Lizentiatsarbeit
Bis dass der Film reißt
Dimensionen von filmischem Exzess in einer Gegenüberstellung
von Art Cinema und postmodernem Film
eingereicht von:
Sarah Maret und Gina-Lisa Bucher
Thema und Zeitpunkt der Lehrveranstaltung
LizentiandInnenkolloquium im SS 2006
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ... 1
1.1 Forschungsstand ... 3
1.2 Leitfragen ... 3
1.3 Aufbau ... 4
I. Theorie ... 5
2. Filmischer Exzess: Definitionen, Formen und Dimensionen ... 5
2.1 Theoretische Konzepte zu filmischem Exzess (Thompson / Barthes) ... 5
2.1.1 The Concept of Cinematic Excess (Kristin Thompson) ... 5
2.1.2 Le sens obtus (Roland Barthes) ... 7
2.1.3 Thompson versus Barthes: Fazit und Kritik ... 10
2.1.4 Erste Begriffsbestimmung von filmischem Exzess ... 11
2.2 Weitere theoretische Bezüge zum Konzept des filmischen Exzesses ... 12
2.2.1 Filmischer Exzess als Betonung der Stil-Ebene von Filmen ... 12
2.2.2 Exkurs: Bedeutung von Stil in der Filmgeschichte ... 13
2.2.3 Genreorientierte Betrachtung von filmischem Exzess ... 15
2.2.4 Narratologische Ansätze ... 16
Discours vs. histoire (Christian Metz) ... 16
Sujethafte und sujetlose Filme (Jurij M. Lotman) ... 17
Topik-Reihen (Peter Wuss) ... 18
Dysnarration (Francis Vanoye) ... 18
Narrationsmodi: Art Cinema Narration und parametrische Narration (David Bordwell) ... 19
Fazit ... 21
2.2.5 Auteur-Theorie ... 21
Begriffsbestimmung und -entwicklung ... 22
Kritik und Diskussion: Historischer Abriss ... 23
Autorenfilm im Kontext Art Cinema ... 25
Autorenfilm im Kontext postmoderner Filme ... 25
Fazit ... 26
2.2.6 Unterscheidung zwischen Spektakel und Exzess ... 27
2.2.6.1 Filmischer Exzess als Form von Selbstreflexivität ... 28
2.2.6.2 Filmischer Exzess als Form von Spektakel ... 29
2.3 Interdisziplinärer Zugang ... 30
2.3.1 Manierismus ... 31
2.3.2 Barock und Neobarock ... 34
2.3.3 Minimal Art ... 39
2.3.4 Kitsch, Camp ... 41
2.3.5 Weitere Parallelen in Literatur und Theater ... 43
2.3.6 Zusammenfassung der interdisziplinären Parallelen ... 45
2.4 Abschliessende Beurteilung ... 47
Filmischer Exzess als Gegenspieler ... 49
Filmischer Exzess in Form von Selbstreflexion ... 49
Filmischer Exzess in Form von Spektakel ... 49
Filmischer Exzess in Form von Verrätselung ... 50
Filmischer Exzess als Grenzbereich: Gegenkonzept und Subversion ... 50
3. Gegenüberstellung Art Cinema und postmoderner Film ... 52
3.1 Filmgeschichtliche Kontextualisierung: Art Cinema ... 52
Begriffsbestimmung ... 52
Filmhistorische Entwicklung ... 53
Themen ... 55
Narration und Gestaltungsmittel ... 56
Figuren im Art Cinema ... 57
Fazit: Ästhetik im Art Cinema ... 59
3.2 Exzess im Art Cinema ... 60
3.3 Filmgeschichtliche Kontextualisierung: postmoderner Film ... 63
Begriffsbestimmung ... 63
Themen ... 65
Narration und Gestaltungsmittel ... 67
Figuren im postmodernen Film ... 70
Fazit: Postmoderne Ästhetik ... 71
3.4 Exzess im postmodernen Film ... 72
3.5 Gegenüberstellung Art Cinema und postmoderner Film:
Merkmale filmischen Exzesses ... 73
II. ANALYSE ... 78
4. Fallbeispiele ... 78
4.1 L’ANNÉE DERNIÈRE À MARIENBAD (Alain Resnais, F 1961) ... 78
Synopsis ... 79
Einbettung und Beschreibung der analysierten Sequenz ... 80
Narration und Gestaltungsmittel ... 80
