Bachelorarbeit, 2015
53 Seiten, Note: 2.0
Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
1. Einleitung
2. Liebe in Renaissance und Realismus
2.1. Renaissance
2.2. Realismus
3. Liebesverhältnis bei Shakespeare und Keller
3.1. Familiäre Liebe
3.2. Entstehung der Liebe
3.3. Entwicklungen in der Liebesbeziehung
3.4. Sexualität vs. Liebe
3.5. Liebestod
4. Ergebnisse
Die Bachelorarbeit untersucht vergleichend das Konzept und die Darstellung der Liebe in William Shakespeares "Romeo and Juliet" und Gottfried Kellers "Romeo und Julia auf dem Dorfe". Dabei wird analysiert, wie gesellschaftliche Normen, familiäre Hintergründe und das Spannungsfeld zwischen Liebe und Sexualität die Entwicklung der Liebesbeziehungen sowie das tragische Schicksal der Protagonisten in den jeweiligen Epochen (Renaissance und Realismus) beeinflussen.
3.1. Familiäre Liebe
Dieses Unterkapitel nimmt die Familien in den Blick. Wie ist ihr Verhältnis untereinander? Wie beeinflusst die Familie die Paare untereinander und miteinander und wie ist die familiäre Liebe zwischen ihnen? Wird den Protagonisten ein heiles Familienbild gezeigt oder eine Familie, in der die Liebe untereinander keine Rolle mehr spielt?
Die Beziehung der beiden Liebespaare Romeo und Juliet und Sali und Vrenchen sind stark beeinflusst durch ihre Familien und die Beziehungen der Familien untereinander. So leben die beiden mächtigen Familien der Capulets und der Montagues seit Generationen im Streit. Am Anfang des ersten Aktes nimmt die Fehde zwischen den beiden Häusern eine gewalttätige Wendung, die sogar so weit geht, dass die beiden Oberhäupter der Familien mit Schwertern aufeinander losgehen (S. 129, Akt 1.1., V. 70-77.) Erst durch das Erscheinen des Prinzen Escalus von Verona und seiner Androhung der Todesstrafe bei jeder weiteren Fortsetzung der Gewalt beruhigt sich die Situation für den Moment (S. 130, Akt 1.1., V. 79 - S. 131, V. 101). Schon am Anfang des Dramas zeigt sich das Ausmaß der Streitigkeiten zwischen diesen beiden Familien, in die nicht nur sie selbst eingebunden sind, sondern auch alle ihre Angehörigen, ihre Dienerschaft und sogar Teile der Bürgerschaft in Verona.
1. Einleitung: Vorstellung der beiden Werke und der zentralen Forschungsfrage zum Vergleich der Liebesdarstellungen in den Epochen Renaissance und Realismus.
2. Liebe in Renaissance und Realismus: Theoretische Einordnung der Liebesbegriffe beider Epochen unter Berücksichtigung philosophischer und historischer Konzepte.
3. Liebesverhältnis bei Shakespeare und Keller: Vergleich der beiden Werke anhand zentraler Kategorien wie familiäres Umfeld, Entstehung der Liebe, Entwicklung der Beziehung, Sexualität und Liebestod.
4. Ergebnisse: Zusammenfassung der Gemeinsamkeiten und Unterschiede sowie Fazit zur Zeitlosigkeit der behandelten Liebesgeschichten.
Liebe, Renaissance, Realismus, Romeo und Juliet, Romeo und Julia auf dem Dorfe, Shakespeare, Keller, Sozialität, Familie, Liebestod, Sexualität, Gesellschaft, Rollenbilder, Vergleich, Tragödie.
Die Arbeit befasst sich mit einer komparatistischen Analyse des Liebesbegriffs und der Liebesdarstellung in William Shakespeares "Romeo and Juliet" und Gottfried Kellers "Romeo und Julia auf dem Dorfe".
Im Zentrum stehen die Einflüsse von Epochenvorgaben (Renaissance vs. Realismus), gesellschaftlichen Normen, familiären Strukturen sowie das Spannungsfeld zwischen Liebe, Sexualität und dem Tod.
Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Darstellung der Liebe sowie der tragischen Entwicklungen in beiden Werken herauszuarbeiten und zu ergründen, warum die Paare trotz inniger Liebe scheitern.
Die Arbeit stützt sich auf eine vergleichende Literaturanalyse, die zentrale Kategorien wie die familiäre Liebe, die Beziehungsentwicklung und die Rolle der Gesellschaft heranzieht.
Der Hauptteil gliedert sich in fünf Unterkapitel, die detailliert die familiären Hintergründe, die Entstehung der Liebe, die Beziehungsentwicklung, das Verhältnis von Sexualität und Liebe sowie die Bedeutung des Liebestodes untersuchen.
Wesentliche Begriffe sind unter anderem Liebe, Renaissance, Realismus, Sozialität, Familie, Liebestod, Sexualität und gesellschaftliche Konventionen.
Die Familien wirken als externe, blockierende Instanzen. Während der Streit bei Shakespeare auf einer langen Tradition basiert, entfremdet die soziale Not im Realismus die Familien Kellers und zerstört die Lebensgrundlage der Kinder.
Bei Shakespeare ist die Sexualität durch die Ehe legitimiert, auch wenn sie den Regeln der Zeit entgegensteht; bei Keller scheitert das Ausleben der Sexualität an strengen moralischen Normen und der Unfähigkeit der Protagonisten, diese zu überwinden.
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