Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis ……………………………………………………………… V
Tabellenverzeichnis ………………………………………………………………….. VI
Zusammenfassung und Schlagworte 1
Abkürzungsverzeichnis 2
Kapitel 1 Einleitung 4
1.1. Problemstellung 4
1.2. Ziel der Arbeit 5
1.3. Aufbau der Arbeit 5
Kapitel 2 Grundlagen des E-Learning 7
2.1. Lebenslanges Lernen 7
2.2. Geschichte und Entwicklung des E-Learning 8
2.3. Der Begriff E-Learning 8
2.4. Bedeutung von Zeit- und Ort-Parameter 9
2.5. Formen des E-Learning 10
2.5.1. CBT und WBT 11
2.5.2. Tele-Learning 11
2.5.3. Vor- und Nachteile von CBT WBT und Tele-Learning gegenüber
dem klassischen Lernen 12
2.5.4. Blended-Learning 12
2.5.5. Lernplattformen 12
Kapitel 3 Open-Source-Software 16
3.1. Überblick 16
3.2. Die Wurzeln freier Software 16
3.3. Was ist Software Unterschied zwischen kommerzieller und freier
Software 17
3.4. Open Source und Freie Software 18
3.5. Was bedeutet Open Source Software 19
- I -
3.6. Lizenzmodelle bei Open-Source-Software 20
3.6.1. GNU General Public Licence (GPL) 21
3.6.2. GNU Lesser General Public License (LGPL) 21
3.6.3. BSD-Lizenz 22
3.6.4. Artistic Licence (AL) 22
3.6.5. NPL MPL 23
3.6.6. Weitere Lizenzen 24
3.7. Wahl des Test-Betriebssystems für die Bewertung von Lernplattformen 24
3.7.1. Überblick über Open Source Betriebssysteme 24
3.7.2. Debian GNU Linux als Test-Betriebssystem 25
Kapitel 4 Auswahl der Lernplattformen 26
4.1. Überblick über Open Source Lernplattformen 26
4.2. Auswahl und Kriterien von Lernplattformen 27
4.3. Darstellung der Software 28
4.3.1. ATutor 28
4.3.2. Claroline 30
4.3.3. ILIAS 31
4.3.4. Moodle 32
4.3.5. Stud IP 34
4.4. Ausgewählte Lernplattformen: Begründung der Auswahl 35
Kapitel 5 Software- und Hardwarevorrausetzung für die Lernplattformen 36
5.1. Softwarevorrausetzung 36
5.2. Hardwarevoraussetzung 37
Kapitel 6 Bewertungskriterien 38
6.1. Funktionalitäten 38
6.1.1. Kommunikation Kooperation Kollaboration 38
6.1.2. Didaktik 39
6.1.3. Zeitplanung und Organisation 39
6.2. Administration Dokumentation 40
6.3. Technik 41
6.4. Support 41
- II -
Kapitel 7 Analyse und Bewertung ausgewählter Lernplattformen 42
7.1. ILIAS 3 4 0 42
7.1.1. Betriebsvoraussetzung und Installation 42
7.1.2. Benutzeroberfläche 43
7.1.3. Funktionalitäten 46
7.1.3.1. Kommunikation Kooperation Kollaboration 46
7.1.3.2. Didaktik 47
7.1.3.3. Zeitplanung und Organisation 47
7.1.4. Administration Dokumentation 48
7.1.5. Technik 48
7.1.6. Support 49
7.2. Moodle 1 4 5 50
7.2.1. Betriebsvoraussetzung und Installation 50
7.2.2. Benutzeroberfläche 51
7.2.3. Funktionalitäten 55
Kommunikation Kooperation Kollaboration 55
7.2.3.1. NA
Didaktik 55
7.2.3.2. NA
Zeitplanung und Organisation 56
7.2.3.3. NA
7.2.4. Administration Dokumentation 56
7.2.5. Technik 57
7.2.6. Support 58
7.3. Stud IP 1 1 5 59
7.3.1. Betriebsvoraussetzung und Installation 59
7.3.2. Benutzeroberfläche 60
7.3.3. Funktionalitäten 63
Kommunikation Kooperation Kollaboration 63
7.3.3.1. NA
Didaktik 64
7.3.3.2. NA
Zeitplanung und Organisation 64
7.3.3.3. NA
