Lebenszykluskostenbetrachtung und Benchmark-Vergleich für den Bau von Schulmensen
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 1
Abkürzungsverzeichnis 4
Abbildungsverzeichnis 5
Tabellenverzeichnis 6
1 Problemstellung und Aufbau der Arbeit 7
1.1 Problemstellung 7
1.2 Ausgangslage 8
1.3 Aufbau der Arbeit 10
2 Theoretischer Ansatz der Lebenszykluskostenrechnung 11
2.1 Lebenszyklus von Immobilien 13
2.2 Kosten im Lebenszyklus von Immobilien 16
2.2.1 Kostenbegriff 16
2.2.2 Berechnung von Immobilienlebenszykluskosten 18
2.2.3 Normen über Kosten im Lebenszyklus 19
2.2.4 Relevante Kosten im Immobilienlebenszyklus 22
2.2.4.1 Kosten von Hochbauten 23
2.2.4.1.1 Grundstück Herrichten und Erschließen 23
2.2.4.1.2 Bauwerk Baukonstruktion 24
2.2.4.1.3 Bauwerk Technische Anlagen 24
2.2.4.1.4 Außenanlagen Ausstattung und Baunebenkosten 24
2.2.4.2 Kosten der Bereitstellung 25
2.2.4.2.1 Kapitalkosten Kalkulatorische Zinsen 25
2.2.4.2.2 Abschreibungen 27
2.2.4.2.3 Verwaltung Steuern und Versicherung 27
2.2.4.3 Kosten der Nutzung 28
2.2.4.3.1 Betriebskosten 29
2.2.4.3.1.1 Gebäudereinigung 30
2.2.4.3.1.2 Abwasser und Wasser 31
2.2.4.3.1.3 Wärme und Kälte 31
2.2.4.3.1.4 Strom 32
2.2.4.3.1.5 Bedienung 33
2.2.4.3.1.6 Wartung Inspektion und Reparatur 33
2.2.4.3.2 Verkehrs und Grünflächen 34
2.2.4.3.3 Sonstige Betriebskosten 34
2.2.4.4 Bauunterhaltungskosten 35
Lebenszykluskostenbetrachtung und Benchmark-Vergleich für den Bau von Schulmensen
2.2.4.4.1 Instandsetzung 36
2.2.4.4.2 Modernisierung 39
2.2.5 Kosten der Außerbetriebnahme 40
2.2.5.1 Umwidmung Verkauf 40
2.2.5.2 Rückbau Abriss 41
3 Lebenszykluskostenbetrachtung der zu untersuchenden Objekte 42
3.1 Mensaneubau am Standort Empelde 45
3.1.1 Baubeschreibung und Hochbaukosten Erweiterungsbau Empelde 46
3.1.1.1 Aufwand für Planung und Konzeption 46
3.1.1.2 Grundstück Herrichten und Erschließen (KGr 200) 47
3.1.1.3 Bauwerk Baukonstruktion (KGr 300) 47
3.1.1.4 Bauwerk Technische Anlagen (KGr 400) 48
3.1.1.5 Außengelände Ausstattung und Baunebenkosten (KGr 500 700) 49
3.1.1.6 Zusammenfassung der Hochbaukosten Mensa Empelde 49
3.1.2 Kosten der Bereitstellung 50
3.1.2.1 Kalkulatorische Zinsen 50
3.1.2.2 Abschreibungen 52
3.1.2.3 Verwaltung Steuern und Versicherung 53
3.1.3 Betriebskostenprognose 53
3.1.3.1 Reinigung 53
3.1.3.2 Wärme und Kälte 56
3.1.3.3 Strom 57
3.1.3.4 Bedienung 58
3.1.3.5 Wartung Inspektion und Reparatur 58
3.1.4 Prognose der Baufolgekosten 58
3.1.5 Zusammenfassung der Kosten Mensa Empelde 60
3.1.6 Berechnung der Lebenszykluskosten Mensa Empelde 61
3.2 Mensaneubau am Standort Ronnenberg 64
3.2.1 Baubeschreibung und Hochbaukosten Mensaneubau Ronnenberg 65
3.2.1.1 Aufwand für Planung und Konzeption 65
3.2.1.2 Grundstück Herrichten und Erschließen (KGr 100 und 200) 65
3.2.1.3 Bauwerk Baukonstruktion (KGr 300) 66
3.2.1.4 Bauwerk Technische Anlagen (KGr 400) 66
3.2.1.5 Außengelände Ausstattung und Baunebenkosten (KGr 500 700) 67
3.2.1.6 Zusammenfassung der Hochbaukosten Mensa Ronnenberg 67
3.2.2 Kosten der Bereitstellung 68
3.2.2.1 Kalkulatorische Zinsen 68
3.2.2.2 Abschreibungen 70
3.2.2.3 Verwaltung Steuern und Versicherung 71
