Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG 5
2 DIE GESCHICHTE DER FILMSTUDIOS IN BABELSBERG 8
2.1 GRÜNDUNG DER UNIVERSUM FILM AG (UFA) 1911 1945 8
2.2 SOWJETISCHE BESATZUNG 1945 1949 / DDR 1949 1990 10
2.3 DEFA STUDIO BABELSBERG GMBH 1990 1992 10
2.4 STUDIO BABELSBERG GMBH 1992 2004 11
2.5 FBB FILMBETRIEBE BERLIN BRANDENBURG GMBH AB 2004 12
3 DIE POSITIONIERUNG IN DEUTSCHLAND 14
3.1 STUDIO BABELSBERG 15
3.1.1 Der Standort 15
3.1.2 Die Unternehmensstruktur 15
3.1.2.1 Art Department (Dekorationsbau) 16
3.1.2.2 Studio Babelsberg Motion Picture (SBMP) 16
3.1.2.3 Babelsberg Film GmbH (BF) 17
3.1.2.4 Studio Babelsberg Postproduktion GmbH / TMT Studio
Babelsberg Postproduktion GmbH 17
3.1.2.5 Zentrum für Film- und Fernsehproduzenten GmbH (ZFF) 18
3.1.2.6 ZFF Facility Management (ZFF FM) 18
3.1.2.7 Nefzer Babelsberg GmbH (Nefzer) 18
3.1.3 Die Ateliers und Studios 18
3.1.4 Die Referenzen 19
3.2 STUDIO BERLIN ADLERSHOF 20
3.2.1 Der Standort 20
3.2.2 Das Unternehmen 20
3.2.3 Die Ateliers und Studios 21
3.2.4 Die Referenzen 22
3.3 BERLINER UNION-FILM GMBH CO. KG (BUFA) 23
3.3.1 Der Standort 23
3.3.2 Das Unternehmen 23
3.3.3 Die Ateliers und Studios 23
3.3.4 Die Referenzen 24
3.4 MAGIC MEDIA COMPANY (MM)C 25
3.4.1 Der Standort 25
3.4.2 Das Unternehmen 25
3.4.3 Die Ateliers und Studios 25
3.4.4 Die Referenzen 28
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3.5 BAVARIA FILM- UND FERNSEHSTUDIOS GMBH 29
3.5.1 Der Standort 29
3.5.2 Das Unternehmen 29
3.5.3 Die Ateliers und Studios 30
3.5.4 Die Referenzen 32
3.6 STUDIO HAMBURG 33
3.6.1 Der Standort 33
3.6.2 Das Unternehmen 33
3.6.3 Die Ateliers und Studios 34
3.6.4 Die Referenzen 35
3.7 SCHLUSSFOLGERUNGEN ZUR POSITIONIERUNG IN DEUTSCHLAND 37
4 INTERNATIONALE GROßPRODUKTIONEN 39
4.1 ENTSCHEIDUNGSRELEVANTE PARAMETER 41
4.1.1 Die Studiogröße 41
4.1.2 Ein film-freundliches Umfeld 41
4.1.3 Die Drehorte 42
4.1.4 Die Kosten 42
4.1.5 Die Erfahrung / der Ruf 44
5 DIE POSITIONIERUNG IN EUROPA/ DIE KONKURRENTEN IM VERGLEICH 45
5.1 BABELSBERG IM EUROPÄISCHEN VERGLEICH 46
5.1.1 Die Studiogröße 46
5.1.2 Ein film-freundliches Umfeld 46
5.1.3 Der Drehort 46
5.1.4 Die Kosten 47
5.1.4.1 Produktionsförderung des Medienboard Berlin Brandenburg 47
5.1.4.2 Landesbürgschaft 48
5.1.5 Die Erfahrung / der Ruf 49
5.2 BARRANDOV STUDIOS 50
5.2.1 Die Studiogröße 51
5.2.2 Ein film-freundliches Umfeld 52
5.2.3 Der Drehort 52
5.2.4 Die Kosten 52
5.2.5 Die Erfahrung / der Ruf 53
5.3 PINEWOOD SHEPPERTON FILM AND TELEVISION STUDIOS 54
5.3.1 Die Studiogröße 55
5.3.2 Ein film-freundliches Umfeld 57
5.3.3 Der Drehort 58
5.3.4 Die Kosten 58
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5.3.5 Die Erfahrung / der Ruf 59
5.4 CINECITTÀ STUDIOS 61
5.4.1 Die Studiogröße 61
5.4.2 Ein film-freundliches Umfeld 62
5.4.3 Der Drehort 63
5.4.4 Die Kosten 63
5.4.5 Die Erfahrung / der Ruf 63
5.5 WETTBEWERBER IN OSTEUROPA. 65
5.5.1 Ungarn 65
5.5.1.1 Die Studios 65
5.5.1.1.1 Mafilm 65
5.5.1.1.2 Das Stern Film Studio Media Center 66
5.5.1.1.3 Die Korda Studios 66
5.5.1.2 Die Kosten 66
5.5.1.3 Ein film-freundliches Umfeld 67
5.5.1.4 Der Drehort 67
5.5.2 Rumänien 68
5.5.3 Litauen 69
5.5.4 Bulgarien 69
5.6 SCHLUSSFOLGERUNG: POSITIONIERUNG IN EUROPA 71
6 DIE STRATEGISCHE NEUAUSRICHTUNG 74
6.1 BÖRSENGANG 74
6.2 KONZENTRATION AUF FREMDPRODUKTIONEN 75
6.3 SERIENPRODUKTIONEN 75
6.4 ERWEITERUNG DER STUDIOKAPAZITÄTEN 76
6.5 KOMPLETTANBIETER VON DIENSTLEISTUNGEN: 77
6.6 ONE FACE TO THE CUSTOMER 78
6.7 OFFEN FÜR FREIE PRODUZENTEN 78
6.8 INTERNATIONALE AUSRICHTUNG DER POSTPRODUKTION 78
6.9 INVESTITIONEN 79
7 AUSSICHTEN 80
8 BIBLIOGRAPHIE 82
9 ABBILDUNGSVERZEICHNIS 96
10 ANHANG 97
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1 Einleitung
Mit diesen Worten beschrieb Dr. Woebcken seine Absichten, nachdem er im April 2004 mit seinem Partner Christoph Fisser das traditionsreiche Filmstudio in Babelsberg für den symbolischen Preis von einem Euro erworben hatte.
