Andr é Adami
Erarbeitung einer Rating-Methode für deutsche Immobilien AG´s und Real Es tate Investment Trusts
Inhaltsverzeichnis
0. Vorbemerkungen und Zielstellung. 5
1. Vorgehensweise 8
2. Unternehmensdarstellungen. 9
2.1. IVG Immobilien AG 9
2.2. Deutsche Wohnen AG. 10
2.3. Deutsche Euroshop AG. 10
3. Vergangenheitsrendite. 12
3.1. Ermittlung und Vergleich der Vergangenheitsrendite 13
3.2. Vor- und Nachteile der Vergangenheitsrendite. 15
4. Oberkriterium „Immobilienportfolio“ 18
4.1. Unterkriterium „Standortdiversifikation“ 18
4.2. Unterkriterium „Nutzungsdiversifikation“ 21
4.3. Unterkriterium „Spezialisierungsgrad“ 26
4.4. Gewichtung im Oberkriterium „Immobilienportfolio“ 29
5. Oberkriterium „Managementqualität“ 30
5.1. Unterkriterium „Unternehmensstrategie“ 31
5.2. Unterkriterium „Unternehmenskommunikation“ 32
5.3. Unterkriterium „Ertragsdiversifikation“ 33
5.4. Unterkriterium „Betreuungsqualität“ 35
5.5. Gewichtung im Oberkriterium „Managementqualität“ 36
6. Oberkriterium „Aktienkennziffern“ 37
6.1. Unterkriterium „Performancevergleich“ 37
6.2. Unterkriterium „Gewinnwachstum je Aktie“ 40
6.3. Unterkriterium „Kurs-Gewinn-Verhältnis“ 42
6.4. Unterkriterium „PEG-Ratio“ 44
6.5. Unterkriterium „Dividendenrendite“ 46
6.6. Unterkriterium „Preisprämie zum NAV“ 48
6.7. Unterkriterium „Marktkapitalisierung“ 52
6.8. Unterkriterium „Streubesitz“ 54
6.9. Unterkriterium „Eigenkapitalquote“ 55
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6.10. Performancekennziffern der REIT-Analyse. 57
6.10.1. Funds from Operations. 57
6.10.2. Funds Available for Distribution. 58
6.11. Gewichtung in Oberkriterium „Aktienkennziffern“ 59
7. Zusammenfassung und Ratingergebnis. 60
8. Quellenverzeichnis 68
8.1. Literaturverzeichnis. 68
8.2. Internetverzeichnis 71
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Kursentwicklung der IVG-Aktie in 2005. 13
Tabelle 2: Gesamtrendite der IVG-Aktie in 2005 13
Tabelle 3: Kursentwicklung der untersuchten Unternehmen in 2005. 14
Tabelle 4: Dividendenrendite der untersuchten Unternehmen in 2005. 14
Tabelle 5: Gesamtrendite der untersuchten Unternehmen in 2005 15
Tabelle 6: Ratingskala Standortdiversifikation. 19
Tabelle 7: Benotung Standortdiversifikation 20
Tabelle 8: Ratingskala Nutzungsdiversifikation. 24
Tabelle 9: Benotung Nutzungsdiversifikation. 25
Tabelle 10: Ratingskala Spezialisierungsgrad. 28
Tabelle 11: Benotung Spezialisierungsgrad 29
Tabelle 12: Gewichtung im Oberkriterium „Immobilienportfolio“ 29
Tabelle 13: Ratingskala Managementqualität. 30
Tabelle 14: Benotung Unternehmensstrategie 32
Tabelle 15: Benotung Unternehmenskommunikation. 33
Tabelle 16: Benotung Ertragsdiversifikation 34
Tabelle 17: Benotung Betreuungsqualität. 35
Tabelle 18: Gewichtung in Oberkriterium „Managementqualität“ 36
Tabelle 19: Ratingskala Performancevergleich. 39
Tabelle 20: Benotung Performancevergleich. 39
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Tabelle 21: Ratingskala Gewinnwachstum 41
Tabelle 22: Benotung Gewinnwachstum , 41
Tabelle 23: Ratingskala Kurs-Gewinn-Verhältnis 43
Tabelle 24: Benotung Kurs-Gewinn- Verhältnis ,, 44
Tabelle 25: Ratingskala PEG-Ratio 45
Tabelle 26: Benotung PEG-Ratio 45
Tabelle 27: Ratingskala Dividendenrendite 47
Tabelle 28: Benotung Dividendenrendite 48
Tabelle 29: Ratingskala Preisprämie zum NAV 50
Tabelle 30: Benotung Preisprämie zum NAV 2005e. 51