Beurteilung filmischer Exzess in L’ANNÉE DERNIÈRE À MARIENBAD ... 83
4.2 L’ECLISSE (Michelangelo Antonioni, I/F 1962) ... 85
Synopsis ... 86
Einbettung und Beschreibung der ausgewählten Sequenz ... 86
Narration und Gestaltungsmittel ... 87
Beurteilung filmischer Exzess in L’ECLISSE ... 92
4.3 PERSONA (Ingmar Bergman, S 1965) ... 93
Synopsis ... 94
Einbettung und Beschreibung der ausgewählten Sequenz ... 95
Narration und Gestaltungsmittel ... 95
Beurteilung filmischer Exzess in PERSONA ... 99
4.4 VIDEODROME (David Cronenberg, CAN/USA 1983) ... 101
Synopsis ... 102
Einbettung und Beschreibung der ausgewählten Sequenz ... 102
Narration und Gestaltungsmittel ... 103
Beurteilung filmischer Exzess in VIDEODROME ... 104
4.5 DROWNING BY NUMBERS (Peter Greenaway, UK/NL 1988) ... 105
Synopsis ... 106
Einbettung und Beschreibung der ausgewählten Sequenz ... 107
Narration und Gestaltungsmittel ... 107
Beurteilung filmischer Exzess in DROWNING BY NUMBERS ... 110
4.6 LOST HIGHWAY (David Lynch, USA 1997) ... 112
Synopsis ... 113
Einbettung und Beschreibung der ausgewählten Sequenz ... 113
Narration und Gestaltungsmittel ... 114
Beurteilung filmischer Exzess in LOST HIGHWAY ... 119
5. Schlusswort ... 123
5.1 Dominante Ausprägungen von filmischem Exzess im Art Cinema ... 123
5.2 Dominante Ausprägungen von filmischem Exzess im postmodernen Film ... 126
5.3 Synthese ... 129
Filmischer Exzess als Selbstzweck ... 129
Kombination und Wiederholung: punktuelle versus konsequente Anwendung ... 130
Filmischer Exzess und Autorschaft ... 132
Art Cinema versus postmoderner Film: Entwicklung von filmischem Exzess ... 133
6. Ausblick ... 135
7. Literatur ... 138
8. Filmografie ... 149
Spielfilme ... 149
TV-Serien ... 154
III ANHANG ... 155
9. Sequenzprotokolle ... 155
9.1 Sequenzprotokoll zu L’ANNÉE DERNIÈRE À MARIENBAD ... 155
9.2 Sequenzprotokoll zu L’ECLISSE ... 158
9.3 Sequenzprotokoll zu PERSONA ... 164
9.4 Sequenzprotokoll zu VIDEODROME ... 168
9.5 Sequenzprotokoll zu DROWNING BY NUMBERS ... 176
9.6 Sequenzprotokoll zu LOST HIGHWAY ... 182
10. Untersuchungskorpus ... 186
11. Abbildungsverzeichnis ... 193
1. Einleitung
Bis dass der Film reisst: Der Moment, in dem Ingmar Bergman für PERSONA (S 1965) einen brennenden Filmstreifen durch den Projektor laufen lässt, kann als Sinnbild für filmischen Exzess stehen. Obwohl aus dem Experimentalfilm entlehnte Formexperimente im Spielfilm Eingang gefunden haben, irritieren die fünf Sekunden, in denen Bergman nichts als ein weisses Bild zeigt: Die Form verselbständigt sich und wird zum Selbstzweck. Diesem Moment der Irritation kann die rauschende Tonspur zum schwarzen Bild in LOST HIGHWAY (USA 1996) gegenübergestellt werden. Nach einer schnell geschnittenen Sequenz kippt das Bild weg und David Lynch zeigt während fast 17 Sekunden zuerst ein unscharfes, dann ein schwarzes respektive leeres Bild.1 Obwohl exakt dreissig Jahre zwischen den beiden Filmen liegen, verwischen sie in ähnlicher Weise, durch den Einsatz von formalem Exzess, die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Traum oder Fantasie. Dem Zuschauer2 wird damit jeder Hinweis für eine Zuordnung der Bilder verweigert. Diesem Moment der Irritation, wie es evoziert wird und welche Formen dafür verantwortlich sind, widmet sich die vorliegende Arbeit.