Lebenszykluskostenbetrachtung und Benchmark-Vergleich für den Bau von Schulmensen
3.2.3 Betriebskostenprognose 71
3.2.3.1 Reinigung 71
3.2.3.2 Wärme und Kälte 73
3.2.3.3 Strom 74
3.2.3.4 Bedienung 75
3.2.3.5 Wartung Inspektion und Reparatur 75
3.2.4 Prognose der Baufolgekosten 75
3.2.5 Zusammenfassung der Kosten Mensa Ronnenberg 78
3.2.6 Berechnung der Lebenszykluskosten Mensa Ronnenberg 79
4 Benchmark-Vergleich 82
4.1 Definition und Ermittlung von Kennzahlen 84
4.1.1 Bezugsgröße Mensaplätze 84
4.1.2 Bezugsgröße tägliche Essenteilnehmer 86
4.1.3 Bezugsgröße Fläche 87
4.1.4 Bezugsgröße Investitionskosten 88
4.1.5 Zusammensetzung der Lebenszykluskosten 90
5 Zusammenfassung und Ergebnis 91
Literaturverzeichnis 94
Anhang 100
Masterarbeit
Lebenszykluskostenbetrachtung und Benchmark-Vergleich für den Bau von Schulmensen
vorgelegt von: Dieter Bohn
Abkürzungsverzeichnis
a Jahr
A.d.V. Anmerkung des Verfassers
BGF Bruttogrundfläche
BKI Baukostenindex
CAFM Computer Aided Facility Management
bspw. beispielsweise
b.z.w. beziehungsweise
ca. circa
d.h. das heißt
DIN Deutsches Institut für Normung e.V.
EnEV Energieeinsparverordnung
EZBB Zukunft, Bildung und Betreuung
FM Facility Management
GEFMA Deutscher Verband für Facility Management e.V.
ggf. gegebenenfalls
HOAI Honorarordnung für Architekten und Ingenieure
i.d.R. in der Regel
IFMA International Facility Management Association
IH Instandhaltung
KGSt Kommunale Gemeinschaftsstelle für
Verwaltungsmanagement e.V.
KGr. Kostengruppe
KVP kontinuierlicher Verbesserungsprozess
LzPh Lebenszyklusphasen
LLK Lebenszykluskosten
LZKR Lebenszykluskostenrechnung
NF Nutzfläche
o.b. oben beschrieben
OG Obergeschoss
o.g. oben genannte
rd. rund
t Zeit
usw. und so weiter
VDI Verein Deutscher Ingenieure
VF Verkehrsfläche
vgl. vergleiche
z.B. zum Beispiel
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Lebenszykluskostenbetrachtung und Benchmark-Vergleich für den Bau von Schulmensen
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Das Lebenszykluskonzept 13
Abbildung 2: Integrales Polyzyklenmodell nach Riegel 14
Abbildung 3: Lebenszyklusphasen nach GEFMA 15
Abbildung 4: Darstellung der Bestandteile der Baunutzungskosten nach DIN 18960 20
Abbildung 5: Darstellung der Bestandteile der jährlichen Kosten nach VDI 2067 20
Abbildung 6: lineare Darstellung des FM im Lebenszyklus mit F-MHauptprozessen 21
Abbildung 7: Systematisierung der wichtigsten Lebenszykluskosten von Immobilien 22
Abbildung 8: Baufolgekosten in Prozent der Baukosten pro Jahr nach Gondring 29
Abbildung 9: Lebensdauer der verschiedenen Gebäudebestandteile 36
Abbildung 10: Abnutzungsverläufe von Gebäudeelementen im Zeitablauf 37
Abbildung 11: Grundrissplan Standort Empelde 43
Abbildung 12: Grundriss Mensaneubau Empelde 45
Abbildung 13: graphische Darstellung der Baufolgekosten Mensa Empelde 59
Abbildung 14: Grundriss Mensa Ronnenberg 64
Abbildung 15: graphische Darstellung der Baufolgekosten Mensa Ronnenberg 77
Abbildung 16: Kennzahlen in Bezug auf Investitionskosten 89
Abbildung 17: Verteilung der Lebenszykluskosten auf die einzelnen Kostenblöcke 90
Lebenszykluskostenbetrachtung und Benchmark-Vergleich für den Bau von Schulmensen
