Examensarbeit, 2020
135 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Unterrichtsstörungen
2.1 Begriffsbestimmung
2.1.1 Funktionale Definitionen
2.1.2 Normative Definitionen
2.1.3 Operationalisierung der Definitionen
2.2 Kategorien von Unterrichtsstörungen
2.3 Classroom Management
2.4 Forschungsstand: Ausgewählte Präventionsansätze
2.4.1 Classroom Management nach Kounin
2.4.2 Befunde Evertson
2.4.3 Die Forschungsergebnisse in Hinblick auf die neue Lernkultur
2.4.4 Klassenführung aus der Sicht der vier Lehrertypen nach Mayr, Eder & Fartacek
3. Prävention von Unterrichtsstörungen
3.1 Prävention auf der Ebene der Unterrichtsgestaltung
3.1.1 Strukturierung des Unterrichts
3.1.2 Programmierte Überdrussvermeidung
3.1.3 Vorbereitung des Raumes
3.1.4 Reibungslosigkeit und Schwung
3.2 Prävention auf der Beziehungsebene
3.2.1 Gestaltung eines positiven Lern-und Klassenklimas
3.2.2 Verantwortlichkeit und Mitbestimmung der SchülerInnen stärken
3.2.3 Kommunikation
3.2.4 Humor
3.3 Prävention durch Verhaltenskontrolle
3.3.1 Regeln und Routinen planen und unterrichten
3.3.2 Unangemessenes Verhalten unterbinden
3.3.3 Aufrechterhaltung des Gruppenfokus
3.3.4 Allgegenwertigkeit und Überlappung
3.4 Umfrage Nolting
4. Empirische Untersuchung
4.1 Begründung der Forschungsmethode
4.2 Methodisches Vorgehen
4.2.1 Begründung der Methodenwahl
4.2.2 Konstruktion und Durchführung der leitfadengeschützten Interviews
4.3 Datenauswertung mittels Qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring
4.3.1 Vorbereitung der Inhaltsanalyse
4.3.1.1 Schritt 1-3
4.3.1.2 Schritt 4-5
4.3.1.3 Schritt 6-7
4.3.2 Vorgehensweise Kategorienbildung
4.3.2.1 Induktiv-deduktive Kategorienbildung
4.3.2.2 Schritt 8-9
4.4 Auswertung der Ergebnisse
4.4.1 Verständnis von Unterrichtsstörungen der Befragten
4.4.2 Strategien zur Vermeidung von Unterrichtsstörungen
4.4.2.1 Kategorie „Regeln“
4.4.2.2 Kategorie „Unterrichtsgestaltung“
4.4.2.3 Kategorie „Sozial-emotionale Beziehung“
4.4.2.4 Kategorie „Reaktion auf Störung“
4.4.2.5 Kategorie „Raumstruktur“
4.5 Auswertung der Dimensionen nach Kounin, Evertson und Mayr
4.5.1 Beschreibung der Kategorien
4.5.2 Reflexive Einordnung
5. Fazit und Ausblick
Ziel dieser Arbeit ist es, die Strategien zur Prävention von Unterrichtsstörungen zu identifizieren, die Lehrkräfte an Frankfurter Grundschulen tatsächlich in der Praxis anwenden, und diese mit theoretischen Konzepten zu vergleichen, um den Handlungsspielraum von Lehrkräften zu untersuchen.
2.4.1 Classroom Management nach Kounin
Die ersten Ansätze zur Prävention von Unterrichtsstörungen gehen auf Studien des amerikanischen Forschers Jacob Kounin in den 70er Jahren zurück. Sein Werk „Techniken der Klassenführung“, welches 1976 erschienen ist, ist bis heute ein Klassiker und wurde 2006 neu aufgelegt. Der Begriff „Techniken“ lässt behaupten, dass es sich um erlernbare Maßnahmen zur Disziplinierung handelt. Allerdings beschreibt Syring, dass es sich bei „Allgegenwertigkeit“ oder „Reibungslosigkeit“ um keine pädagogischen Techniken handelt, sondern um grundlegende Qualitätsmerkmale des Unterrichts. Der Ursprung Kounins Forschungen ging auf einen Zwischenfall in einer von ihm gehaltenen Vorlesung zurück, bei dem er einen Studenten rügte, da dieser in seiner Vorlesung eine Zeitung las, anstatt der Veranstaltung zu folgen. Diese Zurechtweisung sorgte nicht nur bei dem einen Studenten für eine Disziplinierung, sondern auch bei allen anderen TeilnehmerInnen der Klasse. Die Kommilitonen richteten ihre Blicke zum Lehrer und ein lastendes Schweigen breitete sich aus.