7.3.4. Administration Dokumentation 65
7.3.5. Technik 65
7.3.6. Support 66
- III -
Kapitel 8 Vergleichende Bewertung 67
8.1. Softwareanforderung und Installation 67
8.2. Benutzerfreundlichkeit 69
8.3. Funktionalitäten 70
8.4. Administration und Dokumentation 72
8.5. Technik 73
8.6. Support 75
8.7. Markt und künftige Entwicklung 77
Kapitel 9 Zusammenfassung und Ausblick 78
9.1. Empfehlung 78
9.2. Zusammenfassung 81
9.3. Ausblick 83
Glossar 84
Anhang ……………………………………………………………………………….. 89 89
Anhang A: Open Source-Philosophie 89
Anhang B: Überblick über OS Lernplattformen 91
Anhang C: Kriterienkatalog 95
Anhang :D Kriterien zur Auswahl von Lernplattformen 97
Quellen- und Literaturverzeichnis 101
- IV -
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Gestaltungsdimensionen des E-Learning 9
Abbildung 2: Technische Formen des E-Learning 10
Abbildung 3: Kernfunktionen und Schwerpunkte von Lernplattformen 15
Abbildung 4: Startseite von ATutor (Demo-Zugang) 28
Abbildung 5: Startseite von Claroline (Demo-Zugang) 30
Abbildung 6: Startseite von ILIAS 31
Abbildung 7: Startseite von Moodle 32
Abbildung 8: Startseite von Stud IP 34
Abbildung 9: Ausschnitt aus persönlichem Schreibtisch des Benutzers root
(ILIAS) 44
Abbildung 10: Ausschnitt aus der Autorenumgebung: Erstellung Verarbeitung
eines Lernmoduls (ILIAS) 45
Abbildung 11: Ausschnitt aus der Administratorumgebung: Rollenvergabe
(ILIAS) 46
Abbildung 12: Moodle aus der Sicht des Administrators 51
Abbildung 13: Navigation eines Blockes (Moodle) 52
Abbildung 14: Block Kurse (Moodle) 52
Abbildung 15: Aktivitäten (Moodle) 53
Abbildung 16: Administration (Moodle) 53
Abbildung 17: Homepage eines einfachen Benutzers in Moodle 54
Abbildung 18: Ausschnitt aus der persönlichen Stud IP Startseite des als autor
angemeldeten Nutzers 60
Abbildung 19: Stud IP Kopfleiste 62
Abbildung 20: Persönliche Homepage von Stud IP 63
- V -
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Software-Kategorien 18
Tabelle 2: Betriebs- Softwarevoraussetzung und Installation 68
Tabelle 3: Funktionalitäten 71
Tabelle 4: Administration und Dokumentation 73
Tabelle 5: Technik 74
Tabelle 6: Support 76
Tabelle 7: Vereinfachte Darstellung des Software-Vergleichs 79
- VI -
Zusammenfassung
Diese Diplomarbeit ist ein Versuch, ausgewählte Open Source Lernplattformen zu analysieren, zu bewerten und aus den gewonnenen Erkenntnissen konkrete Aussagen über deren Anwendung im Hochschulbereich zu machen. Hierzu wurde, nach einer allgemeinen Einführung in das E- Learning und Open Source Thema, eine Auswahl von Lernplattformen anhand eines Kriterien- kataloges dargestellt und verglichen. Im Anschluss wurde empfohlen je nach Anzahl und Quali- tät der vorhandenen Werkzeuge, die Produkte an Universitäten, Einrichtungen usw. effektiver einzusetzen. Bei der untersuchten Software handelt es sich um Open Source Lernplattformen: ILIAS, Moodle und Stud.IP.
Schlagworte:
Elearning, e-learning, GPL, Hochschulen, ILIAS, Lernen, Lernplattform, Lizenzmodelle, Mood- le, Open Source, Stud.IP, virtuelle Universität.