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Reinigungsleistungswerte Mensa 30
Tabelle 2: Kalkulatorische Zinsen Mensa Empelde 51
Tabelle 3: Abschreibungen Mensa Empelde 52
Tabelle 4: Reinigungsleistungswerte Mensa Empelde 54
Tabelle 5: Flächen und Bodenbeläge der Mensa Empelde 54
Tabelle 6: tägliche Reinigungsdauer der Mensa Empelde 55
Tabelle 7: Schätzung Stromverbrauch der Küchengeräte Mensa Empelde 57
Tabelle 8: Baufolgekosten In den Jahren 2018 bis 2063 Mensa Empelde 59
Tabelle 9: Zusammenfassung der Kosten der Mensa Empelde 60
Tabelle 10: Abgezinste Ausgaben der Nutzungskosten Mensa Empelde 62
Tabelle 11: Abgezinste Ausgaben der Baufolgekosten Mensa Empelde 63
Tabelle 12: Kalkulatorische Zinsen Mensa Empelde 69
Tabelle 13: Abschreibungen Mensa Ronnenberg 70
Tabelle 14: Reinigungsleistungswerte Mensa Ronnenberg 71
Tabelle 15: Flächen und Bodenbeläge der Mensa Ronnenberg 72
Tabelle 16: tägliche Reinigungsdauer der Mensa Ronnenberg 72
Tabelle 17: Schätzung Stromverbrauch der Küchengeräte Mensa Ronnenberg 74
Tabelle 18: Baufolgekosten In den Jahren 2018 bis 2063 Mensa Ronnenberg 76
Tabelle 19: Zusammenfassung der Kosten der Mensa Ronnenberg 78
Tabelle 20: Abgezinste Ausgaben der Nutzungskosten Mensa Ronnenberg 80
Tabelle 21: Abgezinste Ausgaben der Baufolgekosten Mensa Ronnenberg 81
Tabelle 22: Kennzahlen in Bezug auf Mensaplätze 86
Tabelle 23: Kennzahlen in Bezug auf Essenteilnehmer 87
Tabelle 24: Kennzahlen in Bezug auf die Fläche 88
Tabelle 25: Kennzahlen in Bezug auf Investitionskosten 88
Tabelle 26: Zusammensetzung der Lebenszykluskosten 90
Tabelle 27: Zusammenfassung der wichtigsten Kosten 92
Tabelle 28: Zusammenfassung der wichtigsten Kennzahlen 93
Masterarbeit
1 Problemstellung und Aufbau der Arbeit
Grundsätzliche Problemstellung der Arbeit ist die Ermittlung und Darstellung der Lebenszyklus- und Baufolgekosten von zwei Schulmensen. In der vorgelegten Arbeit erfolgt im ersten Teil zunächst eine theoretische Beschreibung des An- satzes der Lebenszykluskosten (LzK) und seiner Bestandteile. Im anschließen- den zweiten Teil werden dann die LzK der beiden Gebäude ermittelt, dargestellt und bewertet. Abschließend werden aus den ermittelten Kosten Kennzahlen gebildet und als internes Benchmarking miteinander verglichen.
1.1 Problemstellung
Der Staat fördert derzeit durch das Investitionsprogramm "Zukunft, Bildung und Betreuung (EZBB)" unter anderem den Ausbau von Ganztagsschulen.
Die Stadt Ronnenberg hat sich als Schulträger entschieden, ein Schulzentrum zur Ganztagsschule auszubauen. Im Rahmen des Ganztagsschulprojektes werden derzeit zwei Mensen an zwei Standorten errichtet. Die Neubaumaß- nahmen werden aus den o.g. EZBB-Mitteln gefördert, so dass nur ein Teil der Investitionsmittel durch den Schulträger Stadt Ronnenberg zu tragen sind.
Im Rahmen der vorgelegten Masterarbeit wird auf Grundlage der Entwurfspla- nung bzw. der Daten aus den Bauantragsunterlagen eine Lebenszyklusbetrach- tung für die beiden Schulmensen angestellt. Ziel der Masterarbeit ist es, im Rahmen der Lebenszykluskostenrechnung die entsehenden Folgekosten auf- zuzeigen und im Anschluss hieraus Benchmarks abzuleiten und beide Bauwer- ke miteinander zu vergleichen.
