Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Allgemeine Betrachtung des Ozons 7
2.1 Struktur, Chemie und natürliches Vorkommen 7
2.2 Geschichte 8
2.3 Herstellung, Anwendungsgebiete und Messmethoden 10
2.4 Applikationsmöglichkeiten 13
3 Medizinische Wirkung und Anwendung
von Ozon beim Menschen 17
3.1 Wirkungsweise von Ozon im menschlichen Organismus
am Beispiel des Blutsystems 17
3.1.1 Die antibakterielle, viruzide und fungizide Wirkung
von Ozon 20
3.2 Die angewandte Ozontherapie 22
3.3 Ausgewählte Indikationen der Ozontherapie 25
3.3.1 Viruserkrankungen am Beispiel von Herpes Zoster,
EBV und Retroviren 25
3.3.2 Bakterielle Infektionen am Beispiel von Zystitis 27
3.3.3 Durchblutungsstörungen am Beispiel von Gangrän,
Ulcus cruris und Makuladegeneration 28
3.3.4 Spezifische Lebererkrankungen 30
3.3.5 Erkrankungen der Lungen und Atemwege am Beispiel
von Asthma 31
3.3.6 Herzerkrankungen am Beispiel der Angina pectoris 33
3.3.7 Ozon in der Krebstherapie 35
3.3.8 Ozontherapie im Leistungssport 35
4 Résumé 40
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Inhaltsverzeichnis
Anhang I - Weitere themenrelevante Informationen 43
I.I Interview mit Herrn Hübner 43
I.II Englischsprachiges Interview mit Herrn Dr. Çakir 49
I.III Zusätzliches Informationsmaterial 54
Anhang II 56
II.I Verzeichnis der verwendeten Quellen 56
II.I.I Literaturverzeichnis 56
II.I.II Tabellenverzeichnis 58
II.I.III Bildquellenverzeichnis 58
II.I.IV Sonstige Quellen 59
II.II Verzeichnis der Zeichen, Benennungen und Einheiten 60
II.III Glossar 61
Schlussgedanke 64
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Wir kennen Ozon als eines der wichtigsten Gase in unserer Stratosphäre. Dort, in 20 bis 30 km Höhe, fungiert es durch sein ausgeprägtes Absorptionsvermögen energiereicher UV-Strahlung als ökologisches Schutzschild und ist damit essentiell für den Erhalt des biologischen Gleichgewichts in der Biosphäre verantwortlich.
In unphysiologisch hohen Konzentrationen wirkt Ozon als Reizgas für die oberen Lungenwege, was besonders in den Sommermonaten bei innerstädtischem Smog bedeutsam wird. Denn hier kann sich unter Einfluss von UV-Licht auf bestimmte Smogbestandteile, wie Stickoxide, Ozon aus Sauerstoff bilden, da chemisch betrachtet, Ozon ein dreiwertiger Sauerstoff ist.
Weniger bekannt ist die Tatsache, dass Ozon neben der Nutzung im biologischen und hygienischen Bereich auch breite Anwendungsmöglichkeiten im medizinischen Bereich besitzt und insbesondere in den natur-heilkundlichen Heilmethoden zum festen Bestandteil des therapeutischen Spektrums geworden ist. Mit der Entdeckung des Ozons begann ein langer Weg des Fortschritts, der damit verbundenen Probleme und Vorurteile, der Risiken und Anwendungsgebiete. Schönbein war es, der 1840 ein Gas beschrieb und es aufgrund seines starken Geruchs Ozon (griechisch: ozein bedeutet riechend) nannte. Dieses Ozon ließ sich erstmals 1857 mittels der Siemens’schen Röhre industriell herstellen und gegen Ende der 50er Jahre des 19. Jahrhunderts konnte im Rahmen der technischen Weiterentwicklung eine exakt definierte Menge Ozon aus Sauerstoff generiert werden. 1
Durch diese technische Errungenschaft wurde es erst möglich, verschiedene Applikationsmodi zu gebrauchen und weiter zu entwickeln. Heute ist die Anwendung im Rahmen der sogenannten Ozontherapie mit
1 vgl. Stockburger, Dieter, 1995
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Die Argumente, die von diesen vorgetragen werden, sind im Wesentlichen:
• Ozon ist toxisch und somit für das Einbringen in den menschlichen Körper nicht geeignet.