Jeder kennt die großen amerikanischen Filmstudios, die sogenannten Majors 2 . Auch das Studio Babelsberg ist ein Filmstudio, aber dennoch nicht mit einem Unternehmen wie der Twentieth Century-Fox oder den Universal Studios vergleichbar. Der Unterschied liegt im Geschäftszweck:
Ein Filmstudio ist
auf Hollywood bezogen: eine der sechs großen Produktions-/ Verleih-Firmen, die die amerikanische Filmindustrie beherrschen und in Los Angeles ihre eigenen Produktionsstätten unterhalten. 3 (Die „Majors“) oder
eine Anlage zur Herstellung von Filmen oder Fernsehsendungen, bestehend aus Ateliers, Schneideräumen, Garderoben, Büros, Werkstätten etc.. 4
Die Majors sind Produktionsfirmen für die Entwicklung, Finanzierung und Durchführung einer Filmproduktion und haben zum Teil eigene Verleih- und Vertriebs-
1 Meza,Ed: Studio exex allay worries. In: Variety vom 26.06.2004.
2 Zu den „Majors“ zählen Twentieth Century-Fox, Warner Bros., Sony Pictures Entertainment, Universal Studios, the Walt Disney Company, MGM und Dreamworks SKG.
3 Vgl. Monaco 1995. S. 575.
4 Vgl. Monaco 1995, S. 575.
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zweige für den Kino- und Videomarkt, Kinoketten, TV Divisionen, Sender , Musikdivisionen, Freizeit- und Themenparks, Merchandiseläden und Abteilungen für Lizenzgeschäfte. Wohingegen nicht alle Majors tatsächlich einen Atelierbetrieb unterhalten.
Sind mit „Filmstudio“ die Räumlichkeiten gemeint, so können neben den oben genannten noch Lagerhallen, Make-up-Räume, Wäschereien, Kostüm- und Masken-fundi, Kopierwerk, Editing-Räume für Tonnachbearbeitung, Mischateliers, Studios für Musikaufnahmen, Büchereien, Freiflächen, Wasserbecken und Vorführräume zählen. Für das Studio Babelsberg trifft die zweite Definition zu, weshalb im Folgenden der Terminus „Studio“ oder „Filmstudio“ für die physische Infrastruktur gebraucht wird, die für die Herstellung eines Kino- oder Fernsehfilmes benötigt wird.
Wenn Dr. Woebcken von einem Mythos spricht, dann bezieht sich das auf die bewegte Geschichte, die dieses Studio seit der Geburtsstunde des Films bis heute erlebt hat. Der Historie ist daher ein eigenes Kapitel gewidmet.
Die „Legende Babelsberg“ beschreibt auch die Beziehung der Menschen zu dem Studio. Babelsberg ist seit über 90 Jahren Teil der deutschen Filmgeschichte. Das erklärt die starken Emotionen und Ängste, die auftraten, als Dr. Woebcken und Christoph Fisser im April 2004 das Studio erwarben. Der Betriebsrat verfasste einen offenen Brief an den damaligen Bundeskanzler Schröder, in dem er davor warnte, dass den zwei weithin unbekannten Investoren finanzielle Mittel sowie das nötige Know-how fehle, um ein Filmstudio erfolgreich zu leiten 5 . Inzwischen sind die Wogen geglättet. Die neuen Eigentümer sehen das Studio nicht, wie befürchtet, als reine Immobilie, sondern haben das Ziel, großes, internationales Kino nach Babelsberg zu holen. Dafür haben sie eine Strategie entwickelt, die bereits erste Erfolge zeigt. Die Beleuchtung der strategischen Neuausrichtung ist ein weiterer Teil der vorliegenden Arbeit.
