Bachelorarbeit, 2020
45 Seiten, Note: 1,0
I. Einleitung
1.1 Fragestellung und Relevanz
1.2 Methodik, theoretische Aspekte und Grundlagen
1.2.1 Methodisches Vorgehen
1.2.2 Einführende Worte zur Kultur- und Körpergeschichte
1.2.3 Eine anthropologisch-ethnologische Definition und Funktionen der Tätowierung
1.2.4 Literatur und Forschungsstand
1.2.4.1 Die Counterculture und die zweite Welle der Frauenbewegung
1.2.4.2 Die Frau und die moderne Tätowierung
II. Hauptteil
2.1 Einleitung des Hauptteils
2.2 Historischer Kontext und Verortung
2.2.1 Soziale Umbrüche in den 1960er und 1970er Jahren
2.2.1.1 Die US-amerikanische Counterculture
2.2.1.2 Starker Wellengang - Die Emanzipation der US-amerikanischen Frau
2.2.2 Der Beinahe-Tod der Tätowierung nach dem 2. Weltkrieg und ihre Renaissance
2.3 Zusammenführung zweier historischer Prozesse - Eine Diskussion
2.3.1 Körper zurückgewinnen - Der Einzug der Frau in die Kultur der Tätowierung
2.3.2 Auswertung der Expertinnen- und Zeitzeuginneninterviews
2.3.2.1 Mary Jane Haake
2.3.2.2 Vyvyn Lazonga
III. Fazit und Ausblick
IV. Literatur- und Quellenverzeichnis
4.1 Literaturverzeichnis
4.2 Primärquellen
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die historische Korrelation zwischen der US-amerikanischen Renaissance der Tätowierung in den 1960er und 1970er Jahren und der zeitgleichen zweiten Welle der Frauenbewegung. Ziel ist es zu analysieren, ob und wie der soziale Wandel und die damit einhergehenden Emanzipationsbestrebungen der Frau die Wiederbelebung und Neupositionierung der Tätowierung als Ausdrucksmittel für Individualität und Selbstbestimmung beeinflusst haben.
2.2.2 Der Beinahe-Tod der Tätowierung nach dem 2. Weltkrieg und ihre Renaissance
Für die historische Einbettung der US-amerikanischen Tätowierung bietet sich der Zeitabschnitt zwischen dem Ende des 2. Weltkrieges und dem Aufkommen der Protest- und Jugendkultur an, welche die westliche Renaissance der Tätowierung maßgeblich beeinflusste. Einleitend muss erwähnt werden, dass die Renaissance selbst per Definition nicht ausschließlich die für diese Arbeit relevante Re-Popularisierung der Tätowierung beschreibt, sondern weitere verschiedene und ineinandergreifende Entwicklungen zusammenfasst. Nach Juliet Fleming müssen auch signifikante künstlerische, technische und industrielle Zäsuren genannt werden, aber eben auch der Einzug eines neuen Typus des Tätowierenden, der eine professionelle Ausbildung im Kunstsektor vorweisen konnte. Die westliche Tätowierung wurde verstärkt als Kunst neben anderen, gesellschaftlich etablierten Künsten verstanden, beispielsweise der Bildhauerei. Alan Govenar verortet den Beginn dieser Renaissance in den 1960er Jahren. Wenige Jahre zuvor deutete jedoch noch nichts auf diesen Umschwung hin.
