Diplomarbeit, 2002
76 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
2. Klassifikation in der sozialen Arbeit
3. Klassifikationen in der Psychiatrie
3.1. Verwendungsgrund für Klassifikationen
3.2. Gefahren von Klassifikationen unter dem Schwerpunkt von psychiatrischen Diagnosen
3.3. Umgang mit Klassifikationen
3.3.1. Aus der Sicht der KlientInnen
3.3.2. Aus der Sicht der TherapeutInnen
3.3.2.1. Umgang durch empathisches Vermitteln
3.3.2.2. Umgang durch Kompetenzwissen
3.4. Resümee für die klinische Sozialarbeit
4. Person-In-Environment System (PIE)- Ein Diagnose- und Klassifikationssystem sozialer Arbeit
4.1. Ursprung, Geschichte und Motivation des PIE
4.2. Vorstellung des PIE
4.2.1. Faktor 1
4.2.2. Faktor 2
4.2.3. Faktor 3 und 4
5. Exkurs: Fallbeispiel zur Kodierung nach dem PIE
6. Überlegungen zur Anwendbarkeit des PIE im deutschsprachigen Raum
6.1. Praktikable Notwendigkeit von sozialen Klassifikationen
6.2. Die Bedeutung der sozialen Rollen (PIE -Faktor 1) für die soziale Arbeit
6.3. Coping-Fähigkeiten der KlientInnen
6.4. Sozialer Grundversorgungsaspekt
6.5. Problemorientierter Aspekt
6.6. Ressourcenorientierter Aspekt
6.6.1. Soziale Netzwerke
6.6.2. Empowermentperspektive
6.6.3. Sozioökologischer oder sozialräumlicher Aspekt
6.7. Zusammenfassung und Zwischenergebnis
7. Ergänzung zur Anwendbarkeit des PIE im deutschsprachigem Raum
7.1. Verstärkte Aufnahme des Ressourcen-Aspektes
7.2. Veranschaulichendes Fallbeispiel
8. Positive und negative Anmerkungen zum PIE und Endergebnis zur Anwendbarkeit
9. Fazit
Die Diplomarbeit untersucht die Anwendbarkeit des amerikanischen Person-In-Environment Systems (PIE) in der klinischen Sozialarbeit im deutschsprachigen Raum. Ziel ist es, zu klären, ob soziale Klassifikationen als Instrument zur Situationsanalyse für die Sozialarbeit sinnvoll sind, um die Disziplin unabhängiger von medizinischen, defizitorientierten Modellen zu machen und den ressourcenorientierten Blick auf Klienten zu stärken.
1. Einleitung
Mit dieser Diplomarbeit soll die Anwendbarkeit des Person-In-Environment System (PIE) in der klinischen Sozialarbeit (KS) im deutschsprachigen Raum untersucht werden. PIE ist ein amerikanisches Klassifikationssystem für soziale Probleme in der Methode des Case Management (vgl. Adler 1998(b), S.190). Es fügt sich in den Bereich der Situationsanalyse sozialer Arbeit ein (vgl. Stimmer 2000, S.117-122).
Mit KS ist das Aufgabenfeld gemeint, das sich mit KlientInnen jeden Alters beschäftigt, die unter psychischen und physischen Krankheiten, Beeinträchtigungen oder abweichendem Verhalten leiden (vgl. Stimmer 2000(b), S.391-392). Darunter zählen im psychiatrischen Aufgabenfeld z.B. psychische Störungen und Fehlanpassungen, Neurosen, Psychosen, Suchtkrankheiten (vgl. Feinbier 1997, S.23), die in dieser Arbeit durch entsprechende Fallbeispiele besonderer Beachtung zukommen wird.
1. Einleitung: Definiert den Untersuchungsgegenstand, die Relevanz der klinischen Sozialarbeit und die Zielsetzung der Arbeit bezüglich der Eigenständigkeit der Disziplin.
2. Klassifikation in der sozialen Arbeit: Erläutert die theoretische Verortung von Klassifikationen innerhalb der Situationsanalyse und die Abhängigkeit von anderen Disziplinen.
3. Klassifikationen in der Psychiatrie: Analysiert kritisch die medizinischen Diagnosesysteme, deren Chancen und Gefahren für Klienten und Sozialarbeiter.
4. Person-In-Environment System (PIE)- Ein Diagnose- und Klassifikationssystem sozialer Arbeit: Führt in die Entstehungsgeschichte und die vier Faktoren des amerikanischen PIE-Systems ein.
5. Exkurs: Fallbeispiel zur Kodierung nach dem PIE: Veranschaulicht anhand eines konkreten Falles die praktische Anwendung der Kodierung im PIE-System.
6. Überlegungen zur Anwendbarkeit des PIE im deutschsprachigen Raum: Prüft das PIE auf seine Praktikabilität, Berücksichtigung sozialer Rollen, Bewältigungsstrategien und Ressourcenorientierung in deutschen Kontexten.
7. Ergänzung zur Anwendbarkeit des PIE im deutschsprachigem Raum: Schlägt eine notwendige Ergänzung des Systems um eine explizite Ressourcen-Erhebung vor und liefert übersetzte Tabellen.
8. Positive und negative Anmerkungen zum PIE und Endergebnis zur Anwendbarkeit: Bündelt Kritikpunkte, spezifische Herausforderungen bei der Anwendung und Vorschläge für zukünftige Weiterentwicklungen.
9. Fazit: Resümiert die Arbeit und bezieht persönlich Stellung zur Zukunftsfähigkeit des PIE in der klinischen Sozialarbeit.
Klinische Sozialarbeit, Person-In-Environment System, PIE, Situationsanalyse, soziale Klassifikation, Case Management, Ressourcenorientierung, Netzwerkarbeit, Empowerment, soziale Diagnose, Problembewältigung, Interdisziplinarität, psychiatrische Diagnosen, Klientensysteme.
Die Arbeit untersucht die Anwendbarkeit des US-amerikanischen PIE-Systems (Person-In-Environment) als methodisches Instrument für die klinische Sozialarbeit im deutschsprachigen Raum.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Themenbereiche professionelle Situationsanalyse, Klassifikationssysteme in der Psychiatrie versus soziale Arbeit, Ressourcenorientierung und die theoretische Eigenständigkeit der Sozialarbeit.
Ziel ist es, den Nutzen und die Grenzen eines sozialen Klassifikationssystems zu evaluieren, um eine Alternative zur rein medizinisch-defizitorientierten Diagnostik zu bieten.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und dem Vergleich von Systemen, ergänzt durch eine praktische Erprobung des PIE-Systems an Fallbeispielen.
Der Hauptteil analysiert das PIE-System, dessen vier Faktoren, und gleicht diese kritisch mit den Anforderungen der deutschen Sozialarbeitslehre und Praxis ab.
Zentrale Begriffe sind Klinische Sozialarbeit, PIE-System, Situationsanalyse, Ressourcenorientierung und soziale Diagnostik.
Es bietet eine strukturierte Methode, um über die rein medizinische Diagnose hinaus soziale Faktoren wie Rollenkonflikte und Umweltfaktoren systematisch zu erfassen.
Der Autor argumentiert, dass das PIE-System in seiner ursprünglichen Form den Fokus zu stark auf Probleme und Mängel legt, weshalb eine explizite Ergänzung zur ressourcenorientierten Erhebung notwendig ist.
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