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Abkürzungsverzeichnis
AICC Aviation Industry CBT Committee
bzw. beziehungsweise
CBT Computer Based Training
CD-ROM Compact Disc – Read-Only-Memory
DVD Digitale Versatile Disc
E-Mail Elektronic Mail
f. folgende
ff. fort folgende
FTP File Transfer Protocol
GNU GNU´s Not Unix
GPL General Public Licence
Hrsg. Herausgber
HTML HyperText Markup Language
IMAP Internet Message Access Protocol
IMS Instructional Management Systems
LAMP Linux Apache MySQL PHP
LCMS Learning Content Management System
LDAP Lightweight Directory Access Protocol
LOM Learning Objects Metadata
MS Microsoft
NNTP Network News Transfer Protocol
OS Open Source
OSD Open Source Definition
OSI Open-Source-Initiative
OSS Open Source Software
PC Personalcomputer
PDF Portable Document Format
PHP PHP Hypertext Preprocessor
POP3 Post Office Protocol Version 3
S. Seite
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SCORM Sharable Content Object Reference Model
SQL Structured Query Language
SuSE System- und Software-Entwicklung
TBT Technology based Training
TU Technische Universität
u.a. und andere
Uni Universität
URL Uniform Ressource Locator
usw. und so weiter
VIRTUS Virtuelle Universitäts Systeme
WAMP Windows Apache MySQL PHP
WBT Web based Training
WWW World Wide Web
XAMPP Apache MySQL PHP Perl
XML Extensible Markup Language
z.B. zum Beispiel
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Kapitel 1. Einleitung
1.1. Problemstellung
In den letzten Jahrzehnten ist parallel zu den rasanten Fortschritten in den Informations- und Kommunikationsbereichen, neben dem klassischen Hochschulsystem eine neue Lernkultur ent- standen: Das E-Learning! Angespornt durch die weltweite Vernetzung von einzelnen Standorten in einem riesigen Netz von Rechnern, die jeder Zeit und von jedem Ort erreicht werden können, haben sich an den Hochschulen Organisationsstrukturen und Lernangebotsformen etabliert, die es den Studierenden ermöglichen, virtuell an Lehrveranstaltungen teilzunehmen.
Es stellt sich die Frage: Warum ist E-Learning so wichtig? Die Antwort ist einfach: Ausbildung, Weiterbildung und Training haben sich in den vergangenen Jahren zu einem Wachstumsmarkt entwickelt. In diesem Sektor „eröffnet das Lernen mit den neuen Medien innovative Wege, im Gegensatz zu traditionellen Lernformen, die mit ihren örtlichen und zeitlichen Bezügen Wissen nicht bedarfgerecht, sondern auf Vorrat bereitstellen“ (vgl. Bentlage 2002, S. 22).
E-Learning in seiner heutigen Form wäre ohne Einsatz von sogenannten E-Learning-Plattformen nicht vorstellbar. Diese komplexen Software-Lösungen ermöglichen verschiedene Lernszena- rien, die von einfachen Online Seminaren bis zu Videokonferenzen reichen. Da Entwicklung, Test und Pflege solcher anspruchsvollen Software-Lösungen professionelle Kenntnisse erfor- dern, ist dank des Booms auf E-Learning ein ganzer Wirtschaftszweig entstanden, dessen Haupt- ziel es ist, den Universitäten die entsprechenden Dienstleistungen anzubieten. Dies bringt natür- lich auch viele Probleme mit sich. Die Kosten für die Beschaffung der Software-Produkte sind relativ hoch, z.B. für eine dreijährige Lizenz wäre bei WebCT 1 mit einer Summe von 225.000,-
US $ zu rechnen (vgl. Schulmeister 2003, S. 146). Bei jeder weiteren Installation entstehen zu- sätzliche Lizenzkosten und allein die Nichtverfügbarkeit des Quellcodes führt zu einer Art Ab- hängigkeit gegenüber den Anbietern. Es stellt sich die Frage nach günstigeren Open Source (OS) Alternativen, z.B. wie Office (OpenOffice.org) oder das Betriebssystem (Linux). Inzwischen ist der Einsatz von Open Source E-Learning-Plattformen im Bildungsbereich schon Realität. Dort werden OS E-Learning Tools nicht nur eingesetzt, sondern auch entwickelt, modifiziert und 1 WebCT steht für „Web Course Tools“
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weiterentwickelt. Diese Akzeptanz im Hochschulbereich hat einerseits historische Gründe, da die OS Bewegung ursprünglich dort entstanden ist (Berkeley University) (vgl. Wikipedia 2001), anderseits sind Hochschulen wegen der unzureichenden zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel auf kostengünstige Lösungen angewiesen. Bund und Länder haben viele Projekte zur Entwicklung von OS Software massiv gefördert in den letzten Jahren.