5 Vgl. Mortsiefer, Henrik: Der Kanzler soll Babelsberg helfen. In: Der Tagesspiegel vom 16.07.2004. Abrufbar in Internet unter: URL: http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/16.07.2004/1248674.asp [04.01.2006].
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Um die strategische Neuausrichtung beurteilen zu können, muß das Marktumfeld betrachtet werden. Als Dienstleister für deutsche Fernseh- und Werbeproduktionen ist das Studio in die nationale Filmproduktionslandschaft eingebunden. In der vorliegenden Arbeit wird daher ein Vergleich mit den konkurrierenden Studios in Berlin-Adlershof, Hamburg, München und Köln angestellt.
Das Studio Babelsberg gehört zu den großen Studios, die sich auf dem Weltmarkt um hoch budgetierte Produktionen bewerben. Das Studio ist somit neben der nationalen auch Teil der globalen Filmindustrie. Da Großproduktionen das Kerngeschäft des Studios sind, ist der größere Teil der Arbeit dem internationalen Kontext gewidmet. Die Faktoren, nach denen die Produzenten von englischsprachigen Großproduktionen die ausführenden Filmstudios auswählen, werden erörtert und die einzelnen Produktionsstandorte verglichen. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt bei den Europäischen Hauptkonkurrenten in London, Prag und Rom. Weitere kleinere Studios werden kurz vorgestellt.
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2 Die Geschichte der Filmstudios in Babelsberg
Nur kurze Zeit nach der Erfindung der Kinematographie Ende des 19. Jahrhunderts beginnt auch die bewegte Geschichte des Studios. Zwischen den Weltkriegen entwickelte sich Babelsberg zum größten Konkurrenten der Hollywood-Majors. Es folgt das dunkle Kapitel des Dritten Reiches, das Babelsberg für Propagandazwecke missbrauchte. Doch auch die DDR-Regierung nutzte das Medium Film und den Standort Babelsberg für Staats- und Parteipropaganda. Durch die Wiedervereinigung Deutschlands ging das Studio erneut in Privatbesitz über und mehr als die Hälfte der 2.235 Beschäftigten verloren ihren Job. Nach zwölf Jahren der Verlustschreibung wurde das Studio an zwei unbekannte Investoren verkauft. Viele befürchteten eine Abwertung des Studios zur reinen Immobilie. Doch die neuen Betreiber möchten den „Mythos Babelsberg“ aufrecht erhalten.
2.1 Gründung der Universum Film AG (Ufa) 1911-1945
Bereits 1895 begeisterte Filmproduzent Max Skladanowsky mit seinem Projektor „Bioskop“ bei der ersten Filmvorführung im Berliner „Wintergarten“ das Publikum. Im gleichen Jahr stellten die Gebrüder Lumiére ihren bahnbrechenden „Cinématographe“ vor, der als Kamera, Kopiereinrichtung und Projektor fungierte. Das war die Geburtsstunde des Kinos. 6
Im Jahr 1911 fand der Direktor der Berliner Produktionsfirma Deutsche Bioskop in Neubabelsberg den geeigneten Ort für ein Filmstudio, das völlig im Freien stehen sollte, um eine optimale Ausnutzung des Sonnenlichts zu ermöglichen. Mit seinem 15 x 20 Meter großen Glasatelier setzte er den Grundstein für das, was später die größte Filmstadt Europas wurde. 7
Ende 1917 wurde die Universum Film AG mit Sitz in Berlin gegründet. 8 Anschließend wurden die wichtigsten bestehenden Filmproduktions- und Verleihunterneh-
6 Vgl.Schubert / Bernschein 2005, S.10.
7 Vgl. Schebera 1990, S. 25.
8 Das Startkapital betrug 25 Millionen Goldmark. Beteiligt waren: die Reichsregierung, ein Banken-konsortium unter Führung der Deutschen Bank, Ruhrkohle- und Stahlindustrie, AEG, Bosch, Hapag Lloyd. Vergl. Schebra, S.45.
