Masterarbeit, 2020
96 Seiten, Note: 1,0
Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention
1 Einleitung
1.1 Stand der Forschung zur Persönlichkeit
1.2 Stand der Forschung zum Selbstwert
1.3 Zusammenfassung aus dem Stand der Forschung
1.4 Forschungsanliegen
2 Theorie
2.1 Definition Geschwister und Geschwisterbeziehung
2.2 Bedeutung der Geschwisteranzahl
2.3 Bedeutung des Altersabstands
2.4 Bedeutung des Geschlechts
2.5 Zielsetzung
2.6 Fragestellungen und Hypothesen
3 Methodik
3.1 Stichprobe
3.2 Design
3.3 Reliabilität und Validität der Testitems des NEO-FFI
3.4 Reliabilität und Validität der Rosenberg Skala
3.5 Statistische Auswertung
4 Ergebnisse
4.1 Deskriptive Statistik
4.2 Hypothesenprüfung
5 Diskussion
5.1 Limitationen
5.2 Aussicht
5.3 Fazit
8 Anhang
8.1 Anhang A - Fragebogen
8.2 Anhang B – Ergänzende Tabellen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der Geschwisterposition auf Persönlichkeitsmerkmale (gemessen mittels NEO-FFI) sowie den Selbstwert (gemessen mittels Rosenberg Skala) bei 18- bis 30-jährigen Probanden, um die Validität gängiger Stereotype über Einzelkinder, Erst- und Letztgeborene zu prüfen.
1 Einleitung
Werden Sandwich-Kinder immer übersehen? Sind Einzelkinder oft verwöhnt? Oder Letztgeborene besonders rebellisch? Stereotype von Nesthäkchen, Sandwichkindern und Einzelkindern sind bis heute bekannt. Aber existieren sie wirklich? Die Geschwisterforschung ist bestimmt durch zahlreiche und auch heterogene Ergebnisse (Sulloway, 2010). Obwohl elterliche Unterstützung und Aufmerksamkeit entscheidende Rollen für die Erziehung und die Eigenschaften eines Individuums spielen, wird das bevorstehende Forschungsvorhaben die Rolle untersuchen, die die Geschwisterpositionen bei der Gestaltung der Persönlichkeit und des Selbstwerts spielen.
Schon Alfred Adler beschäftigte sich im Jahr 1927 mit der Geschwisterforschung. Die Geschwisterposition verursache die Ausbildung bestimmter Persönlichkeitseigenschaften, wobei es wiederholt darauf hindeutet, dass nicht die Geburtenreihenfolge eines Kindes die entscheidende Aussagekraft habe, sondern die Situation in der Familie, in die das Kind hineingeboren wird. Besonders sei aber die Wahrnehmung des Kindes bedeutend. Zum Beispiel erhalte das einzige Kind die „ungeteilte Anerkennung und Zuwendung“ seitens der Eltern, es erlebe sich somit etwas „Besonderes“. Folge jedoch eine Schwester oder ein Bruder, fühle es sich „entthront“. Aufgrund dieses „Entthronungserlebnisses“ seien Erstgeborene machtorientierter als ihre Geschwister. Das zweite Kind erlebe sich dagegen nie in einer einzigartigen Position in der Familie oder habe gar die ungeteilte Aufmerksamkeit erlebt, die einem erstgeborenen Kind erteilt wird. Es sei von Beginn an mit seinem älteren Geschwister konfrontiert und wird folglich bereits in eine Hierarchie hineingeboren. Das zweite Kind wird von Adler als sehr rivalisierend und ehrgeizig dargestellt. Das jüngste Kind in einer Familie ist somit das einzige, das nicht entthront werden könne (Adler, 1979; Kasten, 1998; Schneider, Völkening & Vorpahl, 2015).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Geschwisterforschung ein und beleuchtet die historische Perspektive nach Alfred Adler sowie das wissenschaftliche Forschungsinteresse an der Gestaltung von Persönlichkeit und Selbstwert durch Geschwisterpositionen.
2 Theorie: In diesem Kapitel werden grundlegende Definitionen zur Geschwisterbeziehung sowie verschiedene Einflussfaktoren wie Geschwisteranzahl, Altersabstand und das Geschlecht theoretisch erörtert und daraus die spezifischen Forschungsfragen und Hypothesen abgeleitet.
3 Methodik: Der Abschnitt beschreibt das Studiendesign, die Stichprobenzusammensetzung der 140 Probanden sowie die eingesetzten psychometrischen Instrumente NEO-FFI und Rosenberg Skala zur Datenerhebung.
4 Ergebnisse: Hier werden die deskriptiven statistischen Daten präsentiert und die formulierten Hypothesen anhand der quantitativen Auswertungsergebnisse mittels Varianzanalysen und T-Tests geprüft.
5 Diskussion: Dieses Kapitel interpretiert die Ergebnisse im Kontext bisheriger Forschung, erörtert methodische Limitationen und bietet einen Ausblick auf zukünftige Forschungsnotwendigkeiten.
Persönlichkeitspsychologie, Selbstwert, Geschwisterforschung, Geburtenreihenfolge, NEO-FFI, Rosenberg Skala, Erstgeborene, Einzelkinder, Geschwisterbeziehung, Big-Five, Altersabstand, Geschlechtsspezifische Unterschiede, Empirische Studie, Familiendynamik.
Die Arbeit untersucht, ob die Geburtsreihenfolge eines Menschen (z. B. Einzelkind, Erstgeborenes, mittleres oder letztes Kind) einen messbaren Einfluss auf dessen Persönlichkeitsstruktur und den globalen Selbstwert hat.
Zentrale Themen sind die Theorie der Geschwisterbeziehungen, der Einfluss von Familienstrukturen auf die kindliche Entwicklung sowie die psychologische Vermessung von Persönlichkeitsmerkmalen und Selbstwertgefühl.
Ziel ist es, die Gültigkeit weit verbreiteter Stereotype (etwa dass Erstgeborene ehrgeiziger oder Einzelkinder verwöhnter seien) anhand einer quantitativen Studie an 140 Probanden empirisch zu hinterfragen.
Es handelt sich um eine quantitative Online-Befragung. Zur Erhebung der Persönlichkeitsdimensionen wurde der NEO-FFI und zur Erfassung des Selbstwerts die Rosenberg Skala verwendet; die Daten wurden mit SPSS statistisch ausgewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Literaturaufarbeitung zu Geschwistereinflüssen, eine detaillierte methodische Beschreibung der Datenerhebung und eine umfassende statistische Ergebnisprüfung der fünf aufgestellten Hypothesen.
Die Arbeit lässt sich am besten über die Begriffe Geschwisterforschung, Geburtenreihenfolge, Persönlichkeit (Big Five), Selbstwert und Familiendynamik charakterisieren.
Nein, die Ergebnisse der vorliegenden Studie konnten keine signifikanten Zusammenhänge zwischen dem Erstgeborenenstatus und den untersuchten Persönlichkeitsmerkmalen oder dem Selbstwert bestätigen.
Das Geschlecht wurde als Kovariate in die statistischen Analysen einbezogen, da sich in den Daten deutliche Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Probanden bezüglich des Selbstwertes zeigten.
Die Autorin schlussfolgert, dass die Persönlichkeit und der Selbstwert von so einer Vielzahl an Faktoren beeinflusst werden, dass die Geschwisterposition allein keine große oder direkte Relevanz für die Ausprägung dieser Konstrukte besitzt.
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