Masterarbeit, 2020
90 Seiten, Note: 1.3
1 Einleitung
1.1 Relevanz & Research Gap
1.2 Fragestellung & Ziel
1.3 Aufbau
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Audit Committees in Publikumsgesellschaften
2.1.1 Publikumsgesellschaft: Begriff
2.1.2 Audit Committee: Begriff & Entstehung
2.2 Rechtslage
2.2.1 Schweiz
2.2.2 Deutschland
2.2.3 Vereinigte Staaten
2.2.4 Grossbritannien
2.2.5 Frankreich
3 Research Design
3.1 Methodik
3.2 Theoretische Herleitung der Untersuchungskriterien
3.3 Operationalisierung der Untersuchungskriterien
3.4 Fallauswahl
3.5 Hypothesen
4 Empirischer Teil
4.1 Diversität
4.2 Aufwand
4.3 Erfahrung
4.4 Fachkenntnisse
4.5 Unabhängigkeit
4.6 Vergütung
4.7 Zusammenarbeit Revisor
5 Fazit
5.1 Zusammenfassung Ergebnisse
5.2 Implikationen für Schweizer Audit Committees
5.3 Limitationen
5.4 Ausblick
Ziel der Arbeit ist es, den aktuellen Stand der Professionalität von Audit Committees bei Schweizer Publikumsgesellschaften im internationalen Vergleich zu bewerten, Entwicklungspotenziale zu identifizieren und Empfehlungen zur Stärkung der Corporate Governance abzuleiten.
2.1.2 Audit Committee: Begriff & Entstehung
Um eine klare Abgrenzung des zu analysierenden Forschungsgebietes zu schaffen, wird zuerst die Begrifflichkeit «Audit Committee» kurz erklärt. Dieser Begriff findet seinen Ursprung in den 30er-Jahren in den Vereinigten Staaten und lässt sich als «Prüfungsausschuss» in das Deutsche übersetzen. (Böckli, 2003, S. 559; Huwer, 2010, S. 38; Scheffler, 2003, S. 236) Aufgrund des Forschungsfokus’ auf Schweizer Publikumsgesellschaften soll an dieser Stelle die ursprüngliche Definition der Eidgenössischen Bankenkommission – heute Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA) – Erwähnung finden. Diese definiert das Audit Committee als einen «Ausschuss des Organs der Oberleitung, Aufsicht und Kontrolle (=Ausschuss des VR), der sich schwergewichtig mit der Methodik und Qualität der externen Revision, der Qualität der finanziellen Berichterstattung sowie mit dem Zusammenwirken der internen und externen Revision und deren Unabhängigkeit befasst. Dieser Ausschuss ist primärer Ansprechpartner der Prüfgesellschaft und entlastet das Organ der Oberleitung, Aufsicht und Kontrolle nicht von seiner Verantwortung für Aufsicht und Kontrolle, sondern unterstützt es bei der Wahrnehmung seiner Aufgaben.» (Eidgenössische Bankenkommission, 2004, S. 1)
Der Gedanke, dass sich Verwaltungsratsausschüsse zur Minderung asymmetrischer Informationsverteilung vertieft mit der Revision von Jahresabschlüssen auseinandersetzen sollen, hat seine Wurzeln 1967 in den USA. Zehn Jahre später erklärte die New York Stock Exchange die Audit Committees für alle dortigen Börsen als obligatorisch. Erst anfangs 90er-Jahre wurde man in Europa auf diese neue Institution aus den Vereinigten Staaten aufmerksam, als die Installation eines Prüfungsausschusses bereits für alle US-amerikanischen Publikumsgesellschaften gesetzlich verlangt wurde. (Böckli, 2005, S. 19 & 20) In Europa war grundsätzlich der Cadbury-Report des Committee on the Financial Aspects of Corporate Governance in Grossbritannien aus dem Jahr 1992 der Startschuss für Audit Committees. Die Empfehlungen dieser Kommission zielten auf eine generelle Verbesserung der Corporate Governance ab - speziell im Hinblick auf die Finanzberichterstattung und Rechenschaftsablage von Unternehmen. Trotz fehlender gesetzlicher Verankerung haben sich diese Empfehlungen in Grossbritannien weitgehend durchgesetzt. (Offenhammer, 2014, S. 25)
1 Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Relevanz von Audit Committees für die Corporate Governance und formuliert die Forschungsfrage zur Professionalität Schweizer Prüfungsausschüsse im internationalen Vergleich.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Publikumsgesellschaft sowie des Audit Committees und beleuchtet die Rechtslage in der Schweiz, Deutschland, den USA, Grossbritannien und Frankreich.
3 Research Design: Hier wird die quantitative Methodik vorgestellt, die sieben Untersuchungskriterien definiert, operationalisiert und die Hypothesen der Arbeit hergeleitet.
4 Empirischer Teil: Im empirischen Teil werden die gesammelten Daten analysiert und die Schweizer Audit Committees hinsichtlich der sieben Kriterien mit denjenigen der Vergleichsländer gegenübergestellt.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Studie zusammen, leitet Implikationen für die Schweiz ab und reflektiert die Limitationen sowie zukünftige Forschungsmöglichkeiten.
Audit Committee, Prüfungsausschuss, Professionalität, Corporate Governance, Publikumsgesellschaft, Internationaler Vergleich, Rechnungslegung, Interne Revision, Externe Revision, Diversität, Financial Literacy, Unabhängigkeit, Compliance, Risikomanagement, Finanzberichterstattung.
Die Arbeit untersucht die Professionalität von Audit Committees Schweizer Publikumsgesellschaften im Vergleich zu Prüfungsausschüssen aus Deutschland, den USA, Grossbritannien und Frankreich.
Zentral sind die gesetzlichen Grundlagen und Empfehlungen für Audit Committees, ihre Zusammensetzung, Arbeitsweise, Kompetenzen sowie ihre Rolle bei der Qualitätssicherung der Finanzberichterstattung.
Ziel ist es, den aktuellen Stand der Professionalität der Schweizer Audit Committees zu bewerten und konkrete Entwicklungspotenziale im internationalen Vergleich aufzuzeigen.
Die Arbeit verwendet eine quantitative Analyse, basierend auf Daten aus Geschäftsberichten und Proxy Statements der 50 grössten Publikumsgesellschaften pro untersuchtem Land.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Aufarbeitung der Rechtsgrundlagen sowie den empirischen Teil, in dem die Daten zu den sieben Kriterien ausgewertet werden.
Neben der Professionalität und Corporate Governance sind insbesondere Kriterien wie Diversität, Aufwand, Erfahrung, Fachkenntnisse (Financial Literacy), Unabhängigkeit, Vergütung und die Zusammenarbeit mit Revisoren maßgeblich.
Die Studie identifiziert insbesondere bei der Diversität (Geschlechterverteilung), beim betriebenen zeitlichen Aufwand (Anzahl Sitzungen) und bei der fachlichen Qualifikation (Financial Literacy) Verbesserungspotenziale.
Die USA dienen als Referenzpunkt, da sie eine Vorreiterrolle einnehmen, insbesondere bei der strengen Definition und Forderung nach "Financial Experts" in Prüfungsausschüssen.
Unabhängigkeit wird als essentiell erachtet, um eine objektive und kritische Prüfung der Rechnungslegungsprozesse und der internen Kontrollen ohne Interessenkonflikte sicherzustellen.
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