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men in dem neuen Konzern der Ufa zusammengeschlossen. 9 Nach dem ersten Welt-krieg fusionierte die Deutsche Bioskop Gesellschaft mit der deutschen Niederlassung des französischen Filmkonzerns Eclair „Decla“ in Babelsberg zur „Decla Bioskop“. 1921 übernahm die Ufa im Zuge wirtschaftlicher Expansion die Decla Bioskop AG. Durch diese Fusion wurde die Ufa nicht nur zum Inhaber des Neubabelsberger Ateliergeländes; mit dem Produzenten Erich Pommer und den Regisseuren Fritz Lang und Friedrich Wilhelm Murnau stießen auch entscheidende künstlerische Kräfte zu ihr. 10
In den 20er Jahren wuchs das Studiogelände zur „Ufa Film-Stadt" heran, seinerzeit das größte und modernste Filmstudio Europas, in dem 1924 bereits 4000 Angestellte und Filmarbeiter arbeiteten. 1926 wurde für die Großproduktion „Metropolis“ das inzwischen Marlene-Dietrich-Halle genannte Großatelier erbaut. Mit dem Bau des ersten deutschen Tonfilmateliers in Babelsberg im Jahre 1929, dem Tonkreuz, beginnt ein neues Kapitel der Filmgeschichte. „Melodie des Herzens“ mit Willy Fritsch ist der erste deutsche komplett vertonte Spielfilm. Zu den wichtigsten Ufa-Filmen der Zwischenkriegszeit zählen: „Metropolis“, „Dr. Mabuse“, Die Nibelungen“, „Faust“, „Der letzte Mann“ und „Der blaue Engel“. 11 Die starke Konkurrenz aus
Hollywood zog jedoch nach und nach einige der besten Produzenten, Regisseure und Schauspieler ab, wie Erich Pommer, Ernst Lubitsch, Friedrich Wilhelm Murnau, Ewald André Dupont, Emil Jannings und Conrad Veidt. 12
Gegen Ende der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts geriet die Ufa in finanzielle Schwierigkeiten. Eine Anleihe und ein langfristiges Darlehen der amerikanischen Filmgesellschaften Paramount und Metro Goldwyn Pictures halfen aus. 13 Das Minis-
terium für Propaganda und Volksaufklärung versuchte nach der Machtergreifung
9 Zusammengeschlossen wurden die Meßter-Film GmbH mit ihrem Atelier in der Blücherstraße sowie den verschiedenen Apparatefirmen, die Projektions AG Union mit ihren Tempelhofer Ateliers, die Vitascope GmbH mit ihrem Atelier in der Lindenstraße, die Internationale Film-Vertriebs GmbH mit ihren ca. 40 Union-Theater-Lichtspielen, die deutschen Unternehmungen des dänischen Nordisk-Konzerns, die Verleihorganisation Nordische Film-Gesellschaft mbH mit ca. 30 Nordisk-Filmtheatern.
10 Vgl. Schebera 1990, S.48-49.
11 Vgl. Schebera 1990, S. 51.
12 Vgl. Schebera 1990, S. 54.
13 Als Gegenleistung musste die Ufa bis zu 70 Prozent der Spieltermine in ihren Filmtheatern für Filme aus den USA freihalten.
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durch die Nationalsozialisten die Filmindustrie zu kontrollieren, weshalb der deutsche Film zwischen 1935 und 1941 verstaatlicht wurde. Firmen wie die Universum Film AG (Ufa), die Bavaria, Terra und Tobis wurden in die Ufa Film GmbH (Ufi) eingegliedert, andere wurden aufgelöst. Auch die Filmproduktionsgesellschaften in den besetzen Ländern gehörten zur Ufi. Die deutschen Filme konnten auf dem europäischen Markt amortisiert werden, da sie auch in den besetzten Ländern Europas vertrieben wurden. Dadurch beherrschte die deutsche Filmindustrie einen großen Teil des europäischen Marktes. Rund 1.000 Spielfilme wurden von 1933 bis 1945 auf dem Gelände und in den Hallen des Studio Babelsberg gedreht. 14
2.2 Sowjetische Besatzung 1945-1949/ DDR 1949-1990
1945 besetzte die Rote Armee das Ufa-Gelände in Babelsberg. Das Vermögen der Ufi fiel der Sowjetunion zu. Die Deutsche Film AG (DEFA) wurde 1946 durch die sowjetische Militärverwaltung in Babelsberg gegründet. Die technischen Einrichtungen und Studios, die überwiegend Eigentum der Sowjetunion waren, wurden von der Gesellschaft anfangs gepachtet. Ende 1947 wurde die DEFA in eine Sowjetische Aktiengesellschaft umgewandelt. Die DDR, die 1949 gegründet wurde, übernahm ab 1952 alle Aktienanteile an der DEFA und wandelte sie in einen Volkseigenen Betrieb, den „VEB DEFA Studio für Spielfilme“ um. Während der DDR-Zeit wurden um die 700 Spiel- und 550 Fernsehfilme in Babelsberg produziert, darunter Erfolge wie die „Die Legende von Paul und Paula“, „Spur der Steine“ und Märchenverfilmungen wie „Der Kleine Muck“, „Das kalte Herz“ und „Frau Holle“. 15
2.3 DEFA Studio Babelsberg GmbH 1990-1992
Nach dem Fall der Mauer übernahm am 1. Juli 1990 die Treuhand die Privatisierung der ehemaligen DEFA. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands am 3. Oktober 1990 stellte die Bundesregierung 3 Mio. DM für die Produktion von in Babelsberg zu drehenden Spielfilmen bereit und ermöglichte damit dem Studio, während des Übergangs von einem staatlich kontrollierten zu einem privaten Unternehmen seinen
