Bachelorarbeit, 2020
51 Seiten, Note: 1,3
1 EINLEITUNG
1.1 PROBLEM AUFRISS
1.2 SOZIOLOGISCHE RELEVANZ
1.3 VORGEHEN
2 THEORIETEIL
2.1 LITERATURDISKUSSION
2.2 JAMES S. COLEMAN: DIE ASYMMETRISCHE GESELLSCHAFT
2.2.1 Korporative Akteure
2.2.2 Die neuen Risiken
2.2.3 Die Paradoxie der Moderne
2.3 LEITENDE ANNAHMEN
3 HAUPTTEIL
3.1 DAS ASYMMETRIEPROBLEM DER SPÄTMODERNEN GESELLSCHAFT
3.1.1 Der Markt als objektive Wirklichkeit
3.1.2 Der Staat als reaktiver Gestalter
3.2 DIE FOLGEN FÜR DAS INDIVIDUUM
3.2.1 Selbstverantwortung
3.2.2 Unsteuerbarkeit
3.3 DIE PARADOXIE DER SPÄTMODERNE
3.3.1 Freiheit
3.3.2 Bedeutungslosigkeit
4 FAZIT
4.1 EINORDNUNG UND AUSBLICK
4.2 CORONA UND MÖGLICHE ZUKUNFT
Die Arbeit untersucht das Asymmetrie-Problem der spätmodernen Gesellschaft, um zu erklären, warum trotz eines breiten gesellschaftlichen Krisenbewusstseins keine effektive sozial-ökologische Transformation stattfindet, und analysiert dabei die Kluft zwischen Umweltbewusstsein und tatsächlichem Umweltverhalten.
2.2.1 Korporative Akteure
Mit der Industrialisierung und Differenzierung entwickelt sich eine neue Sozialform, deren funktionales Element nicht länger natürliche Personen sind (vgl. Coleman 1986: 26). An ihre Stelle treten Institutionen (Flitner 1986: 7), die Coleman zur Betonung ihres Personen-Charakters korporative Akteure nennt. Was Coleman im vorangegangenen Zitat meint, ist: Dem sozialen System, dass objektiv nur aus physisch greifbaren Personen besteht, wird mit diesen neuen fiktiven Körperschaften eine dritte Interaktionsebene eingefügt (vgl. Coleman 1986: 167). Denn nominell besitzen korporative Akteure dieselben Rechte und Pflichten wie natürliche Personen, sie können einheitlich handeln, interagieren und sie können Ressourcen besitzen (vgl. ebd. 34f.).
Coleman unterscheidet in diesem sozialen System vier Arten sozialen Handelns. Während in einer Gemeinschaft vor allem Interaktionen des Typs 1 zwischen zwei natürlichen Personen auftreten, kommen in der modernen Sozialstruktur neuartige Formen hinzu: Der Typ 3 beschreibt die Beziehung zwischen zwei korporativen Akteuren, die Typen 2a und 2b beschreiben jeweils die zwischen einer Person und einem korporativen Akteur – wobei bei 2a die Person und bei 2b der korporative Akteur die Rolle des Subjekts darstellt. Beide nennt Coleman asymmetrisch (vgl. ebd. 32f.). Es sind eben diese asymmetrischen Beziehungen, die seit dem 18. Jahrhundert zugenommen haben, um dann „das wichtigste und vielleicht prägendste Merkmal der modernen Gesellschaftsstruktur“ zu werden (ebd. 32, 27).
