Bachelorarbeit, 2017
95 Seiten, Note: 1
1. Einleitung
2. Methodisches Vorgehen – Die qualitative Sozialforschung
2.1 Die Geschichte der Biographieforschung
2.2 Das biographisch narrative Interview
2.3 Die Analysemethode des narrativen Interviews nach Glinka
2.3.1 Strukturelle Beschreibung und Gesamtformung der Erzählung
2.3.2 Weitere Analyseschritte
2.3.3 Das Konzept der Verlaufskurve
3. Vorstellung des Interviewpartners
3.1 Die Tagesstätte als Einrichtung für psychisch kranke Menschen
3.2 Psychische Störungen – Die Depression
3.3 Diagnose
3.4 Der Integrierte Behandlungs-/Rehabilitationsplan
4. Vorbereitung und Durchführung des biographisch narrativen Interviews
5. Auswertung des Interviews nach Glinka
5.1 Textoberfläche und formal/inhaltliche Aspekte
5.2 Die Gesamtformung der Erzählung
6. Resümee/Ausblick
Diese Bachelor-Thesis untersucht mithilfe des biographisch-narrativen Interviews die Lebensgeschichte einer an Depression erkrankten Frau, um krankheits- und gesundheitsfördernde Faktoren in ihrer Biographie zu identifizieren. Dabei wird die Forschungsfrage verfolgt, wie die biographische Unordnung der Betroffenen geordnet werden konnte und inwieweit das Salutogenesemodell von Aaron Antonovsky zur Erklärung der Genesungsprozesse beitragen kann.
2. Methodisches Vorgehen – Die qualitative Sozialforschung
Die Biographieforschung zählt zu den Methoden der qualitativen Sozialforschung. Dieser Forschungsbereich umfasst eine Reihe von Methoden und Ansätzen, die vielfältig und sehr unterschiedlich sind. Im Gegensatz zu quantitativen Methoden ist die qualitative Forschung „weit entfernt von einem einheitlichen Verständnis sowohl des Vorgehens in einer qualitativen Untersuchung als auch der zugrunde liegenden methodologischen Grundannahmen“ (Rosenthal 2015:13).
Die quantitative Forschung untersucht bereits vorliegende Hypothesen, um die methodischen Instrumente zu standardisieren, während die qualitative Forschung ihre Hypothesen erst im Untersuchungsverlauf generiert, überprüft und verallgemeinert. Die verschiedenen Ansätze der qualitativen Methoden tragen, je nach Position und Vorgehen, unterschiedliche Bezeichnungen: Während bei Schütze (1976) von der kommunikativen und bei Bohnsack (1991/2003) von der rekonstruktiven Sozialforschung die Rede ist, sprechen andere von der sozialwissenschaftlichen oder wissenssoziologischen Hermeneutik (Hans-Georg Soeffner 1989; Ronald Hitzler und Anne Honer 1997; Jo Reichertz 1994). Wieder andere fassen die Begriffe unter dem Titel der interpretativen Sozialforschung (Schröer 1994) zusammen. Weitere dieser Bezeichnungen werden komprimiert in die Grounded Theory (Barney Glaser und Anselm Strauss 1967), die Objektive Hermeneutik (Ulrich Oevermann 1979), die ethnomethodologische Forschung (Harold Garfinkel 1986 und Aaron Cicourel 1970) und die ethnomethodologische Konversationsanalyse (Harvey Sacks 1992; Jörg Bergmann 1994; 2000).
Im Folgenden wird der Begriff der interpretativen Sozialforschung verwendet. Diese Bezeichnung lässt sich auf Thomas Wilson (1970/1973) zurückführen, der zwischen einem normativen und einem interpretativen Muster unterscheidet: „Während nach Wilson die VertreterInnen des normativen Paradigmas den Menschen eher als einen auf ein gemeinsames Symbolsystem reagierenden Organismus begreifen, wird der Mensch im interpretativen Paradigma als ein handelnder und erkennender Organismus verstanden. Er steht der Welt nicht gegenüber und reagiert auf sie, sondern das Individuum erzeugt vielmehr in Interaktion mit anderen die soziale Welt“ (Rosenthal 2015:15).
1. Einleitung: Das Kapitel führt in die Thematik der psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz ein und stellt die biographische Analyse einer an Depression erkrankten Frau als zentrales Forschungsziel vor.
2. Methodisches Vorgehen – Die qualitative Sozialforschung: Hier werden die theoretischen Grundlagen der qualitativen Sozialforschung, die Geschichte der Biographieforschung und die spezifische Analysemethode nach Glinka erläutert.
3. Vorstellung des Interviewpartners: Dieses Kapitel liefert den Kontext über die Tagesstätte für psychisch Kranke, beschreibt das Krankheitsbild der Depression und stellt den individuellen Behandlungsplan (IBRP) vor.
4. Vorbereitung und Durchführung des biographisch narrativen Interviews: Es werden der Ablauf der Akquise, die ethischen Richtlinien sowie die praktische Durchführung und Transkription des Interviews beschrieben.
5. Auswertung des Interviews nach Glinka: Dieses Kapitel präsentiert die detaillierte textsortenanalytische Untersuchung sowie die anschließende analytische Gesamtformung der Erzählung im Hinblick auf die Forschungsfrage.
6. Resümee/Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zur Bedeutung von Leistungsdruck und Resilienz zusammen und reflektiert den Erkenntniswert der gewählten biographischen Methode.
Biographieforschung, Qualitatives Interview, Depression, Salutogenesemodell, Aaron Antonovsky, Tagesstätte, Arbeitswelt, Leistungsdruck, Rehabilitation, Verlaufskurve, Identität, Sozialforschung, Psychische Gesundheit, Krisenintervention, Narrative Analyse.
Die Arbeit analysiert die Lebensgeschichte einer an Depression erkrankten Frau, um zu verstehen, welche biographischen Faktoren ihre Erkrankung beeinflusst haben und wie sie ihren Weg zur Genesung fand.
Die Arbeit verknüpft Ansätze der qualitativen Sozialforschung mit dem salutogenetischen Modell, um Themen wie beruflichen Leistungsdruck, familiäre Belastungen und die Bedeutung professioneller Unterstützung in Tagesstätten zu beleuchten.
Das Ziel ist es, krankheits- und gesundheitsfördernde Faktoren in der Biographie der Probandin zu identifizieren und zu untersuchen, wie durch eine Veränderung der Lebensweise eine Stabilisierung erreicht werden kann.
Die Autorin nutzt das biographisch-narrative Interview nach Fritz Schütze und die Analysemethode von Hans-Jürgen Glinka.
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Einführung, die Vorstellung der interviewten Person und ihres Kontextes sowie die schrittweise Auswertung des Interviews anhand der Textoberfläche und der Gesamtformung der Erzählung.
Biographieforschung, Depression, Salutogenesemodell, Tagesstätte, Leistungsdruck und narrative Analyse.
Der IBRP dient als wichtige objektive Datenquelle, um die medizinischen Diagnosen, Ziele und Unterstützungssysteme der interviewten Person in den biographischen Kontext einzuordnen.
Es dient dazu, die sogenannten Widerstandsressourcen (psychisch, materiell, psychosozial) der Probandin zu erfassen und zu erklären, warum sie trotz schwerer Krisen und psychischer Belastungen wieder einen Lebenssinn finden konnte.
Das Konzept hilft dabei, die krisenhaften Entwicklungen und die Destruktion intentionalen Handelns bei psychischen Erkrankungen grafisch und analytisch darzustellen, um den Verlauf von der Erkrankung zur Genesung nachvollziehbar zu machen.
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