2
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 2
Abbildungsverzeichnis 3
1. EINLEITUNG 4
2. BEGRIFFSKLÄRUNGEN 5
2.1. Kultur 5
2.2. Individuum und Kultur 7
2.3. Eine Kultur „verstehen“ 7
2.4. Kulturschock 8
3. INTERKULTURELLE KOMMUNIKATION 10
4. STRUKTURMERKMALE WESTLICHER UND JAPANISCHER KULTUREN 13
4.1. Was ist der Westen? 13
4.2. Hofstedes vier Dimensionen von Kultur 14
4.2.1. Machtdistanz 14
4.2.2. Individualismus vs. Kollektivismus (Spiegl 2001:11) 15
4.2.3. Männlich vs. weiblich 15
4.2.4. Konfuzianismus 16
4.3. „Low-Context“ Kultur versus „High-Context“ Kultur 17
5. INTERKULTURELLES TRAINING 18
5.1. Rollenspiel 18
5.2. Kontrastkultur 19
5.3. Simulationsspiele 19
5.4. Kritische Ereignisse 19
6. STRUKTURMERKMALE DER SEMINARE ZUR INTERKULTURELLEN KOMMUNIKATION
20
7. AUSWERTUNG MEINER UMFRAGE ZUR NOTWENDIGKEIT INTERKULTURELLER
SEMINARE 24
7.1. Allgemeine Angaben 24
7.2. Interkulturelle Seminare 26
7.3. Wichtigkeit kultureller Bereiche 28
7.4. Nützliche Methoden zur Vermittlung interkultureller Kompetenzen 32
7.5. Zusammenfassende Bemerkungen 35
8. ZUSAMMENFASSUNG 36
Literaturverzeichnis 37
3
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Anpassungszirkel (nach Goldmann 1994:127)
Abbildung 2: Alter und Geschlecht
Abbildung 3: Höchste abgeschlossene Schulbildung.
Abbildung 4: Selbsteinschätzung über die japanische Kultur
Abbildung 5: Notwendigkeit der Seminare
Abbildung 6: Wichtigkeit kultureller Kompetenz
Abbildung 7: Kulturverständnis
Abbildung 8: Unterschiede können Hürden darstellen
Abbildung 9: Wichtigkeit der Kenntnis über die einzelnen Bereiche
Abbildung 10: Methoden zur Vermittlung interkultureller Kompetenzen.
Abbildung 11: Geschlechtsspezifische Unterschiede - Kreuztabelle
4
1. EINLEITUNG
In meiner Arbeit möchte ich mich mit interkultureller Kommunikation befassen. Zuerst möchte ich die wichtigsten Definitionen in diesem Zusammenhang erläutern.
Schließlich werde ich mich mit dem Kulturschock befassen, der mir in diesem Kontext wichtig zu sein scheint.
Schließlich möchte ich einen kurzen Abriss der Geschichte der interkulturellen Kommunikation geben. Es gibt sehr unterschiedliche Disziplinen die sich damit befasst haben und dadurch sind verschiedene Sichtweisen zu diesem Thema entstanden. Als weiteres Vorgehen ist es mir wichtig verschiedene Strukturmerkmale der unterschiedlichen Kulturen herauszuarbeiten. Hier werde ich mich vor allem an die Forschung von Hofstede halten, der auf diesem Gebiet ein Experte ist. Aber auch die 1 Gegenüberstellung von „Low Context Culture“ und High Context Culture“ ist an dieser Stelle wichtig.
Als nächsten Punkt werde ich mich mit dem interkulturellen Training befassen. Zuerst werde ich kurz die Geschichte des interkulturellen Trainings beleuchten um mich dann anschließend näher mit den Methoden, wie interkulturelle Kompetenz vermittelt wird, zu beschäftigen.
Vor allem in Deutschland gibt es sehr viele Seminaranbieter, die sich auf interkulturelle Kommunikation spezialisiert haben und in diesem Bereich Seminare vor allem für Geschäftsleute die Kontakte zu Japan pflegen, anbieten. Ich werde die Inhalte von drei dieser Seminare näher untersuchen, und möchte herausfinden, auf welche Weise sie versuchen interkulturelle Kompetenz zu vermitteln.
Im letzten Kapitel meiner Arbeit möchte ich die Ergebnisse präsentieren, die ich aufgrund einer Erhebung zur Notwendigkeit interkultureller Seminare, bekommen habe. Ich habe dazu einen Online Fragebogen erstellt und diesen ins Internet gestellt. Schon nach einem Tag hatte ich über 100 Zusendungen. Grafisch und interpretativ werde ich versuchen die Ergebnisse zu veranschaulichen.
