Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)
Kulturwissenschaftliche Fakultät
Fremde Kulturen sind bunt.
Die Inszenierung des Umgangs mit Interkulturalität
am Beispiel des „Karnevals der Kulturen“ in Berlin
Bachelorarbeit
zur Erlangung des akademischen Grades „Bachelor of Arts“
vorgelegt von: Linda Dithmer
vorgelegt am: 8. März 2007
Inhaltsverzeichnis
Resumen ... 1
1 Einleitung ... 3
2 Karneval der Kulturen ... 7
2.1 Kulturelles Großevent ... 8
2.2 regionale Rahmenbedingungen in Berlin ... 10
2.3 öffentliche Wahrnehmung und Medien ... 11
2.4 Nachhaltigkeit ... 13
3 Kultur ... 15
3.1 Definition ... 15
3.2 Kultur und Karneval ... 17
3.3 Integration ... 18
4 Das „Andere“ ... 20
4.1 Fremdwahrnehmung ... 20
4.2 Stereotype und Vorurteile ... 22
4.3 Kommunikation und interkulturelle Kompetenz ... 24
5 Interkulturalität ... 27
5.1 Globalisierung ... 28
5.2 Identität ... 29
5.3 Medien ... 31
6 Schlusswort ... 33
Literatur ... 36
Monographien, Sammelbände, Aufsätze in Sammelwerken: ... 36
Dokumentationsverzeichnis / Zeitungen ... 38
Abkürzungsverzeichnis ... 41
Resumen
En Berlín se puede constatar una diversidad y una mezcla de las culturas. Esto resulta por el proceso mundial llamado globalización. Alemania es un país de inmigrantes y desde muchos años vivimos juntos con personas extranjeras. Especialmente en las grandes ciudades como Berlín se pueden ver los efectos de la llamada multiculturalidad. Un producto de esa interculturalidad vivida es el „carnaval de las culturales“ que tiene lugar desde 1996 cada año en las calles de Berlín. Es un evento que incluye un festival de la calle y al final se realiza un desfile festivo donde diferentes culturas se presentan. Es una fiesta del pueblo para ver la diversidad que se vive en Berlín. Se pueden probar comidas y bebidas típicas y quien quiera puede participar en los bailes y disfraces.
En este trabajo el carnaval está analizado desde muchos aspectos. El concepto de cultura que se funda en el carnaval se refiere a cultura como un sistema de orientación, la cual los miembros de una misma cultura usan para poder situarse en la sociedad. Otro aspecto se refiere a la situación de migración, sus causas, la integración y los problemas de la misma. Un efecto de la globalización es la interculturalidad, que tiene de consecuencia un cambio de identidad. Los medios informativos también tienen un gran impacto en los puntos de vista de la gente. La percepción siempre incluye una imagen del otro que está influida por estereotipos. Es necesario comunicarse e interactuar con gente de diferentes culturas. Así se puede desarollar lo que se llama la competencia intercultural. Esto es la capacidad de entender y comunicarse con gente de diferentes culturas en una forma adecuada de sus normas y estilos de comunicación. Vimos que eso es un proceso contínuo el cual se realiza en cada interacción intercultural.
También analizamos el carnaval como un producto que está hecho por personas; con el propósito de enseñar la diversidad cultural de Berlín. Pero vemos que no refleja la verdadera situación multicultural de Berlin porque la mayoría de inmigrantes de la ciudad no están representados en el carnaval, por ejemplo los turcos y los rusos. Un aspecto muy importante es que la interacción cultural y con ello el proceso de entendimiento es solamente posible en los protagonistas y tanto en los visitantes. Ellos no necesariamente tienen que participar en el acto festivo, pero en todo caso tienen la oportunidad de hacerlo. Entonces el intercambio cultural es dependiente de cada individuo y su interés en el mismo. Sin embargo el carnaval puede ser visto como posibilidad de intercambiar conceptos, conocimientos y valores entre culturas y festejar juntos para tener experiencias afirmativas las cuales inflyuen la conducta en una forma más abierta y tolerante.