Tabelle 31: Preisprämie zum NAV 2004 51
Tabelle 32: Vergleich der NAV-Preisprämie 2004 und 2005e 52
Tabelle 33: Ratingskala Marktkapitalisierung 53
Tabelle 34: Benotung Marktkapitalisierung. 53
Tabelle 35: Ratingskala Streubesitz. 54
Tabelle 36: Benotung Streubesitz 55
Tabelle 37: Ratingskala Eigenkapitalquote 56
Tabelle 38: Benotung Eigenkapitalquote 56
Tabelle 39: Gewichtung in Oberkriterium „Aktienkennziffern“ 59
Tabelle 40: Zusammenfassende Darstellung der Kriterien. 61
Tabelle 41: Zusammenfassende Darstellung der Ratingpunkte 62
Tabelle 42: Ratingergebnis 63
Tabelle 43: Ratingskala Kursverlustrisiko 63
Tabelle 44: Buchstaben-Ratingergebnis 64
Tabelle 45: Ermittlung des fairen Aktienkurses. 67
Tabelle 46: Kursziele und Handlungsempfehlungen. 67
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Andr é
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Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Kursentwicklung der IVG-Aktie in 2005.
Abbildung 2: IVG-Immobilienportfolio nach Regionen.
Abbildung 3: Immobilienuhr 3. Quartal 2005 von Jones Lang LaSalle
Abbildung 4: Vergleich der Ein-Jahres-Performance von US-REITs
Abbildung 5: Typologisierung nach Immobilienarten.
Abbildung 6: IVG-Immobilienportfolio nach Nutzungsarten.
Abbildung 7: Arten von US-REITs
Abbildung 8: Vergleich der Ertragsentwicklung der IVG und Deutsche Wohnen.
Abbildung 9: Ertragsquellen und deren Anteil am Gesamtergebnis der IVG.
Abbildung 10: DIMAX-Entwicklung in 2005
Abbildung 11: Gewinn je Aktie
Abbildung 12: Kurs-Gewinn-Verhältnis
Abbildung 13: 5-Jahres-Performance-Vergleich DivDAX und DAX
Abbildung 14: REIT-Preisprämie zum NAV.
Abbildung 15: Rendite-Kursverlustrisiko-Verhältnis
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André Adami
Erarbeitung einer Rating-Methode für deutsche Immobilien AG´s und Real Es tate Investment Trusts
0. Vorbemerkungen und Zielstellung
Bereits seit geraumer Zeit wird die Einführung von Real Estate Investment Trusts (REITs) in Deutschland intensiv diskutiert. REITs sind meist börsennotierte, steuerlich begünstigte indirekte Immobilieninvestments, die bereits in einigen europäischen und außereuropäischen Ländern existieren. In der derzeitigen Diskussion wird der deutsche Real Estate Investment Trust als „G-REIT“ oder „German-REIT“ bezeichnet. Nach derzeitigem Sachstand ist mit einer Erarbeitung der gesetzlichen Rahmenbedingungen und der Zulassung der REITs voraussichtlich Mitte oder Ende 2006 zu rechnen.
Die genaue Ausgestaltung des REITs ist noch unklar, jedoch werden bestimmte Voraussetzungen, wie beispielsweise die Erzielung von mindestens 75% der Einkünfte aus Vermietung sowie Ausschüttung der Erträge zu mindestens 90% an die Aktionäre, zu erfüllen sein. 1 Einhergehend mit den Anforderungen an die Höhe der Ausschüttung, welche beim Anleger voll mit dem individuellen Steuersatz zu versteuern ist, entfallen auf der Ebene des REIT die Unternehmensertragssteuern. 2
Im immobilienwirtschaftlichen Umfeld werden REITs als „Weiterentwicklung“ von Immobilienaktiengesellschaften (Immobilien AG´s) 3 und als sinnvolles Investmentvehikel betrachtet. Im Vorfeld der geplanten Einführung sind bereits börsennotierte deutsche Immobilien AG´s stärker in das Blickfeld der Investoren geraten und konnten im Jahr 2005 teilweise erhebliche Kurszuwächse verbuchen.