• Der wissenschaftliche Wirkungsnachweis für die Ozontherapie ist bisher nicht erbracht.
• Die Ozontherapie ist unwirksam bzw. sehr risikoreich.
• Die Ozontherapie ist eine Pseudomedizin.
Leider zeigt sich immer wieder, dass auch die Medien im Allgemeinen nur sehr oberflächlich oder sogar verzerrt über dieses Thema berichten. Daher ist bis heute der allgemeine Informationsstand hinsichtlich dieser Behandlungsmethode und ihrer Möglichkeiten in der öffentlichen Wahrnehmung eher gering. Um dieser Wahrnehmungsverzerrung zu begegnen, befasse ich mich in der vorliegenden Arbeit damit, die vielfältigen positiven Erfahrungen mit dieser Methode darzulegen.
Aus diesem Grunde betrachte ich zuerst die chemische und geschichtliche Seite des Ozons, um daraus die heutigen Nutzungsmöglichkeiten mit ihren verschiedenen Differenzen zu betrachten. Ich zeige die verschiedenen Herstellungs- und Applikationsmöglichkeiten auf und setze mich insbesondere mit der medizinischen Anwendung von Ozon beim Menschen, seiner Wirkung im menschlichen Körper und dem Einfluss der angewandten Ozontherapie auf verschiedene Krankheitsbilder ausei-nander. Um einen umfassenderen Blick auf das Thema zu erhalten, habe ich ein Interview mit Herrn Hübner geführt, dem ersten Begründer des HUMARES-Unit und heutigen Weltexporteur der qualitativ hochwertigen HUMARES Ozongeräte, sowie ein weiteres mit dem erfahrenen türkischen Arzt Dr. Çakir, welcher Ozon in seinen Kliniken selbst anwendet und mir verschiedene Aspekte der medizinischen Ozonanwendung erklärte.
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1 Einleitung
Als Abschluss werde ich zusammenfassend die Kernaussagen meiner Arbeit formulieren, um daraus zu einer persönlichen Schlussfolgerung zu gelangen.
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2.1 Struktur, Chemie und natürliches Vorkommen
Ozon ist die energiereiche, allotrope Form des Sauerstoffs mit der chemischen Formel O 3 . Es ist eines der stärksten Oxidantien, die wir kennen. Ozon entsteht aus Sauerstoff durch Ultraviolettbestrahlung oder elektrische Entladung und erfüllt in der Natur eine ökologische Schutzfunktion in der Erdatmosphäre. In unphysiologischen Konzentrationen - wenn die MAK-Werte 2 überschritten werden - ist Ozon ein respiratorisches Reizgas - was zunehmend an Bedeutung gewinnt. Das hellblaue Ozongas hat eine molare Masse von 48, einen Bindungswinkel von 127° +/-3° und weist in dieser Form einen großen Energieüberschuss von 143 kJ/mol auf. Es gehört damit nach Fluor zu den reaktionsfreudigsten Oxidationsmitteln, die man kennt. Ozon hat eine Halbwertzeit von ca. 45 Minuten (bei Raumtemperatur in einer Glasspritze), mit steigender Temperatur beschleunigt sich die Autokatalyse des Ozons linear. Für den medizinischen Gebrauch wird immer ein Gemisch aus Ozon/Sauerstoff erzeugt,
2 Der MAK-Wert (Maximale Arbeitsplatz-Konzentration) beträgt für eine Arbeitszeit von
8 Stunden täglich und bis zu 42 Stunden wöchentlich 0,2 mg/m 3 = 0,15 ppm (Gew.), bei
kürzerer Einwirkungszeit ist eine entsprechend höhere Ozon-Konzentration zulässig. -vgl. Pschyrembel, 2007, S. 1161; vgl. Suva, Grenzwerte am Arbeitsplatz 2007, S. 6,
S. 90
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2 Allgemeine Betrachtung des Ozons
