Masterarbeit, 2019
47 Seiten, Note: 6
Jura - Rechtsphilosophie, Rechtssoziologie, Rechtsgeschichte
A. Einleitung
1. Hinführung
2. Ziel
3. Aufbau
B. Der liberale Freiheitsbegriff
1. John Locke
1.1. Eigentumstheorie
1.2. Staatstheorie
1.3. Freiheitsbegriff bei Locke
2. Robert Nozick
2.1. Anspruchstheorie der Verteilungsgerechtigkeit
2.2. Freiheitsbegriff bei Nozick
3. Isaiah Berlin
3.1. Negative Freiheit
3.2. Positive Freiheit
3.3. Der Konflikt zwischen den beiden Freiheitsbegriffen
4. Wirtschaftsliberalismus
5. Der liberale Freiheitsbegriff
C. Grenzen des liberalen Freiheitsbegriffs
1. Das Problem der ökonomischen Macht
2. Das Problem der Rechtfertigung von Privateigentum
3. Das Problem der existenziellen Bedürfnisse
4. Einkommen und Arbeit
4.1. Armut
4.2. Arbeitslosigkeit
4.3. Freiheit im Wohlfahrtsstaat
4.4. Prekarisierung der Arbeit
5. Der substanzielle Freiheitsbegriff
D. Das bedingungslose Grundeinkommen (BGE)
1. Zentrale Wesensmerkmale
2. Die Erde gehört allen
2.1. Das Prinzip der Ressourcengleichheit
2.2. BGE als geeignetes Instrument
2.3. Freiheit für alle
3. Effizienteres Mittel gegen Armut
3.1. Wirksamkeit
3.2. Kosten
3.3. Psychische Belastung
4. Effizienteres Mittel gegen Arbeitslosigkeit
4.1. Arbeitsverteilung
4.2. Wegfall der Arbeitslosigkeitsfalle
4.3. Arbeitsbegriff
5. Verbesserung der Arbeitsbedingungen
5.1. Mehr Verhandlungsmacht für Arbeitnehmer
5.2. Umverteilung von Macht
6. Fazit: Das BGE
E. Schlussfazit
1. Ergebnisse
2. Weiterführende Gedanken des Autors
Die Arbeit untersucht, inwieweit der vorherrschende liberale Freiheitsbegriff den Anforderungen moderner, kapitalistischer Gesellschaften gerecht wird. Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass dieser Freiheitsbegriff aufgrund seiner engen Fokussierung auf negative Freiheitsrechte an seine Grenzen stößt und durch einen substanziellen Freiheitsbegriff ergänzt werden muss, um Menschen in einer hoch entwickelten Gesellschaft effektiv zu schützen.
1. Das Problem der ökonomischen Macht
Durch die Globalisierung und die Domination wirtschaftsliberaler Ideen im politischen Diskurs sind in den letzten Jahrzehnten global operierende Konzerne mit enormer Finanzmacht entstanden, die „Standorte für Forschung, Produktion, Vermarktung, Vertrieb und Verwaltung allein nach ökonomischen Kriterien“ bestimmen können und nicht selten auf Kosten von Arbeitnehmern und der Umwelt ihre Gewinne maximieren. Damit einhergehend ist Geld als „Medium aller Wirtschaftstransaktionen“ zum grössten Machtfaktor auf der Welt geworden. Mehr Geld bedeutet auch mehr Mittel und Möglichkeiten, seine Freiheiten so auszuleben, wie man möchte.
Zudem verschärft sich die exzessive Ungleichverteilung von Einkommen und Vermögen zunehmend. Nicht zuletzt, weil es finanzkräftige Wirtschaftsakteure für gewöhnlich einfach haben, immer reicher zu werden und so ihre Macht zu erweitern. Diese Entwicklungen weisen auf eine zunehmende Verdichtung ökonomischer Macht hin. Wer sie besitzt, kann seinen Willen durchsetzen und auf andere Einfluss nehmen. Wer sie nicht besitzt, ist faktisch abhängig und in unterlegener Verhandlungsposition.