1.2. Ziel der Arbeit
Ziel dieser Arbeit ist es die im Hochschulbereich angewendete OS E-Learning Plattformen zu analysieren und zu bewerten. Zu diesem Zweck sollen geeignete E-Learning Plattformen auf der Basis eines ausgearbeiteten Kriterienkatalogs ausgewählt, installiert und praktisch getestet wer- den. Mithilfe der Bewertungskriterien wird die verschiedene Software nach verfügbaren Funkti- onalitäten untersucht und beschrieben. Anhand der daraus gewonnenen Erkenntnisse wird emp- fohlen, für welche Zielgruppe die Software geeignet ist und insbesondere welche Zukunft die Software in einer sich ständig ändernden E-Learning Welt hat.
1.3. Aufbau der Arbeit
Folgende Vorgehensweise ist geplant und wird in der Diplomarbeit beschrieben. Zu Beginn wird nach einem kurzen Überblick auf die Geschichte und die Entwicklung des E-Learnings einge- gangen. Um den Begriff des E-Learnings genauer zu erfassen, erscheint es sinnvoll, zunächst einige wesentliche Charakteristika herauszuarbeiten. Aus diesem Grund werden die wichtigsten Formen des E-Learnings vorgestellt. Folgend wird erklärt, was unter dem Begriff Lernplattform zu verstehen ist, welche Kernfunktionen die Plattformen erfüllen und wo die Schwerpunkte von E-Learning-Plattformen zu sehen sind.
Kapitel 3 befasst sich mit der Definition des OS Konzepts, sowie die daran gebundenen Lizenz- modelle. Dies soll einen Überblick über den Gesamtmark von OS Modellen verschaffen. Im letzten Abschnitt dieses Kapitels wird besondere Aufmerksamkeit dem Testbetriebssystem und den Merkmalen, die für seine Auswahl sprechen beigemessen.
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Das Kapitel 4 präsentiert die breite Palette der zurzeit existierenden OS E-Learning-Plattformen. In einem späteren Abschnitt wird auf die Auswahlkriterien von Hochschulen eingegangen und zum Schluss werden speziell ausgewählte Softwares kurz dargestellt.
Welche Software-Produkte sind Voraussetzung für die Installation einer Lernplattform? Welche Hardware-Architektur für Hochschulen in Frage kommt, beim Einsatz einer OS E-Learning- Software? Das Kapitel 5 soll den Versuch darstellen auf diese Grundfragen zu antworten.
Im Kapitel 6 werden Kriterien festgelegt, die die Bewertung von Eignung und Qualität der Sys- teme unterschiedlicher Hersteller erleichtern soll. Das Kapitel 7 widmet sich dann der Analyse und Bewertung von drei an Hochschulen häufig genutzten OS E-Learning Plattformen, deren Stärken und Schwächen.
Im Kapitel 8 wird eine vergleichende Bewertung der Lernplattformen zu sehen sein. Das Kapitel
9 beendet diese Arbeit mit einer Empfehlung, Zusammenfassung und einem Ausblick aufgrund
der gewonnenen Erkenntnisse über den Einsatz von OS Plattformen an Hochschulen.
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Kapitel 2. Grundlagen des E-Learning
2.1. Lebenslanges Lernen
Das Wort „Lernen“ geht auf die gotische Bezeichnung für „ich weiß“ (lais) und das indogerma- nische Wort für „gehen“ (lis) zurück. Die Herkunft des Wortes deutet bereits darauf hin, dass „Lernen ein Prozess ist, bei dem man einen Weg zurücklegt und dabei zu Wissen gelangt“ (Mielke 2001, S. 11).
Lernen hört nach Schule, Ausbildung oder Studium nicht auf, denn Lernen ist das wesentliche Werkzeug zum Erlangen von Bildung und damit für die Gestaltung individueller Lebens- und Arbeitschancen. Lebenslanges Lernen heißt das Schlüsselwort, wenn man auf dem Arbeitsmarkt mithalten oder sich einfach nur weiterbilden will. Das lebenslange Lernen wird zur neuen sozia- len Frage in der modernen Wissensgesellschaft. Alle Menschen lernen - bewusst und unbewusst
- ihr Leben lang (vgl. BMBF 2005).
Internet und Multimedia bieten viele Möglichkeiten, die mit den Forderungen nach lebenslan- gem Lernen ausgezeichnet korrespondieren. Die neuen Medien befreien die Lehrenden:
- von der Bindung an einen festen Lernort,
- von der Bindung an eine feste Lernzeit,
- von der Bindung an ein festgelegtes Lernkonzept.
