Diplomarbeit, 2020
109 Seiten, Note: 1
1. Einleitung
1.1. Forschungsvorhaben
1.2. Wissenschaftliche Verortung
1.3. Aufbau der Arbeit
2. Theoriebildung
2.1. Entwicklungen politischer Bildung
2.2. Herausforderungen des 21. Jahrhunderts
2.3. Ziele politischer Bildung
2.3.1. Von Werten und Normen
2.3.2. Das Individuum im Kollektiv
2.3.3. Kompetenzen als Ziele politischer Bildung
2.3.3.1. Politische Urteilsfähigkeit
2.3.3.2. Politische Handlungsfähigkeit
2.3.4. Subjektorientierung
2.3.5. Konzeptuelles Lernen
2.3.6. (Schüler_innen-) Vorstellungen, Konzepte und Schemata
2.4. Das „Sander-Modell“
2.4.1. Von der Idee konzeptuellen Wissens zu den Basiskonzepten
2.4.2. Basiskonzepte
2.4.3. Das Basiskonzept Macht
3. Forschungsmethodisches Vorgehen
3.1. Qualitatives Forschen (als Grundprinzip)
3.2. Erhebungsmethode
3.2.1. Kritik am Gruppendiskussionsverfahren
3.2.2. Auswahl der Zielgruppe
3.2.3. Gruppenbeschreibung
3.2.4. Entwicklung des Leitfadens
3.2.5. Ablauf
3.3. Qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring
4. Ergebnisdarstellung
4.1. Kategoriensystem
4.2. Analyse der Schüler_innenvorstellungen zum Konzept Macht
4.2.1. Ergebnistabelle
4.2.2. Macht und Bildung
4.2.3. Soziale Figuration
4.2.4. Stolz
4.2.5. Bewertung von Macht
4.2.6. Machtverhältnisse
4.2.7. Macht als attributionales Phänomen
4.2.8. Macht und Geld
4.2.9. Macht, Moral und Führung
4.2.9.1. Macht und Moral
4.2.9.2. Macht und Führung
4.2.10. Schüler_innenvorstellungen zum Konzept Macht
4.3. Von der Analyse zur Theorie - Thesenblatt
4.4. Von der Theorie zur Praxis
4.4.1. Fachwissenschaftliche Annäherung (=Arbeitswissen)
4.4.2. Erhebung von Vorstellungen zum Basiskonzept Macht
4.4.2.1. Kartenabfrage
4.4.2.2. Mind-Mapping
4.4.3. „Politik in Tiefenschichten“
5. Conclusio
Die Diplomarbeit untersucht die subjektiven Vorstellungen von Schüler_innen zum Basiskonzept Macht im Rahmen des Unterrichtsprinzips des konzeptuellen Lernens. Das primäre Ziel ist es, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, welche Konzepte von Macht Lernende mit in den Unterricht bringen, um diese didaktisch nutzbar zu machen und die politische Urteils- und Handlungsfähigkeit zu fördern.
2.3.6. (Schüler_innen-) Vorstellungen, Konzepte und Schemata
Der Begriff „Vorstellung“ beschreibt in der Didaktik ein „verbindendes Element von Fachlichkeit und Lebenswelt“ und entspricht mentalen Abbildungen, sozusagen kognitiven Landkarten von der gesellschaftlichen Realität. Vorstellungen „sind gedankliche Dispositionen, mit denen die wahrgenommene Wirklichkeit deutbar wird, unabhängig ob sie wissenschaftlich und alltagsbezogen sind.“ In der Psychologie wird unter Disposition gemeinhin ein Personenmerkmal verstanden. Auf Vorstellungen übertragen, sind damit überdauernde Objektrepräsentationen, also innere Bilder von Phänomenen und Sachverhalten, gemeint. Diese dienen dazu, sich in der (sozialen) Umwelt zu orientieren.