1 Siehe S. 17
5
2. BEGRIFFSKLÄRUNGEN
2.1. Kultur
Zu Beginn habe ich mich intensiv mit dem Begriff „Kultur“ auseinandergesetzt, da meine These von einer interkulturellen Kommunikation ausgeht. Bevor ich auf den interkulturellen Aspekt eingehe, habe ich mir die Frage gestellt, wie Kultur in der Literatur definiert wird. Das Phänomen „Kultur“ hat zahlreiche Menschen beschäftigt, so etwa zB Leibniz, Voltaire, Herder, Wilhelm von Humboldt, Kant, Freud, Jung, Adorno, Marcuse, Luhmann.
„Kultur“ ist ein oft verwendetes Wort; aber durchaus ist nicht immer klar, was gemeint ist. Wie zahlreiche abstrakte Begriffe dieser Art ist „Kultur“ vieldeutig; und das heißt: je nach Kontext und Benutzer variiert die Bedeutung - auch in den Wissenschaften. Eine einheitliche, allgemein anerkannte Definition von Kultur gibt es nicht. Folglich muss jeder, der von Kultur redet möglichst präzise festlegen, was darunter zu verstehen ist. Um eine Definition zu verwenden, gebrauche ich Kultur im Sinne der Definition des britischen Ethnologen Edward B. Tylor von 1871:
... Kultur ist jenes komplexe Gebilde, welches Wissen, Glaube, Kunst, Moral, Recht, Sitte und Brauch und alle anderen Fähigkeiten und Gewohnheiten einschließt, welche der Mensch als Mitglied der Gesellschaft erworben hat ... (Spiegl 2001:3) Diese Definition macht den Umstand deutlich, dass Kultur nicht angeboren ist, sondern erworben und erlernt wird. Kultur bleibt aber nicht über alle Zeiten hinweg gleich, sondern entwickelt sich dynamisch weiter. Kultur ist etwas spezifisch Menschliches. Nur dem Menschen schreiben wir Kultur zu. Der Mensch schafft Kultur, und er wird von ihr geprägt. Der Mensch ist ein Tier unter Tieren; doch unterscheidet er sich von anderen Tieren dadurch, dass er weniger und zugleich mehr Fähigkeiten aufweist. Der Mensch schafft sich eine Welt abstrakter Symbole, nämlich in der Sprache. Durch Sprache macht der Mensch aus dem Chaos einen Kosmos; ohne Sprache wäre er nicht in der Lage, sich in dieser Welt zu orientieren und funktionierende Gemeinwesen aufzubauen. (Maletzke 1996:21) Jeder Mensch wird durch die Kultur, in der er aufwächst, entscheidend geprägt. Allerdings, im normalen Alltag weiß er davon nichts. Die kulturspezifischen Eigenarten sind für ihn Selbstverständlichkeiten, und da für die Menschen seiner Umgebung die gleichen Selbstverständlichkeiten gelten, gibt es keinen Anlass, darüber nachzudenken. Begegnet
6
man jedoch Menschen anderer Kulturen, so stellt man fest, dass es auch andere Arten und Formen des Erlebens, Denkens und Verhaltens gibt, Formen, die sich mit den gewohnten, eingefahrenen Schemata nicht vereinbaren lassen.
Laut Nishida ist unsere Kultur nicht vererbbar, sondern wird dem Menschen von der Familie und vom Umfeld angelernt. (Nishida 1989:144)
Kultur wird aber nicht einfach nur angelernt, sondern von jedem Menschen individuell geformt. (Aoyama 1996:7) Als kulturelle Strukturmerkmale sind zu nennen:
• Nationalcharakter, Basispersönlichkeit
• Wahrnehmung
• Zeiterleben
• Raumerleben
• Denken
• Sprache
• Nichtverbale Kommunikation
• Wertorientierungen
• Verhaltensmuster: Sitten, Normen, Rollen
• Soziale Gruppierungen und Beziehungen (Maletzke 1996:41)
Die Strukturmerkmale sind zu verstehen als Komponenten, die untereinander funktional verbunden sind und ihren Stellenwert erst im Gesamtzusammenhang, in der Struktur des Ganzen finden.
Die meisten Menschen sehen die eigene Kultur als den Mittelpunkt der Welt und als den Maßstab aller Dinge. Diese Einstellung wird durch den Ethnozentrismus beschrieben und spielt bei der interkulturellen Begegnung eine außerordentlich bedeutsame Rolle. Der Begriff Ethnozentrismus wurde im Jahre 1906 von W.G. Sumner geprägt. Unter anderem haben sich R.A. Levine und D.T. Campbell damit beschäftigt.