Weiteres Ziel der Masterarbeit soll es sein, herauszuarbeiten und darzustellen, dass die Förderhöhe des Bundes (etwa 75% der Investitionskosten) nur ein Bruchteil im Zusammenhang der Neubauten entstehenden Kosten deckt und der Großteil der finanziellen Belastung durch den Schulträger getragen wird.
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Masterarbeit
1.2 Ausgangslage
Die Stadt Ronnenberg als Bauherr der untersuchten Mensen liegt in unmittelba- rer Nähe von Hannover. Die Stadt mit rund 24.000 Einwohnern zeichnet sich durch starke Reformbemühungen aus. Insbesondere Themen wie Aufgaben- bündelung, Prozessoptimierung, Produktorientierung, Kostenrechnung und Imp- lementierung des Dienstleistungsgedankens werden seit mehreren Jahren ver- waltungsseitig umgesetzt und sollen zur Qualitätssteigerung und vor allem zur Haushaltskonsolidierung beitragen.
In Bezug auf den Betrieb der 62 städtischen Immobilien haben vermeintliche „Einsparungen“ im Bereich der Gebäudeinstandhaltung in der Vergangenheit dazu geführt, dass erforderliche Instandhaltungsaufgaben nicht bzw. nicht im erforderlichen Umfang durchgeführt wurden.
Als Folge schiebt die Stadt Ronnenberg, wie viele andere Kommunen auch, deshalb heute, in Form einer verdeckten Verschuldung, einen riesigen, pro- gressiv ansteigenden Instandhaltungs- und Sanierungsstau vor sich her. 1
Die Stadt Ronnenberg ist derzeit nicht in der Lage, ihren Haushalt ausgleichen zu können. Wie in vielen Kommunen wurde im Gegensatz zu einer ökonomi- schen, vorausschauenden Gebäudebewirtschaftung in der Vergangenheit auch in Ronnenberg in Bezug auf die Gebäudeunterhaltung lediglich das Ziel eines „Nachsorgeverhaltens“ verfolgt. Erst wenn bereits Schäden eingetreten waren, erfolgte eine Instandsetzung.
Langfristiges Ziel der Kommunen muss es sein, eine derartige Situation zu vermeiden, sowie die allseits erhobene Forderung nach effizientem und wirt- schaftlichem Handeln zu erfüllen.
1 vgl. Winnemöller, 1997, Seite 395
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Masterarbeit
Die Beachtung der LzK kann bei jeglichen immobilienrelevanten Entscheidun- gen einen erheblichen Beitrag leisten die Folgekosten der Immobilen durch de- ren Erkennen zu minimieren, auch wenn bspw. der Investitionsaufwand zu- nächst größer ist. 2
Daher hat sich die Stadt Ronnenberg verwaltungsseitig dazu entschieden, ins- besondere bei Hochbauunterhaltungsmaßnahmen und bei Neu- und Erweite- rungsbauten, zukünftig die LzK als ein Kriterium in die Entscheidungsfindung mit einzubeziehen. Hierbei wird neben der Entwicklung der Immobilien zu be- darfsgerechten Multifunktionsstätten, der Bestrebungen sämtliche Immobilien ganzheitlich energetisch zu sanieren und die Standards der EnEV deutlich zu unterschreiten, auf eine lebenszykluskostenoptimierte Bauweise geachtet.
Bei denen im Rahmen der vorgelegten Arbeit zu untersuchenden Immobilien waren zu Beginn der Aufgabenstellung die Rohbauarbeiten bereits begonnen. Als Datengrundlage wurden seitens des Bauherren die Bauantragsunterlagen und Teile von Leistungsverzeichnissen für die Vergabe einzelner Baugewerke übergeben. In die Unterlagen der Fördermittelanträge konnte ebenfalls Einsicht genommen werden. Außerdem standen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Ronnenberg, die mit der Baumaßnahme bzw. mit dem anschließenden Gebäudebetrieb beschäftigt sind als Ansprechpartner zur Verfügung.
Da die im Zuge dieser Arbeit angestellte LZKR zum Zeitpunkt angestellt wurde, in dem die Baumaßnahmen bereits begonnen hatten, können die Ergebnisse der Arbeit für den Bauherrn nur zur Folgekostenabschätzung und zur langfristi- gen Investitions- und Betriebskostenplanung, jedoch nicht als Kriterium für die Entscheidung zwischen Varianten verwendet werden. Dennoch werden die Er- gebnisse, insbesondere die Benchmarks für andere Bauherren von Schulmen- sen eine Orientierung zur Abschätzung der Folgekosten liefern.