wobei der Ozonanteil zwischen 0,05 und fünf Prozent liegen kann. Eingeatmet, stellt Ozon ein potentes Reizgas dar, welches das Lungen- und Bronchialepithel schädigen kann. Bei Ozonvergiftung kann ein Bronchospasmus (zeitweise auftretender spastischer Reflex der Bronchien) eintreten, der einem Status asthmaticus ähnelt. In organischen Molekülen mit Doppel- oder Mehrfachbindungen entstehen unter Ozoneinwirkung verschiedenste kurzlebige Übergangsverbindungen, die in vielfältiger Weise weiter reagieren. Das elektrophile Ozonmolekül ist aufgrund seiner Molekularstruktur als Dipol aufzufassen und neigt am ehesten zu ionischen Reaktionen. 3
2.2 Geschichte
Der Chemiker Martin von Marum nahm 1785 in der Nähe von Elektrisiermaschinen beim Durchschlagen elektrischer Funken einen eigenartigen schwefelartigen Geruch wahr, den er der „elektrischen Materie“ zuschrieb. 1839 stellte Professor Schönbein fest, dass durch elektrische Entladung in der Atmosphäre der Luftsauerstoff in ein Gas umgewandelt wird. Er nannte dieses Gas „Ozon“, nach dem griech. Namen ozein - „riechen“. Achtzehn Jahre später stellte Werner von Siemens ein Gerät her, mit dessen Hilfe Ozon erzeugt werden konnte. Die nach ihm benannte Röhre arbeitet nach dem Prinzip der stillen elektrischen Entladung. Zur Zeit des ersten Weltkrieges berichtete ein Arzt aus Berlin Grunewald, dass trotz einfachster technologischer Apparaturen erstaunlich große Erfolge bei der Ozontherapie von Fisteln, Wunden und Phlegmonen bei ver-wundeten Soldaten erbracht wurden. Sein Name war Albert Wolff und diese Feststellung machte er 1916/17. Der Begriff der Blutwäsche wurde durch Prof. Casagrande, Prof. Locarno, Prof. Wehrli und Prof. Padua 1925 geprägt, welche erste Behandlungen mit Patientenblut durchführten, bei dem das Blut mit UV-Strahlen bestrahlt wurde. Ein weiterer Fortschritt in der Geschichte des Ozons war die Einführung in die Zahnheilkunde. 1933 führte der Zahnarzt Fisch das Ozon für die Behandlung infizierter Wund-
3 vgl. Pschyrembel 2007, S. 1416
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höhlen, Parodontose und Entzündungen ein und hatte gute Erfolge dabei. Durch groß angelegte Arbeiten schaffte Prof. Payr 1935 die klinischen Grundlagen für die Nutzung des Ozons in der Schulmedizin. Drei Jahre später berichtete die chirurgische Akademie in Paris, Aubourg über große Erfolge mit der Ozontherapie, insbesondere bei der Behandlung mittels Ozoninsufflation in Blase, Nasennebenhöhlen, Vagina, Uterus und Fisteln. Professor Wehrli konstruierte 1946 ein Gerät zur Hämatogenen Oxidationstherapie (HOT). Dabei wurde das Blut des Patienten aus einer Vene entnommen, mit medizinischem Sauerstoff angereichert, UV-bestrahlt und wieder intravenös injiziert. In den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts konnte der Physiker J. Hänsler durch elektrische Entladung exakt definierte Mengen Ozon aus Sauerstoff herstellen. 4
Aufgrund der langen Geschichte der Ozonanwendung ist diese l
zwar wissenschaftlich untersucht, allerdings könnte man hinsichtlich der verschiedenen, bei dieser Therapieform stattfindenden physiologischen Prozesse sicherlich noch tiefer forschen. Trotz ihrer erfolgreichen Historie ist die Ozontherapie bisher nur in der Alternativen Heilkunde anerkannt, obwohl sie sehr integrationsfähig in andere Therapieformen ist.
4 vgl. Stockburger, Dieter, 1995
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Arbeit zitieren:
Amrit Mitterer, 2008, Ozontherapie - Medizinische Wirkung und Anwendung von Ozon beim Menschen, München, GRIN Verlag GmbH
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