Diese Freiheit hat natürlich Vor- und Nachteile: Die Freiheitsgrade bezüglich des Lernorts zwin- gen dazu, einen solchen selbst zu wählen. Wer die freie Wahl der Lernzeit hat, muss ein eigenes Zeitmanagement entwickeln, in dem die nötige Lernzeit auch gegen die Verlockungen der Frei- zeit gesichert ist. Die Freiheit gegenüber dem Lernkonzept hat große Vorteile, wenn persönli- ches Lernverhalten und angebotenes Lernkonzept nicht zusammenpassen (Üblicherweise rea- giert in diesem Fall der Lernende mit innerer Emigration). Nachteilig ist jedoch, dass Entschei- dungen für bestimmte Lernalternativen getroffen werden müssen, die den unerfahrenen Lerner überfordern. Das Lernen mit den neuen Medien und Technologien wird auch E-Learning ge- nannt (vgl. Bentlage 2002, S. 22-25).
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2.2. Geschichte und Entwicklung des E-Learning
Der Begriff E-Learning bezeichnet jene Form der Aus-, Weiter- und Fortbildung, bei der ver- schiedene Lernmittel und Technologien eingesetzt werden, die dazu beitragen, dass Lernende und Lehrende zeitlich und räumlich ungehindert kommunizieren können. Das Ziel des E- Learning besteht darin, den Teilnehmern mindestens gleichwertiges Wissen zu vermitteln, wie es an einer Präsenzbildungseinrichtung erreicht werden kann (vgl. Educa.ch 2005).
Die Entstehung des E-Learning begründete seine Wurzeln in den USA. Mit der Verbreitung des Personal Computers (PC) um 1980 entstand eine neue Form des Lernens, wobei „Computer based Training“ (siehe Kapitel 2.5.1.) auf Disketten und später auf CD-ROM von vielen Unter- nehmen angeboten wurde. Getrieben durch das neue und schnell wachsende Kommunikations- medium „Internet“ im Jahr 1990, erreicht das E-Learning eine neue Dimension (vgl. Lehner 2002, S. 2 ff.). Viele Unternehmen, die heute E-Learning-Content anbieten wie Skillsoft (damals CBT) oder die deutschen Unternehmen M.I.T und Spirit Digit, erkannten sofort das große Poten- tial des WWW. Es ging nicht mehr um das bloße elektronisch unterstützte Lernen (Interaktiver TV, CD-ROM, Videobänder), sondern um einen neuen interaktiven Lernprozess mit menschli- cher Begleitung, wobei Tutoring, Coaching, e-Moderation eine wesentliche Rolle spielten. E- Learning beinhaltet heute sowohl Lernen mit lokal installierter Software, als auch Lernen über das Internet (vgl. Educa.ch 2005).
2.3. Der Begriff E-Learning
E-Learning ist die Bezeichnung für elektronisch unterstütztes Lernen durch den Einsatz von neuen Medien wie das Internet, Multimedia-Computer sowie Lern-Video, -Kassetten, CD-ROM, DVD usw. Den Lernenden steht je nach Aufgabenumfang eine fachlich und didaktisch ausgebil- dete Person zur Verfügung, die den Lernprozess durch E-Mail, Foren oder Videokonferenzen steuert und kontrolliert, die Tutoren oder Trainer(vgl. Kretschmer 2002, S. 25). Außer pädagogi- schen Kenntnissen werden Kreativität, Motivationsfähigkeit und besonders eine gute Beherr- schung der Lernpsychologie von den Tutoren erwartet. Darüber hinaus müssen sie über Kennt- nisse für Planung und Organisation von Online-Seminaren verfügen, um eine optimale Ausnut- zung von Ressourcen bei dem eingesetzten technologischen Lehrmittel zu erreichen.
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Wikipedia (vgl. Wikipedia 2001[2]) definiert E-Learning wie folgt: „E-Learning (englisch electronic learning – elektronisch unterstütztes Lernen) ist Lernen unter Einbezug von elektronischen Kommunikationsmitteln und Me- dien, indem PCs, CD-ROMs oder das Internet eingesetzt werden“.
