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Die späthallstatt - frühlatènezeitliche Siedlung von Mannheim-Feudenheim

Magisterarbeit,  1998, 65 Seiten
Preis: 19,99 EUR (E-Book), 39,90 EUR (Buch)
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Details zum Text

Beschreibung

Archivnummer:
V38
ISBN (E-Book):
978-3-638-10023-6
ISBN (Buch):
978-3-638-93086-4
DOI:
10.3239/9783638100236
Dateigröße:
10718 KB

Kategorie:
Magisterarbeit
Jahr:
1998
Seiten:
65
Bibliografie:
~ 57   Einträge
Note:
2,0
Sprache:
Deutsch

Schlagworte:

Zusammenfassung / Abstract

Die vorgelegte Arbeit über die späthallstatt- frülatènezeitliche Siedlung von Mannheim-Feudenheim war eine Abschlußarbeit des Magisterstudiums am Institut für Ur- und Frühgeschichte der Fakultät für Orientalistik und Altertumswissenschaften an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Hierbei wurde es mir ermöglicht, am Reiss-Museum (Mannheim) im Februar 1997 mit der Aufnahme von hallstattzeitlichem Siedlungsmaterial zu beginnen. Insgesamt wurden 95 Befunde und 3692 Fundstücke erfaßt, von denen alle Befunde im Maßstab 1:20 und ca. 500 Stück des Fundmaterials im Maßstab 1:1 und 1:2 von der Autorin selbs gezeichnet wurden. Die Materialaufnahme dauerte bis April 1997, so daß im selben Monat mit der Erstellung einer Datenbankapplikation für Access 7.0 begonnen werden konnte. Die vollständige Erstellung nahm einige Wochen in Anspruch, so daß bereits im Mai das erste Material zur Auswertung in den Computer eingegeben wurden. Ende Februar 1998 konnte somit ein fertiges Exemplar der Arbeit an der Universität Heidelberg eingereicht werden. Zur Erforschung der späten Westhallstatt- und Frühlatènezeit standen in Baden-Württemberg jahrzehntelang ausschließlich Gräber im Blickpunkt des allgemeinen Interesses. Das führte dazu, daß die Chronologie auf Leitfossilien fußt, die in den Gräbern als Beigaben mitgegeben wurden, vor allem Bronzen. So stellen wir auch heute noch von den Bronzen die Fibeltypologie in den Mittelpunkt, da sie allgemein als die chronologisch empfindlichste Form der Beigabe gilt. Dies mag als ein Beispiel verschiedener Formen von Bronzen gelten, die Bestandteil einer Trachtausstattung sind, doch ist bisher nicht geklärt, wie und ob solche Dinge im Alltag wirklich getragen wurden. Die Rekonstruktion der Grablege kann dabei lediglich ein Anhaltspunkt sein. In der Forschung wird die Grabausstattung aber als die wichtigste Fundform angesehen, mit der datiert wird, da ein Grab in der Regel ein geschlossener Befund ist. Deshalb verwundert es nicht, daß für diese Zeitperiode zahlreiche Publikationen von Grabhügeln existieren, während die von zeitgleichen Siedlungen nur selten ausführlich vorliegen. [...]

Textauszug (computergeneriert)

Magisterarbeit

"Die Späthallstatt- Frühlatènezeitliche Siedlung von Mannheim-Feudenheim"

 vorgelegt an der Universität Heidelberg

 im Februar 1998

von Stephanie Otto

 

Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort 4

2. Einleitung 5

3. Topographie 5

4. Forschungsgeschichte von Mannheim-Feudenheim 7

5. Grabungsablauf 8

6. Grabungsbefund 9

6.1. Die Befundaufnahme 9

6.2. Die Befundtypen 11
6.2.1. Einfache Gruben 12
6.2.2. Silogruben 12
6.2.3. Hausartige Strukturen 14
6.2.4. Pfostengruben 14
6.2.5. Ständerwerk 15
6.2.6. Grubenhäuser 16
6.2.7. Gräber 17
6.2.8. Unbestimmbare Befundarten 18

6.3. Die Lage der Befunde 18

7. Materialvorlage 19

7.1. Die Keramik 20
7.1.1. Schalen 23
7.1.2. Schüsseln 25
7.1.3. Töpfe 26
7.1.4. Becher und Kleingefäße 27
7.1.5. Backteller 28
7.1.6. Siebe 28
7.1.7. Flaschen 28
7.1.8. Unbestimmte Gefäßformen 29
7.1.9. Drehscheibenkeramik 30
7.1.10. Fremdkeramik 32
7.1.11. Warenanalyse 33
7.1.12. Die Verteilung der Gefäßformen 43

