Masterarbeit, 2015
98 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Theorie
2.1 Terminologie und Definitionen
2.1.1 Zum Begriff ‚Anglizismus‘
2.1.2 Äußeres Lehngut
2.1.2.1 Direktentlehnungen
2.1.2.2 Scheinentlehnungen
2.1.2.3 Mischkomposita
2.1.3 Inneres Lehngut
2.1.3.1 Lehnbildungen
2.1.3.2 Lehnbedeutungen
2.2 Forschungsüberblick: Anglizismen und Pressesprache
3. Empirischer Teil
3.1 Methode und Korpus
3.1.1 Das Korpus und die Grundsätze der Auszählung
3.1.2 Zur Auswahl der Magazine: MÄDCHEN, MAXI, BRIGITTE WOMAN
3.2 Zur Häufigkeit der Anglizismen
3.2.1 Verwendungshäufigkeit
3.2.2 Die häufigsten Anglizismen
3.2.2.1 Ersetzbarkeit der häufigsten Anglizismen
3.2.3 Abschließende Interpretation der quantitativen Ergebnisse
3.3 Stilistische Betrachtungen
3.3.1 Kolorit
3.3.2 Ausdruckskraft
3.3.3 Sprachökonomie
3.3.4 Ton
3.3.5 Affektwertung
3.4 Integration
3.4.1 Phonologische Integration
3.4.2 Orthographische Integration
3.4.3 Morphologische Integration
3.5 Exemplarische Betrachtungen
3.5.1 Die Cover
3.5.2 Die Inhaltsverzeichnisse und die Rubrikbezeichnungen
4. Schluss
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der altersabhängigen Verwendung von Anglizismen in drei verschiedenen Frauenzeitschriften, um sprachliche Unterschiede bei der Identitätsbildung und Gruppenzugehörigkeit zwischen verschiedenen Altersgruppen zu analysieren.
3.3.1. Kolorit
Als erste Kategorie beschreibt Pfitzner das Kolorit, das dem Text eine besondere „Stimmung und Atmosphäre“ verleiht (Pfitzner 1978: 39). Er bezieht sich hierbei darauf, dass Journalisten, um den Leser in eine Welt einzuführen, einen besonderen und auf diesen Zweck ausgelegten Wortschatz wählen und dieser Wortschatz sich je nach der Welt, in die es den Leser einzuführen gilt, verändert (vgl. Pfitzner 1978: 39). Dieser Wortschatz nun vermittelt dem Leser nicht nur den Sachinhalt, besitzt also nicht nur einen denotativen Wert, sondern vermittelt darüber hinaus auch konnotative Komponenten und eine bestimmte Stimmung. Der Journalist gibt sich besondere Mühe „der Eigenart des Geschilderten in der sprachlichen Fassung gerecht zu werden“ (Pfitzner 1978: 39). Drei Gruppen des Kolorit können nach Pfitzner unterschieden werden: Lokalkolorit, Fachkolorit und Sozialkolorit.
Als Erstes soll hier auf das Lokalkolorit eingegangen werden, dessen Hauptfunktion es ist Assoziationen mit einem bestimmten Raum oder Ort zu vermitteln (vgl. Nikolay 1984: 17). Pfitzner fasst darunter die Verwendung eines Fremdwortes zur Schilderung von „Gegenständen, Einrichtungen, Erscheinungen, Personen oder Vorgängen […] die innerhalb der deutschen Sprachgrenzen nicht vorkommen und deshalb die Bezeichnung behalten, die sie dort tragen, wo sie existieren“ (Heller IN Pfitzner, 1978: 40). Beim Leser erzeugt die Verwendung von Fremdwörtern in diesem Fall eine Verbindung zum Herkunftsland der Entlehnungen und ruft im Leser emotionale Vorstellungen zu diesem Herkunftsland hervor (vgl. Pfitzner 1978: 40). Neben Gegenständen, Einrichtungen etc., die nur im anglo-amerikanischen Sprachraum vorkommen, eignen sich besonders die in dieser Arbeit ausgeklammerten Namen wie Personennamen (zum Beispiel Lionel Richie (BW III, 130), Arthur Guinness (MAXI V, 145)), geographische Namen (zum Beispiel New York (BW V, 153), Dublin (M V, 144), Liffey River (M V, 144)) und Produkt- und Markennamen (zum Beispiel Happy Socks (MÄ III, 7), Rich & Royal (MÄ III, 14)), um Lokalkolorit zu erzeugen.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den allgemeinen Sprachwandel, die Rolle des Englischen als Einflussfaktor und definiert die Forschungsfrage bezüglich der altersabhängigen Anglizismenverwendung in Frauenzeitschriften.
