Fachbuch, 2021
71 Seiten
1. Einleitung
2 Grundlagen
2.1 Entwicklungsaufgaben in der Adoleszenz
2.2 Identitätsbildungsprozesse
3 Medien und Sozialisation
3.1 Theorien zur Subjektivität im 21. Jhdt.
3.2 Social Media als Möglichkeitsraum
4 Identitätsbildung und Social Media
4.1 Möglichkeiten
4.2 Probleme
5 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle von Social Media als erweitertes Handlungsfeld im Prozess der Identitätsbildung Jugendlicher. Dabei wird analysiert, wie Heranwachsende in einer mediatisierten Lebenswelt Identität konstituieren, welche Chancen sich durch virtuelle Interaktionsräume ergeben und mit welchen Herausforderungen sowie machtbasierten Mechanismen sie konfrontiert sind.
4.1 Möglichkeiten
„Die Medien spielen im Alltag von Jugendlichen eine zentrale Rolle. Sie eröffnen als soziale Probebühnen Handlungsräume, in welchen Identitäten erarbeitet werden. Der Umbau der sozialen Beziehungen in der Ablösung von den Eltern und der Zuwendung zu den Peers wird über Medien gestaltet. Medienpräferenzen schaffen Zusammengehörigkeitsgefühle und symbolische Formen der Abgrenzung.“ (Süss 2004: 142)
Nach Hipeli und Süss verwenden Heranwachsende Medien zur Erschließung gesellschaftlicher Handlungsräume, um Autonomie zu beanspruchen und individuell gewählte Zugehörigkeiten zum Ausdruck zu bringen. Die verschiedenen Entwicklungsaufgaben, die sich in der Phase der Adoleszenz darstellen, können durch Prozesse des Ausprobierens verschiedener Verhaltensweisen und Lebensstile bewältigt werden. Insbesondere das Herausarbeiten der eigenen Identität stellt sich als zentrale Herausforderung für Jugendliche dar. Jene Prozesse der Identitätsbildung geschehen in zunehmender Ablösung vom Elternhaus bzw. von der jeweiligen Betreuungsperson oder den Betreuungspersonen und der Zuwendung zu der eigenen Peer-Group. Die Orientierung an der eigenen Peer-Group wird insofern als wesentliche Schlüsselkomponente für Identitätsbildungsprozesse in der Adoleszenz verstanden. SNS eröffnen in diesem Zusammenhang Raum für jene Identitätsbildungsprozesse: Jugendliche erkunden sich in medialer Interaktion mit anderen (meist mit den eigenen Peers) selbst. Hierbei können neue Konzeptionen, aber auch Spiegelungen eigener Vorstellungen und Haltungen entdeckt und ausprobiert werden. Hipeli und Süss sprechen in diesem Kontext von Online-Welten als soziale Probebühnen. (Vgl. Süss/Hipeli 2010: 142–148)
Realweltliche und virtuelle Realität erfahren an dieser Stelle keine direkte Abgrenzung voneinander, vielmehr gehen diese fließend ineinander über und stellen somit hybride Alltagswirklichkeiten dar.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Identitätsbildung in der Adoleszenz unter dem Einfluss von Social Media ein und erläutert die forschungsleitenden Fragen sowie den methodischen Aufbau der Arbeit.
2 Grundlagen: Hier werden die theoretischen Fundamente gelegt, indem der Begriff der Adoleszenz als Lebensphase definiert, das Konzept der Entwicklungsaufgaben beleuchtet und historische sowie postmoderne Theorien der Identitätsbildung vorgestellt werden.
3 Medien und Sozialisation: Dieses Kapitel verknüpft die Konzepte von Medien und Sozialisation, setzt sich mit modernen Subjektivitätstheorien auseinander und definiert Social Media als technisch konstruierten Möglichkeitsraum.
4 Identitätsbildung und Social Media: Das Hauptkapitel führt die zuvor theoretisch erarbeiteten Aspekte zusammen, um die spezifischen Chancen (Möglichkeiten) und Risiken (Probleme) für die Identitätsarbeit Jugendlicher in sozialen Netzwerken kritisch zu untersuchen.
5 Fazit und Ausblick: Diese abschließende Betrachtung fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und identifiziert weiteren Forschungsbedarf hinsichtlich des Bewusstseins Jugendlicher über die strukturellen Einflüsse von Social Media auf ihre Identitätsbildung.
Identitätsbildung, Adoleszenz, Social Media, Mediensozialisation, Subjektivierung, Peer-Group, Selbstdarstellung, Digitale Medien, Algorithmen, Machtstrukturen, Online-Identität, Mediatisierung, Soziale Netzwerke, Entwicklung, Jugend
Die Arbeit untersucht, welche Bedeutung soziale Medien und insbesondere soziale Netzwerke für den Prozess der Identitätsbildung von Jugendlichen während der Adoleszenz haben.
Zu den zentralen Themen zählen die Entwicklungsaufgaben im Jugendalter, die Mediensozialisation, die Theorie der Subjektivierung sowie die kritische Analyse von Social Media als technisch geformte Räume der Selbstdarstellung.
Das Ziel ist es, einen zeitgemäßen Beitrag zu leisten, der aufzeigt, welche Möglichkeiten Social Media für Jugendliche zur Identitätsarbeit bietet und welche Probleme dabei, etwa durch algorithmische Steuerung oder Erwartungsdruck, entstehen können.
Die Arbeit basiert auf einer interdisziplinären Literaturanalyse, bei der soziologische, psychologische und medienwissenschaftliche Ansätze zusammengeführt und analysiert werden.
Im Hauptteil (Kapitel 4) werden die Identitätsbildungsprozesse in sozialen Netzwerken konkret untersucht, wobei der Fokus auf den Nutzungspraktiken von Jugendlichen und der Wechselwirkung mit den strukturellen Vorgaben der Plattformen liegt.
Die wichtigsten Begriffe umfassen Identitätsbildung, Adoleszenz, Mediatisierung, Subjektivierung, soziale Netzwerke, Selbstdarstellung und algorithmische Machtstrukturen.
Dieser Begriff beschreibt, dass Jugendliche soziale Netzwerke nutzen, um in einer virtuellen Umgebung verschiedene Rollen, Verhaltensweisen und Identitätsfacetten risikofrei auszuprobieren, bevor oder während sie diese in der realen Welt festigen.
Algorithmen strukturieren den Raum, in dem sich Jugendliche bewegen. Sie filtern Informationen, begünstigen Echokammern und können durch personalisierte Feedback-Mechanismen (wie Likes) den Druck erhöhen, normierten Schönheitsidealen oder Lebensstilen zu entsprechen.
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