2 vgl. Ports / Düsterdiek, 1999, Seite 4
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Masterarbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
Bei der Beschreibung der Ansätze im ersten theoretischen Teil werden auch die einzelnen für eine Lebenszykluskostenbetrachtung wichtigen Kostenarten be- schrieben und dargestellt, sowie in Bezug auf Schulmensen erläutert, wie diese ermittelt bzw. prognostiziert werden können. Die Informationen wurden über- wiegend aus Fachliteratur, Zeitschriften, Richtlinien, Normen und Internetquel- len gewonnen.
Im zweiten Teil werden die vom Bauherren bereitgestellten Information ausge- wertet und in Bezug mit denen im ersten Teil gewonnenen theoretischen Er- kenntnissen gebracht. Hier werden die Informationen insbesondere aus den Baubeschreibungen, den Energiebedarfsnachweisen, den Bauantragsunterla- gen sowie aus den Leistungsbeschreibungen der Ausschreibung der einzelnen Gewerke gewonnen.
Durch die Untersuchung von zwei gleichgelagerten Bauwerken werden im drit- ten Teil aus den gewonnenen Erkenntnissen Benchmarks abgeleitet und die Baumaßnahmen verglichen, um Erkenntnisse für weitere Schulmensabauten zu gewinnen.
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Masterarbeit
2 Theoretischer Ansatz der Lebenszykluskostenrechnung
Der Ansatz der Lebenszykluskostenrechnung (engl.: Life - Cycle - Accounting) ist eine Kombination von Investitions- und Kostenrechnung, die auf das Konzept des Lebenszyklus zurückgreift. Hierdurch sollen die üblicherweise in der Kos- tenrechnung nicht erfassten Kosteneinflussgrößen berücksichtigt werden. Dazu versuchen Produktcontroller die Kosten eines Produkts über sämtliche Lebens- phasen (von der Entwicklung bis zur Entsorgung) zu analysieren. Hieraus sollen grundsätzliche Empfehlungen für die Produktgestaltung sowie für Beschaf- fungsentscheidungen mit dem Ziel der Optimierung der gesamten Lebenszyk- luskosten abgeleitet werden. 3
Der Gedanke des Lebenszyklus manifestiert sich insbesondere im Bereich der Kostenrechnung in einer Vielzahl von Konzepten und Methoden. Hierzu zählen beispielsweise die Methoden des Total-Cost-of-Ownership (TCO), der Lebens- zykluskosten (engl.: Life-Cycle-Costing), des Zero-Based-Pricing, All-in-Costs oder der Cost-Ratio-Methode. 4
Dieser Arbeit liegt das Konzept der Lebenszykluskosten zugrunde. Die Lebens- zykluskosten umfassen „the total cost of an asset over its operating life, includ- ing initial acquisition costs and subsequent running costs”. 5 Zu den Lebenszyk- luskosten zählen demnach sämtliche Kosten, d. h. sowohl die Kosten des Her- stellens als auch die der Nutzung bzw. des Verbrauchs eines Produktes. 6
In der Praxis findet die Betrachtung von Lebenszykluskosten vor allem im Rah- men der Bewertung und Auswahl verschiedener Alternativen, bspw. beim Pro- dukteinkauf, statt.
3 vgl. Online-Qualitätslexikon: http://www.quality.de/lexikon/lebenszykluskosten.htm, 14.12.2007 4 vgl. Ellram / Siferd, 1998, Seite 55–84.
5 vgl. Corrie, 1991 6 vgl. Shields / Young, 1991, Seite 39–52
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Masterarbeit
Über den reinen Kaufpreis hinaus sollen auf diese Weise die Folgekosten für eine Organisation berücksichtigt werden, die durch die Nutzung, Wartung und Entsorgung eines Produkts entstehen.