Dabei zielt der Asymmetriebegriff nicht nur auf die generelle Verschiedenartigkeit der beiden Parteien ab, sondern vor allem auf die unterschiedlichen Ressourcen, die jeweils zur Verfügung stehen (vgl. ebd. 32ff.). Korporative Akteure können weitaus größer und einflussreicher als ein einzelnes Individuum sein. Vor allem diese großen Körperschaften sind in Colemans Analysen von Relevanz (vgl. ebd. 140). Während in einer Beziehung des Typs 2b für die natürliche Person wenig bis gar keine alternativen Interaktionspartner infrage kommen, die den korporativen Akteur ersetzen könnten, sind es beispielsweise im Falle einer Gewerkschaft oder der Regierung „Hunderte, Tausende, ja sogar Millionen“ (ebd. 34). Dieses Ungleichgewicht bedeutet erhebliche Machtgewinne, die korporative Akteure dazu befähigen, die Kontrolle über die Rahmenbedingungen und vor allem über relevante Informationen zu übernehmen (vgl. ebd.). Da in asymmetrischen Beziehungen, in denen der korporative Akteur von übermächtiger Größe ist, keine direkte Kommunikation zwischen den Interaktionspartnern möglich ist, bedarf es an gegenseitigen Informationen.
1 EINLEITUNG: Das Kapitel führt in die Problematik der fehlenden sozial-ökologischen Transformation ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach dem Asymmetrie-Problem.
2 THEORIETEIL: Hier wird der theoretische Rahmen durch die Literaturdiskussion und die Theorie der Asymmetrischen Gesellschaft von James S. Coleman etabliert.
3 HAUPTTEIL: Der Hauptteil untersucht das Asymmetrie-Problem, die Auswirkungen auf das Individuum sowie die Paradoxien der Spätmoderne im Kontext von Umweltverhalten.
4 FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, ordnet diese ein und gibt einen Ausblick auf mögliche Entwicklungen unter Berücksichtigung der Corona-Krise.
Spätmoderne Gesellschaft, Sozial-ökologische Transformation, Asymmetrische Gesellschaft, James S. Coleman, Marktlogik, Umweltbewusstsein, Umweltverhalten, Korporative Akteure, Selbstverantwortung, Paradoxie der Moderne, Politische Unsteuerbarkeit, Konsumkritik, Machtasymmetrie, Identitätskonstruktion, Nachhaltigkeit
Die Arbeit analysiert, warum trotz eines hohen Krisenbewusstseins keine tiefgreifende sozial-ökologische Transformation stattfindet und welche strukturellen Hürden in der spätmodernen Gesellschaft dafür verantwortlich sind.
Die zentralen Felder umfassen die soziologische Machtanalyse, die Dynamik von Markt und Staat, das Spannungsfeld zwischen individuellem Konsumverhalten und Systemzwängen sowie die Paradoxien moderner Identitätskonstruktionen.
Das primäre Ziel ist es, zu klären, inwiefern das Asymmetrie-Problem der spätmodernen Gesellschaft die Kluft zwischen dem expliziten Umweltbewusstsein und dem tatsächlichen Handeln von Individuen erklären kann.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und einer Reinterpretation soziologischer Ansätze, insbesondere der Theorie der Asymmetrischen Gesellschaft von James S. Coleman, übertragen auf aktuelle spätmoderne Verhältnisse.
Der Hauptteil analysiert das Asymmetrie-Verhältnis zwischen Individuen, Staat und Markt sowie die daraus resultierenden Konsequenzen wie Selbstverantwortung, das Gefühl der Unsteuerbarkeit und die Paradoxien von Freiheit und Bedeutungslosigkeit.
Wichtige Begriffe sind Spätmoderne Gesellschaft, Asymmetrische Gesellschaft, Machtasymmetrie, Umweltbewusstsein, sozial-ökologische Transformation und individuelle Selbstverantwortung.
Die Arbeit zeigt auf, dass der Staat Verantwortung an den Markt auslagert, was ihm kurzfristig Stabilität verleiht, aber gleichzeitig seine steuernde Handlungsfähigkeit bei komplexen ökologischen Problemen schwächt.
Die Corona-Krise wird als ein Moment identifiziert, der die bisherige Unverhandelbarkeit neoliberaler Logiken kurzzeitig aufbrach und damit neue Chancen für gesellschaftliche Reflektionen und eine Neuordnung der bestehenden Machtstrukturen aufzeigen könnte.
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