Masterarbeit, 2016
112 Seiten, Note: 1
1 EINLEITUNG
2 SUCHTERKRANKUNG
2.1 DROGENKONSUM IN ÖSTERREICH
2.2 DROGENPOLITIK
2.3 ZUM WESEN DER SUCHT
2.3.1 Entstehung einer Suchterkrankung
2.3.2 Folgen von Sucht – Sucht als soziales Problem
2.3.3 Behandlung der Suchtkrankheit
3 STATIONÄRE LANGZEITSUCHTTHERAPIE
4 INTEGRATION UND LEBENSFÜHRUNG
4.1 SOZIALE SYSTEME UND HANDELNDE SUBJEKTE
4.2 DAS MODELL DES „LEBENSFÜHRUNGSSYSTEMS“
4.3 BEWÄLTIGUNGSARBEIT IN EINER STATIONÄREN EINRICHTUNG
4.3.1 Vor Eintritt: „draußen“
4.3.2 Institution: „drinnen“
4.3.3 (Re-)Integrationsprozess: „draußen“
5 KOHÄRENZ & RESILIENZ
5.1 SALUTOGENESE
5.1.1 Kohärenzgefühl (SOC)
5.1.2 Affektu-sensumotorische Vorerfahrungen
5.2 RESILIENZ
5.2.1 Resilienzforschung
5.2.2 Resilienzförderung
6 SOZIALTHERAPEUTISCHE INTERVENTIONEN KLINISCHER SOZIALARBEIT
7 DATENERHEBUNG – METHODISCHES VORGEHEN
7.1 ZUGANG ZUM FELD
7.2 DURCHFÜHRUNG DER INTERVIEWS
7.3 AUSWERTUNGSVERFAHREN: QUALITATIVE INHALTSANALYSE
7.4 AUFBEREITUNGSVERFAHREN: WÖRTLICHE TRANSKRIPTION
7.5 BESCHREIBUNG DER INTERVIEWPARTNERINNEN
8 DARSTELLUNG UND INTERPRETATION DER ERGEBNISSE
8.1 SUBJEKTIVER GESUNDHEITSZUSTAND & UMGANG MIT AKTUELLEN GESUNDHEITLICHEN BESCHWERDEN
8.2 RISIKOHAFTE UND PROTEKTIVE EINFLUSSFAKTOREN
8.2.1 Risikohafte Einflussfaktoren
8.2.1.1 Vergangene risikohafte Einflussfaktoren im Kontext der Suchterkrankung
8.2.1.2 Aktuelle risikohafte Einflussfaktoren im Kontext der Suchterkrankung
8.2.2 Protektive Einflussfaktoren
8.2.2.1 Vergangene protektive Einflussfaktoren im Kontext der Suchterkrankung
8.2.2.2 Aktuelle protektive Einflussfaktoren im Kontext der Suchterkrankung
8.3 BEWÄLTIGUNGSSTRATEGIEN
8.3.1 Flexibilität
8.3.2 Selbstwirksamkeit
8.3.2.1 Gestaltung und Planung Tagesablauf
8.3.2.2 Ursachen Kontrollverlust + Einnahme Suchtmittel
8.3.2.3 Beibehaltung Kontrolle bei Suchtdruck
8.3.2.4 Kontrollierbare vs. unkontrollierbare Lebensbereiche
8.3.3 Konfliktbewältigung
8.3.3.1 Vergangene schwierige Situationen im Leben
8.3.3.2 Umgang mit Konfliktsituationen
8.3.3.3 Bewältigung schwieriger Situationen
8.3.3.4 Veränderter Umgang mit schwierigen Situationen und Konflikten
8.4 SOZIALES UMFELD
8.5 KOMMUNIKATION
8.5.1 Gefühl von Verständnis
8.5.2 Ansprechen von unangenehmen Gefühlen
8.6 AFFEKTU-SENSOMOTORISCHE ERFAHRUNGEN
8.6.1 Nachgehen von Freizeitaktivitäten und Hobbies & Veränderung seit Therapie
8.6.2 Verlangen nach Ablenkung, Bewegung und Kreativität
8.6.3 Suche nach äußeren Reizen und Sensationen, Äußerung & Veränderung seit Therapie
8.6.4 Veränderung von Phantasie und Vorstellungsvermögen
8.6.5 Spaßempfinden und Veränderung seit Therapie
8.7 SELBSTWERT, SELBSTBILD UND SELBSTVERTRAUEN
8.7.1 Stolz in Bezug auf eigenes Leben
8.7.2 Selbstkritik und Selbstvorwürfe
8.7.3 Individuelle Stärken
8.8 LEBENSSINN UND ZUKUNFTSORIENTIERUNG
8.8.1 Halt und Wichtigkeit im Leben
8.8.2 Ziele & Wünsche für die Zukunft