2.4. Bedeutung von Zeit- und Ort-Parameter
Die Formen des E-Learning (siehe Kapitel 2.5.) lassen sich je nach Zeit- oder/und Ortsbestim- mung der Lernenden und Lehrenden unter verschiedenen Gestaltungsdimensionen klassifizieren. Zu den gängigsten gehören:
- Zeit-Parameter: Synchron, asynchron
- Ort-Parameter: Online, offline
- Steuerndes Parameter: Lehrende, Lernende Die Dimensionen kombiniert Kretschmer (vgl. Kretschmer 2002, S. 28) graphisch, wie in der Abb. 1 zu sehen ist:
Abbildung 1: Gestaltungsdimensionen des E-Learning (vgl. Kretschmer 2002, S. 28)
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Unter synchronem Aspekt versteht man einen unmittelbaren Austausch von Informationen zwi- schen Lehrenden und Lernenden. Die eingesetzten Kommunikationsmittel basieren ausschließ- lich auf Video-Konferenzsystemen, Whiteboards, Online Chats usw. Beim asynchronen Lernen ist der Informationsaustausch zeitversetzt. Elektronische Mailsysteme und Online-Datenbanken spielen hier eine zentrale Rolle.
Der letzte Aspekt des E-Learning ist der steuernde Aspekt, der aus zwei Varianten besteht: Der dozentgeführte Aspekt, wobei der Lehrende den Ablauf des Lernprozesses bestimmt, indem er die Reihenfolge und die Schwerpunkte der Themen festlegt. Bei dem teilnehmergeführten E- Learning liegt die Initiative bei dem Lernenden (vgl. Kretschmer 2002, S. 26-29).
2.5. Formen des E-Learning
Es lassen sich folgende technische Formen des E-Learning unterscheiden (vgl. FHF 2005):
- Computer based Training (CBT)
- Web based Training (WBT)
- Tele-Learning (Virtuelle Seminare)
- Lernplattformen
Abbildung 2: Technische Formen des E-Learning (vgl. FHF 2005)
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2.5.1. CBT und WBT
CBT steht für „Computer based Training”. Es handelt sich um eine asynchrone Bildungsmetho- de, in der der Lehrende räumlich und zeitlich uneingeschränkt seinen Lehrplan selbst gestaltet und dank des großen Spielraums, der ihm überlassen ist, nach eigenem Rhythmus die vom Leh- renden bestimmten Lerneinheiten und Schwerpunkte bearbeitet. Die eingesetzten Lehrmittel bestehen aus Übungsprogrammen, Tutorien, intelligenten tutoriellen Systemen, Simulationspro- grammen und Hypermedia-Programmen. Die Lerninhalte befinden sich meistens auf Datenträ- gern wie Disketten, CD-ROM oder DVD, usw. (vgl. Albrecht 2003, S. 263).
WBT (Web based Training) unterscheidet sich von CBT nur dadurch, dass die Lerninhalte nicht auf lokalen Datenträgern zu finden sind, sondern online auf einem entfernten Server im Internet bzw. Intranet. Der Lernende bekommt meistens persönliche Zugangsdaten (Kennung, Passwort), die es ihm erlauben, nach erfolgreicher Anmeldung, seine Aufgaben durchzuführen wie oben bei CBT erwähnt. Eine Kombination aus CBT und WBT ergibt ein hybrides Lernsystem, auch „Technology based Training“ (TBT) genannt (vgl. Albrecht 2003, S. 271).
2.5.2. Tele-Learning
Tele-Learning ist eine Variante des E-Learning, die es ermöglicht, dass mehrere Teilnehmer miteinander kommunizieren können. Die zwei bekannten Varianten des Tele-Learning – Tele- Teaching und Tele-Tutoring – werden im Folgenden erläutert (vgl. Kretschmer 2002, S. 30):
Tele-Teaching benutzt Telekommunikationsnetze als Kommunikationsmittel zwischen den Teil- nehmern. Die Lerninhalte können aufgezeichnet und nach Bedarf asynchron übertragen werden.
Tele-Tutoring gibt dem Lernenden die Möglichkeit mit einem Tele-Tutor oder mit anderen Teil- nehmern asynchron oder auch synchron zu kommunizieren. Alle Teilnehmer bilden somit eine Art virtuelle Lerngemeinschaft (vgl. Albrecht 2003, S. 270). Die eingesetzten Technologien und die Organisationsmethode (asynchron/synchron) sind ein wichtiger Erfolgsfaktor bei Tele- Teaching.
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2.5.3. Vor- und Nachteile von CBT, WBT und Tele-Learning gegenüber
dem klassischen Lernen
Die drei oben erwähnten Lernsysteme charakterisieren sich dadurch, dass sie Raum und Zeit überbrücken. Sie ermöglichen den Teilnehmern das Studium auf den persönlichen Bedarf anzu- passen. Viele Personen können in kurzer Zeit geschult werden und die Lehrinhalte sind weltweit schnell aktualisierbar und verfügbar.
