Diplomarbeit, 1998
85 Seiten
1 EINLEITUNG
1.1 Entstehung der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit
1.3 Begiffsdefinition
2 ENTSTEHUNG DER KAMPFKÜNSTE
2.1 Allgemeine Entwicklung
2.1.1 Ursprünge
2.1.2 Japanische Kampfkünste
2.1.3 Exkurs Europäische Kampfkünste
2.2 Aikido
2.2.1 Entwicklung
2.2.2 Was ist Aikido?
3 DER PARADIGMENWECHSEL IN UNSERER KULTUR UND DIE PHILOSOPHISCHEN UND SPIRITUELLEN TRADITIONEN OSTASIENS
3.1 Kartesianisch-Newtonsches Denken - Das westliche Weltbild
3.1.1 Griechische Antike
3.1.2 Christliche Prägung
3.1.3 Der Einfluß der Wissenschaft
3.2 Traditonelles östliches Denken
3.2.1 Die Philosophie des TAO
3.2.2 Die Ethik- und Soziallehre des Konfuzius
3.2.3 Zen
3.3 Paradigmenwechsel – Auf dem Weg zu einer neuen Sicht der Wirklichkeit im westlichen Denken
3.3.1 Der Wechsel
3.3.2 Das neue Paradigma
3.3.3 „Entwicklungshilfe“ aus Ostasien
4 DIE ETHISCHEN UND SPIRITUELLEN HINTERGRÜNDE DER KAMPFKÜNSTE
4.1 Ethik
4.1.1 Wertvorstellungen
4.1.2 Etikette
4.1.3 Lehrer und Schüler
4.2 Spiritualität
4.2.1 Spiritualität - eine menschliche Erfahrung
4.2.2 Die Bedeutung des Do und des Zen
4.2.3 Das Prinzip des Ki
4.3 Kampfkunst versus Kampfsport
5 KAMPFKÜNSTE ALS „SOZIALPÄDAGOGISCHE PROJEKTE“
5.1 Warum sich Kampfkünste unter sozialpädagogischen Gesichtspunkten ansehen?
5.2 Aikido mit Kindern und Jugendlichen
5.3 Erfahrungen mit anderen Kampfkünsten
5.4 Sozialpädagogische Relevanz
6 RESÜMEE
7 LITERATUR
Die Diplomarbeit untersucht die ethischen und spirituellen Grundlagen ostasiatischer Kampfkünste am Beispiel des Aikido und bewertet deren Potenzial als Ausgangspunkt für sozialpädagogisches Handeln. Die Forschungsfrage fokussiert darauf, ob diese traditionellen Philosophien in einer modernen Gesellschaft, die von Leistungsorientierung und Leistungsdruck geprägt ist, einen wertvollen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung und sozialen Stabilisierung leisten können.
4.2.1 Spiritualität - eine menschliche Erfahrung
Spiritualität setzt keine Religion voraus, aber eine authentische Religion ohne Spiritualität gibt es nicht. Spiritualität hat als Erfahrung, Praxis und Einsicht die Priorität vor der Theorie, den Dogmen etc. Sie ist die Begegnung mit dem Mysterium, eine Einsicht in den Sinn des Lebens, wobei Sinn das ist, worin wir Ruhe finden. Spiritualität ist das Handeln aus dieser Erfahrung heraus, sie läßt Sinn ins Alltagsleben einfließen. Spiritualität ist eine Lebensweise, die der religiösen Erfahrung entspringt, mit dem Kosmos als Ganzem verbunden zu sein (tiefes Gefühl von Zugehörigkeit). Rituale sollen immer wieder die Erfahrung unseres tiefen Zugehörigkeitsgefühls zelibrieren und sind somit ein wesentlicher Teil von Spiritualität. (Capra, 1991, 26ff.)
Spiritualität bedeutet, auf eigene Erfahrungen zurückgreifen. Das Selbst läßt sich im Kontext des Zugehörens begreifen. Das große Selbst ist das, dem man zugehört, ob man es mag oder nicht. Das kleine Selbst ist das eingeschränkte Bild vom Selbst (Ego). Das Verwechseln des Ego mit dem wahren Selbst hat viel Schaden angerichtet. Selbst-Gewahrsein muß mit Verantwortung gekoppelt, das kleine mit dem großen Selbst verbunden sein. (a.a.O., 182f.)