Ethnozentrismus ist „eine unbewusste Tendenz, andere Völker aus der Sicht der eigenen Gruppe zu betrachten und die eigenen Sitten und Normen zum Standard aller Beurteilungen zu machen. Wir stellen uns selbst, unsere rassische, ethnische oder soziale Gruppe, in den Mittelpunkt des Universums und stufen alle anderen dementsprechend ein.
7
Beim Ethnozentrismus sind zwei Komponenten zu unterscheiden: Zum einen ist die eigene Kultur gekennzeichnet durch „Selbstverständlichkeiten“, und zum anderen ist der Ethnozentrismus meist verbunden mit einem „Überlegenheitsbewusstsein“ gegenüber anderen Völkern, Nationen, Kulturen. (Maletzke 1996:23)
Da in interkulturellen Partnerschaften die Partner von ihrer eigenen Kultur ausgehen, entstehen Rollenkonflikte.
2.2. Individuum und Kultur
Man versteht unter dem Verhältnis zwischen einem Individuum und seiner Kultur ein komplexes System von Wechselbeziehungen. Einerseits wird der Mensch durch seine Kultur geprägt, aber andererseits prägt er auch seine eigene Kultur. Den Prozess des Hineinwachsens des Individuums in seine Kultur, des Übernehmens und Verinnerlichens bezeichnet man als „Enkulturation“. Mit dieser Enkulturation gehen viele Vorgänge einher. Man lernt verschiedene Dinge, z.B. wie man mit anderen verbal und nicht verbal kommuniziert, was man positiv oder negativ zu bewerten hat oder wie man sein eigenes Verhalten kontrolliert und seine Emotionen angemessen nutzt. (Maletzke 1996:22)
2.3. Eine Kultur „verstehen“
Mit dem Begriff des „Verstehens“ haben sich vor allem die Geisteswissenschaften beschäftigt. Sie wollten sich damit vor allem von der kausalistischen Erklärung der Naturwissenschaften (Maletzke 1996:35) abgrenzen. Wilhelm Dilthey prägte den Ausspruch: „Die Natur erklären wir, das Seelenleben verstehen wir.“ (Maletzke 1996:23) Um eine Kultur zu verstehen, kommt es darauf an, das zu erfassen was der Gesprächspartner „meint“, aber auch darauf, das Neue in bereits Bekanntes einzufügen. Kommt es zu einem interkulturellen Gespräch, so prallen oft vollkommen unterschiedliche Sichtweisen aufeinander. Die Gesprächspartner sind sich dies oft nicht bewusst - sie halten ihre eigene Sichtweise für „normal“. So kommt es häufig zu Missverständnissen bei der Kommunikation.
8
Aber auch dann kommt es vielfach nicht etwa zu einem Relativieren der eigenen Selbstverständlichkeiten, sondern man hält lieber am Ethnozentrismus fest und unterstellt dem anderen Dummheit, Ignoranz oder böse Absicht. (Maletzke 1996:35-36) Für meine These ist diese mikrosoziologische Betrachtungsweise zentral. Sie besagt, dass es durch unterschiedliche Kulturen und eben dadurch resultierende unterschiedliche Sichtweisen zu Kommunikationsproblemen kommt. Da aber in interkulturellen japanischwestlichen Partnerschaften solche Missverständnisse durch gegenseitige Toleranz sicher gering gehalten werden, kann man in solchen Partnerschaften wahrscheinlich nicht mehr von Ethnozentrismus sprechen.
2.4. Kulturschock
Ein wichtiges Schlüsselwort, das es näher zu betrachten gilt, ist das des Kulturschocks. Wenn Menschen in ein anderes Land kommen und ein neue Kultur vor sich haben, kann das eine Art „Schock“ für sie bedeuten, weil sie sich möglicherweise nicht sofort zurecht finden.
Jeder Mensch internalisiert im Laufe der eigenen Sozialisation die Werte und Verhaltensweisen seiner eigenen Kultur. Dadurch nimmt er seine Außenwelt als kulturelle Selbstverständlichkeiten wahr und reagiert darauf.
„Wird er jedoch mit fremdkulturellen Normen und Verhaltensmustern konfrontiert, werden diese Selbstverständlichkeiten grundlegend in Frage gestellt, woraus tief greifende Verunsicherungen, Angstgefühle, Depressionen und regelrechte Identitätskrisen resultieren können.“ (Spiegl 2001:6)
Diese Form von Stress wird als Kulturschock bezeichnet. Er wird durch einen Wechsel von einer bekannten zu einer völlig unbekannten kulturellen Umgebung ausgelöst, die zu Orientierungsverlust führen kann.