Der Erfolg von CBT, WBT bzw. Tele-Learning ist ohne Ankauf teurer Hardware nicht denkbar. Darüber hinaus entsteht bei den Teilnehmern kein richtiger sozialer Kontakt und die Effektivität der eingesetzten technischen und didaktischen Mittel ist ohne die Begleitung eines Trainers zweifelhaft (vgl. Kretschmer 2002, S. 31).
2.5.4. Blended-Learning
Blended-Learning, auch B-Learning genannt, ist eine Kombination aus E-Learning und traditio- nellen Lernmethoden wie Präsenzveranstaltungen. In dieser Lernvariante wird versucht, die „goldene Mitte“ zwischen den beiden Systemen (CBT, WBT und Tele-Learning) zu finden, indem die Nachteile der einen Methode durch die Vorteile der anderen kompensiert werden. Einerseits sind viele E-Learning Angebote zum Beispiel ohne Präsenzelemente ineffizient. Dies gilt besonders in technischen Bildungsveranstaltungen, in denen Labore und Praktika durchge- führt werden müssen. Anderseits stellt ein rein klassisches Studium mit nur Präsenzveranstaltun- gen keinen Vorteil für die Teilnehmer dar, die aufgrund zeitlicher oder räumlicher Einschrän- kungen (z.B. Berufstätige, Gefangene) mehr Flexibilität bedürfen (vgl. Wikipedia 2001[3]).
2.5.5. Lernplattformen
Lernplattformen sind eines der wichtigsten Themen für den Einsatz neuer Medien in der Lehre. Sie werden in der Unterstützung traditioneller Lehrveranstaltungen bis hin zur Durchführung
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von webbasiertem, zeit- und ortsunabhängigem Unterricht eingesetzt. Baumgartner definiert eine Lernplattform wie folgt (vgl. Baumgartner 2002, S. 24):
„Unter einer webbasierten Lernplattform ist eine serverseitig installierte Soft- ware zu verstehen, die beliebige Lerninhalte über das Internet zu vermitteln hilft und die Organisation der dabei notwendigen Lernprozesse unterstützt“.
E-Learning-Plattform bedeutet also einerseits, dass Lernende über das Internet mit Hilfe eines Webbrowsers Zugriff auf die für sie angebotenen Lehrveranstaltungen haben. Anderseits werden Tools und Funktionen für Lehrende, d.h. Autoren und Administratoren, bereitgestellt. Lernplatt- formen bestehen aus verschiedenen Internetdiensten in einem System und erleichtern damit die Erstellung und Pflege von webbasierten Lernumgebungen.
Dozenten an Hochschulen bekommen nun mit Lernplattformen ein Werkzeug, mit dem sie die traditionellen Lehrveranstaltungen besser gestalten und durchführen können. Die Online Ver- fügbarkeit der Lerneinheiten, Gruppendiskussionen, Chat und Foren sind gute Möglichkeiten für Studierende schon besuchte Vorlesungen nachzuarbeiten. Weiterbildung nach dem Studium ist auch ein gutes Einsatzgebiet, da der Besuch einer Präsenzveranstaltung von Berufstätigen wegen der zeitlichen Parallelität kaum möglich ist.
Schulmeister charakterisiert Lernplattformen unter folgenden Kriterien (vgl. Schulmeister 2003, S. 10):
- Eine Benutzerverwaltung (Anmeldung mit Verschlüsselung)
- Eine Kursverwaltung (Kurse, Verwaltung der Inhalte, Dateiverwaltung)
- Eine Rollen- und Rechtevergabe mit differenzierten Rechten
- Kommunikationsmethoden (Chat, Foren) und Werkzeuge für das Lernen (Notiz- buch, Annotationen, Kalender, etc.)
- Die Darstellung der Kursinhalte, Lernobjekte und Medien in einem netzwerkfähigen Browser.
Die fünf Bereiche vermitteln eine wichtige Grundorientierung, mit welchen Funktionen Lern- plattformen charakterisiert werden können. Selbstverständlich müssen nicht alle Kriterien im
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gleichen Umfang in einer Lernplattform vorhanden sein, in einigen Fällen fehlen eine oder sogar mehrere Kategorien.
