Inhaltsverzeichnis
1. Vorbemerkung 3
2. Was Betriebe von Schulabgängern erwarten 3
2.1 Einführung 3
2.2 Fachliche Kompetenzen 4
2.3 Persönliche Kompetenzen 4
2.4 Soziale Kompetenzen 5
3. Welchen Nutzen besitzen Zusatzqualifikationen in der
betrieblichen Ausbildung 6
3.1 Einführung 6
3.2 Was versteht man unter Zusatzqualifikationen 6
3.3 Beispiele 7
3.3.1 Zusatzqualifikation Steuerlehre 7
3.3.2 Zusatzqualifikation zum Finanzassistenten(in) 8
3.3.3 Zusatzqualifikation Gestaltung im Handwerk 8
3.3.4 Weitere Beispiele 9
3.4 Der Nutzen von Zusatzqualifikationen 10
4. Was ist bei einer Berufsausbildung in Europa zu beachten 10
4.1 Einführung 10
4.2 Perspektiven in Europa 11
4.3 Jobs und Praktika im Ausland 11
4.4 Ausbildung bzw Teile der Ausbildung in Europa absolvieren 12
4.5 Beispiel: Ausbildung in Großbritannien 13
4.5.1 Youth-Training 13
4.5.2 College of further education 13
5. Was wird bei den zukünftigen Qualifikationsanforderungen im
Bereich Ausbildung diskutiert 14
5.1 Einführung 14
5.2 Zukünftige Qualifikationsanforderungen im Einzelnen 14
5.3 Forschungsbemühungen in der Früherkennung von
Qualifikationsentwicklung 15
5.3.1 Ziele der Qualifikationsforschung 15
5.3.2 Aktuelle Forschungsvorhaben 16
LITERATUR 18
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1. Vorbemerkung
Im folgenden werden ausgewählte aktuelle Fragestellungen aus dem Bereich Berufsausbildung aus primär pädagogischer Perspektive behandelt. Im Einzelnen zählen hierzu die Erwartungen von Betrieben an Schulabgänger, Zusatzqualifikationen in der betrieblichen Ausbildung, Berufsausbildung in Europa und zukünftige Qualifikationsanforderungen. Die Beiträge können unabhängig voneinander gelesen werden.
2. Was Betriebe von Schulabgängern erwarten?
2.1. Einführung
Die Ansprüche der jugendlichen Schulabgänger treffen auf gravierende Veränderungen des Arbeitsmarktes und des Beschäftigungssystems. Der Arbeitsmarkt ist durch zunehmende Verlagerung von Erwerbstätigkeiten vom industriellen Produktions- in den Dienstleistungsbereich gekennzeichnet. Dabei entstehen in steigendem Maße Erwerbsformen wie Teilzeitarbeit, Werkvertrags- und Leiharbeit bis hin zur Selbstständigkeit. Gleichzeitig ist der Arbeitsmarkt auf Grund der modernen Kommunikations- und Transportsysteme von einem hohen internationalen Wettbewerbsdruck und damit einhergehend starken Flexibilisierungstendenzen und erhöhten Leistungsanforderungen geprägt.
Nach Auffassung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände muss die Berufswahlvorbereitung in den Schulen gestärkt werden. Die Unternehmen beklagen seit Jahren mit zunehmender Dringlichkeit die mangelnde Ausbildungsreife vieler Schulabgänger und gravierende Lücken in den Grundfertigkeiten Lesen, Rechnen und Schreiben, aber auch bei den sozialen Kompetenzen. Naturwissenschaftliches und wirtschaftliches Verständnis ist zudem oft schwach ausgeprägt.
Die niedersächsischen Industrie- und Handelskammern haben die Anforderungen der durch sie repräsentierten Unternehmen an die Schulabsolventen als fachliche, persönliche und soziale Kompetenzen zusammengefasst.
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2.2. Fachliche Kompetenzen
Als fachliche Kompetenz wird von den Betrieben die grundlegende Beherrschung der deutschen Sprache in Wort und Schrift gesehen. Dazu zählen eine klare mündliche und schriftliche Formulierung einfacher Sachverhalte, fehlerfreier Umgang mit Rechtschreibung und Grammatik und Differenzierung zwischen Szene-, Alltags-, Fach- und gehobener Sprache.
Zudem wird die Beherrschung einfacher Rechentechniken verlangt. Beispielsweise die Beherrschung der vier Grundrechenarten (auch ohne Taschenrechner), Rechnen mit Dezimalzahlen und Brüchen, Umgang mit Maßeinheiten, Dreisatz, Prozentrechnen, Flächen-, Volumen- und Masseberechnungen, Grundlagen der Geometrie, sichere Anwendung wichtiger Formeln, Lösung einfacher Textaufgaben und sicherer Umgang mit dem Taschenrechner.
Grundlegende naturwissenschaftliche Kenntnisse der Schulabgänger sind für viele produzierende Betriebe von Bedeutung. Im Einzelnen sind dies Grundkenntnisse in Physik, Chemie, Biologie und Informatik und eine positive Grundeinstellung zur modernen Technik.
