Universität Augsburg
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
Diplomarbeit
zur Erlangung des akademischen Grades
Diplom-Kaufmann
Übernahme der Transformationsfunktion bei angenommener wachsender
Bedeutung der Unternehmensfinanzierung durch Private Equity
eingereicht von:
Jürgen Thiele
März 2005
Inhaltsübersicht
Abkürzungs- und Symbolverzeichnis ... IX
Abbildungsverzeichnis ... XIII
Tabellenverzeichnis ... XV
1. Einführung ... 1
2. Kreditfinanzierung ... 5
3. Private Equity Finanzierung ... 22
4. Transformationsfunktion ... 52
5. Wahrnehmung der Transformationsfunktionen durch den Kreditsektor ... 60
6. Wahrnehmung der Transformationsfunktion durch den Private Equity- Sektor ... 96
7. Alternativen und Veränderungen der Unternehmensfinanzierung ... 115
8. Fazit ... 122
Literaturverzeichnis ... 124
Gesetzestexte ... 129
Internetquellen ... 134
Inhaltsverzeichnis
Abkürzungs- und Symbolverzeichnis ... IX
Abbildungsverzeichnis ... XIII
Tabellenverzeichnis ... XV
1. Einführung ... 1
1.1 Einleitung und Aufbau der Arbeit ... 1
1.2 Thema der Arbeit - Problemstellung ... 1
1.3 Allgemeines ... 2
1.3.1 Finanzsektor ... 2
1.3.2 Instrumente der Unternehmensfinanzierung ... 3
2. Kreditfinanzierung ... 5
2.1 Definition ... 5
2.2 Marktentwicklung und Marktsituation ... 6
2.2.1 Historisch ... 6
2.2.2 Aktuell ... 7
2.3 Marktteilnehmer ... 11
2.3.1 Kreditinstitute ... 11
2.3.1.1 Banken ... 13
2.3.1.2 Förderbanken ... 14
2.3.1.3 Bürgschaftsbanken ... 14
2.3.2 Unternehmen ... 15
2.4 Finanzierungsprozess ... 16
2.4.1 Mittelherkunft und Mittelbereitstellung ... 16
2.4.2 Internes und Externes Rating ... 17
2.4.3 Kosten ... 18
2.4.4 Investitionsinstrumente ... 19
2.5 Rechtlicher Rahmen der Kreditfinanzierung ... 19
2.5.1 Bankenrecht ... 19
2.5.2 Steuerrecht ... 20
2.6 Vor- und Nachteile der Kreditfinanzierung ... 20
2.6.1 Vorteile ... 20
2.6.2 Nachteile ... 21
3. Private Equity Finanzierung ... 22
3.1 Definition ... 23
3.2 Marktentwicklung und Marktsituation ... 25
3.2.1 Historisch ... 25
3.2.2 Aktuell ... 26
3.3 Marktteilnehmer ... 28
3.3.1 Kapitalgeber - Investoren ... 28
3.3.1.1 Banken ... 29
3.3.1.2 Pensionskassen ... 29
3.3.1.3 Versicherungen ... 30
3.3.1.4 Private Investoren ... 30
3.3.1.5 Unternehmen als Kapitalgeber ... 30
3.3.1.6 Funds of Private Equity-Funds ... 31
3.3.1.7 Staat – Staatliche Institutionen ... 32
3.3.2 Intermediäre ... 32
3.3.2.1 Private Equity-Gesellschaften ... 32
3.3.2.2 Funds of Private Equity-Funds als Intermediäre ... 34
3.3.3 Kapitalnehmer – Unternehmen ... 35
3.4 Die Wertschöpfungskette der Private Equity-Finanzierung ... 35
3.4.1 Fund Raising ... 36
3.4.2 Deal Flow ... 36
3.4.3 Due Dilligence und Valuation ... 37
3.4.4 Deal-Structuring ... 37
3.4.5 Monitoring ... 37
3.4.6 Exit / Desinvestition ... 38
3.5 Kapitalherkunft und Mittelzufluss in Deutschland ... 38
3.6 Einzahlungen, Gebühren, Ausschüttungen, Gewinn- und Verlustverteilung ... 40
3.6.1 Suchkosten ... 41
3.6.2 Einzahlungen ... 42
3.6.3 Gebühren ... 42
3.6.4 Ausschüttungen, Gewinn- und Verlustverteilung ... 43
3.7 Finanzierungsphasen ... 43
3.7.1 Gründungsphase – Early Stage ... 44
3.7.2 Expansionsphase – Expansion Stage ... 45
3.7.3 Reifephase – Late Stage ... 45
3.8 Rechtlicher Rahmen der Private Equity-Finanzierung ... 46
3.8.1 Rechtsformen für Private Equity-Fonds ... 46
3.8.2 Steuerrecht für Private Equity-Fonds ... 47
3.9 Vor- und Nachteile der Private Equity-Finanzierung ... 49
3.9.1 Vorteile ... 49
3.9.2 Nachteile ... 50
