Bachelorarbeit, 2019
43 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Biografie: Antonio Tabucchi
3. Aufbau und Inhalt von Per Isabel
4. Analytischer Teil der Identitätsproblematik des Protagonisten
4.1 Name
4.2 Präsenz
4.2.1 Zeitliche Gegenwart
4.2.2 Räumliche Anwesenheit
4.3 Memoria
4.4 Sprache
4.5 Lebensstil
4.6 Interessen
4.6.1 Politik
4.6.2 Religion
4.6.3 Astronomie
4.7 Soziales Netzwerk
4.8 Beziehung zu Isabel
5. Identitätssuche
6. Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Identitätsproblematik des Protagonisten Waclaw Slowacki (Tadeus) in Antonio Tabucchis postumem Roman "Per Isabel". Im Zentrum steht die Forschungsfrage, ob und inwiefern die Identität des Protagonisten als problematisch zu bewerten ist und wie sich diese durch seine Suche nach der verschwundenen Isabel darstellt.
4.1 Name
„Mi chiamo Waclaw, risposi, ma questo è solo il nome di battesimo, per gli amici sono Tadeus“ (Tabucchi 2013, S. 16). Zu Beginn des Buches stellt sich der Protagonist einem alten Mann in einem Café mit seinem Taufnamen Waclaw und seinem Rufnamen Tadeus vor. Sein Nachname geht aus seiner Vorstellung nicht hervor.
Das System der Vor- und Nachnamen, wie es in Deutschland und vielen anderen Ländern üblich ist, beinhaltet zweierlei Identitätskomponenten: Durch den Nachnamen wird das Individuum einer Gruppe, wie seiner Familie, zugeordnet und damit als Teil einer bestimmten Gemeinschaft gekennzeichnet und identifiziert. Ein oder mehrere Vornamen und die Kombination aus Vor- und Nachnamen können dem Einzelnen dagegen seine persönliche Identität innerhalb der Familie und der Gesellschaft geben. Janich und Thim-Mabrey behaupten, „erst der Name macht eine Person zu einem in der Gesellschaft identifizierbaren Einzelwesen mit einer einmaligen und fest bleibenden individuellen Identität“ (2003, S. 10). Der Protagonist stellt sich nicht mit Vor- und Nachnamen vor, sondern mit zwei Vornamen: mit einem, den er bei der Taufe bekam, und einem, bei dem ihn seine Freunde nennen. Dadurch, dass der Protagonist sich anfangs gar nicht mit seinem Nachnamen vorstellt, wird eine gewisse Anonymität des Protagonisten schon zu Beginn des Romans thematisiert.
1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, die Identitätsproblematik des Protagonisten Waclaw Slowacki im Roman "Per Isabel" anhand verschiedener Kategorien zu untersuchen.
2. Biografie: Antonio Tabucchi: Dieses Kapitel zeichnet das Leben und Wirken Tabucchis nach, wobei ein besonderer Fokus auf seinem fragmentarischen Schreibstil und seiner Verbindung zu Portugal liegt.
3. Aufbau und Inhalt von Per Isabel: Hier wird der inhaltliche Rahmen des Romans skizziert, der sich der Suche des Protagonisten nach Isabel in neun konzentrischen Kreisen widmet.
4. Analytischer Teil der Identitätsproblematik des Protagonisten: Der Hauptteil analysiert die Identität anhand von Kriterien wie Name, Präsenz, Erinnerung, Sprache, Lebensstil, Interessen, soziales Netzwerk und der Beziehung zu Isabel.
5. Identitätssuche: In diesem Kapitel wird diskutiert, ob die Suche nach Isabel primär als Suche nach dem eigenen Ich oder als Sinnsuche zu interpretieren ist.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Identität des Protagonisten aufgrund mangelnder fester Identitätsmerkmale und seiner unzuverlässigen Erzählweise als hochgradig problematisch und instabil einzustufen ist.
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Die Arbeit analysiert die Identität des Protagonisten Waclaw Slowacki in Antonio Tabucchis Roman "Per Isabel" und untersucht die Gründe für dessen Identitätskrise.
Die Analyse umfasst die Kategorien Name, Präsenz, Memoria (Erinnerung), Sprache, Lebensstil, persönliche Interessen, das soziale Netzwerk des Protagonisten sowie seine spezifische Beziehung zu Isabel.
Die Forschungsfrage zielt darauf ab, inwieweit die Identität des Protagonisten als problematisch betrachtet werden kann und welche Rolle die Suche nach Isabel dabei spielt.
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text des Romans anhand verschiedener Kategorien (z.B. Psychologie der Identität, Erzählstrukturen) untersucht und durch Sekundärliteratur stützt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Identitätsmerkmalen wie der Bedeutung von Namen, der räumlichen und zeitlichen Präsenz sowie der Zuverlässigkeit von Erinnerungen und der Funktion der Sprache.
Die Arbeit ist gekennzeichnet durch Begriffe wie Identitätskrise, Erzählerwechsel, Fragmentierung, literarische Vorbilder und die Bedeutung von Symbolen wie dem Mandala oder dem Fenster.
Das Mandala dient als strukturelles und mythisches Symbol für die kreisförmige, suchende Bewegung des Protagonisten, der sich schrittweise dem Zentrum – der Wahrheit oder seiner eigenen Identität – nähern möchte.
Durch seine widersprüchlichen Aussagen zu seiner Vergangenheit, sein lückenhaftes Erinnerungsvermögen und seine ständigen Wechsel in Sprache und Verhalten wird die Glaubwürdigkeit des Protagonisten als Erzähler systematisch untergraben.
Diese Aussage unterstreicht die Entfremdung des Protagonisten von der irdischen Realität und deutet darauf hin, dass er sich selbst nicht als festen Teil der Gesellschaft wahrnimmt, sondern eher wie ein Geist agiert.
Das Buch bietet keine eindeutige Auflösung; die Suche bleibt zirkulär und endet in einer Wiederholung, was dem Leser die Gewissheit und eine klare Antwort auf das Schicksal der Figuren verweigert.
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