DeMello bezeichnet den Zeitraum zwischen den Weltkriegen des 20. Jahrhunderts als Golden Age of Tattooing, in dem der US-amerikanische Hautstich relativ populär und sozial anerkannt war. Die Tätowierung war im Militär und der Seefahrt seit jeher stark vertreten, also zwei Professionen, welche in einer Ära, die durch einen stark patriotischen bzw. nationalistischen Zeitgeist geprägt war, hochangesehen und auch der Tätowierung unter Militärs und Nicht-Militärs eine zunehmende Popularität beschert sowie zu vielen entsprechenden Tätowierungen geführt habe. Nun argumentiert Pascal Honisch, dass die gesellschaftliche Rezeption der Tätowierung als „Gegenstand der Zuschreibung und Interpretation“ einem dauerhaften Wandel unterworfen sei. Diese Rezeption sei „von der vorherrschenden ästhetischen Norm abhängig“, wobei er ausdrücklich betont, dass hierbei nicht zwangsläufig eine absolute Wahrnehmungs-Homogenität auf der Ebene von Einzelindividuen gegeben sein müsse. Nach Beendigung des 2. Weltkrieges wird solch ein gesellschaftlicher Wandel in der Akzeptanz, Popularität und Verbreitung der Tätowierung deutlich. Dies hing laut DeMello u. a. mit verschärften staatlichen Alters- und Gesundheitsverordnungen und dem Verbot der Tätowierung in zahlreichen Bundesstaaten wie beispielsweise New York zusammen.
I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, die sich mit der Verbindung zwischen der US-amerikanischen Renaissance der Tätowierung und der zweiten Welle der Frauenbewegung beschäftigt, und legt die methodischen Grundlagen der kulturgeschichtlichen Untersuchung dar.
II. Hauptteil: Der Hauptteil kontextualisiert die sozialen Umbrüche der 1960er und 1970er Jahre, analysiert den Niedergang und die anschließende Renaissance der Tätowierung und wertet Experteninterviews aus, um die Rolle der Frau als tätowierte Akteurin zu beleuchten.
III. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, bestätigt die enge Verflechtung der betrachteten Phänomene und weist auf den bleibenden Status der Tätowierung als Indikator für sozialen Wandel hin, während weitere Forschungsansätze aufgezeigt werden.
IV. Literatur- und Quellenverzeichnis: Dieses Kapitel listet die wissenschaftliche Literatur sowie die verwendeten Primärquellen auf, die zur fundierten Analyse der Arbeit herangezogen wurden.
V. Anhang - Qualitative Expertinnen- und Zeitzeuginneninterviews: Der Anhang enthält die wörtlichen schriftlichen Interviewprotokolle der befragten Pioniere der modernen Tätowierung, Mary Jane Haake und Vyvyn Lazonga.
Tätowierung, Renaissance der Tätowierung, Counterculture, zweite Welle der Frauenbewegung, Körpergeschichte, Körperpolitik, Emanzipation, US-amerikanische Geschichte, Frauenstudien, Identitätsbildung, soziale Umbrüche, Subkultur, Körpermodifikation, Geschlechterrollen, Zeitzeuginneninterviews.
Die Arbeit untersucht die historische Verbindung zwischen der Wiederbelebung der Tätowierung in den USA der 1960er/70er Jahre und den zeitgleichen Bestrebungen der zweiten Welle der Frauenbewegung.
Im Zentrum stehen die soziale Transformation durch die US-amerikanische Counterculture, die Geschichte der Tätowierung und der Prozess der weiblichen Emanzipation.
Das Ziel ist zu erklären, wie die Re-Popularisierung der Tätowierung mit dem sozialen Wandel und dem Kampf der Frau für Autonomie über den eigenen Körper korreliert.
Es handelt sich um eine interdisziplinäre Arbeit, die kulturgeschichtliche und soziologische Literatur auswertet und durch qualitative Interviews mit Zeitzeuginnen ergänzt.
Der Hauptteil beleuchtet den historischen Kontext der Gegenkultur, den Niedergang und Wiederaufstieg des Hautstichs sowie die gezielte Analyse von Experteninterviews zur Rolle der Frau in dieser Entwicklung.
Körperpolitik, Renaissance der Tätowierung, Feminismus, Counterculture und Selbstbestimmung sind zentrale Begriffe der Analyse.
Die Arbeit zeigt, dass die Tattoo-Kultur lange männerdominiert war und Frauen sich oft gegen patriarchale Strukturen oder gar als "Besitz" markieren lassen mussten, bevor eine eigenständige, emanzipierte Nutzung zunahm.
Die Interviews fungieren als wertvolle Primärquellen, die aus erster Hand Einblicke in die stigmatisierte Welt der frühen tätowierten Frauen und die persönlichen Motive der Pioniere der Szene geben.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

