Frage gibt es keine einheitliche Antwort, da jeder Förderbetrag individuell errechnet wird. Es ist z.B. zu berücksichtigen, ob man für die Ausbildung auswärts wohnen muss, ob die Kosten für die Miete einer auswärtigen Unterkunft bestimmte Grenzen übersteigen und wie hoch das eigene Einkommen, das der Eltern oder ggf. des Ehepartners ist.
Der Antrag sollte rechtzeitig vor Beginn der Ausbildung bei dem Amt für Ausbildungsförderung der örtlichen Stadt-, Kreis- oder Gemeindeverwaltung gestellt werden. Umfassende Informationen zu allen BAföG-Regelungen findet man im Internet unter www.das-neue-bafoeg.de . Hier kann man sich auch den BAföG-Rechner-PLUS herunterladen, mit dem man die voraussichtliche Höhe des BAföG-Anspruches selbst berechnen und mit Hilfe eines Formularassistenten die Antragsformulare ausfüllen und ausdrucken kann.
Welche Probleme können bei der Ausbildungsstellensuche auftreten?
Bei der Ausbildungsstellensuche und in der Ausbildung kann es zu verschiedenen Schwierigkeiten kommen. Folgende Problemfelder werden behandelt:
● Unentschiedenheit in der Berufswahl
● Keine Ausbildungsstelle gefunden ● Probleme in der Ausbildung mit der Berufsschule ● Möglicher Ausbildungsabbruch.
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Welchen Beruf soll ich wählen? Bei der Unsicherheit spielt sicher das fast unüberschaubare Angebot an Bildungsmöglichkeiten eine Rolle. Denn Ausbildungen werden nicht nur in Betrieben oder Verwaltungen angeboten, sondern auch an beruflichen Schulen. Manche Abschlussschüler zweifeln auch an ihren Fähigkeiten oder an der Realisierbarkeit ihrer beruflichen Wünsche. Manchmal fehlt nur etwas Mut zur Entscheidung und das Wissen, dass man sich mit der Berufswahl nicht für das ganze Leben festlegt. Die Wahl des Berufes ist nur der erste Schritt in der Berufsbiographie – viele weitere Schritte werden im Berufsleben folgen.
Bei der Frage, welche Berufe zu welchen Interessen und Vorstellungen passen, bieten die vielfältigen Medien in den Berufsinformationszentren einen Einstieg und das Gespräch mit einem Berufsberater die notwendige Vertiefung und Sicherheit.
Ein weiteres Problemfeld besteht darin, dass man keine Ausbildungsstelle findet. Wenn es nicht auf Anhieb geklappt hat, sollte man nicht resignieren und nicht zu schnell ans Aufgeben denken. Eine Reihe von Ausbildungsstellen werden beispielsweise nicht angetreten, weil der Bewerber etwas „Besseres“ gefunden hat und stehen damit wieder zur Verfügung.
Grundsätzlich sollte man Alternativen überlegen und versuchen, seine Chancen z.B. durch Praktika zu verbessern. Man sollte mit dem Berufsberater darüber sprechen, woran es gelegen haben könnte, dass die Bewerbungen bisher erfolglos geblieben sind und gemeinsam nach möglichen Lösungswegen suchen. Eine Übersicht und Beschreibung der vielfältigen Förderangebote der Agentur für Arbeit für junge Leute unter 25, die den Einstieg in eine Berufsausbildung oder in eine Berufstätigkeit erleichtern können, findet man in der Broschüre „So geht’s weiter zu Job oder Berufsabschluss“, die man bei der Agentur für Arbeit erhält.
Nun soll es um die Problemfelder in einer Ausbildung gehen – beispielsweise Probleme in der Berufsschule. Im Betrieb kommt man meistens ganz gut zurecht, aber in der Berufsschule kann es immer schwieriger werden. Der Unterrichtsstoff wird nur zum Teil verstanden, die Zeugnisnoten werden schlechter und die anstehende Prüfung bereitet ernste Sorgen. Bei diesen Schwierigkeiten kann die Berufsberatung ausbildungsbegleitende Hilfen (abH) anbieten. Häufig lässt sich der Ausbildungsabschluss dann doch noch retten.
Kommt es zur Schwelle eines möglichen Ausbildungsabbruches, können viele Gründe eine Rolle spielen. Man hat sich z.B. das Tätigkeitsfeld und den Berufsalltag in dem Beruf ganz anders vorgestellt; es gibt Schwierigkeiten mit den Kollegen, Ausbildern, Vorgesetzten oder man kann in der Berufsschule einfach nicht mehr mithalten.
12 vgl. Homberg, J. O.: Rund um den Ausbildungsplatz. Würzburg, 2003. S. 131
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Bevor man die Überlegung, die Ausbildung abzubrechen, in die Tat umsetzt, sollte man über die Probleme mit Fachleuten reden wie z.B. dem Ausbilder im Betrieb, dem Ausbildungsberater der zuständigen Kammer, dem Lehrer in der Berufsschule oder dem Berufsberater bei der Agentur für Arbeit.
Es sollte versucht werden folgende Punkte im Gespräch zu klären:
● Worin liegen die Gründe für einen möglichen Ausbildungsabbruch? ● Unter welchen Bedingungen könnte die Ausbildung erfolgreich fortgeführt werden? ● Welche Veränderungen (auch in der Person des Auszubildenden) sind dafür notwendig? ● Kann die Ausbildung im gleichen Beruf, jedoch in einem anderen Betrieb fortgesetzt werden? ● Könnte eine andere Ausbildung besser geeignet sein?
● Würden ausbildungsbegleitende Hilfen (abH) eine Unterstützung bedeuten?
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Arbeit zitieren:
Dipl.-Handelslehrer Stefan Dassler, 2004, Berufswahl und Ausbildungsstellensuche - Hilfen für Lehrer und Eltern von Abschlussschülern, München, GRIN Verlag GmbH
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