Kounin untersuchte den sogenannten Welleneffekt, bei dem eine Zurechtweisung eine Wirkung bei den anderen TeilnehmerInnen hinterlässt. Trotz umfangreicher Untersuchungen an verschiedenen Schulen mit verschiedenen Altersstufen zeigten sich nur widersprüchliche Befunde und keine klaren Ergebnisse zwischen den Zurechtweisungsverhalten der Lehrkräfte und dem Störverhalten der SchülerInnen. Die Forscher starteten ein neues Projekt und wählten einen Video- Recorder als Erhebungsinstrument, der alle Ereignisse im Klassenzimmer festhält und frei von subjektiven Einflüssen durch Beobachter war. Dabei untersuchten sie die Fragestellung worin sich die Lehrkräfte von Klassen mit einer hohen Störungsrate zu denen mit einer niedrigen Störungsrate unterscheiden.
1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die Relevanz von Unterrichtsstörungen als Belastungsfaktor für Lehrkräfte und Lernerfolg und skizziert das Ziel der empirischen Untersuchung.
2. Unterrichtsstörungen: Hier wird der theoretische Begriff der Unterrichtsstörung definiert, verschiedene Klassifikationen erörtert und der Forschungsstand zum Classroom Management dargestellt.
3. Prävention von Unterrichtsstörungen: Dieses Kapitel erläutert konkrete präventive Strategien aus den Bereichen Unterrichtsgestaltung, Beziehungsförderung und Verhaltenskontrolle.
4. Empirische Untersuchung: Der empirische Teil beschreibt die methodische Vorgehensweise, die Durchführung der Experteninterviews und die qualitative Datenauswertung der Ergebnisse.
5. Fazit und Ausblick: Hier werden die empirischen Ergebnisse mit dem theoretischen Forschungsstand in Beziehung gesetzt, kritisch diskutiert und ein Ausblick auf weitere Forschung gegeben.
Unterrichtsstörungen, Classroom Management, Prävention, Klassenführung, Lehrkräfte, Grundschule, qualitative Inhaltsanalyse, Lehrer-Schüler-Beziehung, Unterrichtsqualität, pädagogisches Handeln, Disziplin, Lernklima, Strukturierung, Experteninterview, Handlungsspielraum.
Die Arbeit befasst sich mit der Prävention von Unterrichtsstörungen an Grundschulen. Ziel ist es zu untersuchen, welche Strategien Lehrkräfte im Unterrichtsalltag einsetzen, um Störungen vorzubeugen.
Die Arbeit deckt die Bereiche Klassenführung, Unterrichtsgestaltung, Beziehungsförderung und Verhaltenskontrolle ab und vergleicht diese mit den Modellen von Kounin, Evertson und Mayr.
Das primäre Ziel ist es, herauszufinden, ob und wie präventive Maßnahmen aus der Theorie in der praktischen Arbeit von Grundschullehrkräften umgesetzt werden.
Es wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt. Dazu wurden leitfadengeschützte Interviews mit fünf Grundschullehrkräften geführt und mittels Qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden theoretischen Rahmen zu Störungsdefinitionen und Präventionsmodellen sowie einen empirischen Teil, in dem die Interviewergebnisse induktiv und deduktiv analysiert werden.
Schlüsselbegriffe sind Classroom Management, Prävention, Lehrer-Schüler-Beziehung, Unterrichtsfluss und Störungsklassifikation.
Die Einführung von Regeln wird von allen befragten Lehrkräften als zentrale, meist eingesetzte Maßnahme für die Prävention von Störungen genannt, wobei die Einübung zu Beginn des Schuljahres besonders betont wird.
Ja, die Auswertung zeigt, dass Lehrkräfte je nach ihrer pädagogischen Erfahrung und Fortbildung unterschiedlich stark auf theoriegeleitete Strategien zurückgreifen, wobei manche eher intuitiv oder reaktiv agieren.
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