Dieses gesteigerte Interesse führt auch dazu, dass Unternehmen und Produkte an die Börsen kommen beziehungsweise bereits gelistet sind, die erhebliche Qualitätsniveauunterschiede aufweisen. Damit gehen naturgemäß unterschiedliche Chancen- und Ris ikostrukturen einher, die einen branchenfremden Investor vor erhebliche Beurteilungsprobleme stellen. Zudem fällt es Anlegern im Zuge der Globalisierung zunehmend schwerer, die Einflüsse auf die Finanzmärkte, beispielsweise durch den Ölpreisanstieg,
1 vgl. Ernst & Young AG; Luther (2005), S. 3
2 Körperschaftssteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer
3 Definition “Immobilien AG“: Eine zum Zwecke der Kapitalanlage gegründete Aktiengesellschaft. vgl.
Falk (2000), S. 404
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bezüglich ihrer Anlageentscheidung abzuschätzen. Zur Verunsicherung tragen Faktoren, wie langjährige Börsenbaisse, Terroranschläge und Berichte über sogenannten Immobilienblasen bei. In letzter Zeit ist deshalb die Sicherheit des investierten Kapitals für viele Anleger zum wichtigsten Kriterium einer Geldanlage geworden. Initiatoren von Finanzprodukten haben diesen Trend erkannt und konzipieren zune hmend Produkte, die durch eine hohe Risikodiversifizierung vor Kapitalverlust schützen sollen.
Unter Bezugnahme auf diese Zielstellung soll mit der vorliegenden Arbeit eine Rating-Methode für deutsche Immobilien AG´s und REITs erarbeitet werden, die im Ergebnis eine bessere Einschätzung des Kursverlustrisikos ermöglicht. Es wird hier aufbauend auf die Portfoliotheorie 4 von Harry M. Markowitz unterstellt, dass das Verlustrisiko mit der Stärke der Diversifikation des Anlageproduktes, im zu untersuchenden Fall, des Immobilienportfolios, negativ korreliert. Dies bedeutet, dass ein diversifiziertes Immo-bilienportfolio mit einer Vielzahl von Immobilien an unterschiedlichen Standorten mit verschiedenen Nutzungen ein geringeres Wertverlustpotenzial aufweist 5 , als beispielsweise ein Immobilienpaket ausschließlich mit Büroimmobilien in Frankfurt am Main.
Die zu erarbeitende Rating-Methode soll sowohl auf Immobilien AG´s als auch auf REITs anwendbar sein. Schwerpunktmäßig wird jedoch ein Rating für die bestehenden Immobilien AG´s in Deutschland entwickelt, da die exakte Ausgestaltung der G-REITs noch nicht feststeht. Die Erarbeitung das Ratings erfolgt auf Basis der Untersuchung von den drei deutschen börsennotierte Unternehmen IVG Immobilien AG, Deutsche Wohnen AG und Deutsche Euroshop AG.
Die Rating-Methode soll den Besonderheiten von indirekten immobilienspezifischen Anlageprodukten Rechnung tragen. Zielgerichtet werden dafür Kriterien herausgearbeitet, wie beispielsweise die strategische Ausrichtung des Immobilienportfolios und die spezifische Unternehmensorganisation. Außerdem werden für das Rating die klassischen aktienanalytischen Performancekennziffern, ergänzt um spezielle Kennzahlen der Immobilien AG- und REIT-Analyse, herangezogen.
4 Die Portfoliotheorie (portfolio selection theory) basiert auf der Erkenntnis, dass Investoren durch Mi-
schungen risikobehafteter Wertpapiere (oder Immobilien), also durch die Bildung von Portfolios, ein da-
mit verbundenes Risiko von Extremverlusten im Vergleich zu einzelnen, isoliert gehaltenen Anlagen re-
duzieren können. vgl. Markowitz (1952)
5 vgl. Schäfers (2000), S. 853
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Die Rating-Methode soll im Rahmen eines Ratings ohne Beauftragung, eines sogenannten Initiativratings, zur Anwendung kommen. Die Informationen für das Rating stammen hauptsächlich aus allgemein zugänglichem Datenmaterial, sogenannten Sekundärdaten. Insbesondere werden Geschäftsberichte und die jeweiligen Internetauftritte als Datenque llen herangezogen.
Zielstellung des Ratings ist die Beurteilung des Kursverlustrisikos einer Aktie. Durch den Vergleich mit der Aktienrendite des vergangenen Jahres 2005 und dem derzeitigen Bewertungsniveau des Marktsegments sollen Handlungsempfehlungen und mögliche Kursziele für einen mittelfristig orientierten Investor, der einen Anlagezeitraum von ein bis fünf Jahren hat, gegeben werden.
