Masterarbeit, 2020
129 Seiten, Note: 1,8
1. Einleitung
2. Konzeptionelle Anknüpfung und Grundlagen
2.1 Grundlagen und begriffliche Definitionen
2.1.1 Grundlagen zu Projekten und Projektarten
2.1.2 Grundlagen der Projektsanierung
2.1.3 Definition von Krisen und krisenhafte Projektsituationen
2.2 Abweichungen im Projekt
2.2.1 Sachliche Faktoren der Abweichung
2.2.2 Weiche Faktoren der Abweichung
2.2.3 Zielveränderungen und Zielabweichungen
2.3 Ermittlung der Abweichungsursache
2.4 Defizite bei der Wahrnehmung von Abweichungen
2.5 Erstes Zwischenfazit nach Darlegung der Anknüpfungspunkte
3. Entwicklung eines Rahmenkonzeptes
3.1 Zielsetzung des Rahmenkonzeptes
3.2 Notwendigkeit eines standardisierten Rahmenkonzeptes
3.3 Grundlagen und Methodik des Rahmenkonzeptes
3.3.1 Rahmenbedingungen der Erhebung und Bewertung von Informationen
3.3.2 Methodischer Ansatz zur Strategieauswahl im Rahmenkonzept
3.3.3 Rahmenbedingungen möglicher Grundsatzentscheidungen
3.3.4 Rahmenbedingungen der Herbeiführung von Grundsatzentscheidung
3.3.5 Rahmenbedingungen der Maßnahmenableitung
3.4 Zweites Zwischenfazit nach Darlegung der Methodik
4. Prozessschritte des Rahmenkonzeptes
5. Erster Prozessschritt – Identifikation der Wirkung und Abweichung
5.1 Abgrenzung von Projektwirkung und Projektsituation
5.2 Zuordnung der Informationen zu Kritikalitätsaspekten
5.3 Identifikation von Informationen zur Projektwirkung
5.3.1 Identifikation der Projektattraktivität und des Projektnutzen
5.3.2 Identifikation der Abhängigkeiten des Projektes
5.3.3 Zusammenfassung zur Erhebung von Informationen zur Projektwirkung
5.4 Identifikation von Informationen zur Projektsituation
5.4.1 Identifikation von Kostenabweichungen
5.4.2 Identifikation von Terminabweichungen
5.4.3 Identifikation von Ziel- und Qualitätsabweichungen
5.4.4 Identifikation von Abweichungen weicher Faktoren
5.4.5 Zusammenfassung zur Erhebung von Informationen
5.5 Methodischer Ansatz zur Identifikation von Informationen
6. Zweiter Prozessschritt – Bewertung der Wirkung und Abweichung
6.1 Vorgaben zur Bewertung von Informationen
6.1.1 Vorgaben zur Auswahl der Beteiligten
6.1.2 Vorgaben zur verwendeten Methodik
6.1.3 Vorgaben zur Skalierung der Schätzwerte
6.2 Bewertung der Kritikalität
6.3 Bewertung der Relevanz
6.4 Bewertung des Sicherheitsgrades
6.5 Bewertung der Umsetzungskritikalität und Abweichungskritikalität
6.6 Zusammenfassung zur Bewertung von Informationen
7. Dritter Prozessschritt – Herbeiführung der Grundsatzentscheidung
7.1 Vorgaben zur Methodik der Grundsatzentscheidung
7.2 Bildung und Anwendung einer Entscheidungsmatrix
7.2.1 Skalierung der Entscheidungsmatrix
7.2.2 Zusammenfassung der Bewertungen
7.3 Zuordnung von Grundsatzentscheidungen zu den Abschnitten
7.3.1 Identifikation möglicher Grundsatzentscheidungen
7.3.2 Zuordnung möglicher Grundsatzentscheidungen
7.4 Empfehlung einer Grundsatzentscheidung
7.5 Zusammenfassung zur Herbeiführung einer Grundsatzentscheidung
8. Vierter Prozessschritt – Ableitung geeigneter Maßnahmen
8.1 Vorgaben zur Methodik der Maßnahmenableitung
8.2 Ableitung von Maßnahmen
8.3 Priorisierung der Maßnahmen
8.4 Umsetzung und Kontrolle der Maßnahmen
