Examensarbeit, 2017
75 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Parkour
2.1 Entstehung
2.1.1 Georges Hébert
2.1.2 Méthode Naturelle
2.1.3 Raymond Belle
2.1.4 David Belle
2.1.5 Yamakasi
2.2 Definition von Parkour
2.3 Philosophie
2.4 Entwicklung und Trends
2.4.1 Ableger
2.4.2 Mediale Inszenierung
2.4.3 Parkour als Extremsportart
2.4.4 Parkour als Trendsportart
3 Studie zu den Potenzialen der Trendsportart Parkour
3.1 Theoretische Konzeption der Studie
3.1.1 Begründung, Zielsetzung und Hypothesenfindung der Studie
3.1.2 Auswahl der Erhebungsmethoden und Fragebogenkonstruktion
3.1.3 Probandenauswahl
3.2 Hypothese zur Attraktivität von Parkour als Trendsportart
3.2.1 Methoden und Vorgehensweise
3.2.2 Statistische Analyse und Interpretation
3.2.3 Ergebnisse
3.3 Hypothese zum Lebensweltbezug und zur Simplizität von Parkour
3.3.1 Methoden und Vorgehensweise
3.3.2 Statistische Analyse und Interpretation
3.3.3 Ergebnisse
3.4 Hypothese zur spielerischen Leistungssteigerung im Parkourtraining
3.4.1 Methoden und Vorgehensweise
3.4.2 Statistische Analyse und Interpretation
3.4.3 Ergebnisse
4 Konzept für eine Lehrprobe zur Entfaltung der Potenziale
4.1 Stundeneinstieg
4.2 Erwärmung
4.3 Hauptteil
4.4 Präsentation der Ergebnisse
4.5 Kraftkreis
4.6 Zusammenfassung der Potenziale der Lehrprobe
5 Fazit
6 Quellenverzeichnis
6.1 Literaturangaben
6.2 Onlinedokumente
6.3 Internetseiten
Die vorliegende Arbeit untersucht die Potenziale der Trendsportart Parkour zur Legitimation im schulischen und außerschulischen Sportunterricht. Das zentrale Ziel ist es zu belegen, dass Parkour klassischen Schulsportarten ebenbürtig oder überlegen ist, indem seine Attraktivität, der Lebensweltbezug sowie sein Potenzial zur spielerischen Leistungssteigerung empirisch evaluiert werden.
2.4.3 Parkour als Extremsportart
„Eine Gesellschaft, die durch Bürokratisierung und Organisationsbildung Alltagsroutinen erzeugt und die Ungewißheit der Zukunft durch institutionelle Arrangements in den Griff zu nehmen versucht, ruft auf der Ebene ihrer Mitglieder spezifische Erlebniskorrelate hervor. Die Kehrseite von Sicherheit, Routine, Handlungsentlastung und Systemvertrauen heißt Langeweile und Leere.“ (Bette, 2004, S. 16)
Mit dieser treffenden Beschreibung unserer heutigen Gesellschaft wird schnell klar, warum der Extrem- und Risikosport in den letzten Jahren einen solchen Zulauf erlebt. Menschen, die die Bürokratisierung und Routinisierung ihres Lebensalltags erkennen, wollen aus dem Kreislauf ausbrechen, sich wieder lebendig fühlen und aktiv ein neues Wagnis eingehen. Extreme Hindernisläufe mit Freunden, Fallschirmsprünge, die man zum Geburtstag geschenkt bekommt und Wildwasser Rafting während eines Abenteuerurlaubs sind heute für jeden erschwinglich und liegen sehr im Trend. Dieser Trend führt natürlich auch Teilnehmer zu Parkourworkshops oder regelmäßigen Kursangeboten. Doch gilt Parkour als Extremsportart? Bis zum 25. März 2006 wurden Parkour und Freerunning im deutschen Wikipedia-Eintrag für Extremsport noch in der Liste der Extremsportarten aufgeführt. Nach Definition im deutschen Duden ist Extremsport ein „mit höchster körperlicher Beanspruchung“ und „mit besonderen Gefahren verbundener Sport“. Laut einer Studie entstehen während 1000 Stunden Parkourtrainings durchschnittlich nur 5,5 Verletzungen, wobei 70,3 Prozent davon nur Hautschürfungen sind. Diese Statistik und die Philosophie der Selbsteinschätzung und Nachhaltigkeit im Parkour widersprechen eindeutig der Kategorisierung als Extremsportart. Dennoch bezeichnen Medien und Zeitungen Parkour immer wieder als Extremsport. Mit 37,5 Verletzungen pro 1000 Spielstunden, wie eine Untersuchung im deutschen Profifußball zeigt, erfüllt dieser eher die Voraussetzung einer solchen Kategorisierung. Meine Parkourtrainererfahrung zeigt, dass Eltern Angst um ihre Kinder haben, wenn diese die ersten Male zum Parkourtraining kommen. Dabei handelt es sich jedoch um eine Fehlinformation, die einerseits durch die bereits beschriebene mediale Inszenierung als waghalsige und riskante Sportart entstanden ist und andererseits durch Traceure, die Parkour in eine Extremsportart uminterpretieren.