4. Transformationsfunktion ... 52
4.1 Definition ... 53
4.2 Wirkungsweise der Transformationsfunktion ... 54
4.2.1 Kreditsektor ... 54
4.2.2 Private Equity-Sektor ... 55
4.2.3 Mögliche Formen der Transformationsfunktion ... 57
5. Wahrnehmung der Transformationsfunktionen durch den Kreditsektor ... 60
5.1 Grundlagen – Bankencontrolling ... 61
5.1.1 Risikomanagement ... 63
5.1.2 Risikobegriff,–maße und -messung ... 65
5.1.3 Risikosteuerung und Risikotransfer ... 65
5.2 Rechtliche Bedingungen ... 66
5.2.1 Maßnahmen auf europäischer Ebene ... 66
5.2.2 Maßnahmen auf nationaler Ebene – Deutschland ... 67
5.2.2.1 Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin ... 67
5.2.2.2 Bankensektor ... 68
5.2.2.2.1 Basel II ... 68
5.2.2.2.2 KWG ... 76
5.2.2.2.3 Solvabilitätsverordnung SolvV und Liquiditätsverordnung LiqV ... 77
5.2.2.2.4 Finanzkonglomerate-Richtlinie ... 77
5.3 Folgen für die Transformationsfunktionen im Kreditsektor ... 78
5.3.1 Liquiditätstransformationsfunktion im Kreditsektor ... 80
5.3.1.1 Mögliche Auswirkungen der gesetzlichen Regelungen ... 81
5.3.1.2 Fazit Liquiditätstransformation ... 83
5.3.2 Losgrößen- und Mengentransformationsfunktion im Kreditsektor ... 83
5.3.2.1 Mögliche Auswirkungen der gesetzlichen Regelungen ... 84
5.3.2.2 Fazit Losgrößen- und Mengentransformation ... 85
5.3.3 Fristentransformationsfunktion im Kreditsektor ... 85
5.3.3.1 Mögliche Auswirkungen der gesetzlichen Regelungen ... 86
5.3.3.2 Fazit Fristentransformation ... 87
5.3.4 Räumliche Transformationsfunktion im Kreditsektor ... 88
5.3.4.1 Mögliche Auswirkungen der gesetzlichen Regelungen ... 88
5.3.4.2 Fazit Räumliche Transformation ... 89
5.3.5 Informationstransformationsfunktion im Kreditsektor ... 89
5.3.5.1 Mögliche Auswirkungen der gesetzlichen Regelungen ... 90
5.3.5.2 Fazit Informationstransformation ... 91
5.3.6 Risikotransformationsfunktion im Kreditsektor ... 91
5.3.6.1 Mögliche Auswirkungen der gesetzlichen Regelungen ... 92
5.3.6.2 Fazit Risikotransformation ... 93
5.4 Fazit im Kreditsektor ... 94
6. Wahrnehmung der Transformationsfunktion durch den Private Equity-Sektor ... 96
6.1 Rechtliche Bedingungen ... 96
6.1.1 Maßnahmen auf EU-Ebene ... 96
6.1.2 Maßnahmen auf nationaler Ebene – Deutschland ... 97
6.1.2.1 Bankengesetze ... 97
6.1.2.2 Steuergesetze ... 98
6.1.2.3 Investmentmodernisierungsgesetz ... 99
6.1.2.4 Versicherungsgesetze ... 99
6.1.2.4.1 Solvency II ... 101
6.1.2.4.2 Versicherungsaufsichtsgesetz VAG ... 102
6.1.2.4.3 Anlageverordnung (AnlV) ... 103
6.1.2.4.4 Folgen für Versicherungsunternehmen ... 104
6.2 Folgen für die Transformationsfunktionen im Private Equity-Sektor ... 105
6.2.1 Liquiditätstransformationsfunktion im PE-Sektor ... 105
6.2.1.1 Mögliche Auswirkungen der gesetzlichen Regelungen ... 105
6.2.1.2 Fazit Liquiditätstransformation ... 106
6.2.2 Losgrößen- und Mengentransformationsfunktion im PE-Sektor ... 106
6.2.2.1 Mögliche Auswirkungen der gesetzlichen Regelungen ... 107
6.2.2.2 Fazit Losgrößen- und Mengentransformation ... 107
6.2.3 Fristentransformationsfunktion im PE-Sektor ... 107
6.2.3.1 Mögliche Auswirkungen der gesetzlichen Regelungen ... 108
6.2.3.2 Fazit Fristentransformation ... 108
6.2.4 Räumliche Transformationsfunktion im PE-Sektor ... 109
6.2.4.1 Mögliche Auswirkungen der gesetzlichen Regelungen ... 109
6.2.4.2 Fazit Räumliche Transformation ... 109
6.2.5 Informationstransformationsfunktion im PE-Sektor ... 110
6.2.5.1 Mögliche Auswirkungen der gesetzlichen Regelungen ... 111