Obwohl filmischer Exzess seit Beginn der Filmgeschichte als Phänomen zu finden ist, erscheinen erst 1964 mit Barthes’ Le sens obtus, Heaths Terms of Analysis (1975) und Kristin Thompsons Concept of Cinematic Excess (1977) erste wissenschaftliche Abhandlungen dazu. Tom Gunning beschreibt das Kino vor 1906 in Anlehnung an den von Sergej Eisenstein geprägten Begriff als Attraktionskino: „Der dramatischen Zur-Schau-Stellung wird der Vorrang gegeben vor dem Narrativen, dem direkten Auslösen von Schocks oder Überraschungen vor dem Ausbreiten einer Geschichte oder dem Erschaffen eines diegetischen Universums“.3 Er bewertet deshalb Georges Méliès’ Trickeffekte als exzessiver als die eher alltagsnahe Darstellung von Ereignissen in den Filmen der Gebrüder Lumière. BRONENOSETS POTYOMKIN (SU 1925) von Sergej Eisenstein wird beispielsweise als Exzess der Montage oder als überflüssiges Spektakel beschrieben.4 Thomas Elsaesser schildert BRAM STOKER’S DRACULA (USA 1992) von Francis Ford Coppola als exzessives Erlebnis, das abwechslungsweise zwischen Schock und Überraschung, Erotik, Verwandlungskunst und Sinnestäuschung hin- und herschwanke.5 Oliver Fahle bezeichnet John Woos FACE OFF (USA 1996) wegen der ausgefeilten Actionästhetik als visuellen Exzess, oder auch David Lynchs WILD AT HEART (USA 1990), der die Geschichte durch die visuelle Übersättigung des Bildes vermittle.6 Die Bewertung von Exzess durch Filmkritiker muss allerdings differenziert beleuchtet werden, da diese sich häufig auf den Inhalt beziehen und etwa Tabubrüche in Filmen von Derek Jarman (z.B. EDWARD II, UK 1991) oder Gewaltexzesse in NATURAL BORN KILLERS von Oliver Stone (USA 1994) beschreiben. Exzess im Film impliziert also vielfältigste Erscheinungsformen und scheint schwer fass- und eingrenzbar. Die Definition von filmischem Exzess wird meist in die Nähe der Begriffe Attraktion oder Spektakel gebracht.
Die vorliegende Untersuchung versucht nicht eine Übersicht über das ohnehin grosse Begriffsfeld zu geben, sondern versteht sich als eine Annäherung an das Thema. Insbesondere sollen Formen von filmischem Exzess herausgegriffen und bewertet werden. Welche Formen und Dimensionen lassen sich auf Grund der theoretischen Ausführungen zum filmischen Exzess definieren? Welche filmtheoretischen Ansätze können zur Konkretisierung des Begriffs herangezogen werden? Gibt es Vergleiche mit Konzepten in der Kunst- und Kulturwissenschaft? Wie hat sich filmischer Exzess im Laufe der Filmgeschichte entwickelt? Welchen Funktionen entspricht er in den unterschiedlichen Perioden, und inwiefern besteht ein Zusammenhang zwischen filmischem Exzess und Autorschaft? Diesen und anderen Leitfragen will die Lizentiatsarbeit Aufschluss geben.