Das Thema wurde eigenständig aus der Berufstätigkeit des Diplomanden bei der deutschen Ratingagentur Scope Analysis GmbH entwickelt. Die zu erarbeitende Methode wird Aspekte von bestehenden Unternehmens- und Produktratings der Scope Group sowie Elemente der klassischen Aktienanalyse beinhalten.
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1. Vorgehensweise
Durch die intensive Beschäftigung mit am Markt agierenden börsennotierten deutschen Immobilien AG´s, die zum Anfang dargestellt sind, werden im Rahmen dieser Arbeit Ratingkriterien sowie Bewertungsmaßstäbe für das Kursverlustrisiko-Rating herausgearbeitet. Zur Beurteilung einer Aktie wird dem zu erarbeitenden Rating, die im zweiten Abschnitt ermittelte Vergangenheitsrendite gege nübergestellt.
Für das Rating des Kursverlustrisikos werden in den darauffolgende Kapiteln die drei Oberkriterien „Immobilienportfolio“, „Managementqualität“ und „Aktienkennziffern“, die sich jeweils aus verschiedenen Unterkriterien zusammensetzen, gebildet. Zu diesem Zweck erfolgt die Analyse von qualitativen und quantitativen Daten der untersuchten Unternehmen sowie ihrer Aktienkurse. Anschließend werden diese Daten zur Bildung der Unterkriterien herangezogen.
Zur Beurteilung der Unterkriterien dienen ordinale oder metrische Ratingskalen mit möglichen Bewertungen im Bereich zwischen 1 und 10 Punkten. Die Abstufungen sowie die Höchst- und Niedrigstwerte der Ratingskalen wurden aus den Ausprägungen der untersuchten Unternehmen, aus Benchmarks 6 oder anderen in der Aktienanalyse ange-wandten Bewertungsmaßstäben erarbeitet. In den Gewichtungen der Oberkriterien und Unterkriterien kommt das Werturteil des Analysten, in diesem Fall des Autors, vor dem Hintergrund seiner Markteinschätzung und Analyseerfahrung zum Ausdruck.
Die ermittelte Ratingnote zum Kursverlustrisiko, dargestellt in Form von Buchstaben, wird mit der Vergangenheitsrendite in ein Verhältnis gesetzt. Auf Basis dieses Ergebnisses und durch die Gegenüberstellung mit dem derzeitigen durchschnittlichen Aktienpreisniveau europäischer Immobilien AG´s wird ein fairer Aktienkurs errechnet. Im Anschluss werden durch den Vergleich der ermittelten fairen Aktienkurse mit den aktue llen Aktienkursen Handlungsempfehlungen und Kursziele für die Anleger formuliert.
6 vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Benchmark, Benchmarking ist ein Begriff aus den USA und bedeutet
übersetzt „Maßstäbe setzen“. Es ist ein Instrument, um Verbesserungsmöglichkeiten durch den Vergleich
von Leistungen zu finden.
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2. Unternehmensdarstellungen
Zum besseren Verständnis dieser Arbeit werden die drei untersuc hten Unternehmen IVG Immobilien AG, Deutsche Wohnen AG sowie Deutsche Euroshop AG nachfo lgend kurz beschrieben.
2.1. IVG Immobilien AG
Die IVG Immobilien AG (IVG) wurde 1916 als Industrieverwaltungsgesellschaft gründet und hat sich seit 1996 als europaweit tätiges Immobilienunternehmen positioniert. Sie bewirtschaftet derzeit ein eigenes Immobilienvermögen von rund 3,3 Mrd. EUR und verwaltet für Dritte einen Immobilienwert von etwa 12,0 Mrd. EUR. Weitere G eschäftsbereiche sind die Projektentwicklung und das Fondsgeschäft (Spezia lfonds und Geschlossene Fonds). Die IVG ist derzeit in Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Schweden sowie Ungarn investiert und unterhält in diesen Ländern eigene Niederlassungen. Der eindeutige Investitionsfokus liegt dabei auf Büro- und Gewerbeimmobilien einschließlich Logistik (92% der Verkehrswerte).
