Bachelorarbeit, 2017
146 Seiten, Note: 2
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Forschungsfragen
1.3 Inhaltlicher Aufbau der Arbeit
2 Stand der Forschung
2.1 Boreout
2.1.1 Langeweile
2.1.2 Chronische Unterforderung
2.1.2.1 Psychische Sättigung
2.1.2.2 Fehlbelastung
2.1.3 Desinteresse
2.2 Entstehungsbedingungen und Ursachen
2.3 Betroffene Berufsgruppen
2.4 Unterschiede zwischen Boreout und Faulheit
2.5 Boreout-Paradox
2.6 Boreout-Strategien
2.7 Nachteile von Boreout
2.7.1 Negative Auswirkungen für die Betroffenen
2.7.2 Negative Auswirkungen für Unternehmen
3 Methodik
3.1 Empirische Sozialforschung
3.2 Wahl des Erhebungsinstrumentes
3.2.1 Qualitative Inhaltsanalyse
3.2.2 Gütekriterien qualitativer Forschung
3.2.3 Experteninterviews
3.3 Interviewleitfaden
3.4 Probeinterview
3.5 Stichprobe
3.6 Untersuchungshergang
3.7 Datenauswertung
4 Ergebnisse
4.1 Kategoriensystem
4.2 Beantwortung der Forschungsfragen
5 Diskussion
5.1 Interpretation der Ergebnisse
5.2 Kritische Würdigung
5.3 Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht das Phänomen Boreout aus wirtschaftspsychologischer Sicht, um zu ergründen, wie Betroffene mit Langeweile, Unterforderung und Desinteresse am Arbeitsplatz umgehen. Das primäre Ziel ist es, neue Erkenntnisse über die Facetten dieses Leidens zu gewinnen, die bisher in der wissenschaftlichen Literatur vergleichsweise wenig beachtet wurden, und Handlungsansätze für Unternehmen abzuleiten.
2.1 Boreout
Der Begriff Boreout wurde von Rothlin und Werder 2007 ins Leben gerufen. Er kommt aus dem Englischen und setzt sich zusammen aus zwei Teilen: Bore, was übersetzt so viel wie Langweiler bedeutet und out, als Synonym für außen. Würde man das demnach sinngemäß übernehmen, könnte man Boreout als Ausgelangweiltsein übersetzen (Rothlin & Werder, 2007, S. 13).
Rothlin und Werder stellen darauf aufbauend ihre Theorie Arbeitsunzufriedenheit in Folge von Langeweile vor. Ausgelangweilt bedeutet in diesem Fall nicht, dass einem vom Boreout Betroffenen wieder aufregende, abwechslungsreiche und interessante Zeiten bevorstehen und die Langeweile vorüber ist. Vielmehr nimmt die Langeweile am Arbeitsplatz neue Dimensionen an. Es gibt mehrere Faktoren, die dafür verantwortlich sind, dass Boreout langfristig am Leben bleibt. Diese werden in den nachfolgenden Kapiteln näher erläutert. Denn die Betroffenen sind durch dieses Verhalten in einem Teufelskreis gefangen und finden in der Regel aus eigenem Antrieb nicht mehr heraus. (vgl. Rothlin & Werder, 2007, S. 13).
Obwohl der Begriff Boreout dies vermuten lässt, geht es bei diesem Phänomen nicht ausschließlich um die Langeweile an sich. Vielmehr basiert dieses auf den insgesamt drei Faktoren Langeweile, Unterforderung und Desinteresse. Sie stehen in Wechselwirkung zueinander, machen den Boreout aus und werden gleichzeitig als Ursachefaktoren dargestellt (vgl. Abb. 2-1). Damit man überhaupt von Boreout sprechen kann, erklären Rothlin und Werder, müssen diese drei Elemente für einen längeren Zeitraum auf eine Person einwirken (vgl. 2007, S. 26). Im Internet findet man den Begriff Boreout häufig im Zusammenhang mit Unterforderung und Langeweile wieder, Desinteresse wird oft außen vor gelassen.
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein, erläutert die Problemstellung und definiert die Forschungsfragen der Arbeit.
2 Stand der Forschung: Hier werden der theoretische Hintergrund und die Begrifflichkeiten von Boreout, seinen Ursachen und Auswirkungen auf Mensch und Unternehmen beleuchtet.
3 Methodik: Der Abschnitt beschreibt den empirischen Forschungsansatz, die Wahl der Experteninterviews als Erhebungsinstrument sowie die Auswertung nach der qualitativen Inhaltsanalyse.
4 Ergebnisse: Die erhobenen Daten werden präsentiert, das Kategoriensystem vorgestellt und die Forschungsfragen basierend auf der Häufigkeitsanalyse beantwortet.
5 Diskussion: Abschließend werden die Ergebnisse interpretiert, kritisch gewürdigt und ein Fazit sowie Ausblick für zukünftige Forschungen gegeben.
Boreout, Langeweile, Unterforderung, Desinteresse, Monotonie, Merkmale, Qualitative teilstrukturierte Interviews, Inhaltsanalyse, Arbeitsunzufriedenheit, Innere Kündigung, Fehlbelastung, Burnout, Leistungsverlust, Arbeitsplatzbindung.
Die Bachelorarbeit beschäftigt sich mit dem psychologischen Phänomen "Boreout" am Arbeitsplatz, das durch eine Kombination aus Langeweile, Unterforderung und Desinteresse gekennzeichnet ist.
Die zentralen Felder umfassen die Entstehungsursachen, die Differenzierung zu Faulheit, die Bewältigungsstrategien der Betroffenen sowie die negativen gesundheitlichen und wirtschaftlichen Konsequenzen.
Das Ziel ist es, empirisch zu untersuchen, wie sich Boreout bemerkbar macht, wie Betroffene damit umgehen und welche Maßnahmen zu einer Verringerung oder Vermeidung beitragen können.
Die Verfasserin nutzt ein qualitatives Forschungsdesign mit 12 teilstandardisierten Experteninterviews, die mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet wurden.
Im Hauptteil werden der Stand der Forschung, die methodische Vorgehensweise, die Darstellung der Analyseergebnisse sowie deren Diskussion und Interpretation behandelt.
Zentrale Begriffe sind Boreout, Unterforderung, Langeweile, Desinteresse, Inhaltsanalyse und Innere Kündigung.
Das Paradox beschreibt den Teufelskreis, in dem sich Betroffene befinden: Einerseits wünschen sie sich Erleichterung von Stress, andererseits führt die resultierende Unterforderung zu größerer Arbeitsunzufriedenheit und psychischer Belastung.
Die Studie zeigt, dass viele Vorgesetzte mit Ignoranz oder Hinhaltetaktiken reagieren, was bei den Betroffenen zu einer Verstärkung des Problems und letztlich häufig zur inneren Kündigung oder zum Stellenwechsel führt.
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