14 Vgl. Geiss, Axel (Hg.) 1994, S.19ff.
15 Vgl. Blunk/ Jungnickel (Hg.) 1990.
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Betrieb aufrecht zu erhalten. Im Jahr 1991 wurde die Gesellschaft in „DEFA Studio Babelsberg GmbH“ umfirmiert. 16
2.4 Studio Babelsberg GmbH 1992-2004
1992 wurde das Studio an eine Tochterfirma des französischen Konzerns Compagnie Generale des Eaux S.A. (heute Vivendi Universal S.A.) sowie an eine britische Grundstückentwicklungsfirma für rund 140 Mio. DM verkauft. 17 Volker Schlöndorff
übernahm zusammen mit Pierre Couveinhes die Geschäftsführung. Als Vorbilder für ihre Idee einer Medienstadt Babelsberg galten amerikanische Studios mit der Kommerzialisierung des gesamten Filmgeländes, der Umwandlung von der Film- in eine Medien- und Bürostadt. 1993 wurde für die Entwicklung eines „Europäischen Filmzentrums Babelsberg“ ein „Sieben-Phasen-Modell“ entworfen: Das 46 Hektar große Gelände sollte Hotels, Restaurants, Büro- und Business-Centers, Studios für das ZDF, den Ostdeutschen Rundfunk Brandenburg (ORB), heute Rundfunk Berlin Brandenburg (RBB), Geschäfte, Kultureinrichtungen und mehr beherbergen, sowie 2.300 Mietern Privatwohnungen bieten. Außerdem sollten 10.000 Arbeitsplätze, davon 6.000 in Büros und 1.000 in Studiobetrieben entstehen. 18 Die neuen Eigentümer
verkauften einen Großteil des erworbenen Geländes weiter an den Rundfunk Berlin Brandenburg (RBB) und die Filmhochschule “Konrad Wolf”. Der Filmpark (die Studiotour GmbH) wurde ausgegliedert. 19
Um die Filmproduktion anzukurbeln und finanzkräftiges Klientel zu interessieren, wurde eine Werbekampagne im amerikanischen Fachblatt Variety geschaltet. 20 Doch
das Filmstudio, das nach den Grundstücksverkäufen übrig blieb, war marode und nur schwach ausgelastet. Die Hälfte der Hallen war in mangelhaftem Zustand, ein Viertel überhaupt nicht mehr nutzbar. 21 Juliette Binoche sagte über die Dreharbeiten zum
Film „Eine Couch in New York“ (1996):
16 Vgl. Schubert/ Bernschein 2005, S.165ff.
17 Vgl. Grimberg, Steffen: Der ganz große Filmdeal. In: taz Berlin, vom 25.6.2004, S. 22.
18 Vgl. Lautenschläger, Rolf: Die Illusion der Traumfabrik. In: taz Berlin vom 22.10.1993, S. 24.
19 Vgl. Woebcken, Carl Dr., Interview mit Linda Kornemann am 20.10.2005, S. 17.
20 Rehhahn, Yvonne: Babelsbergpredigt. In: Die Tageszeitung, vom 10.12.1992, S. 14.
21 Vgl.: Lautenschläger, Rolf: Ufa-Mythos als Werbegag. In: taz Berlin, vom 20.03.1993, S. 40.
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Das Unternehmen investierte bis 2004 ca. 250 Millionen Euro in das Filmstudio und die Medienstadt, setzte jedoch 1999 gerade einmal rund 100 Millionen DM um 23 .
Seit 2000 gelang es dem Studio zunehmend, amerikanische Großproduktionen zu akquirieren. „Duell - Enemy at the Gates“ machte den Anfang und war mit einem Budget von 180 Millionen DM der bis dato teuerste Film, der je in Europa gedreht wurde. Roman Polanskis „Der Pianist“, der die Goldene Palme von Cannes sowie drei Oscars gewann (2002), und „Taking Sides - Der Fall Furtwängler“ wurden nicht nur in den Hallen des Studio Babelsberg gedreht, sondern auch von der Studio Babelsberg GmbH kofinanziert. 24 Es folgten „In 80 Tagen um die Welt“ mit Jackie
Chan (2003), „Der ewige Gärtner“ mit Ralph Fiennes (2004), „Die Bourne Verschwörung“ mit Matt Damon und Franka Potente (2004) und „Beyond the Sea“ (2004). 25 Trotzdem konnte Vivendi Universal das Studio nie in die Gewinnzone füh-
ren. In den Jahren vor der Übernahme durch die FBB Filmbetriebe lag der Verlust meist im unteren zweistelligen Millionenbereich. Die Auslastung war schwach, weitere Investitionen notwendig und dem Studio drohte eine Steuerschuld in zweistelliger Millionenhöhe. 26
2.5 FBB Filmbetriebe Berlin Brandenburg GmbH ab 2004
Mit Wirkung zum 01. September 2004 wurde Studio Babelsberg für den symbolischen Preis von einem Euro an die FBB-Filmbetriebe Berlin Brandenburg GmbH (FBB), hinter der Dr. Carl Woebcken 27 und Christoph Fisser 28 als Gesellschafter ste-
22 Hartz,Matthias: Jede Szene ist wie ein kleiner Tod. Juliette Binoche über ihre Arbeit und ihren neuen Film "Eine Couch in New York". In: taz Hamburg, vom 29.08.1996, S. 23.
