Masterarbeit, 2017
114 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Chancenungleichheit im österreichischen Bildungssystem
2.1 Flüchtlingskinder und –jugendliche an österreichischen Schulen
2.2 Österreichs Schüler/innen im internationalen Vergleich
2.2.1 Ergebnisse vergleichender Studien zur Lernkompetenz von Schüler/innen in Österreich
2.2.2 Zusammenhang des sozioökonomischen Status und Migrationshintergrundes mit der Leistung
2.3 Flüchtlings/Migrantenkinder und –jugendliche
2.4 Lernstörungen und Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen
3. Theoretischer Hintergrund zur Integration
3.1 Integrationstheoriemodelle
3.1.1 Essers Integrationskonzept
3.1.2 Sozialintegration
3.2 Angestrebte pädagogische Ergebnisse
3.2.1 Individuelle Ergebnisse
3.2.2 Ökonomische Ergebnisse
3.2.3 Exemplarische Beispiele
3.3 Pädagogische Konzepte
3.3.1 Interkulturelle Pädagogik nach Gogolin I. & Krüger-Potratz M.
3.3.2 Konzept nach Nohl A.-M.
3.3.3 Konzept nach Auernheimer G.
3.3.4 Konzept nach Mecheril P.
3.3.5 Konzept nach Heinemann A. & Robak S.
4. Das pädagogische Konzept der school4kids
4.1 Authentische Pädagogik
4.1.1 Die Selbstbestimmungstheorie
4.1.2 Integrierte Lernumgebungen
5. Empirischer Teil
5.1 Untersuchungsdesign
5.2 Quantitative Fragebögen an die Eltern
5.2.1 Vorgehen und Stichprobe
5.2.2 Fragebogen
5.2.3 Ergebnisse
5.3 Qualitative Interviews
5.3.1 Fallbeispiel 1
5.3.2 Fallbeispiel 2
5.3.3 Fallbeispiel 3
5.3.4 Zusammenfassende Analyse
6. Diskussion
6.1 Fazit
10. Anhang A : Fragebogen
11. Anhang B: Transkriptionen der Interviews
Interview 1
Interview 2
Interview 3
Die vorliegende Masterarbeit evaluiert die Effektivität des interkulturell-integrativen Schulprojekts „school4kids“, das zwischen 2010 und 2015 Kindern und Jugendlichen, die im Regelschulsystem Schwierigkeiten hatten, alternative Bildungswege eröffnete. Die Forschungsfrage untersucht, inwiefern der Besuch dieser Schule die Reintegration in das Regelschulsystem oder einen Bildungsaufstieg ermöglichte und wie die Förderung der sozialen Kompetenz bewertet wird.
3.1 Integrationstheoriemodelle
Das Modell des Race-Relation-Cycles nach Park und Gurgess (1925) in den 1920er Jahren, kann in diesem Zusammenhang als erste grundlegende Auseinandersetzung im Bereich der modernen Sozialwissenschaften verstanden werden. Die Forscher definierten dabei fünf Phasen, die sich zyklisch im Zuge einer Migration wiederholen. Die Phasen können allerdings erst mit dem abgeschlossenen Wechsel des Wohnsitzes verifizierbar beginnen. In der ersten Phase wird versucht Kontakt zur Umgebung aufzunehmen, wobei dies im erforschender und konfliktfreier Annäherung geschieht. Im Mittelpunkt steht die Generierung von Wissen über die neue Kultur, sowie Informationsaustausch über die interkulturellen Unterschiede.
In der zweiten Phase kommt es durch eine Verknappung der Ressourcen (Wohnen, Arbeiten, etc.) zu einem Wettbewerb. Die sich hieraus ergebende dritte Phase ist somit von Konflikten geprägt. Vorurteile, sowie diskriminierende Verhalten stehen an der Tagesordnung. Die vierte Phase beinhaltet ein resignierende Verhalten, bei dem sich die einzelnen Gruppen durch Abgrenzung in Beruf, Wohnumgebung und sozialer Situation definieren. Es wird zwar eine Art des Zusammenlebens gefunden, diese funktioniert jedoch nach unausgesprochenen Regeln, die die Zuwanderung für weitere Gruppen nahezu unmöglich macht. In der fünften Phase schlussendlich kommt es zu einer Vermischung der Gruppen, aus der eine einzelne Gesamtgruppe entsteht, in der sich etwaige Unterschiede ob objektiv vorhanden oder nur subjektiv angenommen, vermischen.
