Bachelorarbeit, 2019
48 Seiten, Note: 1.7
1 Einleitung
2 Einführung in die Werke und den jeweiligen Kontext
2.1 Das kunstseidene Mädchen – Keun
2.1.1 Neue Sachlichkeit und Weimarer Republik
2.1.2 Die ‚Neue Frau‘
2.2 Die Liebhaberinnen – Jelinek
2.2.1 Die Liebhaberinnen im Kontext der Frauenbewegung
2.2.2 Mythendekonstruktion und Sprache
3 Weibliche Identitätssuche über Sex, Arbeit und Liebe
3.1 Identitätsentwürfe
3.1.1 Keuns Doris
3.1.2 Jelineks Brigitte
3.1.3 Jelineks Paula
3.2 Identitätsmechanismen
3.2.1 Arbeit
3.2.1.1 ‚Kommt den unsereins durch Arbeit weiter‘ – Das kunstseidene Mädchen
3.2.1.2 ‚Verkaufen, bis man selbst verkauft ist‘ – Die Liebhaberinnen
3.2.2 Liebe
3.2.2.1 ‚Liebe ist mehr‘ – Das kunstseidene Mädchen
3.2.2.2 ‚Die Liebe, die es nicht gegeben hat‘ – Die Liebhaberinnen
3.2.3 Sex
3.2.3.1 Der Körper als Tauschgeschäft – Das kunstseidene Mädchen
3.2.3.2 Die Frau als Gebärmaschine – Die Liebhaberinnen
4 Fazit & Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Sex, Arbeit und Liebe für die weibliche Identitätssuche in den Romanen "Das kunstseidene Mädchen" von Irmgard Keun und "Die Liebhaberinnen" von Elfriede Jelinek. Dabei wird analysiert, inwieweit die Protagonistinnen durch diese drei Mechanismen versuchen, eine autonome Identität aufzubauen, und warum sie dabei oft in patriarchalen Strukturen verharren.
3.2.1.1 ‚Kommt den unsereins durch Arbeit weiter‘ – Das kunstseidene Mädchen
In der Einführung wurde bereits angedeutet, dass es in der Weimarer Republik einen deutlichen Anstieg weiblicher Erwerbstätigkeit gab. Viele Frauen verspürten den Wunsch nach mehr Unabhängigkeit und Selbstständigkeit. Besonders Angestelltenberufe waren den Frauen vorbehalten, beliebt waren die Tätigkeit als Verkäuferin, Stenotypistin oder Sekretärin. Evelyn Fast zitiert Croner, der meint: „Die Eroberung der Büros durch die weiblichen Angestellten ist die größte Revolution in der sozialen Stellung der Frau.“ Die weiblichen Angestellten der 1920er Jahre repräsentierten somit den emanzipierten Typ der ‚Neuen Frau‘, der in der Neuen Sachlichkeit einzufangen versucht wurde.
Leider hatte in der Weimarer Republik nicht jede Frau die gleiche Chance, ‚aufzusteigen‘. Gerade in Arbeiterfamilien wurde die Ausbildung ihrer Tochter Kosten-/Nutzen-technisch meist nicht als sinnvoll angesehen, da es „in vielen Köpfen immer noch das Denken [gab], dass der Beruf nur eine Übergangsstation zur Ehe ist“. Von 65 Prozent der Frauen, die 1925 als Angestellte in Industrie und Handel arbeiteten, waren 94 Prozent ledig. Die Heirat war ein Kündigungsgrund, und zwar sowohl für die Frauen als auch für ihre Chefs.
Mit Doris, die zu Beginn des Romans als Stenotypistin in einer Rechtsanwaltskanzlei in einer mittleren Stadt arbeitet, fängt Keun diesen wichtigen Aspekt des gesellschaftlichen Wandels der Weimarer Republik ein. Arbeit war ein wichtiger Faktor für Frauen, mehr Autonomie zu erlangen, und spielt somit auch für das eigene Identitätsbewusstsein eine Rolle. Schon früh wird im Roman deutlich, dass der Kontrast zwischen Doris‘ Realität als Angestellte und ihrem Wunsch, ein ‚Glanz‘ zu werden, hoch ist.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der ungleichen Chancen von Männern und Frauen ein und stellt die Forschungsfrage nach der Bedeutung von Sex, Arbeit und Liebe für die Identitätsfindung der Protagonistinnen.
2 Einführung in die Werke und den jeweiligen Kontext: Das Kapitel verortet die Romane literaturgeschichtlich und sozialhistorisch, wobei der Fokus auf der ‚Neuen Frau‘ der Weimarer Republik und der Frauenbewegung der 1970er Jahre liegt.
3 Weibliche Identitätssuche über Sex, Arbeit und Liebe: Dieser Hauptteil analysiert die individuellen Lebensentwürfe der Protagonistinnen und untersucht, wie Arbeit, Liebe und Sexualität als Mechanismen der Identitätsbildung eingesetzt werden.
4 Fazit & Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont, dass der Versuch der Protagonistinnen, durch die Mechanismen der Identitätsbildung Autonomie zu erlangen, aufgrund patriarchaler Machtstrukturen scheitert.
Weibliche Identität, Sex, Arbeit, Liebe, Das kunstseidene Mädchen, Die Liebhaberinnen, Identitätsentwürfe, Patriarchat, Neue Frau, Geschlechterrollen, Emanzipation, Dekonstruktion, Tauschgeschäft, Geschlechterverhältnis, Neue Sachlichkeit
Die Arbeit analysiert, wie die Protagonistinnen in den Romanen "Das kunstseidene Mädchen" und "Die Liebhaberinnen" versuchen, eine eigene Identität in einer von Männern dominierten Welt zu finden.
Die Arbeit fokussiert sich auf das Wechselspiel zwischen Sex, Arbeit und Liebe und wie diese drei Aspekte die Selbstwahrnehmung und gesellschaftliche Rolle der Frauen beeinflussen.
Das Hauptziel besteht darin, die Bedeutung dieser drei Lebensbereiche für die Identitätssuche zu hinterfragen und zu klären, inwieweit die Frauen sich durch diese Mechanismen tatsächlich emanzipieren können.
Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die die Texte in ihren jeweiligen sozio-kulturellen Kontext (Weimarer Republik vs. 1970er Jahre) einbettet und mit theoretischen Konzepten aus den Gender Studies kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in Identitätsentwürfe (Doris, Brigitte, Paula) und die Analyse der Identitätsmechanismen (Arbeit, Liebe, Sex), wobei jeweils spezifische Szenen der Romane untersucht werden.
Zentrale Begriffe sind Identitätsentwurf, Tauschgeschäft, patriarchale Strukturen, patriarchaler Ausverkauf, Dekonstruktion der Liebesmythen und das Konzept der ‚Neuen Frau‘.
Die Arbeit zeigt auf, dass Doris ihren Körper als Kapital betrachtet, um materiellen Gewinn und den ersehnten gesellschaftlichen Aufstieg zum ‚Glanz‘ zu erzielen, was letztlich in einem Teufelskreis endet.
Während Keun die ökonomische Komponente der Liebe in der Neuen Sachlichkeit beleuchtet, dekonstruiert Jelinek in "Die Liebhaberinnen" Liebe als pathologisches, patriarchales Konstrukt, das die Frau auf ihre Funktion als Reproduktionsmittel reduziert.
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