1 Einleitung: Vorstellung der persönlichen Motivation des Autors sowie der zentralen Hypothesen bezüglich Attraktivität, Lebensweltbezug und Leistungssteigerung von Parkour.
2 Parkour: Detaillierte Darstellung der Entstehung, Definition, Philosophie sowie der medialen und gesellschaftlichen Entwicklung von Parkour und seinen Trends.
3 Studie zu den Potenzialen der Trendsportart Parkour: Wissenschaftliche Untersuchung der drei aufgestellten Hypothesen mittels Fragebögen und Experimenten zur Attraktivität, Simplizität und Leistungssteigerung.
4 Konzept für eine Lehrprobe zur Entfaltung der Potenziale: Entwicklung eines praktischen Stundenkonzepts für den Sportunterricht inklusive Stundeneinstieg, Erwärmung mit dem Spiel „Lava“ und Stationstraining.
5 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Studienergebnisse und Plädoyer für die stärkere Integration von Trendsportarten in den schulischen Sportunterricht.
6 Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten Literatur, Onlinedokumente und Internetseiten.
Parkour, Trendsportart, Sportunterricht, Leistungssteigerung, Lebensweltbezug, Simplizität, Didaktik, Körperwahrnehmung, Jugendkultur, Bewegungsphilosophie, empirische Studie, Lehrerrolle, Motivation, Extremsport, Traceur
Die Arbeit untersucht das Potenzial von Parkour als moderne Trendsportart für den Einsatz im schulischen und außerschulischen Sportunterricht.
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung von Parkour, der wissenschaftlichen Evaluation seiner Potenziale bei Schülern und der praktischen Anwendung in Form von Lehrkonzepten.
Das Hauptziel ist zu belegen, dass Parkour den klassischen Schulsportarten ebenbürtig ist und aufgrund seiner Eigenschaften (z.B. hohe intrinsische Motivation, geringe Kosten) einen wertvollen Beitrag zur sportlichen Bildung leisten kann.
Der Autor führt empirische Studien durch, darunter schriftliche Befragungen zur Beliebtheit, Online-Befragungen zum Lebensweltbezug und ein zweimonatiges Experiment zum Vergleich von motorischen Leistungssteigerungen zwischen einer Parkour-Testgruppe und einer Leichtathletik-Kontrollgruppe.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Sportart, die Durchführung und statistische Analyse der drei Hauptstudien sowie die darauf aufbauende Konzeption einer 90-minütigen Lehrprobe.
Kernbegriffe sind Parkour, Trendsportart, Schulsport, Leistungssteigerung, Lebensweltbezug, Simplizität, Körperwahrnehmung und Bewegungsphilosophie.
„Lava“ wird als motivierendes Spiel vorgestellt, das durch die spielerische Überwindung von Hindernissen signifikant zur Steigerung von Sprungkraft, Präzision und Umstellungsfähigkeit bei Schülern beiträgt.
Der Autor betont, dass Parkour auf Selbsteinschätzung, Achtsamkeit und Nachhaltigkeit basiert, während Extremsportarten durch Gefahren und unnötiges Risiko charakterisiert sind; zudem belegen niedrige Verletzungsstatistiken den gesundheitsfördernden Charakter von Parkour.
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