Diplomarbeit, 2006
83 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit
1.2 Aufbau der der Arbeit
2 Multinationale Unternehmen (MNU)
2.1 Definition und Ziele der MNU aus wissensorientierter Sichtweise
2.2 Typologie der MNU
2.3 Typologie der MNU nach Perlmutter
3 Wissensmanagement
3.1 Wissen
3.1.1 Begriffe – Zeichen, Daten, Informationen, Wissen
3.1.2 Wissensarten
3.1.2.1 Implizites Wissen vs. explizites Wissen
3.1.2.2 Individuelles Wissen vs. kollektives Wissen
3.2 Wissenstransfer
3.2.1 Humanorientierter Ansatz des Wissenstransfers
3.2.2 Wissenstransfer auf individueller Ebene
3.2.3 Wissenstransfer auf Gruppenebene
3.2.4 Wissenstransfer auf organisationaler Ebene
4 Expatriate Management
4.1 Die Internationalisierung des Personalmanagements
4.2 Die Entsendung als kultureller Interaktionsprozess
4.2.1 Arbeitsdefinition von Kultur
4.2.2 Das Kulturmodell von Hofstede
4.3 Formen der Entsendung
4.3.1 Die Entsendung von Expatriates
4.3.2 Die Entsendung von Inpatriates
4.3.3 Die Entsendung von Flexpatriates
4.4 Die Phasen des Auslandseinsatzes
4.3.1 Mitarbeiterauswahl
4.3.2 Vorbereitung auf den Auslandseinsatz
4.3.3 Auslandseinsatzphase und Betreuung
4.3.4 Wiedereingliederung
4.5 Die Ziele von Auslandseinsätzen
4.5.1 Kompensation mangelnden Humankapitals im Gastland
4.5.2 Koordination und Kontrolle der MNU
4.5.3 Führungskräfteentwicklung
4.6 Erfolgsbestimmung der Entsendung
5 Internationaler Wissenstransfer durch das Expatriate Management
5.1 Die Auslandsentsendung als Transfermechanismus impliziten Wissens
5.2 Unterschiedliche Entsendungsformen und die Auswirkungen auf den Wissenstransfer
5.3 Einfluss der kulturellen Distanz auf den Wissenstransfer
5.4 Hindernisses des Wissenstransfers
5.4.1 Individuelle Hindernisse
5.4.2 Kollektive Hindernisse
5.4.3 Organisationale Hindernisse
6 Schlussbetrachtung
Diese Arbeit zielt darauf ab, die theoretische und praktische Lücke zwischen der Theorie multinationaler Unternehmen (MNU), dem Wissensmanagement und dem Expatriate Management zu schließen. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, inwiefern Expatriates als effektive Wissenstransfermechanismen in MNU fungieren und wie sie zum Erhalt sowie zum Aufbau wissensbasierter Wettbewerbsvorteile beitragen können.
5.1 Die Auslandsentsendung als Transfermechanismus impliziten Wissens
Wie gezeigt wurde, müssen Wissenstransfers immer entsprechend der Art des zu vermittelnden Wissens situativ gestaltet werden. Je nach Wissensart sind unterschiedliche organisationale Transfermechanismen anzuwenden.195 Videokonferenzen z.B. werden als ein Kosten sparendes Substitut für persönliche Meetings mit internationalen Teilnehmern angesehen. Bis zu einem gewissen Komplexitätsgrad der Themen kann dies als eine effiziente Lösung fungieren. Persönliche treffen bleiben jedoch unersetzlich, wenn komplexe Sachverhalte erläutert und verstanden werden sollen. Gerade im internationalen Geschäft, wo ein gegenseitiges Verstehen durch kulturelle und sprachliche Unterschiede erschwert ist und somit kritisch für den Erfolg sein kann, sollte der Wert von persönlichen Kontakten nicht unterschätzt werden. Für den Aufbau persönlicher Beziehungen und Vertrauensverhältnissen zu den Mitarbeitern ist mehr als die Interaktion über den Bildschirm nötig. Die Computer-Technologie ist zwar mittlerweile dominant beim Transfer expliziter Inhalte, kann aber beim Transfer von implizitem Wissen nur eine Hilfsrolle einnehmen. Denn nur durch den persönlichen Kontakt kann die Ambiguität impliziter Wissensinhalte reduziert und somit die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Transfers erhöht werden.196
In MNU müssen nicht nur komplexe Sachverhalte durch persönliche Kommunikation diskutiert und geklärt werden. Um Synergieeffekte der geographisch verteilten Organisation zu nutzen, müssen einmal entwickelte Kernkompetenzen und „best practices“ effektiv und effizient in alle Unternehmenseinheiten transferiert werden. Kernkompetenzen und Wissen, das einen nachhaltigen Wettbewerbsfaktor konstituiert, können per Definition nur impliziter Natur sein und sind daher nicht handelbar und nur schwer übertragbar. Wissen hingegen, dass einfach innerorganisational transferiert werden kann, kann auch einfach von Wettbewerbern imitiert werden und somit auch keine nachhaltigen Wettbewerbsvorteile begründen.197 Demzufolge müssen MNU das schwierige Problem lösen, dass gerade das strategisch wertvolle Wissen, welches intern transferiert werden soll, am schwierigsten zu übertragen ist. Der direkte Transfer wettbewerbsrelevanten Wissens zwischen den Unternehmenseinheiten ist per Definition unmöglich. Der für die MNU lebenswichtige innerorganisationale Transfer impliziten Wissens kann daher nur indirekt, durch die Entsendung von Personen, in denen dieses Wissen verankert ist, vollzogen werden.198 Für den unternehmensweiten Austausch impliziten Wissens sind Expatriates, die diese Aufgabe übernehmen, demgemäß unabdingbar (siehe Abb. 5).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die strategische Bedeutung des internationalen Wissenstransfers in multinationalen Unternehmen und begründet den Einsatz von Expatriates als notwendiges Medium zur Übertragung wettbewerbsrelevanten, impliziten Wissens.