In Bezug auf die Lebenszykluskostenrechnung bei Immobilien, dessen Berech- nung jedoch umfassende technische und gebäudebetriebliche Kenntnisse er- fordern, können durch die ganzheitliche Betrachtung Kosten optimiert werden. 7
Innerhalb des Immobilienmarktes wird die jeweilige Rendite einer Immobilienin- vestition grundsätzlich von den Kosten im gesamten Lebenszyklus beeinflusst. Neben den Investitionskosten, die bis zum Nutzungsbeginn entstehen, sind da- her auch die Kosten für die Nutzung zu berücksichtigen. 8
Bei einem Verwaltungsgebäude fallen z.B. etwa ein Viertel der Lebenszyklus- kosten für die Investition und etwa drei Viertel während der Nutzungsdauer an. 9
Eine Lebenszyklus übergreifende Planung und eine interdisziplinäre Zusammen- arbeit sind daher unabdingbar für die Realisierung einer bau- und betriebskos- tenoptimierten Immobilie. Das Zusammenwirken der Hauptbeteiligten - Auftrag- geber, Architekt, Baudienstleister, Betreiber und Nutzer - sind entscheidende Vo- raussetzungen für eine wirtschaftliche Gesamtlösung. Gemeinsames Handeln von Beginn an bietet die größten Effizienzvorteile für eine auf Dauer wirtschaftli- che Immobilie. 10
7 vgl. Gondring / Wagner, 2007, Seite 213
8 vgl. Schetter: http://www.boersen-zeitung.com/online/redaktion/sonder2007/ sonderbeilage
192.html, 14.01.2008 9 vgl. Keller, 1995 10 vgl. Grabatin, 2001, Seite 149
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Masterarbeit
2.1 Lebenszyklus von Immobilien
Der grundsätzliche Ansatz der Lebenszyklusbetrachtung stellt auf verschiedene „Lebensphasen“ einer Immobilie ab. Die Darstellung und Gliederung der einzelnen Lebenszyklusphasen (LzPh) wird in der Literatur unterschiedlich gehandhabt.
Im deutschsprachigen Raum schlägt Klaus Wübbenhorst 1984, ohne eine Fo- kussierung auf einen bestimmten Anwendungsbereich, die Lebenszykluspha- sen Initiierung, Planung, Realisierung, Betrieb und Stillegung vor. 11
Allgemein wird das „Lebenszykluskonzept“ als Abfolge der Phasen Konzeption, Planung, Errichtung, Nutzung/Betrieb und Abriss dargestellt. 12 Das Modell ist aus der folgenden Abbildung ersichtlich:
Aus der Perspektive des Facility Managements, in dem der Gebäudebetrieb weiter im Vordergrund steht, hat sich hieraus die Klassifizierung in die Phasen Bedarfsermittlung, Entwurfs/Genehmigungsplanung, Herstellung, Inbetrieb- nahme, Nutzung und Verwertung entwickelt. 14
11 vgl. Kahlen,1999, Seite 105
12 vgl. Garbatin, 2001, Seite 30 13 vgl. Krimmling, 2005, Seite 24 14 vgl. Hellerforth, 2001, Seite 45ff.
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Masterarbeit
Diese allgemeine Betrachtungsweise ist als endende Sequenz aufgebaut. Sie stellt ein sehr vereinfachtes Modell dar und erweist sich für diejenigen als sinn- voll, die ein Gebäude über einen überschaubaren Zeitraum von etwa 10-15 Jahren betrachten wollen. 15
Dieses allgemeine Modell liefert die Vorlage für das s.g. Integrale Polyzyklen Modell von Riegel. Wie in der nachfolgenden Abbildung dargestellt basiert die- ses Modell auf dem vorherig betrachteten Modell, ermöglicht jedoch darüber hinaus die Betrachtung von Kreisläufen. Das Modell bildet auch wiederkehren- de Alternativen innerhalb der einzelnen Lebensphasen ab und berücksichtigt auch die einzelnen Lebensphasen der technischen Komponenten eines Ge- bäudes. 16
In der Richtlinie 100-1 des Deutschen Verbandes für Facility Management e.V. (GEFMA) wird der Gedanke des Polyzyklenmodells aufgegriffen und als zykli- sches Modell mit den 9 Lebenszyklusphasen Konzeption, Planung, Vermark- tung, Beschaffung, Betrieb/Nutzung, Umbau/Umnutzung- Sanierung/Moderni- sierung, Leerstand und Verwertung dargestellt. 18
15 vgl. Krimmling, 2005, Seite25
16 vgl. Gonding / Wagner, 2007, Seite 217 17 Gonding / Wagner, 2007, Seite 217 18 vgl. GEFMA 100-1, 2004, Seite 6
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Masterarbeit
Die GEFMA stellt, wie die folgende Abbildung zeigt, die Lebenszyklusphasen graphisch in einem konzentrischen Halbkreisbogen dar und ermöglicht so eine unterschiedliche Abfolge der Phasen.