Je nach Einsatzzweck werden Lernplattformen mit zusätzlich spezifizierten Funktionen ausges- tattet. Es entstehen sogenannte Schwerpunkte, die Albrecht teilt unter: Portale, Lernmanage- ment, Autorensystem und Kooperation (vgl. Albrecht 2003, S. 122). Da die erwähnten Begriffe von Anwendern als Synonym betrachtet werden, soll hier zunächst eine Begriffsdefinition erfol- gen:
Im Kontext von E-Learning spricht man von „Portalen, wenn über eine gemeinsame Startseite den Benutzern umfangreiche Informationsmöglichkeiten gegeben werden“. Die Portale erkennen anhand von Gruppenzugehörigkeit welche Informationen jeweils benötigt werden (vgl. Albrecht 2003, S. 269).
Lernmanagement-System Fokus liegt weniger in der Vermittlung von Lerninhalten, sondern in organisatorischen Angelegenheiten.
Ein „Autorensystem ist ein Entwicklungswerkzeug zur mediengerechten (interaktiven, multi- medialen) Aufbereitung von Lerninhalten.“ (vgl. Albrecht 2003, S. 262).
Um den Überblick nicht zu verlieren was eigentlich Lernplattformen beinhalten, wurden die Kernfunktionen und die Schwerpunkte der Lernplattformen grafisch dargestellt (siehe Abb. 3):
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Abbildung 3: Kernfunktionen und Schwerpunkte von Lernplattformen (vgl. Albrecht 2003, S. 122).
Das in Abb.3 von Albrecht vorgeschlagene Schema zur Unterscheidung von Lernplattformen
nach Einsatzzweck bringt mehr Klarheit über die Vielfältigkeit der auf dem Markt vorhandenen
Software. Es kann erst dann von Lernplattform gesprochen werden, wenn die drei Kernfunktio-
nen „Rechte und Rollen, Interaktion und Lernmaterial“ vorhanden sind. Portale, Lernmanage-
ment, Kooperation und Autorensysteme sind spezialisierte Lernplattformen, die sich nur durch
Einbau von zusätzlichen Funktionen unterscheiden. Mit der wachsenden Komplexität von Soft-
ware ist diese Abgrenzung jedoch vergänglich, daher kann nur von einer momentanen nicht de-
finitiven Abbildung gesprochen werden (vgl. Albrecht 2003, S. 122 f.).
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Kapitel 3. Open-Source-Software
3.1. Überblick
Neben den Lizenzmodellen für kommerzielle Software, Freeware und Shareware, kommt bei Computerprogrammen häufig das OS-Lizenzmodell zum Einsatz. Gerade an den Hochschulen gewinnt dieses Lizenzmodell zunehmend an Bedeutung, denn die Nutzung der Software verur- sacht keine Kosten, da für die OS-Software keine Lizenzgebühren entstehen. Sie kann kostenlos im Internet bezogen werden.
Nicht nur an Hochschulen, sondern auch in der Industrie und in öffentlichen Verwaltungen wer- den Systemwechsel geplant und Open Source Produkte - wie Linux - gelten als Alternative zu proprietären Softwareprodukten. Ein Beispiel dafür ist die Stadt München.
Heute ist Open Source ein anerkannter und oft benutzter Begriff, der für kostenlose, frei verfüg- bare, modifizierbare und weiterverbreitbahre Software steht.
3.2. Die Wurzeln freier Software
Die Geschichte von OS ist auch die Geschichte von freier Software. Bis 1998 redete noch nie- mand von Open Source. Am Anfang der Computer-Wissenschaft pflegten Forscher im akademi- schen sowie im industriellen Bereich die Quelltexte ihrer experimentellen Software zur Verfü- gung zu stellen, um Feedback zu erhalten. Zwischen 1960 und 1970 war es auch an amerikani- schen Universitäten üblich eigene Software-Verbesserungen mit anderen Programmierern zu teilen. Selbst IBM, einer der weltgrößten Computer-Hersteller, lieferte seine Computersysteme mit Software samt Quelltexten. Mit dieser Verkaufsstrategie erreichte das Unternehmen, dass viele Vorschläge für Verbesserungen und Fehlerkorrekturen von den Kunden eintrafen und ver- arbeitet werden konnten. Dies steigerte den Erfolg der Software.
1969 wurde die erste Version des Betriebssystems Unix in den Laboren des Unternehmens AT&T geboren. Die Berkely Universität von Kalifornien war eine der ersten, die sich entschied
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Arbeit zitieren:
Inesa Batoum, 2005, E-Learning mit Open Source: Analyse und Bewertung ausgewählter Lernplattformen zur Anwendung im Hochschulbereich, München, GRIN Verlag GmbH
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