6.2.5.2 Fazit Informationstransformation ... 112
6.2.6 Risikotransformationsfunktion im PE-Sektor ... 113
6.2.6.1 Mögliche Auswirkungen der gesetzlichen Regelungen ... 113
6.2.6.2 Fazit Risikotransformation ... 113
6.3 Fazit im Private Equity-Sektor ... 113
7. Alternativen und Veränderungen der Unternehmensfinanzierung ... 115
7.1 Zielgruppen ... 115
7.2 Eigenfinanzierung ... 116
7.3 Fremdfinanzierung ... 117
7.3.1 Einlagenfinanzierung ... 117
7.3.2 Mezzanine- oder Hybridfinanzierungen ... 117
7.3.3 Private Equity-Vermittlung und –Beteiligungen durch Banken ... 118
7.3.4 Kreditfabriken ... 118
7.3.5 Leasing-Modelle ... 119
7.3.6 Factoring ... 119
7.3.7 Forderungsverbriefung ... 119
7.3.8 Anleihefinanzierung ... 120
8. Fazit ... 122
Literaturverzeichnis ... 124
Gesetzestexte ... 129
Internetquellen ... 134
1. Einführung
1.1 Einleitung und Aufbau der Arbeit
Private Equity (PE)-Gesellschaften bieten mit Hilfe von privaten und institutionellen Investoren die Möglichkeit umfangreiche Veränderungen innerhalb der Unternehmensbeteiligungslandschaft vorzunehmen: großvolumige Investitionen und Übernahmen, radikale Schnitte in Unternehmen, Bildung eines erfolgreicheren Managements und Umstrukturierungen mit anschließender Veräußerung. Dieser dynamische Prozess fordert den in Deutschland dominierenden Bereich der Fremdfinanzierung, bspw. in Form der klassischen Hausbankenbeziehung – vor dem Hintergrund der Etablierung des Baseler Akkords, kurz Basel II und weiterer damit einhergehender gesetzlicher Veränderungen – neue Möglichkeiten und Wege für die Zukunft auszuloten. Diese Arbeit soll einen Beitrag zur Identifizierung dieser Möglichkeiten und Wege leisten.
Die vorliegende Diplomarbeit besteht aus zwei Teilen: Teil 1 beschreibt und definiert die am Prozess beteiligten Bereiche der Unternehmensfinanzierung und die dabei identifizierten und analysierten Prozesse (Abschnitte 1-4). Teil 2 zeigt die Veränderungen und Möglichkeiten der Transformationsfunktionen im Zusammenhang mit Unternehmensfinanzierungen durch Banken im Kreditsektor und Fonds-Gesellschaften im PE-Sektor vor dem Hintergrund der zukünftigen gesetzlichen Bestimmungen (Abschnitte 5-7). Zusätzlich werden vor diesem Hintergrund die Veränderungen für Versicherungsgesellschaften in ihrer Funktion als institutionelle PE-Investoren beleuchtet. Abschließend erfolgt im Abschnitt 8 ein Fazit zum momentanen Stand der Veränderungen.
1.2 Thema der Arbeit - Problemstellung
Übernahme der Transformationsfunktion bei angenommener wachsender Bedeutung der Unternehmensfinanzierung durch Private Equity. Untersucht werden soll auf Basis einer zukünftig zu erwartenden wachsenden Bedeutung der Unternehmensfinanzierung durch Private Equity, in welcher Weise künftig die Transformationsfunktion wahrgenommen werden kann. Bislang finanzieren sich Unternehmen überwiegend aus Eigen- und Fremdkapital. Die Banken nehmen dabei die Transformationsfunktion wahr, indem sie - vereinfacht dargestellt - Gelder von Sparern zusammenführen und nach Risikoabwägung den Unternehmen als Darlehen zur Verfügung stellen.
Unter der Prämisse, dass Private Equity zu einer wesentlichen Finanzierungsalternative heranwächst, soll untersucht werden, wie diese Transformation ablaufen könnte und ob die Banken und Versicherungen vor dem Hintergrund der besonderen gesetzlichen Regulierungen, denen sie unterliegen, diese Transformationsfunktion wahrnehmen können oder sich neue Strukturen bilden werden.