2 Multinationale Unternehmen (MNU): Dieses Kapitel definiert MNU aus wissensorientierter Sichtweise und diskutiert verschiedene Typologien, um die organisatorischen Rahmenbedingungen für Wissensflüsse innerhalb globaler Strukturen zu verdeutlichen.
3 Wissensmanagement: Es werden grundlegende Wissensbegriffe sowie Arten des Wissens (explizit vs. implizit) definiert und der Wissenstransfer auf verschiedenen Ebenen als zentraler Teilprozess des Wissensmanagements eingeordnet.
4 Expatriate Management: Dieses Kapitel behandelt das Expatriate Management als praktische Disziplin, inklusive Entsendeformen, Phasen des Auslandseinsatzes, Zielsetzungen der Entsendung sowie Erfolgsfaktoren und kulturelle Aspekte.
5 Internationaler Wissenstransfer durch das Expatriate Management: Der Hauptteil analysiert Expatriates als gezielte Transfermechanismen für implizites Wissen, untersucht den Einfluss kultureller Distanz und identifiziert spezifische Barrieren auf individueller, kollektiver und organisationaler Ebene.
6 Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die Erkenntnisse zusammen und unterstreicht die strategische Notwendigkeit, Expatriates effektiver als Wissenstransfermedien zu nutzen, um Wettbewerbsvorteile nachhaltig zu sichern.
Expatriate Management, Wissensmanagement, Wissenstransfer, implizites Wissen, Multinationale Unternehmen, Auslandseinsatz, Kulturmodell von Hofstede, Wettbewerbsvorteile, Interkulturelle Kompetenz, Wissenstransferbarrieren, Organisationskultur, Know-how-Transfer, Wissensbausteine.
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Rolle von Expatriates als Medium für den Wissenstransfer in multinationalen Unternehmen, um die Lücke zwischen der Theorie dieser Forschungsfelder zu schließen.
Die zentralen Themenfelder sind die Theorie der multinationalen Unternehmen, die Wissensmanagement-Lehre und das Expatriate Management, die in einen integrierten Ansatz zusammengeführt werden.
Das primäre Ziel ist es, das Verständnis für Wissenstransferprozesse in global agierenden Unternehmen zu erweitern und zu prüfen, wie Expatriates konkret zum Aufbau von Wettbewerbsvorteilen beitragen.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden theoretischen Literaturanalyse und der Zusammenführung wissenschaftlicher Disziplinen, um daraus Barrieren und Gestaltungsanforderungen für den Wissenstransfer abzuleiten.
Im Hauptteil (Kapitel 5) wird der Entsendeprozess als spezifischer Mechanismus für den Transfer von implizitem Wissen erforscht, inklusive der Analyse von Einflussfaktoren wie kultureller Distanz und Transferbarrieren.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Wissenstransfer, Expatriate Management, implizites Wissen, Wettbewerbsvorteile, kulturelle Distanz und Wissensbarrieren charakterisiert.
Expatriates sind in der Regel für längere Zeit in Auslandseinheiten stationiert. Inpatriates sind Mitarbeiter aus Tochtergesellschaften, die temporär in die Zentrale entsandt werden, während Flexpatriates durch häufige, kurze Reisen zwischen verschiedenen Standorten zur Projektarbeit und Netzwerkbildung beitragen.
Die Arbeit argumentiert, dass wettbewerbsrelevantes, implizites Wissen eine hohe Ambiguität aufweist und stark an Personen gebunden ist, weshalb es nur durch persönlichen Kontakt und direkte soziale Interaktion effektiv übertragen werden kann, was IT allein nicht leisten kann.
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