Abbildung 3: Lebenszyklusphasen nach GEFMA
Aus dem Modell der GEFMA können weitere Eventualitäten zum Ende einer LzPh abgedeckt werden und insbesondere weiche Faktoren wie z.B. die Ver- marktung und der Leerstand betrachtet werden.
Eine Aussage, welches Modell besser ist, kann nicht getroffen werden. Jedes Modell hat für eine jeweils andere Betrachtungsweise seine Berechtigung. 20 Durch den höheren Detaillierungsgrad erscheint jedoch das zyklische Modell der GEFMA als das sinnvollere Modell.
19 GEFMA 100-1, 2004, Seite 6
20 vgl. Gondring / Wagner, 2007, Seite 218
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Masterarbeit
2.2 Kosten im Lebenszyklus von Immobilien
Im Laufe eines Lebenszyklus verursachen Immobilen verschiedene Kostenar- ten. In der klassischen Kostenrechnung werden Kosten, die als sachziel- bzw. leistungsbezogener, bewerteter Güterverzehr in einer Periode definiert sind, auf einen Zeitraum von einem Jahr oder kürzer bezogen. 21
Da für eine Immobile und deren Lebenszykluskostenrechnung deutlich längere Zeiträume, von etwa 40 bis mehreren hundert Jahren angenommen werden, unterscheidet sich die Kostenbetrachtung bei Immobilien von der klassischen Kostenrechnung. 22
2.2.1 Kostenbegriff
Kosten im betriebswirtschaftlichen Sinne ist der bewertete Verbrauch an Pro- duktionsfaktoren in Geldeinheiten, welcher zur Erstellung der betrieblichen Leis- tung in einer Abrechnungsperiode notwendig ist.
Kosten sind somit nach klassischer betriebswirtschaftlicher Definition, der or- dentliche, betrieblich bedingte, bewertete Verzehr von Gütern und Dienstleis- tungen einer Periode oder anders formuliert, der Werteinsatz von Gütern und Dienstleistungen zur Leistungserstellung. Die Bewertung erfolgt in Geldeinhei- ten. Der Faktorverzehr kann in Form von Gütern, Dienstleistungen, Arbeitskraft und Rechten erfolgen. 23
21 vgl. Weber, 2001, Seite 197
22 vgl. Pelzeter, 2006, Seite 44 23 vgl. Wöhe, 1996, Seite 1250
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Masterarbeit
Neben diesem wertorientierten Kostenbegriff unterscheidet die Betriebswirt- schaftstheorie auch noch den pagatorischen und den entscheidungsorientierten Kostenbegriff.
Während der pagatorische Kostenbegriff sich an leistungsbezogenen Auszah- lungen orientiert, werden entscheidungsorientierte Kosten verwendet, um Hand- lungsalternativen zu bewerten, deren Realisierung diese Kosten auslösen wür- de. Ein Sonderfall der entscheidungsorientierten Kosten sind Opportunitätskos- ten, welche entgangene Gewinne der nicht realisierten Handlungsalternativen als Kosten berücksichtigen. 24
Bedingt durch die lange Lebensdauer der Immobilien kann der Zeitpunkt der Entstehung der Kosten nicht außer Acht gelassen werden. Die Abbildung des Zeitwertes von Geld hat bei der Lebenszykluskostenbetrachtung einen ent- scheidenden Einfluss. 25
Durch die Orientierung der Berechnung der Lebenszykluskosten an den Prinzi- pien der Wirtschaftlichkeits- und Investitionsrechnung können Präferenzen des langen Zeitraumes berücksichtigt werden. Dies bedingt jedoch, dass der im Sprachgebrauch verankerte Kostenbegriff in Bezug auf die Lebenszykluskos- tenrechnung der betriebswirtschaftlichen Definition der Auszahlungen ent- spricht. 26
Die entstehenden Kosten werden in der LZKB grundsätzlich auf einen Zeitpunkt bezogen. Bedingt durch den Abzinsungsfaktor haben bei Objekten mit langer Lebensdauer Kosten, die in einem sehr späten Zeitraum entstehen, geringe Auswirkungen auf die Summe der LzK. 27
24 vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Kosten, 03.02.2008
25 vgl. Pelzeter, 2006, Seite 44 26 vgl. Zauner, 2003, Seite 16 27 vgl. GEFMA 200-1, 2006, Seite 3
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Masterarbeit