23 Vgl.: o.V.: Studiochef Wachs verlässt Babelsberg. In: taz Berlin, vom 15.2.2000, S. 20.
24 Meza, Ed: „Minotaur“ bounced at Babelsberg. In: Variety vom 21.10.2004.
25 Vgl. Online im Internet: URL: www.studiobabelsberg.de. [20.10.2005].
26 Vgl. Kurp, Matthias: Studio Babelsberg wechselt Besitzer. Im Internet abrufbar unter: URL: http://www.medienmaerkte.de/artikel/kino/041407_babelsberg.html [04.01.2006].
27 Dr. Carl Woebken arbeitete von 1988 bis 1990 als Strategieberater für die Boston Consulting Group. Danach war er bis 1995 für die Verwaltung und das Management verschiedener Beteiligungs-
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hen (90 Prozent), und die RMS Unternehmens-Service GmbH (10 Prozent) verkauft.
Zusätzlich erhöhte Vivendi Universal S.A. das Eigenkapital durch eine Einzahlung
in die Kapitalrücklagen der Gesellschaft in Höhe von 3,138 Millionen Euro als An-
schubfinanzierung. Weitere Mitbewerber waren die NDR-Tochtergesellschaft Studio
Hamburg, der ehemalige Studiochef Thierry Potok und eine US-Investorengruppe,
die jedoch Anschubfinanzierungen von über 20 Millionen Euro forderten.
Im März 2005 wurde die Gesellschaft in eine Aktiengesellschaft 29 umgewandelt und
ging kurz darauf an die Frankfurter Börse .30 Seit dem Gesellschafterwechsel wurden
in Babelsberg die Kinofilme (ganz oder teilweise) „Aeon Flux“, „V for Vendetta“
und „Black Book“ gedreht.
gesellschaften verantwortlich. Von 1995 bis 19999 arbeitete er als Berater bei Roland Berger & Partner, davon zeitweise als Mitglied der Geschäftsleitung. 1999 wurde er Finanzchef und stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Trickfilmproduzenten TV Loonland AG. Gleichzeitig war er bei der ehemaligen Sony-Tochter Sunbow Entertainment als Vorsitzender der Geschäftsführung aktiv.
28 Christoph Fisser ist seit 1984 selbständiger Unternehmer. Nachdem er zunächst im Gastronomiebereich in München tätig war, hat er sich in den 90er Jahren auf den Event-Bereich und das Media Facility Management spezialisiert. Ab 1992 leitete er u.a. die Alabama-Halle in München, aus der die bekannte Sendung des Bayerischen Rundfunks "Live aus dem Alabama" gesendet wurde. Ab 1994 baute er eine ehemalige Bundeswehrkaserne zu einem der führenden Medienstandorte in München aus, mit heute rund 2.500 Arbeitsplätzen. Zudem hält Herr Fisser diverse Beteiligungen an medienrelevanten Unternehmen.
29 Der Vorstand setzt sich zusammen aus: Dr. Carl Woebcken als Vorstandsvorsitzender, Christoph Fisser als stellvertretender Vorstandsvorsitzender, Marius Schwarz als Finanzvorstand. Der Aufsichtsrat besteht aus folgenden Personen: Stefan von Moers, Vorsitzender, Rechtsanwalt, Dr. Christian Frankenstein, stellvertretender Vorsitzender, Vorstand MME AG, Dr. Bertrand Malmendier, Rechtsanwalt.
30 Vgl. Studio Babelsberg AG (Hg.): Erstnotiz der Studio Babelsberg AG. Pressemitteilung vom
29.04.2005.
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3 Die Positionierung in Deutschland
In Deutschland gibt es, verteilt auf die großen Medienstandorte Berlin/ Potsdam, Köln, Hamburg und München, sechs große Film und Fernsehstudios, mit denen das Studio Babelsberg vor allem bei Fernsehproduktionen regelmäßig im Wettbewerb steht.
Aber auch die einzelnen Bereiche von Studio Babelsberg, wie die Werkstätten und die Tonabteilung, betreiben Akquisition für ihren Leistungsbereich und stehen damit im Wettbewerb zu den anderen Dienstleistern.
Im Folgenden werden die Studios vorgestellt und die Unternehmensstrukturen, die Dienstleistungsangebote und die Ateliergrößen verglichen. Da das Studio Babelsberg im Mittelpunkt dieser Arbeit steht, wird das Unternehmen ausführlicher vorgestellt, als die anderen deutschen Studios.