In einer Gegenüberstellung von Art Cinema und postmodernem Film sollen die unterschiedlichen Formen und Dimensionen von filmischem Exzess aufgezeigt werden. Die beiden Perioden dienen uns dabei als Vergleichspunkte. Sie eignen sich für eine Untersuchung gut, weil sie sich beide jeweils anders mit der spezifisch filmischen Form auseinander setzten, um daraus ihre eigene Filmsprache zu entwickeln. Beiden ist ein Umbruch filmischer Erzählweise gemein, wobei sich das postmoderne Kino nicht als Gegenentwurf – wie das Art Cinema zum klassischen Kino – versteht, sondern sich spielerisch auf die Filmgeschichte im Allgemeinen bezieht. Erstere verstand Exzess mehrheitlich als kritische Auseinandersetzung mit der filmischen Form des traditionellen Kinos. Die Gegenüberstellung soll Tendenzen, in der Verschiebung der Funktionen von filmischem Exzess, aufspüren.
Für die Analyse haben wir deshalb aus beiden Perioden je drei Fallbeispiele ausgewählt: L’ANNÉE DERNIÈRE À MARIENBAD (Alain Resnais, F/I 1961), L’ECLISSE (Michelangelo Antonioni, I/F 1962) und PERSONA stehen dabei für das europäische Art Cinema der 1960er Jahre, während VIDEODROME (David Cronenberg, USA/CAN 1983), DROWNING BY NUMBERS (Peter Greenaway, UK/NL 1988) und LOST HIGHWAY den anglo-amerikanischen postmodernen Film vertreten. Filmischer Exzess äussert sich in den Fallbeispielen jeweils in unterschiedlichen Ausprägungen. Eine Synthese der Fallbeispiele ermöglicht Aufschlüsse und eine Konkretisierung des vagen theoretischen Begriffs. Die vorliegende Arbeit fokussiert formale Gestaltungsmittel, jedoch muss berücksichtigt werden, dass Form und Inhalt in jedem filmischen Werk in einem dialektischen Verhältnis zu einander stehen. Formulierungen wie das Art Cinema und der postmoderne Film sind mit Vorbehalt zu lesen und nicht als absolute Grössen zu verstehen. Ähnlich problematisch ist die Begriffsverwendung von Normen und Konventionen. Auch hier muss darauf hingewiesen werden, dass sie als Hilfskonstruktionen verwendet werden, die als Grundlage für die Beurteilung filmischen Exzesses notwendig sind.
Es gilt zu berücksichtigen, dass filmischer Exzess je nach Kulturkreis variiert. Beispielsweise wäre eine separate Untersuchung notwendig, um filmischen Exzess im Bollywoodkino zu beschreiben. Alexandra Schneider zum Beispiel schreibt dem zeitgenössischen Hindi-Mainstream-Film eine exzessive Emotionalität zu, wie sie im Westen nur selten anzutreffen ist.7 Die vorliegende Lizentiatsarbeit bezieht sich deshalb ausschliesslich auf das Kino der westlichen Gesellschaft (USA und Europa).
Genauso ist es für die Beschreibung von filmischem Exzess unabdingbar, nicht nur den jeweiligen kulturellen, sondern auch historischen Kontext zu berücksichtigen, da die Verwendung von Stilmitteln stark damit zusammenhängt. Beispielsweise begünstigten technische Innovationen, wie die Einführung von Breitwand, Technicolor oder split screen, neue Formen von Stilüberschuss.
1.1 Forschungsstand
Der Forschungsstand zum Begriff des filmischen Exzesses ist gering. Eine erste Konkretisierung erfährt der Begriff mit Kristin Thompsons Concept of Cinematic Excess, den sie 1977 als Artikel in Ciné-Tracts veröffentlichte. Dieses Konzept ist Ausgangslage für vorliegende Lizentiatsarbeit. Thompsons Ausführungen basieren auf Stephen Heaths Begriff des filmischen Exzesses, der schon 1975 in Terms of Analysis entwickelt wurde, und Roland Barthes’ Essay von 1964 über den stumpfen Sinn. Beide Texte beschäftigen sich mit filmischem Exzess und beschreiben ausführlich dessen Ausprägungen, verweigern sich jedoch letztlich einer präzisen Definition.
Wegen der schwierigen Begriffbestimmung von filmischem Exzess orientiert sich die Arbeit an weiteren filmtheoretischen Konzepten und interdisziplinären Ansätzen. Diese setzen sich mit Stil im Allgemeinen und im Speziellen mit der Betonung der Stil-Ebene im Film auseinander und weisen starke Parallelen zu Thompsons, Heaths und Barthes’ Begriffsbestimmung von filmischem Exzess auf.