2.2.2 Berechnung von Immobilienlebenszykluskosten
Aufgrund der dargestellten relevanten Kosten im Lebenszyklus einer Immobilie ergibt sich ein allgemeiner ökonomischer Berechnungsansatz für die Aufstel- lung der Lebenszykluskosten. 28
n m
LzK = P 0 + E 0 + Σ N i + Σ I j + A
i=1
LzK = Lebenszykluskosten I = Baufolgekosten
E 0 = Kosten der Erstinvestition
N = Nutzungskosten
n = Anzahl der Instandsetzungs- Modernisierungsmaßnahmen
P 0 = Kosten der Projektentwicklung und Projektidee
Dieser allgemeine, statische Berechnungsansatz erfasst die Kosten in seiner Ge- samtheit, lässt jedoch den finanzmathematischen Grundsatz der Kapitalwertme- thode unberücksichtigt. Da zukünftige Zahlungsströme nicht den gleichen Wert besitzen wie die zu Anfang der Investition, wird das Modell um den Faktor Zeit und damit auch um die Zinsen erweitert. Somit wird auf den Kapitalwert abgestellt, die Berechnung ergibt sich aus der folgenden mathematischen Definition. 29
T T
LzK = P 0 + E 0 + Σ (NA t • q -1 ) + Σ (IA t • q -1 ) + A • q -1
t=0 t=0
LzK = Lebenszykluskosten NA t = Ausgaben der Nutzung
E 0 = Kosten der Erstinvestition
t = laufender Zeitindex
IA t = Ausgaben der Baufolgemaßnahmen
P 0 = Kosten der Projektentwicklung und Projektidee
28 vgl. Riegel, 2004, Seite 24f
29 vgl. Gondring / Wagner, 2007, Seite 226
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Masterarbeit
2.2.3 Normen über Kosten im Lebenszyklus
Da für die Berechnung von LzK von Immobilien in Deutschland derzeit (noch) keine Norm besteht, kann sich nur an den bestehenden Normen und Richtlinien der im einzelnen betrachteten LzPh orientiert werden. 30
Für die Ermittlung der Kosten in den LzPh. Initiierung, Planung und Bau deckt die DIN 276: Kosten im Hochbau die Anforderungen im Wesentlichen ab. 31 Die
DIN 276 wird im Folgenden für die Ermittlung der Erstkosten herangezogen, da
hier eine durchgehend klare Kostenstruktur herrscht und da bei den überwie- genden Neubauten eine Kostenberechnung nach DIN 276 ohnehin erfolgt.
Für die Ermittlung der in die LzK einfließenden Folgekosten stehen zahlreiche Normen und Richtlinien mit unterschiedlichen und divergierenden Gliederungen zur Verfügung. Die nachfolgende Aufzählung gibt die im Rahmen der vorgeleg- ten Arbeit betrachteten Normen und Richtlinien wieder:
- DIN 18960: Nutzungskosten im Hochbau
- DIN 32736: Gebäudemanagement – Begriffe und Leistungen
- DIN 32541: Betreiben von Maschinen und technischen Arbeitsmitten
- DIN 31051: Grundlagen der Instandhaltung
- II. BV: Verordnung über wohnungswirtschaftliche Berechnungen
- VDI Richtlinie 6009: Facility Management – Anwendungsbeispiele
- VDI Richtlinie 2067: Betriebstechnische und wirtschaftliche Grundlagen
- GEFMA Richtlinie 200: Kosten im Facility Management
Die in den einzelnen Regelwerken gewählten Kostengliederungen sind Ausfluss aus unterschiedlichen Perspektiven, aus denen Folgekosten betrachtet werden. Bspw. wird die Perspektive des Betreibers in der DIN 32736, die des Eigentümers in der DIN 18960 und die des Nutzers bzw. Mieters in der II. BV berücksichtigt.
30 vgl. Pelzeter, 2006, Seite 45
31 DIN 276, 1993
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Arbeit zitieren:
Dieter Bohn, 2008, Lebenszykluskostenbetrachtung und Benchmark-Vergleich für den Bau von Schulmensen, München, GRIN Verlag GmbH
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Einbetten
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Dieter Bohn's Text Lebenszykluskostenbetrachtung und Benchmark-Vergleich für den Bau von Schulmensen ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Dieter Bohn hat den Text Lebenszykluskostenbetrachtung und Benchmark-Vergleich für den Bau von Schulmensen veröffentlicht
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