1 Einleitung
Die kulturelle Weltkarte ist geprägt von Vielfältigkeit. Durch globale Angleichungsprozesse und Kontaktzunahme intensivieren sich die interkulturellen Beziehungen, was dazu führt, dass nationale Grenzen mehr und mehr an Bedeutung verlieren. Dadurch kommt es zu einem Zusammenleben verschiedenster Kulturen an einem Ort. Menschen verlassen ihre Heimat aus unterschiedlichsten Gründen, so zum Beispiel aus Armut, Krieg oder einfach, um andernorts ein besseres Leben zu finden.
Migration ist heute „ein globales, im Sinne des Wortes transnationales Phänomen“ (Welz 1996:100). In Deutschland wurden nach dem 2. Weltkrieg viele Migranten, hauptsächlich aus der Türkei und Osteuropa, als Arbeitskräfte ins Land geholt (vgl. Dok. 6:4). In Berlin leben besonders viele Menschen nicht-deutscher Herkunft, so war 2004 jede achte Person nicht im Besitz der deutschen Staatsangehörigkeit, was 13,5% der Gesamtbevölkerung ausmacht (vgl. Dok. 6:4). Es ist daher erforderlich, sich mit Themen wie Integration, Fremdheit und dem Verhältnis zu anderen Kulturen auseinanderzusetzen. Geschieht dies nicht, können, aufgrund von fehlenden positiven Kontakten und Erfahrungen, Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung und diverse soziale sowie wirtschaftliche Nachteile für die Migranten zunehmen. Die Konsequenz daraus ist eine erschwerte Eingliederung in die Gesellschaft, die mit dem Rückzug der Migranten in den Kreis ihrer Kultur einhergeht. Solch eine Separation ist nicht wünschenswert, da sie für die gesamte Entwicklung Deutschlands Folgen hat. So wirkt sich nicht erfolgte Integration zum Beispiel negativ auf die Reduzierung der Arbeitslosigkeit, das Bildungsniveau sowie den wirtschaftlichen Fortschritt allgemein aus. Die Migranten haben zum Beispiel durch fehlende Sprachkenntnisse und nicht vorhandenen Kenntnissen der Normen und Werte des Einwandererlandes einen schlechteren Zugang zu Bildung und zum Arbeitsmarkt.
Wie ein Aufnahmeland mit Migranten umgeht, hängt maßgeblich von ihrer Grundeinstellung ab. Es geht um die Selbstkonzepte der jeweiligen Gesellschaften, um ihr Verständnis im Umgang mit gesellschaftlicher Identität und ihrer Auffassung von nationaler Kultur (vgl. Welz 1996:111). In den USA gilt zum Beispiel das Staatsbürgerrecht nach Geburt. Wer dort geboren ist, erhält die amerikanische Staatsbürgerschaft. In Deutschland gilt das Staatsangehörigkeitsgesetz, d.h. man ist Deutscher durch Geburt und durch deutsche Eltern (vgl. Dok. 12). Es zeigen sich hier zwei grundlegend verschiedene Einstellungen, welche durch die Politik mitbestimmt und umgesetzt werden.
Die Bundesregierung hat für die speziellen Aufgaben, welche durch Migration entstehen, eigens das „Bundesamt für Migration und Flüchtlinge“ (BAMF) geschaffen. Es versteht sich als „Kompetenzzentrum für Migration, Integration und Asyl“ (Dok. 13) und hat in diesem Rahmen verschiedene Aufgaben inne. Dazu gehören die Entscheidung über Asylanträge, Abschiebeschutz von Flüchtlingen sowie die Förderung von sprachlicher, sozialer und gesellschaftlicher Integration von Zuwanderern.
Die Integration von Migranten findet auf zwei Ebenen statt. Zum Einen die rein formal-rechtliche Ebene, welche durch das BAMF von staatlicher Seite geregelt wird. Zum Anderen findet eine kulturell-gesellschaftliche Eingliederung statt. Dabei geht es um die Eingewöhnung in den kulturellen Habitus des Einwandererlandes und das Erlernen gesellschaftlicher Normen und Werte. Dieser Prozess soll uns hier in erster Linie interessieren.