2. Theorie: Dieses Kapitel führt in die Terminologie ein, klassifiziert Anglizismen (äußeres/inneres Lehngut, Scheinentlehnungen) und gibt einen Forschungsüberblick zur Anglizismenverwendung in der Presse.
3. Empirischer Teil: Hier werden die Untersuchungsmethode, das Korpus (MÄDCHEN, MAXI, BRIGITTE WOMAN) und die Ergebnisse zur Häufigkeit, Stilistik sowie Integration der Anglizismen detailliert dargestellt und interpretiert.
4. Schluss: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen, bestätigt die abnehmende Häufigkeit von Anglizismen mit steigendem Alter und ordnet die Ergebnisse in soziolinguistische Zusammenhänge ein.
Anglizismen, Sprachwandel, Presse, Frauenzeitschriften, Jugendsprache, Altersabhängigkeit, Soziolekt, Lehngut, Stilistik, Integration, Sprachökonomie, Ausdruckskraft, Identität, Massenmedien, Gruppenzugehörigkeit
Die Arbeit untersucht, wie häufig und aus welchen Gründen englische Begriffe in deutschen Frauenzeitschriften verwendet werden, wobei der Fokus besonders auf dem Vergleich verschiedener Altersgruppen liegt.
Als Korpus wurden die Jugendzeitschrift MÄDCHEN, das Magazin MAXI für Frauen im mittleren Erwachsenenalter und BRIGITTE WOMAN für Frauen ab 40 Jahren herangezogen.
Das Ziel ist es, eine mögliche Altersabhängigkeit bei der Verwendung von Anglizismen aufzuzeigen und zu verstehen, wie diese Sprache zur Identitätsbildung und Abgrenzung innerhalb der Zielgruppen beiträgt.
Die Autorin führt eine quantitative Auszählung der Anglizismen pro Seite durch und kombiniert diese mit einer stilistischen Analyse auf Basis der Kategorien von Pfitzner (Kolorit, Ausdruckskraft, Sprachökonomie, Ton, Affekt).
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Definition von Anglizismen und einen umfangreichen empirischen Teil, in dem neben der reinen Häufigkeit auch die stilistische Motivation, die Ersetzbarkeit und die Integration ins Deutsche analysiert werden.
Zentrale Begriffe sind Anglizismen, Sprachwandel, Soziolekt, Altersabhängigkeit und stilistische Funktion.
Die Analyse legt nahe, dass dies mit der jugendlichen Lebenswirklichkeit, der stärkeren Einbindung in englischsprachig dominierte Medien (Social Media, USA als Leitkultur) und dem bewussten Wunsch nach Abgrenzung zur Standardsprache zusammenhängt.
Ja, die Autorin trennt die Auszählung bewusst in redaktionellen Text und Werbeseiten, da Werbung oft einen anderen, allgemeineren Sprachgebrauch aufweist und somit die Ergebnisse der redaktionellen Sprachwahl verfälschen könnte.
Es zeigt sich, dass in Zeitschriften für ältere Zielgruppen häufiger eine echte Notwendigkeit für Anglizismen besteht, da diese Begriffe für Sachverhalte stehen, die im Deutschen schwer zu umschreiben sind, während in der Jugendzeitschrift oft eine bewusste Wahl des englischen Begriffs aus Gründen der Konnotation und des Trends erfolgt.
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