Aussagen der IVG zur Unternehmensstrategie:
- Konzentration auf Büroimmobilien und Businessparks in bedeutenden europäischen Metropolen und Wachstumsregionen - Nutzung von versetzten Immobilien-Marktzyklen - Aufwertung des vorhandenen Immobilienbestandes - Offene Immobilien-Spezialfonds und Geschlossene Immobilienfonds. 7
7 vgl. http://www.ivg.de/de/content_145.html
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2.2. Deutsche Wohnen AG
Die Deutsche Wohnen AG (Deutsche Wohnen) ist eine börsennotierte Immobilien-Aktiengesellschaft, die sich operativ auf die Wohnungsbewirtschaftung, das Portfoliomanagement und die Wohnungsprivatisierung, den Verkauf von Wohnungen an Mieter und Investoren, konzentriert. Das Immobilienportfolio des Konzerns bestand Ende 2004 aus 22.779 eigenen Wohneinheiten, die in Rheinland-Pfalz, im Rhein-Main Gebiet sowie in Nordhessen liegen.
Aussagen der Deutsche Wohnen zur Unternehmensstrategie
- Konzentration auf Wohnimmobilien in Deutschland - Operativer Fokus: Wohnungsbewirtschaftung, Portfoliomanagement und Wohnungsprivatisierung
- Strategische Instandhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen in der Wohnungsbewirtschaftung
- Optimierung der Bestandsstruktur durch Portfoliomanagement - Wertschöpfung durch Hebung stiller Reserven über den in der Regel kleinteiligen Abverkauf von Wohnungen an Mieter und Investoren - Sukzessive Portfolioerweiterung über Bestandszukäufe - Konsequente Ausschüttung freier Cash Flows im Rahmen einer ausbalancierten Finanzierungsstruktur. 8
2.3. Deutsche Euroshop AG
Die Deutsche Euroshop AG (Deutsche Euroshop) ist Deutschlands einzige Aktiengesellschaft, die ausschließlich in Shoppingcenter investiert. Sie ist zurzeit an 15 Einkaufscentern in Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich, Polen und Ungarn beteiligt. Das anteilige Gesamtinvestitionsvolumen der überwiegend in Innenstädten liege nden Center beläuft sich auf 1,3 Mrd. EUR.
8 vgl. http://www.deutsche-wohnen.de/Strategie.html
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Aussagen der Deutsche Euroshop zur Unternehmensstrategie
- Risikostreuung durch Investitionen in Einzelhandelsimmobilien - speziell
- Konzentration künftiger Investitionen auf langfristig ertragsstarke und wertbeständige Objekte in 1a-Lagen - „Buy & Hold“-Strategie
- kurze Entscheidungswege und große Flexibilität in bezug auf mögliche Beteiligungs- und Finanzierungsstrukturen
- Zusammenarbeit mit erfahrenen externen Partnern - Centermanagement durch ECE, Espansione Commerciale und Unibail. 9
In den weiteren Ausführungen dieser Arbeit soll deutlich werden, welchen Einfluss die unterschiedlichen Strategien und Immobilienportfolien der Unternehmen auf die Volatilität des Aktienkurses haben und wie hoch oder niedrig die Risiken für einen Kursverlust des jeweiligen Börsenpapiers sind.
9 vgl. http://www.deutsche-euroshop.de/deutsch/konzern/strategie/index.php
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3. Vergangenheitsrendite
Dem im Rahmen dieser Arbeit zu entwickelnden Rating „Kursverlustrisiko“ soll als Bewertungsmaßstab eine Vergangenheitsrendite oder auch Vergangenheitsperformance gegenüber gestellt werden. Die Rendite wird ermittelt aus der Kursentwicklung der letzten Periode und der ausgeschütteten Dividende.
Als Betrachtungszeitraum für die Vergangenheitsrendite soll in den weiteren Ausführungen jeweils eine Ein-Jahres-Periode dienen. Unter Bezugnahme auf eine quartalsweise Berichterstattung, die bei börsennotierten Immobilien AG´s gemäß den IFRS-Richtlinien 10 Pflicht ist, bietet sich die Berechnung einer Vergangenheitsrendite vierteljährlich jeweils auf Basis des Aktienkurses am letzten Handelstag des Quartals an.
Im Falle der Erstanalyse eines IPO 11 einer Immobilien AG oder eines REITs soll statt der Kursentwicklung der letzten Periode die Entwicklung des Net Asset Value (NAV) 12 als Bewertungsmaßstab für die Vergangenheitsrendite herangezogen werden. Übertragen auf die Immobilienwirtschaft ist der Net Asset Value die Differenz aus der Summe der Verkehrswerte der Immobilien abzüglich der Verbindlichkeiten.