Wer mit allen Fasern lebt, wach ist und auf die Herausforderungen jedes Augenblicks reagiert, führt ein spirituelles Leben. Somit ist, sich für ein ökologisches Leben zu disziplinieren (sich einschränken – im weitesten Sinne asketisch leben), im höchsten Sinn spirituell. Dadurch wird die Fülle des Lebens erst deutlich. (a.a.O., 246) Im Hier und Jetzt mit maximaler Aufmerksamkeit, Eins sein im Tun und in jeder Bewegung zu leben, ist eine spirituelle Grundhaltung und kennzeichnend für alle ostasiatischen Kampfkünste.
1 EINLEITUNG: Darstellung des persönlichen Zugangs der Autorin zu ostasiatischen Philosophien und Begründung der Relevanz des Themas für die Sozialpädagogik.
2 ENTSTEHUNG DER KAMPFKÜNSTE: Historischer Abriss über die Ursprünge asiatischer Kampfsysteme, die spezifische Entwicklung des Aikido und ein Vergleich mit europäischen Traditionen.
3 DER PARADIGMENWECHSEL IN UNSERER KULTUR UND DIE PHILOSOPHISCHEN UND SPIRITUELLEN TRADITIONEN OSTASIENS: Analyse des westlichen mechanistischen Weltbildes im Gegensatz zum ganzheitlichen Denken des Ostens, insbesondere unter Berücksichtigung von Taoismus, Konfuzianismus und Zen.
4 DIE ETHISCHEN UND SPIRITUELLEN HINTERGRÜNDE DER KAMPFKÜNSTE: Untersuchung der zentralen Werte wie Gewaltfreiheit, die Rolle der Etikette und die essenzielle Lehrer-Schüler-Dynamik.
5 KAMPFKÜNSTE ALS „SOZIALPÄDAGOGISCHE PROJEKTE“: Diskussion des Einsatzes von Aikido und anderen Kampfkünsten in der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und in speziellen Kontexten wie dem Strafvollzug oder der Behindertenpädagogik.
6 RESÜMEE: Synthese der Erkenntnisse über die Eignung der Kampfkünste als handlungsleitende Basis für die Sozialarbeit und Ausblick auf künftige Entwicklungspotenziale.
Aikido, Kampfkunst, Sozialpädagogik, Do, Zen, Spiritualität, Ethik, Gewaltfreiheit, Paradigmenwechsel, Ganzheitlichkeit, Persönlichkeitsentwicklung, Lehrer-Schüler-Beziehung, Etikette, Körper-Geist-Einheit, Gewaltprävention.
Die Diplomarbeit untersucht die ethischen und spirituellen Grundlagen der ostasiatischen Kampfkunst Aikido und analysiert, inwiefern diese Prinzipien als fundierte Basis für sozialpädagogisches Handeln dienen können.
Die Arbeit verknüpft historische Entwicklungen asiatischer Kampfsysteme mit modernen soziologischen Paradigmenwechseln und wendet diese Erkenntnisse auf spezifische pädagogische Handlungsfelder an.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Kampfkünste über die bloße körperliche Ertüchtigung hinaus als ganzheitliches Erziehungsmittel zur Persönlichkeitsreifung und Förderung sozialen Verhaltens genutzt werden können.
Die Autorin stützt sich auf eine umfassende Literaturanalyse und ergänzt diese durch qualitative Daten aus einer eigenen Gruppendiskussion mit Aikidoka, um Theorie und Praxis zu verknüpfen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung westlicher vs. östlicher Denkweisen, die Analyse ethisch-spiritueller Hintergründe des Budo und die konkrete Auswertung von Kampfkünsten als sozialpädagogische Projekte.
Zentrale Begriffe sind neben Aikido und Sozialpädagogik vor allem „Do“ als Lebensweg, die Ganzheitlichkeit, ethische Grundhaltungen wie Gewaltfreiheit sowie der Paradigmenwechsel hin zu einem ökologischen Weltbild.
Östliche Philosophien wie Zen oder Taoismus fördern eine Haltung des Nicht-Kämpfens und der Selbstreflexion, was es Pädagogen ermöglicht, Jugendliche weg von einer reinen Leistungsfixierung hin zu innerer Reife und Verantwortung zu führen.
Die Etikette dient nicht als starres Regelwerk, sondern als äußerer Rahmen für inneres Wachstum, der den Übenden hilft, Respekt, Disziplin und eine bewusste Verbindung zu ihrem Handeln aufzubauen.
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