8.9 STATIONÄRE THERAPIE + PROFESSIONELLE UNTERSTÜTZUNG
8.9.1 Hilfe und Unterstützung für besseren Umgang mit Suchterkrankung
8.9.2 Beurteilung des Hilfsangebotes
8.9.3 Betreuungsperson mit besonderer Bedeutung
8.9.4 Veränderung seit Beginn der Therapie
8.9.5 Aktueller Umgang mit der Suchterkrankung
8.9.6 Notwendige Unterstützung vor Beendigung der Therapie
9 ZUSAMMENFASSUNG UND DISKUSSION DER ERGEBNISSE
9.1 BEANTWORTUNG DER FORSCHUNGSFRAGEN
9.2 RELEVANZ DER STUDIE: KLINISCH-SOZIALARBEITERISCHE INTERVENTIONEN
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Wirksamkeit und Anwendbarkeit sozialtherapeutischer Interventionen im Kontext stationärer Langzeitsuchttherapien, mit dem Ziel, den Auf- und Ausbau resilienter und kohärenter Lebensführungssysteme bei suchtkranken KlientInnen zu fördern. Im Zentrum der Forschungsfrage steht dabei, wie solche Systeme im stationären Rahmen theoretisch modelliert werden können und welche spezifischen sozialdiagnostischen und beratenden Ansätze der Klinischen Sozialarbeit geeignet sind, um die Reintegration und Alltagsbewältigung der KlientInnen nachhaltig zu unterstützen.
8.2.1.1 Vergangene risikohafte Einflussfaktoren im Kontext der Suchterkrankung
Dass Sucht multifaktoriell bedingt ist (vgl. Haller 2007: 51) veranschaulicht die Beantwortung der nächsten Frage. Die vergangenen risikohaften Einflussfaktoren werden nach der Anzahl ihrer Nennung sortiert (dies dient lediglich als Hilfskonstrukt, da es sich hier um eine qualitative Analyse handelt). Negative Erfahrungen in Zusammenhang mit der Familie werden besonders häufig genannt, als Begründung hierfür werden unter anderem die Identifizierung mit dem durch den Beruf beeinflussten Lebensstil des Vaters (immer fit sein, auf Knopfdruck tagelang munter sein), der Selbstmord des Vaters im Alter von 8 Jahren des Klienten und ein daraus resultierendes Fehlen der Bezugsperson, Gewalt durch den sehr strengen Vater, Depressionen der Mutter und Angst vor Übernahme dieser Erkrankung sowie ein zu geschütztes Elternhaus genannt.
„Mein Vater ist ein wenig ein Choleriker und ja und da war ich halt nur der Trottel und du kannst nix und hin und her und da habe ich mich komplett abgeschirmt eigentlich dann. (…) habe niemanden zum Reden gehabt, das war schon ein großes Thema.“ (F/30-33)
„Die ewigen Streitereien zuhause und die Gewalt und das nächtelang nicht schlafen. Das ist halt war psychisch sehr anstrengend, ich habe immer Angst gehabt (…).“ (J/12-13)
1 EINLEITUNG: Die Einleitung umreißt die Herausforderungen suchtkranker Menschen und definiert das Forschungsinteresse an sozialtherapeutischen Interventionen zur Stärkung resilienter Lebensführungssysteme.
2 SUCHTERKRANKUNG: Dieses Kapitel erläutert den aktuellen Stand des Drogenkonsums in Österreich, ordnet die Drogenpolitik ein und beschreibt theoretisch das Wesen sowie die Entstehung und Behandlung der Suchterkrankung.