8.5 Zusammenfassung zur Ableitung von Maßnahmen
9. Bewertung und kritische Würdigung des Rahmenkonzeptes
9.1 Darlegung der Erhebungsmethodik
9.1.1 Aufbau und Struktur des Fragebogens
9.1.2 Auswahl der Befragten
9.2 Bewertung des Rahmenkonzeptes
9.2.1 Beurteilung der Notwendigkeit und Verfügbarkeit von Lösungsansätzen
9.2.2 Beurteilung der Erhebung von Informationen
9.2.3 Beurteilung der Bewertung von Informationen
9.2.4 Beurteilung der Herbeiführung einer Grundsatzentscheidung
9.2.5 Beurteilung der Maßnahmenableitung
10. Fazit und kritische Würdigung
Diese Masterarbeit entwickelt ein standardisiertes Rahmenkonzept für das Management krisenhafter und gescheiterter Projekte. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert darauf, wie durch prozessuale Standardisierung von der Identifikation über die Bewertung bis hin zur Ableitung von Maßnahmen der Projekterfolg in Krisensituationen stabilisiert oder durch fundierte Entscheidungen zur Projektabwicklung wiederhergestellt werden kann.
2.4 Defizite bei der Wahrnehmung von Abweichungen
Bei der Wahrnehmung von Abweichungen werden Defizite unterstellt, deren Beseitigung die Erkennung und Bearbeitung solcher Abweichungen erst ermöglicht. Hierzu besagt die Evaluating-Annahme, dass die entscheidende Instanz aktuelle und zukünftige Situationen und deren Konsequenzen rational und gemäß einer ökonomischen Sichtweise bewertet.
Im Rahmen dieser Annahme und deren Erweiterungen werden tiefergehende Defizite aufgezeigt, welche zu einer mangelhaften Wahrnehmung führen können. Das Defizit der sogenannten Wahrnehmungsschwelle beschreibt dabei, dass die Abweichung, etwa durch unklare Formulierung, unerkannt bleibt. Neben diesem Defizit der unvollständigen Informationsverarbeitung, können Mängel auch beim Vorliegen aller notwendigen Informationen auftreten.
Hierbei wird die subjektive, teilweise unreflektierte Bewertung von Situationen beschrieben, die zu einer mangelhaften Beurteilung durch das Individuum führt. Das Defizit der selektiven Wahrnehmung unterstellt dabei, dass die Abweichung zwar wahrgenommen aber durch zu starke Abweichung von der Einstellung des Individuums zum Projekt ausgefiltert werden könnte. Dieser Effekt wird in anderen Quellen auch als Bestätigungstendenz bezeichnet. Unter diesem Begriff wird der mögliche Widerstand gegenüber Informationen, welche nicht die eigene Meinung widerspiegeln noch deutlicher dargestellt. Hierbei würden also vorliegende Informationen unberücksichtigt bleiben. Ebenso ist wird eine gegenteilige Reaktion beschrieben, bei der die Gesamtinformation durch subjektive, vorausgesetzte Inhalte ergänzt werden. In diesem Fall werden Dinge als selbstverständlich angenommen und deren Fehlen könnte als Abweichung unbemerkt bleiben.
1. Einleitung: Beschreibt die Motivation des Autors zur Entwicklung eines Werkzeugs für krisenhafte Projekte aufgrund persönlicher Erfahrungen und wahrgenommener Defizite in der existierenden Literatur.
2. Konzeptionelle Anknüpfung und Grundlagen: Vermittelt die theoretischen Grundlagen zu Projekten, Krisen und Abweichungsformen sowie die psychologischen Hemmnisse bei deren Wahrnehmung.