Die Stadt Berlin hat in ihrem Integrationskonzept klare Maßnahmen festgelegt, die positiv zur Integration und Interkulturalität beitragen sollen. Ein Punkt ist die Förderung internationaler Kulturinitiativen sowie interkultureller Projekte (vgl. Dok. 6:72 ff.). Eines dieser Projekte ist der seit 11 Jahren stattfindende Karneval der Kulturen (KdK), welcher jährlich am Pfingstwochenende in den Straßen Kreuzbergs und Neuköllns stattfindet.
Der Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit bezieht sich auf die kausalen Zusammenhänge dieser kulturellen Veranstaltung, welche die multikulturelle Gesellschaft Berlins repräsentieren soll. Dabei wird der KdK aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Der Zusammenhang mit der migrationspolitischen Situation in Berlin soll aufgezeigt und analysiert werden. Kann ein Projekt wie der KdK zur interkulturellen Verständigung und Annäherung beitragen? Wenn ja, wie und wodurch wird dies erreicht? Inwiefern können Kulturprojekte einen Beitrag leisten, bestehende Strukturen zu lösen und neue inter-kulturelle Verbindungen und Kommunikationsformen zu eröffnen? Es wird nach der Intention der Veranstalter gefragt, sowie die Wirkung auf die Zuschauer untersucht. Kann bei Teilnehmern sowie Zuschauern eine Veränderung im Denk- und Wahrnehmungsprozess stattfinden? Oder wird einfach nur eine große Open-Air-Party gefeiert?
Ein besonderer Blick wird auf die „Inszenierung“ von Interkulturalität gerichtet. Der KdK ist ein öffentliches Ereignis, welches durch Kulturmanager der „Werkstatt der Kulturen“ (WdK) in Berlin organisiert wird. Er soll zeigen, wie bunt und vielfältig die Berliner Kulturlandschaft ist, und gleichzeitig ein Zeichen setzen für ein friedliches Miteinander. Eine Plattform der Präsentation ermöglicht kulturelle Aktionen, die auf ihre Authentizität und Wirksamkeit geprüft und untersucht werden.
Diese Arbeit wäre ohne interdisziplinäre Bezüge nicht möglich. Die fächerübergreifende Thematik führte dazu, dass Disziplinen wie die Linguistik, Sozialwissenschaften, Philosophie und Psychologie inhaltlichen Einfluss gefunden haben.
Der inhaltliche Aufbau ist folgendermaßen gegliedert: Zu Beginn steht eine Einführung in die Arbeit der WdK. Deren Projekt, der KdK wird in seinen Zielvorstellungen und seiner Arbeitsweise erläutert. Aufgrund der Bekanntheit und großen Wirkung, die er bei Teilnehmern und Zuschauern erzielt, ist er als kulturelles Großevent einzustufen. Welche Auswirkungen hat das auf ihn selbst und auf Berlin? Als praxisorientiertes Beispiel soll er verdeutlichen, wie sich in Berlin Multikulturalität ausdrückt und einen gestalterischen Rahmen findet. Es wird Bezug genommen auf die speziellen Bedingungen in Berlin. Die öffentliche Wahrnehmung wird anhand von Presseberichten und die Rolle der Medien generell untersucht. Weiterführend wird geschaut, inwiefern diese urbane Veranstaltung Nachhaltigkeit besitzt, und was die realen Effekte in der Kulturlandschaft sein könnten. Welchen Beitrag kann der KdK leisten, in Berlin ein Optimum an Ausgestaltung und das Ausleben der kulturellen Vielfältigkeit zu schaffen? In diesem Zusammenhang wird sein Potenzial als „Integrationswerkstatt“ (vgl. Dok. 11) untersucht. Inwiefern und in welchen Zusammenhängen kann er Integration begünstigen und fördern? Der KdK ist ein Produkt der kulturellen Vielfalt Berlins. Daher werden einige grundlegende Überlegungen zum Aspekt Kultur gemacht. Kultur prägt das Individuum in besonderem Maße und bestimmt zum großen Teil seine Norm- und Wertvorstellungen. Es wird geschaut, wo sich die erläuterten Aspekte von Kultur im Konzept des KdK wiederfinden.
[...]
Arbeit zitieren:
Linda Dithmer, 2007, Fremde Kulturen sind bunt - Die Inszenierung des Umgangs mit Interkulturaliät am Beispiel des "Karnevals der Kulturen" in Berlin, München, GRIN Verlag GmbH
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