3 STATIONÄRE LANGZEITSUCHTTHERAPIE: Hier werden die gesetzlichen und konzeptionellen Rahmenbedingungen sowie die Zielsetzungen stationärer Suchttherapieeinrichtungen detailliert dargestellt.
4 INTEGRATION UND LEBENSFÜHRUNG: Das Kapitel verknüpft systemtheoretische Konzepte von Integration und Lebensführung mit dem spezifischen Bewältigungsprozess innerhalb einer stationären Therapieeinrichtung.
5 KOHÄRENZ & RESILIENZ: Diese theoretische Vertiefung widmet sich den Konzepten der Salutogenese, dem Kohärenzgefühl nach Antonovsky sowie der Resilienzforschung als zentralen Wirkfaktoren.
6 SOZIALTHERAPEUTISCHE INTERVENTIONEN KLINISCHER SOZIALARBEIT: Ein Überblick über die Aufgabenfelder der Klinischen Sozialarbeit, insbesondere hinsichtlich ihrer beratenden und behandelnden Funktion in der Suchthilfe.
7 DATENERHEBUNG – METHODISCHES VORGEHEN: Beschreibung des qualitativen Forschungsdesigns, der Auswahl des Feldes und der Anwendung der Inhaltsanalyse nach Mayring zur Auswertung der Interviews.
8 DARSTELLUNG UND INTERPRETATION DER ERGEBNISSE: Dieser Hauptteil präsentiert die empirischen Ergebnisse aus den Interviews, gegliedert nach den identifizierten Kategorien und verknüpft diese mit der theoretischen Grundlage.
9 ZUSAMMENFASSUNG UND DISKUSSION DER ERGEBNISSE: Abschließende Diskussion der Forschungsergebnisse im Hinblick auf die Forschungsfragen sowie Ableitung von Handlungsempfehlungen für die Praxis der Klinischen Sozialarbeit.
Klinische Sozialarbeit, Suchttherapie, Lebensführungssystem, Resilienz, Salutogenese, Kohärenzgefühl, psychosoziale Diagnostik, stationäre Langzeittherapie, Ressourcenorientierung, Bewältigungsstrategien, Suchtgedächtnis, Netzwerkintervention, Interventionsplanung, Suchtprävention, Sozialtherapie
Die Arbeit erforscht die Anwendungsmöglichkeiten sozialtherapeutischer Interventionen und psychosozialer Diagnostik, um suchtkranke KlientInnen in stationären Langzeittherapien beim Aufbau resilienter und kohärenter Lebensführungssysteme zu unterstützen.
Die zentralen Themen umfassen Suchterkrankungen im österreichischen Kontext, das Modell des Lebensführungssystems nach Sommerfeld et al., die Konzepte der Salutogenese und Resilienz sowie die methodischen Ansätze der Klinischen Sozialarbeit.
Das Ziel ist es, auf Basis empirischer Ergebnisse aus Experteninterviews aufzuzeigen, wie sozialtherapeutische Methoden gezielter in die stationäre Arbeit integriert werden können, um die persönliche Entwicklung und Reintegration der KlientInnen zu fördern.
Es wird ein qualitatives Forschungsdesign verwendet, wobei 10 Leitfadeninterviews mit KlientInnen geführt und durch eine qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit Sucht und Integration sowie einen empirischen Teil, in dem die Interviewergebnisse in neun Kategorien – wie beispielsweise Gesundheitszustand, Risikofaktoren und Bewältigungsstrategien – interpretiert werden.
Wichtige Begriffe sind Klinische Sozialarbeit, Resilienz, Kohärenzgefühl, psychosoziale Diagnostik, stationäre Langzeitsuchttherapie und Ressourcenorientierung.
Die PIE-Klassifikation dient als fundiertes Diagnostikinstrument, das die Komplexität sozialer Prozesse erfasst und dabei unterstützt, Probleme nicht nur auf Personenebene zu verorten, sondern deren soziale Kontexte gezielt in die Interventionsplanung einzubeziehen.
Die Studie zeigt, dass für die befragten KlientInnen der Kontakt zu Haustieren (insbesondere Hunden) einen wesentlichen protektiven Einflussfaktor darstellt, der Stabilität bietet und in der Bewältigungsarbeit als Ressource genutzt werden kann.
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