Es ist jedoch vorstellbar, dass es auch zur Bildung eines REIT aus einem Immobilien-portfolio oder einem Unternehmen kommt, welches das Immobilienvermögen noch nicht nach Verkehrswerten (IFRS), sondern nach Anschaffungs- oder Herstellungskosten der Immobilie vermindert um Abschreibungen (HGB) bewertet hat. In diesen Fällen kann eine dem Rating dienende Betrachtung der Wertentwicklung der Vermögenswerte nicht erfolgen.
Für die weiteren Betrachtungen wird auf die Kursentwicklung der jeweiligen Aktien in der letzten Ein-Jahres-Periode Bezug genommen.
10 IFRS - International Financial Reporting Standards
11 Unter IPO - Initial Public Offering - versteht man die erstmalige Emission von Unternehmensanteilen
(Aktien) auf dem organisierten Kapitalmarkt vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Initial_Public_Offering
12 Englische Bezeichnung für Nettoinventarwert, welcher sich aus der Summe aller Vermögensgegen-
stände abzüglich sämtlicher Verbindlichkeiten errechnet vgl. http://www.boersenlexikon.de/nettoinv.htm
12
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3.1. Ermittlung und Vergleich der Vergangenheitsrendite
Die Vergangenheitsrendite wird nachfolgend am Beispiel der IVG-Aktie entsprechend der Kursentwicklung und der Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2004 dargestellt. 13
Tabelle 1: Kursentwicklung der IVG-Aktie in 2005
Die Dividende für das Geschäftsjahr 2004 betrug 0,35 EUR pro Aktie und wurde am 01.06.2005, somit im 2. Quartal des Jahres 2005, an die Aktionäre ausgeschüttet. Zur Ermittlung der Dividendenrendite soll aus Vereinfachungsgründen hier der Kurswert der Aktie am Beginn der Ein-Jahres-Betrachtungsperiode herangezogen werden. Ebenso soll aus Vereinfachungsgründen auf die Einrechnung von potenziellen Zinsen aus der Wiederanlage der Dividende zwischen dem Zeitpunkt der Dividendenzahlung und dem Stichtag der Betrachtung der Vergangenheitsrendite verzichtet werden. Außerdem werden gegebenenfalls fällige Steuerzahlungen auf Anlegerseite vernachlä ssigt, so dass an dieser Stelle die Dividendenrendite vor Steuern auf Basis des Kurswertes der Aktie zwölf Monate vor dem Bewertungsstichtag angegeben wird. Der Kurs der IVG-Aktie betrug am 31.12.2004 12,20 EUR. Auf Basis dieses Kurses beläuft sich die Dividendenrendite, die in die Vergangenheitsperformance einfließt, auf rund 2,9% pro Jahr.
Tabelle 2: Gesamtrendite der IVG-Aktie in 2005
13 vgl. http://www.ivg.de/de/content_charts.asp
13
André Adami
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Zum 30.12.2005 betrug die Ein-Jahres-Performance der IVG-Aktie rund 45,2% pro Jahr und in der Addition mit der Dividendenrendite insgesamt rund 48,1% pro Jahr. Mit dem Kursentwicklungen und Dividendenzahlungen des Jahres 2005 der drei untersuchten Unternehmen lassen sich für den direkten Vergleich Durchschnittswerte bilden.
Tabelle 3: Kursentwicklung der untersuchten Unternehmen in 2005 14
Tabelle 4: Divi dendenrendite der untersuchten Unternehmen in 2005 15
Die Tabellen stellen deutlich dar, dass es im Jahr 2005 keinen direkten Zusammenhang zwischen der Höhe der Dividendenrendite und der Kursentwicklung der Aktien gab. Trotz einer vergleichsweise niedrigen Dividendenrendite konnte die IVG-Aktie die höchste Steigerung des Aktienkurses verzeichnen. Bei der nachfolgenden Betrachtung der Gesamtrendite kann die IVG-Aktie aufgrund ihrer überdurchschnittlichen Kursentwicklung den Mittelwert der Gesamtrendite von rund 41% deutlich überbieten.
14 Eigene Berechnungen vgl. http://www.comdirect.de/
15 Eigene Berechnungen vgl. http://www.comdirect.de/
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Arbeit zitieren:
Dipl.-Wirtschaftsing. André Adami, 2006, Erarbeitung einer Rating-Methode für deutsche Immobilien AGs und Real Estate Investment Trusts (G-REITs), München, GRIN Verlag GmbH
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