Bachelorarbeit, 2020
42 Seiten, Note: 1,3
1. Intro
2. Theoretischer Rahmen
2.1. Auf der vierten Welle
2.2. Das kulturelle Phänomen von deutschem Rap
2.3. Zur Methodik, Perspektive und wissenschaftlichem Forschungsstand
3. Frauen-Rap auf Deutsch
3.1. Loredana, die Frau hinter der Sonnenbrille
3.2. Shirin Davids nackte Wahrheit
3.3. Deine Mutter, Jujus Melodien und was Nura wirklich meint
4. Nachklang
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Weiblichkeit in deutschen Hip-Hop-Songtexten und durch das Auftreten von Künstlerinnen konstruiert wird und in welchem gesellschaftlichen Kontext diese Interpretationen stehen. Das Ziel ist es, den Rap als gesellschaftliches Phänomen zu beleuchten, emanzipative Potenziale zu identifizieren und zu hinterfragen, ob moderne Künstlerinnen durch ihre Selbstinszenierung tatsächlich zu einer feministischen Bewegung beitragen oder ob dies primär auf marktwirtschaftlichen Aspekten und oberflächlichen Stilelementen beruht.
Loredana, die Frau hinter der Sonnenbrille
Wohl das Paradebeispiel für einen „weiblichen Macho“ im Deutschrap von heute demonstriert Loredana Zefi, die mit erst 25 Jahren zu den erfolgreichsten Rapperinnen im deutschen Sprachraum gehört. Ursprünglich ist Loredana kosovo-albanischer Herkunft und verbrachte ihre Kindheit, Jugend und frühen Erwachsenenjahre in der Schweiz (vgl. Haenig 2019). Was nicht nur charakteristisch für Loredana, sondern auch die Adaption ehemals männlich besetzter Verhaltensweisen aus dem Hip-Hop im Sinne einer weiblichen Umdeutung erscheint, wäre etwa, wenn sie breitbeinig vor der Kamera sitzt, in dicken Pelzmänteln mit Raubkatzen-Babys und teuren Autos posiert oder Schimpfwörter in tiefer Stimme ausruft. All dies findet sich 2018 beispielsweise in Loredanas erstem Hit „Sonnenbrille“ (LOREDANA vom 15. Juni 2018) und später ebenso in „MILLION DOLLAR$MILE“ wieder.
Während sie dem Zuhörer in ersterem Lied von ihrem „selber aufgebauten“ Erfolg und der Sonnenbrille, ihrem liebsten Schmuckstück als Identitätsschutz und Rückzugsort erzählt, besingt sie im anderen stolz ihre scheinbar unendlichen Reichtümer. Was darin außerdem anklingt, ist Loredanas angeblich schlechter Ruf unter denen, die sie als „Neider“ abtut. Der Versuch, die Identität zu schützen, scheint beinahe antithetisch zu ihrem Streben nach Berühmtheit. Nun stellt sich die Frage, was Loredana zu ihrem selbstgemachten Reichtum oder diesem Ruf gebracht hat, und weshalb sich unter ihren Videos und Posts die Hasskommentare überschlagen (Ebd.), obwohl sie doch unter Fans wie auch deutschen Rap-Veteranen gleichermaßen beliebt ist.
1. Intro: Einleitung in die Thematik anhand von persönlichen Anekdoten und der gesellschaftlichen Debatte um Sexismus, illustriert durch mediale Beispiele wie „Männerwelten“.
2. Theoretischer Rahmen: Untersuchung feministischer Grundlagen, der Definition von „Weiblichkeit“ im sozialen Kontext und der wissenschaftlichen Einordnung des Hip-Hops als kulturelles Phänomen.
3. Frauen-Rap auf Deutsch: Detaillierte Fallstudien zu Loredana, Shirin David sowie dem Duo SXTN (Juju und Nura), um deren Rolle und ihre jeweilige Annäherung an feministische Inhalte zu analysieren.
4. Nachklang: Synthese der Ergebnisse, welche kritisch beleuchtet, inwiefern die untersuchten Künstlerinnen tatsächlich zur Gleichberechtigung beitragen oder ob ihr Agieren als „Karrierefeminismus“ zu klassifizieren ist.
Deutschrap, Feminismus, Weiblichkeit, Hip-Hop, Empowerment, Gender Studies, Loredana, Shirin David, SXTN, Juju, Nura, Sexismus, Identität, Doing Gender, Cultural Studies.
Die Arbeit untersucht den aktuellen Vormarsch weiblicher Rapperinnen in Deutschland und hinterfragt, inwiefern deren Songtexte und Selbstinszenierungen feministische Ziele verfolgen oder als emanzipatorisch eingestuft werden können.
Die Arbeit verbindet popkulturelle Phänomene des Deutschraps mit theoretischen Ansätzen aus den Gender Studies, der Medienanalyse und der soziologischen Forschung.
Ziel ist es, die Rolle von Frauen im Rap-Genre unvoreingenommen zu analysieren und zu klären, ob von ihnen ein tatsächlicher gesellschaftlicher Beitrag zur Gleichberechtigung ausgeht oder ob Klischees lediglich in neuer Form reproduziert werden.
Es wird eine qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring durchgeführt, ergänzt durch Ansätze der Drei-Sphären-Analyse sowie medien- und kulturwissenschaftliche Perspektiven.
Der Hauptteil analysiert spezifische Fallbeispiele (Loredana, Shirin David, SXTN), deren Biografien, Interviews und Songtexte, um deren Umgang mit männlicher Dominanz und Geschlechterrollen zu beleuchten.
Zentrale Begriffe sind Empowerment, Intersektionalität, Gender Studies, Subkultur und die Rolle von Frauenbildern im massenmedialen Kontext.
Die Autorin beschreibt Loredana so, weil sie männlich konnotierte Verhaltensweisen – wie das Zurschaustellen von Reichtum, Attitüde und Macht – adaptiert und in ihrem eigenen künstlerischen Auftreten umdeutet.
Nura positioniert sich explizit als Aktivistin und nutzt ihre Biografie als Migrantin, um intersektionale Diskriminierung aufzuzeigen, was ihren Ansatz von einer rein performativen oder popkulturellen Ausrichtung abhebt.
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