7.2. Geräte aus Ton 44
7.2.1. Gusstiegel 44
7.2.2. Briquetagefragmente 44
7.2.3. Webgewichte 45
7.2.4. Spinnwirtel 45

7.3. Die Metallfunde 46
7.3.1. Artefakte aus Bronze 47
7.3.2. Artefakte aus Eisen 52

7.4. Die Knochen 54

7.5. Sonstige Funde 56

8. Graphische Umsetzung 56

9. Zusammenfassung 58

10. Literaturverzeichnis 60

 

Die vorgelegte Arbeit über die späthallstatt- frülatènezeitliche Siedlung von Mannheim-Feudenheim war eine Abschlußarbeit des Magisterstudiums am Institut für Ur- und Frühgeschichte der Fakultät für Orientalistik und Altertumswissenschaften an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg.

Hierbei wurde es mir ermöglicht, am Reiss-Museum (Mannheim) im Februar 1997 mit der Aufnahme von hallstattzeitlichem Siedlungsmaterial zu beginnen. Insgesamt wurden 95 Befunde und 3692 Fundstücke erfaßt, von denen alle Befunde im Maßstab 1:20 und ca. 500 Stück des Fundmaterials im Maßstab 1:1 und 1:2 von der Autorin selbs gezeichnet wurden. Die Materialaufnahme dauerte bis April 1997, so daß im selben Monat mit der Erstellung einer Datenbankapplikation für Access 7.0 begonnen werden konnte. Die vollständige Erstellung nahm einige Wochen in Anspruch, so daß bereits im Mai das erste Material zur Auswertung in den Computer eingegeben wurden. Ende Februar 1998 konnte somit ein fertiges Exemplar der Arbeit an der Universität Heidelberg eingereicht werden.

Zur Erforschung der späten Westhallstatt- und Frühlatènezeit standen in Baden-Württemberg jahrzehntelang ausschließlich Gräber im Blickpunkt des allgemeinen Interesses.

Das führte dazu, daß die Chronologie auf Leitfossilien fußt, die in den Gräbern als Beigaben mitgegeben wurden, vor allem Bronzen. So stellen wir auch heute noch von den Bronzen die Fibeltypologie in den Mittelpunkt, da sie allgemein als die chronologisch empfindlichste Form der Beigabe gilt.

Dies mag als ein Beispiel verschiedener Formen von Bronzen gelten, die Bestandteil einer Trachtausstattung sind, doch ist bisher nicht geklärt, wie und ob solche Dinge im Alltag wirklich getragen wurden. Die Rekonstruktion der Grablege kann dabei lediglich ein Anhaltspunkt sein. In der Forschung wird die Grabausstattung aber als die wichtigste Fundform angesehen, mit der datiert wird, da ein Grab in der Regel ein geschlossener Befund ist. Deshalb verwundert es nicht, daß für diese Zeitperiode zahlreiche Publikationen von Grabhügeln existieren, während die von zeitgleichen Siedlungen nur selten ausführlich vorliegen.

Erst seit dem Beginn der Ausgrabung auf der Heuneburg Mitte der 50er Jahre schien das allgemeine Interesse, sich mit Siedlungsbefunden auseinanderzusetzen, erwacht zu sein. Noch heute gilt die Heuneburg als wichtigste hallstattzeitliche Siedlung, nicht nur weil sie für damalige Verhältnisse mit geradezu revolutionären Methoden aufgenommen wurde, sondern auch deshalb, weil sie ein für eine Siedlung sehr ausgewogenes Fundspektrum aufwies, dazu eine detaillierte Fundbearbeitung vorliegt, mit der man das Material für eine chronologische Einordnung gut an hallstattzeitliche Grabfunde anhängen kann. Diesbezüglich hatten wir bis vor kurzem kaum Vergleiche.

Seit dem sind zahlreiche Höhensiedlungen besser untersucht, allerdings zum größten Teil nicht publiziert worden.

Flachlandsiedlungen wurden bisher seltener untersucht, die in Vorberichten, jedoch nicht in Monographien vorgestellt wurden . Deshalb konnte mit der Bearbeitung der späthallstatt-frühlatènezeitlichen Siedlung von Mannheim-Feudenheim fast noch Neuland betreten werden.