1.2 Leitfragen
Schwerpunkt der Lizentiatsarbeit ist einerseits die Frage nach den Dimensionen von filmischem Exzess, andererseits die Frage nach dessen Entwicklung: Welche Eigenschaften weist filmischer Exzess im Art Cinema auf? Wie wirkt sich dieser danach in postmodernen Filmen aus? Wo liegen Gemeinsamkeiten und wo können Unterschiede festgemacht werden? Wo liegen die jeweiligen Dominanten von filmischem Exzess in den Fallbeispielen?
Weiter interessiert uns die Anwendbarkeit von Thompsons Konzept: Eignet es sich zur Analyse von Fallbeispielen? Wie könnte es gegebenenfalls angepasst werden? Welche Schwierigkeiten ergeben sich durch die Beschreibung von filmischem Exzess? Lässt sich Thompsons Konzept mit weiteren Ansätzen verbinden oder gar erweitern? Welche Dimensionen oder Bereiche werden hinsichtlich der verschiedenen Ausformulierungen von filmischem Exzess tangiert?
1.3 Aufbau
Der Theorieteil stellt die Konzepte von Thompson und Barthes vor und erweitert diese mit narratologischen Ansätzen, die die Betonung der Stil-Ebene fokussieren. Auch werden Parallelen zwischen filmischem Exzess und verschiedenen Filmgenres herausgearbeitet. Für eine weitere Eingrenzung soll das Konzept des filmischen Exzesses von verwandten Begriffen abgegrenzt beziehungsweise Zusammenhänge hergestellt werden – einerseits zum Begriff der Selbstreflexivität, andererseits zu jenem des Spektakels. In diesem Zusammenhang wird auch der Autorenfilm erwähnt, weil er die subjektive Handschrift im Schaffen eines Regisseurs betont. Ausserdem wird ein möglichst offener Zugang durch die Darstellung verwandter Ansätze – wie jener des Barocks, Manierismus, Kitschs und Camps – gewährleistet.
Nach einer ersten Begriffsbestimmung und -eingrenzung interessieren insbesondere Merkmale und Funktionen des Exzesses im Art Cinema im Gegensatz zum postmodernen Film.
Die Analyse untersucht den filmischen Exzess an ausgewählten Fallbeispielen. Aus einem breit angelegten Untersuchungskorpus mit Filmen des Art Cinema und des postmodernen Films wurden sechs Filme ausgewählt, die sich zur Bestimmung von filmischem Exzess besonders anbieten. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich der Korpus der Lizentiatsarbeit auf den Spielfilm beschränkt, da sich die Ausführungen zum filmischen Exzess ausschliesslich auf diesen übertragen lassen. In Genres wie dem Experimentalfilm oder dem Avantgardefilm etc. erweist sich die übertriebene Darstellung der formalen Ebene als charakteristisch. Die Analyse von filmischem Exzess macht dort insofern keinen Sinn, weil eine Gegenüberstellung zwischen Absenz und Anwesenheit von filmischem Exzess entfällt.
Im letzten Teil führt die Synthese Erkenntnisse aus Theorie und Analyse zusammen und stellt die Frage nach Begriffsbestimmung und Dimensionen von filmischem Exzess neu.
[...]
1 Beide Beispiele werden in der Analyse ausführlich beschrieben, vgl. dazu Kapitel 4.
2 Grundsätzlich ist die weibliche Form jeweils in der männlichen eingeschlossen.
3 Gunning 1996, S. 29-30.
4 Vgl. dazu Festival des sowjetischen und russischen Films, online; (?)klovskij 1985, S. 37.
5 Vgl. dazu Elsaesser 1998, S. 100.
6 Fahle 2005, S. 42ff.
7 Vgl. dazu Schneider 2005, S. 137-167.
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Gina-Lisa Bucher, Sarah Maret, 2006, Bis dass der Film reißt - Dimensionen von filmischem Exzess in einer Gegenüberstellung von Art Cinema und postmodernem Film, München, GRIN Verlag GmbH
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