1.3 Allgemeines
Zur Einführung werden kurz der Finanzsektor und die Instrumente der Unternehmensfinanzierung schematisch aufgezeigt.
1.3.1 Finanzsektor
Der Finanzsektor der Bundesrepublik Deutschland (Abb.1-1, S.3) kann gegliedert werden in die Bereiche Banken, Bausparkassen, Versicherungsunternehmen und Kapitalanlagegesellschaften. Die Deutsche Bundesbank als Zentralbank überwacht zusammen (§§ 6,7,8 KWG) mit der Bundesanstalt für das Finanzwesen Bafin den Bereich der Banken (§§ 32-51 KWG). Dieser setzt sich zusammen aus den Geschäftsbanken, Kreditbanken, Sparkassen, Kreditgenossenschaftsbanken, Realkreditinstituten und sonstigen Kreditinstituten (§1 KWG).1 Der Bereich der Bausparkassen unterteilt sich in private und öffentliche Bausparkassen. Versicherungen untergliedern sich in Lebens-, Schaden- und Unfall-, Kranken- und Rückversicherungsunternehmen, in Sterbe- und Pensionskassen. Kapitalanlagegesellschaften werden unterschieden in Wertpapier- und Immobilienfonds (§1 KAGG).
Im Rahmen dieser Arbeit werden vor dem Hintergrund der Basel II-Richtlinien und der daraus resultierenden gesetzlichen Veränderungen im Bereich der Kreditvergabe (Fremdkapital) und alternativen Finanzierung (Fremdkapital, Mezzanine-Kapital, Eigenkapital) Banken und im Bereich der PE-Finanzierung (Eigenkapital, Mezzanine- Kapital) Versicherungen (Lebensversicherungsunternehmen, Pensionskassen) in ihrer Rolle als Investoren und Kapitalanlagegesellschaften (PE-Fonds) als Finanzintermediäre untersucht.
1.3.2 Instrumente der Unternehmensfinanzierung
Die Einordnung von PE-Beteiligungen und Bankkrediten wird im folgenden Schaubild (Abb.1-2, S.4) vorgenommen. Bezüglich der Mittelherkunft kann zwischen Innen- und Außenfinanzierung unterschieden werden. Bei der Außenfinanzierung werden dem Unternehmen von außen durch zusätzliche Einlagen der Gesellschafter, durch Aufnahme weiterer Gesellschafter oder durch eine Kreditaufnahme zusätzliche Mittel als Kapital zur Verfügung gestellt.
Private Equity wird der Eigenkapitalfinanzierung zugeordnet3. Kredite hingegen sind ein klassisches Instrument im Bereich der Finanzierung durch Fremdkapital.4 Die Mitte zwischen beiden Finanzierungsarten bildet das sog. Mezzanine-Kapital, eine Mischform aus Eigen- und Fremdkapital die im Falle der Hybrid-Finanzierung zum Einsatz kommt.5
Die weitere Unterscheidung in Eigen- und Fremdkapital erfolgt auf Basis der Haftung des überlassenen Kapitals: im Falle der Eigenkapitalfinanzierung erfolgt der Eigenkapitalaufbau durch Thesaurierung von Gewinnen oder durch Einlagen der Gesellschafter. Das Eigenkapital ist bei Kapitalgesellschaften die Haftungsgrundlage gegenüber Dritten, bei Personengesellschaften können sich Ansprüche Dritter auch auf das Privatvermögen der Gesellschafter erstrecken. Fremdkapital haftet nicht für Verbindlichkeiten gegenüber Dritten, ist zeitlich begrenzt und es existiert eine Rückzahlungsverpflichtung gegenüber dem Gläubiger.7 Zwischen Eigen- und Fremdkapital steht als neuere Form die Hybrid-Finanzierung. Sie tendiert haftungsrechtlich je nach Ausstattungsvariante.[...]
1 Vgl. Schork, L. (2003) und Herbst, G. (2003).
2 Eigene Darstellung in Anlehnung an Gawel, E. (2005), S.20.
3 Vgl. Kap. 3. Private Equity-Finanzierungen, S.22.
4 Vgl. Kap. 2. Kreditfinanzierung, S.5.
5 Vgl. Kap. 7.3.2 Mezzanine- oder Hybridfinanzierung, S.117.
6 Eigene Darstellung in Anlehnung an: Perridon, L./Steiner, M. (1999), S.346.
7 Vgl. Gocksch, S. (2004): S.11.
Arbeit zitieren:
Juergen Thiele, 2005, Übernahme der Transformationsfunktion bei angenommener wachsender Bedeutung der Unternehmensfinanzierung durch Private Equity, München, GRIN Verlag GmbH
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