1 Die Grabungsgeschichte

Mannheim-Feudenheim war weder dem zuständigen Landesdenkmalamt noch dem Mannheimer Reiss-Museum als reiche Fundstelle bekannt. Aus diesem Grund reagierte man zunächst auch nicht, als 1977 vier südöstlich von Feudenheim gelegene Gewanne zur Bebauung freigegeben wurden:

  1.  „An der Kanalbreite“ (Südliche Umgehungsstraße) und „An der Kanalbreite“ (Neubaugebiet Südost);
  2.  „Der Lös“;
  3.  „Der Birnzweig“;
  4.  „Die Breitgewann“.

Erst nachdem bei ersten Baggerarbeiten ein Grab zu Tage gekommen war, entschloß sich die zuständige Baufirma, das Museum von dem Fund in Kenntnis zu setzen. So vergingen wertvolle Tage, bis die ersten Befunde, inzwischen waren ein weiteres Grab und mehrere Gruben aufgetaucht, aufgenommen und geborgen werden konnten.

Insgesamt fanden im Zeitraum zwischen 1977 und 1984 vier Grabungskampagnen statt, die von einem immensen Zeitdruck seitens der Baufirmen geprägt waren. Es ist vor allem dem Engagement des Grabungstechnikers, H. Geil, einem Mitarbeiter des Reiß-Museums, zu verdanken, daß unter schwersten Bedingungen ein immer noch gutes Grabungsergebnis erzielt wurde.

In Feudenheim sollte ein Neubaugebiet erschlossen werden, was hieß, daß zunächst Kanalgräben entlang der späteren Straßen verlegt werden mußten. Offenbar konnte das Grabungspersonal, wie es leider bei Notgrabungen häufig der Fall ist, nichts anderes tun, als hinter dem Bagger und der Planierraupe herzugehen um wenigstens „das, was übrig blieb“ zu erfassen. Aus diesem Grund lagen zr Bearbeitung des Befundmaterials lediglich Profilpläne vor und nur selten wurden Plana erstellt.

2 Das Befundmaterial

Insgesamt wurden 105 Befunde verzeichnet, von denen 95 Befunde spätthallstatt-frühlatènezeitlich eingeordnet werden konnten. Die übrigen Befunde wurden urnenfelderzeitlich datiert und im Rahmen dieser Arbeit nicht bearbeitet.

Aufgrund der Grabungssituation konnte nicht gewährleistet werden, ob alle Befunde erfaßt waren, es mußte vielmehr angenommen werden, daß ein großer Teil der Siedlung unbeobachtet bei den Bauarbeiten zerstört wurde. Dennoch ließ sich eine Gruppierung der verschiedenen Befundtypen (Gruben, Hausarchitektur, Graben und Gräber) beobachten, die sich auf vier Gewanne verteilten. Es konnte festgestellt werden, daß eine Verteilung von je 2-3 Grubenhäusern pro Gruppierung vorlag. Hausartigen Strukturen waren im südöstlichen Bereich der Grabungsfläche, auf dem ehemaligen Gewann „An der Kanalbreite“ zu finden. Dort lagen 66 der insgesamt 105 Befunde, was einen prozentualen Anteil von über 62% aller Befunde ausmachte.

Dort konzentrierte sich das Befundmaterial auf den nördlichen Bereich des Gewannes. Die Silogruben lagen dort „dicht an dicht“, so daß sich die Frage stellte, ob bei einer derart knappen Plazierung der Gruben eine ebenso enge Bebauung angenommen werden durfte oder ob die Silogruben zeitlich aufeinander folgten. In den Siedlungen Heuneburg, Hochdorf, Breisach „Münsterberg“ und Singen, befanden sich besagte Gruben in unmittelbarer Nähe zu Hauskonstruktionen. Für die Pfostengruben, die zur Hausarchitektur gehören, war diese Annahme zwingend. In Feudenheim waren sie jedoch zahlenmäßig so unterrepräsentiert, daß man sie für eine endgültige Auswertung nicht heranziehen konnte.

Mit den einzelnen Komplexen lagen somit eine Vielzahl unterschiedlicher Befundtypen vor, von denen die Silogruben am besten erhalten waren und daher auch einen Schwerpunkt in der Beschreibung der Siedlung bildeten.

Diese Silogruben, die bei schlechtem Erhaltungszustand einfach als Gruben bezeichnet wurden, zeigten in der Regel eine auffallende Ähnlichkeit in der Art ihrer Verfüllungen.

Häufig war ein Schichtpaket nur im unteren Abschnitt der Gruben festzustellen, wo es sehr flach ausllief und wenige Schichten umfaßte.