3. Entwicklung eines Rahmenkonzeptes: Erläutert die Notwendigkeit einer Standardisierung im Krisenmanagement und begründet die methodische Trennung zwischen Grundsatzentscheidung und operativer Maßnahmenableitung.
4. Prozessschritte des Rahmenkonzeptes: Gibt einen Überblick über die vier zentralen Phasen des entworfenen Modells.
5. Erster Prozessschritt – Identifikation der Wirkung und Abweichung: Detailliert die Methoden zur Erfassung von Informationen, unterteilt in Projektwirkung und Projektsituation.
6. Zweiter Prozessschritt – Bewertung der Wirkung und Abweichung: Definiert das Vorgehen zur Bewertung der Kritikalität, Relevanz und des Sicherheitsgrades von Informationen.
7. Dritter Prozessschritt – Herbeiführung der Grundsatzentscheidung: Beschreibt die Anwendung einer Entscheidungsmatrix zur Ableitung von Normstrategien für den Projektverlauf.
8. Vierter Prozessschritt – Ableitung geeigneter Maßnahmen: Erläutert die Priorisierung und operative Umsetzung von Maßnahmen basierend auf den vorangegangenen Analyseergebnissen.
9. Bewertung und kritische Würdigung des Rahmenkonzeptes: Dokumentiert die Validierung des Modells durch eine Expertenbefragung zur Praxistauglichkeit.
10. Fazit und kritische Würdigung: Führt die Ergebnisse zusammen und reflektiert den Nutzen des standardisierten Vorgehens für die Projektpraxis.
Projektmanagement, Projektsanierung, Krisenmanagement, Abweichungsanalyse, Rahmenkonzept, Projektwirkung, Projektsituation, Entscheidungsmatrix, Kritikalität, Prozessmanagement, Normstrategien, Maßnahmenableitung, Informationsbewertung, Projektrisiko, Stakeholder.
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung eines standardisierten Rahmenkonzeptes für das Management von Projekten, die in eine krisenhafte Situation geraten sind oder als gescheitert gelten.
Die zentralen Themen sind das Projektcontrolling, das Krisenmanagement im Projektkontext sowie die Anwendung systematischer Bewertungsmodelle und Entscheidungsheuristiken.
Das Ziel ist die Überwindung der Lücke zwischen der reinen Situationsanalyse und der operativen Reaktion, um durch standardisierte Prozesse zu klaren Handlungsempfehlungen zu gelangen.
Es handelt sich um eine konzeptionelle Arbeit, die auf Literaturanalyse und der Synthese bestehender Managementmodelle (wie Earned-Value-Analyse, Nutzwertanalyse) basiert und durch eine Expertenbefragung evaluiert wird.
Der Hauptteil gliedert sich in vier Prozessschritte: die Identifikation von Informationen, deren Bewertung hinsichtlich Kritikalität, die Herbeiführung von Grundsatzentscheidungen mittels Matrix sowie die operative Maßnahmenableitung.
Die wichtigsten Begriffe sind Projektsanierung, Krisenmanagement, Entscheidungsmatrix, Abweichungsanalyse und Kritikalitätsbewertung.
Der Autor unterscheidet zwischen sachlichen (harten) Fakten und personellen (weichen) Faktoren, um sowohl ökonomische als auch psychologische Krisenursachen ganzheitlich erfassen zu können.
Die Matrix dient dazu, durch die Gegenüberstellung von Umsetzungs- und Abweichungskritikalität schnell standardisierte Normstrategien zu finden, die den Projektabbruch oder eine Neuausrichtung objektiv begründen.
Sie dient als Validierungsinstrument, um die Praxistauglichkeit des entworfenen Rahmenkonzeptes bei Experten mit unterschiedlichem Erfahrungshintergrund zu überprüfen.
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