Die Schüler sollten Grundkenntnisse wirtschaftlicher Zusammenhänge besitzen z.B. durch erste Einblicke in die Wirtschafts- und Arbeitswelt über Praktika. Die Funktion des marktwirtschaftlichen Systems und die Rolle von Unternehmen, Staat und Tarifparteien sollten bekannt sein.
Viele Betriebe erwarten im Zeitalter zunehmender Globalisierung Grundkenntnisse in Englisch, so dass die Grundlagen der Verständigung – auch berufsbezogen – gegeben sind.
Weiterhin werden Kenntnisse über Grundlagen unserer Kultur und deren Verständnis als wichtig erachtet. Dazu zählen die Wissensgebiete deutsche Geschichte, europäische Geschichte, Politik, gesellschaftliche Rahmenbedingungen und religiöse Formen und Inhalte unserer Kultur.
2.3. Persönliche Kompetenzen
Bei den persönlichen Kompetenzen dominiert u.a. die Zuverlässigkeit des Auszubildenden. Es sollen übertragene Aufgaben auch unter widrigen Umständen und ohne dauernde Überwachung und Kontrolle ausgeführt werden.
Lern- und Leistungsbereitschaft wird von Betrieben besonders geschätzt. Gute Ergebnisse und Erfolg sollen als Maßstab dienen. Ausbildung und Beruf sollen als positiver Lebensbestandteil betrachtet werden. Zudem wird Neugierde und Lust auf Neues gewürdigt.
Von Schulabgängern wird auch Ausdauer, Durchhaltevermögen und Belastbarkeit erwartet. Beispielsweise Durchhaltevermögen trotz widriger Umstände, die Entwicklung von Frustrationstoleranz und keine vorzeitige Aufgabe bei anfänglichen Misserfolgen sind von Bedeutung.
Auch heute zählen Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit für die Betriebe. Sie legen Wert auf Genauigkeit, „Ernstnehmen“ der Sache, Selbstdisziplin, Ordnungssinn und Pünktlichkeit.
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Wünschenswert ist für die Betriebe die Konzentration auf eine Aufgabe über einen längeren Zeitraum.
Verantwortungsbereitschaft und Selbstständigkeit sind für das berufliche Weiterkommen im Betrieb wichtig. Hierzu zählt die Bereitschaft, auch für Misslungenes einzustehen und Unangenehmes selbst übernehmen statt es „abzuschieben“.
Viele Betriebe erwarten die Fähigkeit zur Kritik und Selbstkritik bei den Schulabgängern. Z.B. sind Einsicht statt ständiger Diskussion, Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden und die Bereitschaft zur Einsicht und Korrektur von Fehlern von Bedeutung.
Nicht zuletzt werden auch Kreativität und Flexibilität von den Schulabgängern verlangt. Sie sollten eigene Ideen entwickeln und die Bereitschaft zur Einarbeitung in neue Aufgabenbereiche zeigen.
2.4. Soziale Kompetenzen
Zu den sozialen Kompetenzen werden vor allem Kooperationsbereitschaft und Teamfähigkeit gerechnet. Gefragt ist Teamgeist statt dem „einsamen Tüftler“, die Bereitschaft zum Austausch von Erfahrungen und Informationen und die Anpassung an kooperationsorientierte Organisationsformen.
Höflichkeit und Freundlichkeit werden von allen Betrieben erwartet. Dies soll sich in gepflegten Umgangsformen gegenüber Mitarbeitern und vor allem Kunden zeigen.
Zudem wird die Konfliktfähigkeit des Auszubildenden geschätzt. Seine Bereitschaft zur friedlichen und konstruktiven Beilegung von Differenzen und Sprach- und Argumentationsfähigkeit statt Aggression sind von Bedeutung.
Zu den Erwartungen der Betriebe zählt auch Toleranz. Beispielsweise ist die Akzeptanz anderer Meinungen, das Eintreten für die Grundwerte der Gesellschaft und die Ablehnung von Intoleranz und Aggressivität gemeint.
Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB) in Berlin untersuchte 4.000 Stellenanzeigen mit dem Ergebnis: In 72 Prozent wurde besonderer Wert auf soziale Kompetenzen gelegt.
Es werden - neben steigenden Anforderungen an fachliche Kompetenzen in vielen Berufsfelder -zusätzliche Fähigkeiten, vor allem in Bezug auf soziale und kommunikative Kompetenzen, von den bildungspolitischen Akteuren gefordert.
Als Konsequenz behält der Beruf zwar eine Leitfunktion für den Übergang von der Schule in das Wirtschaftsleben, er beginnt aber zunehmend in die Zielformel „Berufliche Handlungsfähigkeit“ und hierzu gehörender Einzelkompetenzen wie Fach-, Sozial-, Methoden und Selbstkompetenz überzugehen.
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Arbeit zitieren:
Dipl.-Handelslehrer Stefan Dassler, 2004, Aktuelle Fragestellungen im Bereich Ausbildung, München, GRIN Verlag GmbH
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