Darüber lagerte zumeist eine sehr viel stärkere Schicht von dunkelbraunem bis schwarzbraunem Lehm, der zahlreiche Hüttenlehmeinschlüsse aufwies. Vermutlich handelte es sich dabei um Reste der zugehörigen Häuser, deren Material in die Gruben geschwemmt wurde.

Dieses Material war auch in Gruben zu finden, die in unmittelbarer Verbindung mit Grubenhäusern standen und in ihrer Verfüllung häufig nicht von der des Grubenhauses zu trennen waren.

Grubenhäuser waren in Mannheim-Feudenheim elfmal belegt, konnten jedoch nur in einem Fall wirklich genauer analysiert werden und so zu einem Ergebnis führen. Der Befund 005 wurde als einer der wenigen sowohl im Planum als auch im Profil erfaß und noch während der Befundaufnahme im Feld in drei Strukturen A, B und C untergliedert. Da bei dem von Befund 005 vorliegendem Komplex ein größeres Planum erstellt wurde, konnten stratigraphische Untergliederungen festgestellt werden. So konnte die Grubenhausstruktur (Befund 005.A) mit den Pfostengruben 005.2.1, 005.2.2 und 005.2.4, die erst im Planum 2 zu sehen waren, als zusammengehörig betrachtet werden.

Eine zunächst dem Grubenhaus als zugehörig erachtete Silogrube stellte sich nach genaueren Analysen als stratigraphisch älter heraus, obgleich anhand des Fundmaterials keine Trennung der Befundabschnitte möglich war. Auffällig dabei war, daß das Fundspektrum des Grubenhauses sowohl Reste einer handaufgebauten stempelverzierten Bodenscherbe, was eher eine Datierung in die frühe Phase von Hallstatt D bedeutet, als auch eine Scherbe mit Kammstrichverzierung enthielt, die in die Phase Latène A datiert wird. Die Silogrube wies außerdem eine Fußzierfibel auf, die sicher in die Phase Hallstatt D3 datiert werden kann und somit den gesamten Komplex in eine Zeitphase zwischen Hallstatt C bis Laténe A stellen konnte.

Aus dieser Erkenntnis ging hervor, daß vermutlich mindestens zweimal an dieser Stelle gebaut, jedoch nur noch eine Hausstruktur vollständig erfaßt wurde.
Diese Vermischung von älter und jünger zu datierendem späthallstattzeitlichem Material war bei allen Befunden in gleicher Weise zu beobachten.
Man konnte keine Unterscheidung von Grubenhausinventar und Grubeninventar in Mannheim-Feudenheim erkennen, allerdings fiel das Inventar aus einigen Grubenhäusern zahlenmäßig höher aus als das aus den Silogruben.

Die gesamte Befund- und Fundsituation deutete darauf hin, daß die Siedlung systematisch verlassen wurde, was sich sowohl in den Profilschnitten der Grubenhäuser als auch der Silogruben widerspiegelte.

3 Das Fundmaterial

Da die Funde, die letztlich zur Datierung herangezogen wurden, aushubweise und nicht schichtweise entnommen wurden, lagen stets nur Fundpakete vor, die den jeweiligen Befunden zugeordnet werden konnten, aber keine Feingliederung bei problematischen Fundsituationen zuließ. Letztlich waren während der Grabung nur sehr wenige Funde in den Befundzeichnungen eingemessen oder eingezeichnet worden. Der zeitliche Rahmen war somit anhand der wenigen Metallfunde in den Zeitraum von Hallstatt D1 bis Latène A zu setzen. Das Vorkommen von Alb-Hegau-Keramik dehnt diesen Besiedlungszeitraum bis in die Phase Hallstatt C aus.

Das Fundmaterial, das aus Feudenheim vorlag, war aufgrund der Tatsache, daß es aus einer Siedlung stammte, sehr gemischt. Deshalb wurde eine genaue Einteilung des Materials in bestimmte Fundgattungen unerläßlich. Zunächst mußte organisches und anorganisches Materiale unterschieden werden.

Das organische Material setzt sich aus Funden zusammen, die Überreste von Tieren und Pflanzen waren. Dazu zählten Muschelschalen, Schneckengehäuse, Tier- und Menschenknochen sowie Holzkohle. Letztere wurden unter der Kategorie „Sonstige Funde“ behandelt.