Man unterscheidet vier Phasen des Kulturschocks: (Spiegl 2001:7-8)
1. Die Honeymoon-Phase (euphoria) ist geprägt von Aufregung, Neugier und Interesse am Land, seiner Kultur, den Bräuchen und Traditionen. Der Aufenthalt
befürchtet“.
9
2. Während der Ernüchterungs- bzw. Enttäuschungsphase (culture shock, stage of hostility) beginnt das tägliche Leben im Gastland. Es gestaltet sich aber beruflich
3. In der Phase der beginnenden Lösungen (acculturation, recovery stage) findet eine langsame Eingliederung in und Anpassung an die neue Umgebung statt, da der
versucht. Sein Selbstbewusstsein wächst wieder.
4. In der letzten Phase, der effektiven Funktionsphase (stable bzw. final stage), fühlt sich der „Fremde“ in der neuen Kultur mehr oder weniger wohl.
Nach Oberg ist ein Kulturschock auch immer stark mit Ungewissheit verbunden. Er begründet das damit, dass wir in einer fremden Kultur unseren Alltag, den wir gewohnt sind, möglicherweise nicht wieder finden. Und das macht vielen Menschen Angst. (Oberg 1960, Aoyama 1996:13)
Laut Inemura kann Kulturschock viele physiologische Symptome wie z.B. Kopfweh, Magenschmerzen, usw. und psychosomatische Beschwerden hervorrufen. (Inemura 1992:129)
Nach Aoyama kann es aber auch innerhalb der eigenen Kultur zu einem Kulturschock kommen, und zwar wenn man mit einer anderen Subkultur in Berührung kommt. (Aoyama 1996:14)
Arbeit zitieren:
Mag. B.A. Priska Lautner, 2004, Interkulturelle Kommunikation - Definitionen, Konzepte, Trainings, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Kulturelle Unterschiede zwischen China und Deutschland - Theorie und P...
Medien / Kommunikation - Interkulturelle Kommunikation
Seminararbeit, 21 Seiten
Interkulturelles Training - Ziele, Inhalte, Trends
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Hausarbeit, 23 Seiten
Interkulturelle Kommunikation aus kulturwissenschaftlicher Sicht
Kulturwissenschaften - Allgemeines und Begriffe
Zwischenprüfungsarbeit, 30 Seiten
Problembereiche der Interkulturellen Kommunikation
Medien / Kommunikation - Interkulturelle Kommunikation
Seminararbeit, 13 Seiten
Interkulturelle Kompetenz als Erfolgsfaktor der Internationalisierung
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Bachelorarbeit, 66 Seiten
Management-Entscheidungen in deutsch-chinesischen Joint Ventures
Verhandlungsführung
Psychologie - Arbeit, Betrieb, Organisation und Wirtschaft
Diplomarbeit, 137 Seiten
Interkulturelle Kommunikation - Plädoyer für einen Paradigmenwechsel
Soziologie - Kultur, Technik und Völker
Hausarbeit, 18 Seiten
Analyse des Films 'Forrest Gump' unter Einbeziehung ausgewählt...
Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen
Seminararbeit, 18 Seiten
Interkulturelle Kommunikation und Kulturstandards
Theologie - Praktische Theologie
Seminararbeit, 18 Seiten
Hermeneutische und empirisch-sozialwissenschaftliche Analyseverfahren
Medien / Kommunikation - Methoden und Forschungslogik
Hausarbeit, 15 Seiten
Interkulturelle Unterschiede basierend auf den Studien von Geert Hofst...
Hausarbeit, 45 Seiten
Interkulturelle Anpassung: Kulturschock und Reentry-Schock
Kulturwissenschaften - Allgemeines und Begriffe
Hausarbeit (Hauptseminar), 20 Seiten
Erving Goffman: "Interaktionsrituale"
Ehrerbietung und Benehmen
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Hausarbeit (Hauptseminar), 26 Seiten
Zeitgenössische Kritik an der Neuen Sachlichkeit
Germanistik - Literaturgeschichte, Epochen
Seminararbeit, 20 Seiten
Veränderung oder Zerstörung der Kulturen durch die Globalisierung
Politik - Internationale Politik - Thema: Globalisierung, pol. Ökonomie
Seminararbeit, 12 Seiten
Der Erfolg von vertikal ausgerichteten Unternehmen im Textileinzelhand...
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Hausarbeit, 34 Seiten
Priska Flandorfer's Text Interkulturelle Kommunikation - Definitionen, Konzepte, Trainings ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Priska Flandorfer hat den Text Interkulturelle Kommunikation - Definitionen, Konzepte, Trainings veröffentlicht
Priska Flandorfer hat einen neuen Text hochgeladen
0 Kommentare