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die Problematik des österreichischen Bildungssystems für benachteiligte Kinder und stellt das Schulprojekt „school4kids“ als Lösungsansatz vor.
2. Chancenungleichheit im österreichischen Bildungssystem: Dieses Kapitel analysiert statistische Daten zu Migrationshintergrund, sozioökonomischem Status und deren Auswirkungen auf die Lernkompetenz von Schülerinnen und Schülern.
3. Theoretischer Hintergrund zur Integration: Es werden verschiedene wissenschaftliche Integrationstheorien und pädagogische Konzepte erörtert, die als Basis für das Verständnis von Bildung in der Migrationsgesellschaft dienen.
4. Das pädagogische Konzept der school4kids: Hier wird die praktische Umsetzung der interkulturellen Pädagogik und das didaktische Modell der Schule detailliert beschrieben.
5. Empirischer Teil: Der Teil präsentiert die Ergebnisse der durchgeführten Elternbefragungen und der qualitativen Interviews mit ehemaligen Schülern.
6. Diskussion: Das Kapitel kritisch reflektiert die Ergebnisse im Kontext aktueller Bildungsdebatten und zieht ein Fazit über die Erfolge des Projekts.
Schulprojekt, school4kids, Integration, interkulturelle Pädagogik, Bildungssystem, Migrationshintergrund, sozioökonomischer Status, Lernstörungen, Schulerfolg, Bildungsaufstieg, Motivationsförderung, Elternmitarbeit, qualitative Interviews, integrative Schulentwicklung, Werteerziehung.
Die Arbeit untersucht das alternative Schulprojekt „school4kids“ in Österreich und evaluiert, wie dieses Modell Kindern mit Lern- oder Migrationsschwierigkeiten bei der Schullaufbahn helfen konnte.
Die Arbeit konzentriert sich auf die Bereiche Integration, interkulturelle Pädagogik, Chancengerechtigkeit im österreichischen Schulwesen sowie die Bedeutung familiärer Unterstützung für den Bildungserfolg.
Das Hauptziel ist die Evaluation der Effektivität der „school4kids“ hinsichtlich der Reintegration der Absolventen in das Regelschulsystem und der Steigerung ihres persönlichen Bildungserfolgs.
Es wurde ein Mixed-Methods-Design gewählt, das eine quantitative Online-Umfrage unter Eltern mit einer qualitativen Analyse durch Experten-Interviews mit ehemaligen Schülern kombiniert.
Der Hauptteil präsentiert die detaillierte Auswertung der Fragebögen und die Analyse von drei Fallbeispielen, die den individuellen schulischen Werdegang und die Erfahrungen der ehemaligen Schüler beleuchten.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie interkulturelle Integration, sozioökonomische Faktoren, Lernbiografie, schulische Selbstbestimmung und kompensatorische Erziehung geprägt.
Der sozioökonomische Status ist in Österreich ein maßgeblicher Prädiktor für den schulischen Erfolg, wobei die Arbeit aufzeigt, dass Kinder aus bildungsnahen Haushalten deutliche Startvorteile haben.
Die Theorie dient als psychologisches Fundament, um zu erklären, wie das pädagogische Konzept der „school4kids“ die intrinsische Motivation und Autonomie der Schüler durch gezielte Förderung stärkt.
Die Kommunikation zwischen Eltern und dem Lehrpersonal wurde überwiegend als sehr positiv und vertrauensvoll bewertet, wobei die persönliche Einbindung als Schlüsselfaktor für den Schulerfolg hervorgehoben wird.
Die Autorin deutet an, dass ein Übergang von einem dreigliedrigen Schulsystem hin zu flächendeckenden Gesamtschulen strukturelle Benachteiligungen abbauen und die Chancengerechtigkeit erhöhen könnte.
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