Das anorganische Material bildete in Feudenheim die Masse der Funde und setzte sich aus Material zusammen, das zum größten Teil durch menschliches Zutun entstanden war. Hierzu zählten: Keramik, Geräte aus Ton wie etwa Spinnwirtel, bearbeitete Metalle, Steine bzw. Steinartefakte und sonstige Funde wie z.B. Hüttenlehmbrocken.

Die vorgelegte Arbeit widmete sich vor allem dem anorganischen Material, da eine aussagekräftige Analyse des organischen Materials den Rahmen der Arbeit gesprengt hätte .

Die Funde konnten nach der Häufigkeit ihres Auftretens in Feudenheim unterschieden werden in Einzelfunde, „reguläre Funde“ und Massenfunde. Diese Aufteilung war für die graphische Erfassung und für die Datenerfassung von entscheidender Bedeutung, da alle Einzelfunde und regulären Funde graphisch und datenmäßig erfaßt wurden während Massenfunde lediglich quantitativ berücksichtigt werden konnten.

Die Kategorie der Einzelfunde setzte sich aus den Funden zusammen, die entweder nur vereinzelt oder selten auftraten, zu diesen Funden zählten in Feudenheim allgemein die Metalle wie Bronze- und Eisenartefakte aber auch vereinzelt auftretende Knochenartefakte. Reguläre Funde traten in größeren Mengen auf, wie z.B. Keramikscherben, die im Verlauf der Arbeit aber durch die Einteilung in Gefäßformen zu Gruppen zusammengefügt wurden. Sogenannte Massenfunde wie z.B. unverzierte Wandscherben, traten in erheblichen Mengen in Feudenheim auf, ließen sich jedoch aufgrund ihres Erhaltungszustandes keiner bestimmten Form zuweisen und wurden nicht gezeichnet. Sie wurden in den Analysen, je nach Gattung, als unbestimmte Funde oder Gefäße geführt.

Das Keramikspektrum in Mannheim-Feudenheim zeigte die bereits in anderen Siedlungen festgestellte Gewichtung auf Breitformen, wie Schüsseln und Schalen, die hier mit einem Anteil von über 60% vertreten waren. Eine detaillierte Warenanalyse des keramischen Siedlungsmaterials ergab eine äußerst differenzierte Einordnung, die sich nicht nur auf Grob- und Feinkeramik beschränkte, sondern eine Differenzierung in drei Warenarten: Grobe- Mittlere- und Feine Ware zuließ. Weiter konnte eine genaue Zuordnung des Verzierungsspektrums innerhalb des Keramikmaterials festgestellt werden. Eine Analyse der Magerungsintensität erbrachte, daß nur bei 33 Scherben von einer groben Magerung gesprochen werden konnte. Die Mehrheit des zerscherbten Materials bestand aus Keramik mit einer eher mittleren Magerungsdichte von ca. 10-30%. In wenigen Fällen lag eine feine Magerungsdichte von 1-10% vor. Diese wenigen Scherben waren zumeist auffallend hart gebrannt und wiesen eine wesentlich gleichmäßigere Farbtönung auf.

Von den Hochformen sind vor allem zahlreiche Topfformen zu nennen, die in den unterschiedlichsten Varianten und Größen vorkamen, während Flaschen sehr selten vertreten waren.

An Materialien der Metallverarbeitung ließen einzelne Objekte genauere Angaben zur Datierung oder Herkunft zu. Kontakte nach Ostfrankreich waren z. B. durch eine Fußzierfibel vom Typ F4 nach Mannsfeld, eindeutiger jedoch durch einen verzierten Blechgürtelhaken belegt, der wahrscheinlich aus der Region des Jura stammt. Auch Kontakte zu den direkt angrenzenden Gebieten der Pfalz und Hessen konnten durch den Fund eines Armreiffragmentes mit wahrscheinlich falscher Torsion belegt werden.

Die Siedlungsphase in Feudenheim erstreckte sich somit über die gesamte Dauer der Phasen Hallstatt C bis Latène A. Da wir sogar in unmittelbarer Nähe der besprochenen Befunde neun urnenfelderzeitliche Grubenkomplexe fassen konnten, darf eine kontinuierliche Besiedlung von der Urnenfelderziet bis hin in die Frühlatènezeit angenommen werden. Im gesamten Grabungsgebiet wurden keine jünger als Latène A zu datierenden Funde beobachtet.

Die Analyse erbrachte somit interessante Erkenntnisse über die Weiträumigkeit kulturellen Austausches während der frühen Eisenzeit und neue Aspekte über die Komplexität derartiger Siedlunsstrukturen und deren Materialien.

[...]

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