Hierbei ergibt sich ein erster Kritikpunkt am liberalen Freiheitsbegriff: Er lässt das Problem der ökonomischen Macht ausser Acht. Im Sinne einer liberalen Freiheitsauffassung ist sowohl der Machtträger als auch der Machtbetroffene frei. Freiheit besteht nämlich primär darin, frei von äusserem Zwang am Markt teilnehmen zu können. Demgemäss sind Menschen, die aufgrund von Entscheidungen mächtiger Wirtschaftsakteure ihre Arbeitsstelle verlieren oder in unsichere und prekäre Arbeitsverhältnisse geraten, in ihrer Freiheit nicht eingeschränkt. Diese rein ökonomische Betrachtungsweise von Freiheit ist mit dem klassischen Liberalismus nicht vereinbar, der in emanzipatorischer Tradition den Menschen vor absolutistischer und dogmatischer Unterdrückung befreite. Dementsprechend besteht „die politische Pflicht, die Menschen im Sinne der Freiheit vor Wirtschaftsmacht zu schützen“.
A. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung des Liberalismus ein, identifiziert aktuelle Herausforderungen durch Globalisierung und Automatisierung und legt das Ziel fest, einen substanziellen Freiheitsbegriff zu erarbeiten.
B. Der liberale Freiheitsbegriff: Dieses Kapitel analysiert die klassischen liberalen Theorien von Locke, Nozick und Berlin sowie den Wirtschaftsliberalismus, um den vorherrschenden negativen Freiheitsbegriff zu konkretisieren.
C. Grenzen des liberalen Freiheitsbegriffs: Das Kapitel kritisiert die Unfähigkeit des liberalen Modells, Probleme wie ökonomische Macht, Eigentumsverteilung und materielle Existenzsicherung zu adressieren, und entwickelt den substanziellen Freiheitsbegriff.
D. Das bedingungslose Grundeinkommen (BGE): Hier wird das BGE als Instrument zur Verwirklichung substanzieller Freiheit vorgestellt und seine Effizienz im Vergleich zu traditionellen wohlfahrtsstaatlichen Ansätzen hinsichtlich Armutsbekämpfung, Arbeitsmarkt und Machtverhältnissen diskutiert.
E. Schlussfazit: Das Schlussfazit fasst die Ergebnisse zusammen, bestätigt die Notwendigkeit eines weitergehenden Freiheitsbegriffs und reflektiert die psychosozialen Dimensionen bei der Einführung eines BGE.
Bedingungsloses Grundeinkommen, Liberalismus, substanzielle Freiheit, negative Freiheit, Wirtschaftsliberalismus, soziale Ungleichheit, Arbeitsmarkt, Automatisierung, Privateigentum, Armutsbekämpfung, Wohlfahrtsstaat, Arbeitslosigkeitsfalle, Machtverteilung, prekäre Arbeit, Existenzsicherung.
Die Arbeit untersucht die Grenzen des klassischen liberalen Freiheitsbegriffs angesichts moderner gesellschaftlicher und ökonomischer Entwicklungen wie Globalisierung und Automatisierung.
Die zentralen Themen umfassen die politische Philosophie des Liberalismus, Fragen der Verteilungsgerechtigkeit, die prekäre Situation auf dem Arbeitsmarkt und das Konzept des bedingungslosen Grundeinkommens.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass der rein negative liberale Freiheitsbegriff nicht ausreicht, um individuelle Freiheit heute zu schützen, und stattdessen ein substanzieller Freiheitsbegriff erforderlich ist.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und kritischen Auseinandersetzung mit liberalen Staatstheorien und ökonomischen Modellen sowie der Diskussion des BGE als Lösungsvorschlag.
Der Hauptteil analysiert erst die theoretischen Grundlagen des Liberalismus, identifiziert dann die Grenzen dieses Verständnisses in der heutigen Zeit und präsentiert abschließend das BGE als effizientes Instrument.
Die Arbeit lässt sich vor allem über Begriffe wie bedingungsloses Grundeinkommen, negative versus substanzielle Freiheit, ökonomische Macht und Arbeitsmarkttransformation definieren.
Der Autor kritisiert, dass Nozicks Theorie auf Annahmen aus dem 17. Jahrhundert beruht, die eine Erstaneignung von Ressourcen voraussetzen, welche in der heutigen Welt aufgrund der vollständigen Verteilung von Land und Gütern unmöglich ist.
Das BGE könnte prekäre Arbeit unattraktiv machen, da Arbeitnehmer durch die materielle Absicherung eine höhere Verhandlungsmacht erhalten und gezwungen wären, Arbeit attraktiver oder besser entlohnt zu gestalten.
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