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3.1 Studio Babelsberg
3.1.1 Der Standort
In Berlin befindet sich die größte Ansammlung an Unternehmen und Beschäftigten der deutschen Filmbranche. In der „Medienstadt Babelsberg“ sind über 90 Firmen ansässig, die ein weitreichendes Netzwerk bilden. 31
3.1.2 Die Unternehmensstruktur
Studio Babelsberg: Organigramm
Quelle: Studio Babelsberg AG
Die Studio Babelsberg AG ist ein Privatunternehmen. Das Kerngeschäft sind drehbegleitende Dienstleistungen: die Vermietung der Studios, Bühnenbau und Produktionsdurchführung. 32 Das Unternehmen beschäftigt 194 festangestellte Mitarbeiter. 80
Prozent des Umsatzes wird durch den Kinobereich generiert. Die Wertschöpfung
31 Vgl. Online im Internet: URL: www.probabelsberg.de. [20.10.2005].
32 Vgl. Woebcken, Carl Dr., Interview mit Linda Kornemann am 20.10.2005. S.5.
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wird zu einem Drittel mit dem Fernsehen erwirtschaftet, 10 Prozent mit Werbung und 60 Prozent mit Kino. 33
3.1.2.1 Art Department (Dekorationsbau)
Das Art Department ist das kreative und handwerkliche Herz des Studios. Unter der Geschäftsführung von Michael Düwel arbeiten 88 Mitarbeiter, davon 73 unbefristete Mitarbeiter und 15 Auszubildende. Je nach Auftragslage arbeiten bis zu 200 freie Mitarbeiter für das Art Department. Neben Filmproduktionsfirmen nehmen auch Museen, Messen, Medienagenturen, Hotels und Banken die Dienstleistungen des Art Department in Anspruch. Die Umsätze aus nicht filmischen Aufträgen beliefen sich in 2004 auf über 50 Prozent und ergänzen die zyklische Auslastung durch Filmprojekte. Die Fundi sind mit über 1 Million Requisiten und 250.000 Kostümen plus einer großen Auswahl an Perücken und Haarteilen bestückt. Eine Besonderheit ist der umfangreiche Bestand an originaler Kleidung aus der Vorkriegs-, Kriegs- und DDR-Zeit. 34
3.1.2.2 Studio Babelsberg Motion Picture (SBMP)
Die SBMP bietet den drehbegleitenden Produktionsservice für nationale und internationale Film-, Fernseh- und Werbeproduzenten an. Die SBMP ist ein wichtiger Teil des Unternehmens für Umsatz, Beschäftigung und Ruf. 35 Unter der Geschäftsführung von Dr. Woebcken und Henning Molfenter arbeiten vier Mitarbeiter. Als ausführender Produzent organisiert die SBMP die Produktionen von der Drehortsuche, über den eigentlichen Dreh, bis zur Postproduktion. Außerdem übernimmt sie das Finanzcontrolling und die Gehaltsabrechnung der Produktion („Finance controlling and complete payroll“) und hilft den Produzenten bei steuerlichen, rechtlichen und buchhalterischen Fragen.
33 Vgl. Steiger, Thomas: Studio-Babelsberg-Chefs im Interview. Konzentrierte Leistung. In: Blickpunkt:Film, 30. Jg. 2005, Heft 49, S. 30.
34 Vgl. Studio Babelsberg AG (Hg.): Verkaufsprospekt der Studio Babelsberg AG Potsdam Babelsberg. Potsdam 11.04.2005. S.34.
35 Vgl. Studio Babelsberg AG (Hg.): Henning Molfenter übernimmt die Geschäfts-führung der Studio Babelsberg Motion Pictures GmbH. Pressemitteilung vom 01.10.2004.
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3.1.2.3 Babelsberg Film GmbH (BF)
Für die klar nachvollziehbare Abwicklung der einzelnen Produktionen wird in der Regel eine eigene GmbH gegründet, wie die Babelsberg Film GmbH 1 bis 5. Aus juristischen Gründen können die Firmen meistens erst nach dem ersten Auswertungszyklus aufgelöst werden. Die 2. BF („Alien Vs. Predator“), 3. BF („King of Heaven“) und 4. BF („Der ewige Gärtner“) sind nicht mehr aktiv. Die 5. BF wurde für den Warner Brother Film „V for Vendetta“ gegründet und ist noch aktiv. Nach Einschätzung der Unabhängigen Finanzmarktanalyse GmbH erhält die SBMP für ihre Dienstleistung üblicherweise eine Vergütung von 5-10 Prozent des in Deutsch-land ausgegebenen Budgets. 36
3.1.2.4 Studio Babelsberg Postproduktion GmbH / TMT Studio Babelsberg Postproduktion GmbH
Unter den Bereich der Postproduktion fallen das hauseigene Kopierwerk, die Tonabteilung und die Abteilung für Synchronisation. Das Kopierwerk ist ein Musterkopierwerk für 16 mm, Super 16 mm und 35 mm Schwarz-Weiß- oder Farbnegativfilm. Der Ton- und Synchronabteilung stehen fünf Studios für Video-, TV- und Kinomischung, Geräusch- und Sprachsynchronaufnahmen zur Verfügung. 37 Es gibt 12 Tonschnitt-Räume, die Möglichkeit zum Datentransfer und ein Archiv mit Toneffekten.