Vorstellungen erlauben zu situations- und problemspezifischen Phänomenen oder Sachgebieten entsprechende Lösungsvorschläge kognitiv zur Verfügung zu stellen und beziehen sich auf einen Wirklichkeitsbereich. Sie machen subjektive Wahrnehmungen deutbar.
Vorstellungen konstruieren sich auf dem zur Verfügung stehenden Wissen, welches durch Interaktionen und Erfahrungen mit der Welt angehäuft wurde. Ungeachtet dessen, dass sich fachliche, der Wissenschaft entnommene, von Lai_innenvorstellungen in ihrer Differenziertheit unterscheiden, „beziehen sich beide auf denselben Wirklichkeitsbereich“. Fachmeinungen entstehen, wie Alltagsvorstellungen durch Beobachtungen und im Austausch mit anderen, jedoch bilden sich diese im Gegensatz zu Lai_innenvorstellungen innerhalb des Wissenschaftsbetriebs heraus. Wenngleich sich fachliche von alltäglichen Vorstellungen in ihrer Qualität unterscheiden, gewähren beide Varianten die Schaffung von brauchbarem Wissen.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung politischer Bildung in Österreich und hinterfragt das Verhältnis von Demokratie und kritischem Denken.
2. Theoriebildung: Dieses Kapitel erörtert die historische Entwicklung der politischen Bildung, das Ziel der Mündigkeit sowie die Bedeutung von Subjektorientierung und Basiskonzepten.
3. Forschungsmethodisches Vorgehen: Hier wird die qualitative Methodik der Gruppendiskussionen dargelegt und die Anwendung der Inhaltsanalyse nach Mayring zur Datenauswertung begründet.
4. Ergebnisdarstellung: Dieses Kapitel präsentiert das entwickelte Kategoriensystem und analysiert die gewonnenen Vorstellungen der Schüler_innen zum Konzept Macht in verschiedenen Kontexten.
5. Conclusio: Die Conclusio fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert das Potenzial, Schüler_innenvorstellungen für eine kritische politische Bildung didaktisch nutzbar zu machen.
Politische Bildung, Schüler_innenvorstellungen, Macht, Basiskonzept, Subjektorientierung, konzeptuelles Lernen, Gruppendiskussion, politische Urteilsfähigkeit, Machtverhältnisse, Herrschaft, Moral, qualitative Forschung, Didaktik, Empowerment, Selbstermächtigung.
Die Diplomarbeit widmet sich der Erforschung von Schüler_innenvorstellungen zum Basiskonzept „Macht“ innerhalb der politischen Bildung.
Die Arbeit behandelt die Fachdidaktik der politischen Bildung, das „Sander-Modell“ der Basiskonzepte, die Rolle von Subjektorientierung sowie Macht als soziales und moralisches Phänomen.
Das Ziel ist es, zu verstehen, welche Vorstellungen Lernende mitbringen, um diese im Sinne des konzeptuellen Lernens für eine nachhaltige Unterrichtsgestaltung zu nutzen.
Die Arbeit nutzt einen qualitativen Ansatz mit Gruppendiskussionen, die mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet wurden.
Der Hauptteil umfasst eine tiefgehende Theoriebildung und eine umfangreiche empirische Ergebnisdarstellung zu den verschiedenen Machtkategorien, die von den Schüler_innen identifiziert wurden.
Zentrale Begriffe sind politische Bildung, Schüler_innenvorstellungen, Machtkonzepte, Subjektorientierung und konzeptuelles Lernen.
Die Mehrheit der Schüler_innen konnotiert Macht primär negativ, assoziiert sie mit Unterdrückung oder Asymmetrie, verbindet sie jedoch auch mit Wissen (Bildung) und Reichtum.
Ja, die Arbeit stellt fest, dass Schüler_innen machtvolle Positionen meist nur maskulin benennen und dass weibliche Teilnehmerinnen stärker zur moralischen Argumentation tendieren.
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