Bachelorarbeit, 2020
29 Seiten
1. Einleitung
2. Das gesellschaftliche Leben um Achtzehnhundert
2.1 Die Familie um Achtzehnhundert
2.2 Die feudal-ständische Gesellschaft im absolutistischen System
2.2.1 Feudalismus
2.2.2 Absolutismus
3. Die feindlichen Brüder
3.1 Die feindlichen Brüder in der Weltliteratur
3.2 Die feindlichen Brüder im Sturm und Drang
3.3 Das Erstgeburtsrecht um Achtzehnhundert als möglicher Konfliktgrund
4. Der Bruderzwist in Friedrich Maximilian Klingers „Die Zwillinge“
4.1 Das Kraftgenie
4.1.1 Guelfo
4.1.2 alter Guelfo
4.2 Der introvertierte Melancholiker
4.2.1 Ferdinando
4.2.2 Grimaldi
5. Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht das Motiv der feindlichen Brüder in Friedrich Maximilian Klingers Drama „Die Zwillinge“. Zentrales Ziel ist es, die Forschungsfrage zu klären, inwiefern das Erstgeburtsrecht als maßgeblicher Grund für den Untergang des Protagonisten Guelfo angesehen werden kann.
4.1 Das Kraftgenie
Typisch für die Zeit des Sturm und Drang ist die Bezeichnung des Genies und des damit in Verbindung stehenden Kraftmenschen. Kestner schrieb einst über Goethe: „Er besitzt, was man Genie nennt[...] [E]r tut, was ihm einfällt, ohne sich darum zu bekümmern, ob es anderen gefällt, ob es Mode ist, ob es die Lebensart erlaubt“. Deutlich zu erkennen zeigt diese Beschreibung, dass der damalige Begriff des Genies nicht zu verwechseln ist mit der heutigen Wortbedeutung „hochbegabter, schöpferischer Mensch“, sondern vielmehr eine dem Menschen eigene Originalität bezeichnet, welche er aus sich selbst herausschöpft, sodass man diese als gottesähnlich beschreiben kann.
Dies zeigt sich in der Literatur nach Bertman folglich: „Mit dem Genie einher geht die Konfrontation zwischen dessen Tatkraft und Streben nach Autonomie und Authentizität auf der einen Seite und einer Umgebung auf der anderen Seite, die als widerständig erfahren wird“. Typisch für das Genie ist demnach seine eigenen Ansichten und den damit einhergehenden Willen stets als richtig anzusehen und radikal, ohne Rücksicht auf andere Individuen, durchzusetzen, sprich die Selbstbestimmung, Regellosigkeit und die damit zusammenhängende Freiheit in jeglichen Punkten gänzlich auszuleben. Kants Aussage „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“ bedeutet das Genie im Sturm und Drang folglich, sich gegen die bestehenden gesellschaftlichen Reglements aufzulehnen, beziehungsweise diese zu sprengen.
1. Einleitung: Einführung in das Thema der feindlichen Brüder und Formulierung der Forschungsfrage hinsichtlich des Erstgeburtsrechts in Klingers Drama.
2. Das gesellschaftliche Leben um Achtzehnhundert: Analyse der zeitgenössischen Familienstrukturen und der feudal-absolutistischen Herrschaftsordnung als Basis für das Verständnis der Konflikte.
3. Die feindlichen Brüder: Untersuchung des literarischen Motivs der feindlichen Brüder und der Rolle des Erstgeburtsrechts im Sturm und Drang.
4. Der Bruderzwist in Friedrich Maximilian Klingers „Die Zwillinge“: Detaillierte Charakteranalyse der Hauptfiguren Guelfo, dem alten Guelfo, Ferdinando und Grimaldi unter Rückgriff auf die Typen des Kraftgenies und des Melancholikers.
5. Schluss: Zusammenführung der Ergebnisse und Beantwortung der Ausgangsfrage, ob das Erstgeburtsrecht ursächlich für den Untergang Guelfos ist.
Die Zwillinge, Friedrich Maximilian Klinger, feindliche Brüder, Sturm und Drang, Erstgeburtsrecht, Primogenitur, Kraftgenie, Melancholiker, Guelfo, Ferdinando, Grimaldi, Feudalismus, Absolutismus, Bruderzwist, soziale Normen.
Die Arbeit befasst sich mit der literaturwissenschaftlichen Analyse des Dramas „Die Zwillinge“ von Friedrich Maximilian Klinger unter besonderer Berücksichtigung des Motivs der feindlichen Brüder.
Zentrale Themen sind die feudalen Gesellschaftsstrukturen des 18. Jahrhunderts, das Erstgeburtsrecht (Primogenitur), die Epoche des Sturm und Drang sowie die psychologische Ausgestaltung der dramatischen Charaktere.
Das Ziel der Untersuchung ist die Klärung der Frage, inwiefern das Erstgeburtsrecht als Grund für den Untergang des Protagonisten Guelfo betrachtet werden kann.
Es wird eine textzentrierte Analyse angewandt, die durch die Betrachtung historischer Hintergründe und literaturtheoretischer Konzepte wie des „Kraftgenies“ ergänzt wird.
Der Hauptteil analysiert die historischen Grundlagen der Epoche sowie die Charaktere Guelfo und Ferdinando und deren Gegenspieler Grimaldi, um die Dynamik des Bruderzwists offenzulegen.
Die wichtigsten Schlüsselbegriffe sind Erstgeburtsrecht, Klinger, Sturm und Drang, feindliche Brüder, Guelfo, Ferdinando und feudale Ordnung.
Der Vater festigt durch seine autoritäre Haltung und die willkürliche Bevorzugung Ferdinandos sowie durch sein distanziertes Verhalten gegenüber Guelfo die Spannungen, die letztlich in die Katastrophe führen.
Grimaldi agiert als Manipulator, der Guelfos Frustration und Neid strategisch ausnutzt und ihn durch gezielte psychologische Beeinflussung zum Brudermord treibt.
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