Im November 2005 wurde die TMT Studio Babelsberg Postproduction GmbH gegründet. Sie führt die Geschäfte der TaurusMedia Technik (TMT) im Bereich audio-und videotechnische Filmbearbeitung fort. Geschäftsinhalt ist die technische Bearbeitung von Filmmaterial bis zur Sendefähigkeit und die Erstellung von Sendekopien. In Unterföhring, dem Sitz des Unternehmens, arbeiten 48 Mitarbeiter. 38
36 Vgl. Unabhängige Finanzamrktanalyse GmbH (Hg.) 2005, S. 7.
37 Studio A: Kinomischung, B&C: Geräusch- & Sprachsynchron, D: Digitale TV Mischung, E: Video & TV, F: Volldigitale Kinomischung
38 Vgl. Steiger, Thomas: Studio-Babelsberg-Chefs im Interview. Konzentrierte Leistung. In: Blickpunkt:Film, 30. Jg. 2005, Heft 49, S. 30.
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3.1.2.5 Zentrum für Film- und Fernsehproduzenten GmbH (ZFF)
Die Studio Babelsberg AG hält 49 Prozent an der ZFF, 51 Prozent werden von der Technologie- und Gewerbezentrum Potsdam GmbH gehalten. Die ZFF dient der Errichtung und Verwaltung des „Zentrum für Film- und Fernsehproduzenten“. Sie beschäftigt drei Mitarbeiter. Geschäftsführer sind Christoph Fisser und Steffen Schramm.
3.1.2.6 ZFF Facility Management (ZFF FM)
Das ZFF FM betreibt das sogenannte fx-Center mit Büroräumen, drei Studios und zahlreichen Technikräumen für Film- und Fernsehkunden. Zwei Mitarbeiter kümmern sich um die Nutzung der Gewerbeflächen.
3.1.2.7 Nefzer Babelsberg GmbH (Nefzer)
Die SB hält 50 Prozent an der Nefzer GmbH. Die Nefzer GmbH vermietet Waffen aller Art, damit in Verbindung stehende Großrequisiten, Fahrzeuge und Spezial-Effekt-Geräte an Filmproduktionen. Sie führt pyrotechnische Effekte durch. Geschäftsführer ist Karl Nefzer.
3.1.3 Die Ateliers und Studios
Insgesamt neun Studios (wenn unterteilt bis zu 13) stehen für Filmaufnahmen zur Verfügung mit einer gesamten Nutzfläche von ca. 23.000 Quadratmetern. Die Marlene-Dietrich-Halle (4.000 Quadratmeter) kann in drei Studios geteilt werden. In der Mittelhalle stehen zwei Wasserbecken (16 x 10 und 3 x 3 Meter). Seit März 2005 stehen Produzenten zusätzlich die Neue Film 1 und 2 mit 6.450 und 8.255 Quadratmetern zur Verfügung (Die Hallen sind ebenfalls teilbar in je zwei Studios). Die neuen Ateliers sind nur ca. 300 m von dem Studiogelände entfernt. Sie haben außerdem ein Freigelände von 7.000 Quadratmetern. Sie wurden vor allem für große US-Produktionen angemietet, da diese in der Regel großen Flächenbedarf haben. Die Hallen lassen sich in je zwei Studios unterteilen. 39
39 Vgl. Probabelsberg (Hg.): Drei Fragen an ... Ulrich Kling, Atelierchef. Babelsberg 30.09.2005.
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Ateliers der Studios Babelsberg AG
3.1.4 Die Referenzen
Das Studio Babelsberg hat in den über 90 Jahren seines Bestehens einen Track Re-cord 40 von mehreren tausend nationalen Film- und Fernsehfilmen aufzuweisen, darunter Klassiker wie „Metropolis“ und „Der Blaue Engel“. Zu den Kinofilmreferenzen der letzten Jahre zählen „Alien Vs. Predator“, „Die Bourne Verschwörung“, „In 80 Tagen um die Welt“, „Flight Plan“ 41 , „Aeon Flux“, „Beyond the Sea“, „V for Vendetta“ und Paul Verhoevens „Black Book“. In den vergangenen zwei Jahren hat das Studio Babelsberg mit den amerikanischen Studios Warner, Paramount, Disney, Universal und Walden Media zusammengearbeitet.
Im Studio Babelsberg wurden seit 2004 bereits drei Telenovelas gedreht „Julia, Wege zum Glück“ (abgedreht), „Bianka, Wege zum Glück“, „Tessa - ein Leben für die Liebe“ (noch in Produktion).
40 [engl., „Leistungsaufzählung“]
41 Die Studio Hamburg International Production (SHIP) bekam den Auftrag für drehbegleitende Dienstleistungen für die in Deutschland gedrehten Teile der Disney-Produktion „Flight Plan“, beauftragte ihrerseits jedoch Studio Babelsberg Motion Picture (SBMP) mit der Aufgabe.
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Arbeit zitieren:
Linda Kornemann, 2006, Die Chancen des Studio Babelsberg im Vergleich mit anderen Europäischen Studios, insbesondere seit Übernahme durch die FBB-Filmbetriebe Berlin Brandenburg GmbH, München, GRIN Verlag GmbH
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