Masterarbeit, 2020
108 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Theoretischer Hintergrund
1.2 Körperbild
1.3 Körperbild bei Männern
1.3.1 Historischer Überblick
1.3.2 Körperbildstörungen bei Männern
1.4 Streben nach Muskulosität
1.4.1 Anabole Steroide
1.4.2 Sport und Psyche
1.5 Dysfunktionale Kognitionen
1.5.1 Begriffsbestimmung in Anlehnung an die Theorie nach Beck
1.5.2 Entstehungsursachen dysfunktionaler Kognitionen
1.5.3 Mögliche Folgen dysfunktionaler Kognitionen
1.6 Aktueller Forschungsstand und Ziele der Arbeit
1.7 Forschungsfrage und Hypothesen
2 Methoden
2.1 Untersuchungsdesign
2.2 Datenerhebung
2.3 Erhebungsinstrumente
2.3.1 Fragebogen zum Körperbild (FKB-20)
2.3.2 Drive for Muscularity Scale (DMS)
2.3.3 Skala dysfunktionaler Einstellungen (DAS)
2.4 Beschreibung der Stichprobe
2.5 Statistische Datenauswertung
3 Ergebnisse
3.1 Deskriptive Statistik
3.1.1 Interkorrelationen
3.2 Hypothesenbezogene Ergebnisse
3.3 Explorative Befunde
4 Diskussion
4.1 Zusammenfassung und Interpretation der Ergebnisse
4.2 Kritische Reflexion
4.3 Implikationen und Fazit
Diese Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem Körperbild, dem Streben nach Muskulosität und dysfunktionalen Kognitionen bei Männern. Ziel ist es zu analysieren, welchen Einfluss das Streben nach Muskulosität auf das Körperbild des Mannes hat und welche Rolle dysfunktionale Kognitionen dabei spielen.
1.3.1 Historischer Überblick
Im Folgenden wird ein kurzer Überblick darüber geschaffen, wie sich das Körperbild des Mannes im geschichtlichen Verlauf entwickelt hat. Es handelt sich hierbei nicht um ein Phänomen der neuen westlichen Kultur. Die Entwicklung lässt sich bis in die Antike zurückverfolgen. Dort entstand in Anlehnung an die Heldenfigur Herkules das Ideal des muskulösen männlichen Körpers. Hintergrund des Ganzen war damals die Verkörperung von perfekter Menschlichkeit, die zu damaligen Zeiten jedoch primär als perfekte Männlichkeit verstanden wurde (Dutton, 1995). Die fernöstliche Kultur verkörpert ihre Helden und Götter bis heute gegensätzlich zur Muskulosität eher rundlich, weich und geschmeidig. Der Fokus liegt eher auf Weisheit und Innengewandtheit, während das Ideal der griechischen Götter eher für die Bezwingung der Umwelt durch körperliche Vollkommenheit steht. Während Skulpturen im antiken Griechenland vorwiegend unbekleidet konstruiert wurden, bildete die römische Kultur ihre Helden meist mit kriegerischer Bekleidung. Dennoch lag der Fokus ebenfalls auf der Abbildung maskuliner Dominanz und Kraft, was sich beispielsweise in einem mit Muskeln ausgefüllten Brustpanzer zeigt (Dutton, 1995).
Zur ersten wirklich gravierenden Veränderung diesbezüglich kam es im 19. Jahrhundert, als die künstlerische Fotografie möglich wurde. So konnten erstmalig der Gesellschaft entsprechende „reale“ Körper abgelichtet und veröffentlich werden. Nacktheit galt zwar überwiegend als unangemessen und unanständig, dennoch waren Aktaufnahmen das Mittel der Wahl zur Darstellung körperlicher Schönheit. Hierbei ging es weniger um pornografische Inhalte als um Ablichtung anatomischer Schönheit. Zusätzlich wurden im 19. Jahrhundert erstmalig Einrichtungen gebaut, die der Entwicklung des männlichen Körpers in Richtung Muskulosität dienten. So wurden Bücher und Instruktionen zur Erlangung eines muskulösen Körpers verfasst, die Übungen und Hinweise zum Training beinhalteten. Die Erreichung physischer Perfektion und dessen Ablichtung standen zunehmend im Fokus. Nach und nach gewann die öffentliche Darstellung damals genannter Kraftmenschen auf Zirkusbühnen an Bedeutung. Neben der Entstehung des Gewichthebens als Sport wurde es ebenfalls zum Zwecke der Unterhaltung auf Bühnen verwendet.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Körperbildes bei Männern ein, beleuchtet das Streben nach Muskulosität und definiert die Relevanz dysfunktionaler Kognitionen für diese Untersuchung.
2 Methoden: In diesem Kapitel wird das Untersuchungsdesign der Querschnittsstudie dargelegt, die Datenerhebung via Online-Fragebogen beschrieben und die eingesetzten psychometrischen Instrumente sowie die Stichprobe vorgestellt.
3 Ergebnisse: Die Ergebnisse präsentieren deskriptive Statistiken sowie die Auswertungen der Regressions- und Mediationsanalysen zur Überprüfung der aufgestellten Forschungshypothesen.
4 Diskussion: Das abschließende Kapitel interpretiert die Ergebnisse, reflektiert die methodischen Einschränkungen der Arbeit und leitet daraus Implikationen für die therapeutische Praxis und zukünftige Forschung ab.
Körperbild, Männer, Streben nach Muskulosität, dysfunktionale Kognitionen, Körperbildstörung, Muskeldysmorphie, FKB-20, Drive for Muscularity Scale, Skala dysfunktionaler Einstellungen, Selbstkonzept, psychische Gesundheit, Sport, Leistungsbewertung, Anerkennung durch andere.
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem Körperbild bei Männern, dem Wunsch nach einer muskulösen Statur und dysfunktionalen Denkmustern.
Zentral sind die Konstrukte des Körperbildes, das "Streben nach Muskulosität" sowie kognitive Faktoren, die zu einer negativen Bewertung des eigenen Körpers beitragen.
Ziel ist es zu klären, welchen Einfluss das Streben nach Muskulosität auf die Körperzufriedenheit hat und ob dysfunktionale Kognitionen diesen Prozess vermitteln oder verstärken.
Es wurde eine quantitative Querschnittsstudie mittels Online-Fragebogen durchgeführt, deren Daten durch multiple hierarchische Regressionsanalysen sowie Mediations- und Moderationsanalysen ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung der Konzepte, die Beschreibung der methodischen Durchführung, die Darstellung der empirischen Ergebnisse und eine kritische Diskussion dieser Befunde.
Körperbild, Muskulosität, dysfunktionale Kognitionen, Muskeldysmorphie, Selbstkonzept und psychische Gesundheit sind die prägenden Begriffe.
Obwohl die Arbeit an einer nicht-klinischen Stichprobe durchgeführt wurde, dient die Muskeldysmorphie als wichtiges Hintergrundkonstrukt, um pathologische Tendenzen im Streben nach Muskulosität zu verstehen.
Die Studie konnte zeigen, dass dysfunktionale Kognitionen als Mediatoren fungieren: Das Streben nach Muskulosität verstärkt dysfunktionale Denkweisen, welche wiederum eine ablehnende Haltung gegenüber dem eigenen Körper begünstigen.
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