Forschungsarbeit, 2011
119 Seiten
Diese Studie untersucht, inwiefern die ausschließende Tendenz von Möglichkeiten des sokratisch-problemerschlossenen Vernunftgebrauchs im Denken Augustins verstärkt wird. Dies geschieht durch die Konzentration auf die Gottessuche und die Gotteserkenntnis als zentrale Aspekte des Platonismus. Besonders fokussiert wird die Frage, inwiefern Augustins dogmatisch-positionelle Haltung Chancen für skeptisch-problemerschlossene Bildung und problematische Vernünftigkeit einschränkt.
Das erste Kapitel beleuchtet die Chancen sokratisch-problemerschlossener Bildung im Denken Augustins. Es untersucht den Einfluss des augustinischen Eudämonismus, also seines Strebens nach Glückserreichung und Glückssicherung, auf die Ausgestaltung seiner philosophisch-theologischen Positionen. Besonders betrachtet wird die Frage, inwiefern Augustins Denkweise die Möglichkeit eines skeptisch-problemerschlossenen Vernunftgebrauchs einschränkt.
Kapitel 1.3 untersucht die "Überwindung" der Skepsis in Augustins Werk "De Academicis". Es werden Augustins Anstrengungen zur Skepsisüberwindung und die Folgen dieser Auseinandersetzung für die Möglichkeiten sokratisch-apositioneller Skepsis und sokratisch-problemerschließenden Vernunftgebrauches beleuchtet.
Das zweite Kapitel analysiert, inwiefern Augustins Überwindung der akademischen Skepsis tatsächlich eine Überwindung der Skepsis überhaupt ist. Die Frage steht im Mittelpunkt, ob Augustins Denkweise den sokratisch-problemerschlossenen Vernunftgebrauch als eine Form des Wissens imstande ist zu integrieren.
Die Arbeit behandelt zentrale Themen wie Augustins philosophische Konzeption von Glück, die Rolle von Skepsis und Zweifel in seinem Denken, das Verhältnis von Vernunft und Glaube, die Bedeutung von Autorität und die Möglichkeiten sokratisch-problemerschlossener Bildung. Weitere wichtige Begriffe sind: Platonismus, Neuplatonismus, Gotteserkenntnis, wissendes Nichtwissen, negative Theologie, intellektuelle Schau, Aufstieg und Rückkehr, dogmatisch-positionelles Wissen, und sokratisch-problemqualifiziertes Wissen.
Augustin sah in der Skepsis eine Bedrohung für das Glück. In seinem Werk 'De academicis' versuchte er, den Zweifel durch die Suche nach unumstößlicher Gewissheit zu überwinden.
Es bezeichnet die verbleibenden Anteile sokratischer Problemhaftigkeit und kritischen Hinterfragens, die jedoch zunehmend durch dogmatische Gewissheiten verdrängt wurden.
Für Augustin war die philosophische Vernunft dem Glauben untergeordnet ("ancilla theologiae"). Vernunft dient dazu, den bereits vorhandenen Glauben tiefer zu verstehen.
Mathematische Wahrheiten dienten ihm als Muster für absolute Gewissheit, die gegen skeptische Zweifel immun ist und somit als Glücksgarant fungiert.
Die Untersuchung kritisiert, dass seine Suche nach absoluter Sicherheit den sokratischen Raum des "wissenden Nichtwissens" schließt und zu einer hermetischen Denkweise führt.
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