Masterarbeit, 2018
80 Seiten, Note: 1,1
1. Joan Riviere - „Weiblichkeit als Maskerade“
1.1 Begriffliche Grundlagen
1.2 Zeitgeschichtlicher Hintergrund
1.3 Joan Riviere: Frau, Wissenschaftlerin, Psychoanalytikerin
1.4 Inhalt des Textes
1.5 Neuordnung der Begriffsgrundlage
1.6 Diskursives Universum des Textes
1.6.1 Ernest Jones und die weibliche Homosexualität
1.6.2 Melanie Klein und die Variabilität der Maskerade
1.6.3 Nina Searl und die Entdeckung der Angst
1.6.4 Sándor Ferenczi und die Subjekt-Objekt-Beziehung der männlichen Homosexualität
1.7 Zwischen Schein und Sein – Das Oxymoron von Weiblichkeit und Maskerade
1.7.1 Sexualität
1.7.2 Passivität
1.7.3 Gesellschaft
1.7.4 Maskerade und Körper
1.7.5 Lacans Maskerade
2. Rezeption
2.1 Die Maskerade als Mittel der Dekonstruktion
2.2 Maskerade und Macht
2.3 Das Subjekt und der psychoanalytische Ödipuskomplex
2.4 Körper und Identität
2.5 Maskerade und Fetisch
2.6 Die männliche Rolle der Zurschaustellung
2.7 Kritik an Riviere
3. Weitere Gedanken zum Begriff der Maskerade: Die Bedeutung der Maskerade für Gesellschaft, Feminismus und Psychoanalyse
Die Arbeit untersucht den psychoanalytischen Begriff der „Weiblichkeit als Maskerade“ von Joan Riviere, ordnet seine Rezeption ein und analysiert seine Bedeutung innerhalb soziologischer und feministischer Diskurse, um Geschlechterrollen als performative Konstruktionen im gesellschaftlichen Raum zu entschlüsseln.
Die männliche Rolle der Zurschaustellung
Stephen Heath kommt zu dem Schluss, dass auch die männliche Identität einer Rolle gleichkommt, da diese sich wie die Maskerade nur durch ein ständiges „Zurschaustellen“ („display“, Heath 1986: 55) definiere. Diese Zurschaustellung, die Heath als das männliche Gegenüber der Maskerade definiert, lässt sich auf mehreren Ebenen in einen Gesamtzusammenhang setzen. In Bezug auf die Psychoanalyse zeigt sich die Zurschaustellung auch in der frühkindlichen Entwicklung, wie Horneys Beobachtungen zeigen.
Der weibliche Penisneid entwickle sich nämlich nicht nur aufgrund des generellen Neides, keinen Penis zu besitzen, sondern vielmehr dadurch, dass es dem Jungen möglich ist, sein Genital beim Urinieren zu beobachten. Der Mann sei deshalb ein Gegenstand des Neides für die Frau, weil er „Sichtbarkeit“ besitzt. (vgl. Horney 1923: 14) Auch das von Riviere immer wieder betonte Bedürfnis nach Anerkennung könnte in einer Verbindung zum Neid der „Zurschaustellung“ stehen, denn auch hier möchte die Frau für das, was sie nach außen hin leistet, Anerkennung erfahren. Sichtbarkeit ist also direkt mit dem Besitz eines Penis, nicht nur symbolisch, verbunden. Die Sichtbarkeit des männlichen Genitals am Körper steht parallel zur gesellschaftlichen Sichtbarkeit des Mannes.
1. Joan Riviere - „Weiblichkeit als Maskerade“: Das Kapitel führt in die Grundlagen der psychoanalytischen Theorie Rivieres ein, analysiert den zeitgeschichtlichen Kontext und untersucht die Diskurse sowie die Rolle der Angst in der weiblichen Maskerade.
2. Rezeption: Dieses Kapitel analysiert, wie Autoren wie Butler, Foucault, Bourdieu und Irigaray den Begriff der Maskerade aufgegriffen und in einen soziokulturellen sowie machtkritischen Zusammenhang gestellt haben.
3. Weitere Gedanken zum Begriff der Maskerade: Die Bedeutung der Maskerade für Gesellschaft, Feminismus und Psychoanalyse: Das Kapitel diskutiert die Übertragbarkeit der Riviere'schen Maskerade auf die Gegenwart und reflektiert das anhaltende Potenzial der Theorie für aktuelle gender-soziologische Forschungsfragen.
Maskerade, Weiblichkeit, Männlichkeit, Psychoanalyse, Joan Riviere, Judith Butler, Ödipuskomplex, Identität, Machtverhältnisse, Geschlechterrollen, Körperlichkeit, Diskursanalyse, Performativität, Fetischismus, Subjektwerdung
Die Masterarbeit untersucht den 1929 veröffentlichten psychoanalytischen Text „Weiblichkeit als Maskerade“ von Joan Riviere und dessen vielfältige Rezeptionsgeschichte in den Gender Studies und der Soziologie.
Zentrale Themen sind die psychoanalytische Theorie der Geschlechterentwicklung, der Zusammenhang von Maskerade und Identität sowie die Dekonstruktion von Geschlechterrollen als soziale Konstrukte.
Ziel ist es, die verschiedenen Bedeutungsebenen von Rivieres Maskeradenbegriff zu ordnen, neu auszulegen und aufzuzeigen, was diese für das heutige Verständnis von Geschlechterrollen in der Gesellschaft bedeuten.
Es wird eine diskursanalytische Untersuchung durchgeführt, die psychoanalytische Primärtexte mit soziologischen Theorien (insbesondere von Bourdieu, Foucault und Butler) verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in die psychoanalytische Analyse des Primärtextes, inklusive der Einordnung in den historischen Kontext, sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Rezeption und Kritik des Begriffs durch verschiedene Theoretiker.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Maskerade, Weiblichkeit als Performanz, symbolische Gewalt, Ödipuskomplex und die Konstruktion von Geschlechterrollen.
Die Arbeit stellt heraus, dass die weibliche Maskerade oft als Verschleierung männlicher Attribute gelesen wird, während die männliche Zurschaustellung („display“) als das Gegenstück fungiert, das Autorität und Machtansprüche symbolisiert.
Die Arbeit argumentiert mit Foucault, dass die Maskerade innerhalb der Doktrin der Geschlechterordnung ein rituelles Geständnis der Frau darstellt, nicht den binären Vorschriften „männlich-weiblich“ entsprochen zu haben, und somit die männliche Herrschaft indirekt legitimiert.
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